Vorgaben des EEG zur Inbetriebnahme von Photovoltaik

3. Juni 2021
Das Gesetz über erneuerbare Energien definiert den Begriff Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage nicht allzu präzise, daher ist vor allem bei größeren Anlagen immer etwas Interpretationsspielraum offen, wenn es um die Frage geht, zu welchem Zeitpunkt die Photovoltaikanlage in Betrieb genommen wurde. Das Datum der Inbetriebnahme spielt jedoch bei der Berechnung der Höhe der Förderung mitunter eine große Rolle.
Dieser Artikel wurde von
Oliver Wulf für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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© Hendrik Schwartz - Fotolia.com

Für die Klärung von Streitfragen, die das Erneuerbare Energien Gesetz betreffen, ist die sogenannte Clearingstelle zuständig. Diese Stelle hat sich verschiedene Stellungnahmen und Meinungen von Verbänden und Juristen angehört und ein Papier veröffentlicht, das Erklärungen zur möglichen Auslegung des Paragrafen über den Zeitpunkt der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage enthält. Seither ist ein wenig Licht ins Dunkel der Fragestellung gebracht und Planer von großen Photovoltaikanlagen orientieren sich an dieser Veröffentlichung der Clearingstelle.

Inbetriebnahmezeitpunkt ist wichtig für viele Fragen rund um Ihre Photovoltaikanlage

Die Inbetriebnahme ist ein wichtiger Schritt, denn von nun an produziert die Photovoltaikanlage Solarstrom. Der genaue Zeitpunkt ist relevant, denn der bestimmt laut EEG die für die nächsten 20 Jahre gültige Einspeisevergütung.

Technischer Zustand einer Photovoltaikanlage zur Inbetriebnahme

Eine Photovoltaikanlage gilt also als in Betrieb genommen, sobald die Anlage zum ersten Mal Strom erzeugt, der dann auch außerhalb der Anlage genutzt wird. Wenn also Solarstrom erzeugt wird, der nicht in eine Batterie oder ein elektrisches Gerät geleitet wird, sondern nur am Anschlusspunkt ankommt, erfüllt das nicht den Tatbestand einer Inbetriebnahme. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage wird also nicht über die Fertigstellung der Photovoltaikanlage durch den Solarteur definiert. Eine Anlage, die betriebsbereit ist, aber nirgends angeschlossen ist und nicht Strom irgendwo hin liefert, ist laut Erneuerbare Energien Gesetz also noch nicht in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme erfolgt mit der ersten Stromnutzung. Dabei muss diese Abnahme von Strom nicht über den Netzbetreiber erfolgen. Sie kann auch mittels einer Glühbirne erfolgen.

Nachweis der Inbetriebnahme

Wie kann man also den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage beweisen? Es wird geraten, die erste Nutzung von erzeugtem Strom sorgfältig und mit Zeugen schriftlich und mittels Fotos zu dokumentieren. Ein Protokoll der Inbetriebnahme durch den Anlagenhersteller oder Anlagenbauer ist ebenfalls nützlich bei der Bestimmung und Belegung des Zeitpunktes der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage. Nach der offiziellen Inbetriebnahme muss die Photovoltaikanlage natürlich beim Netzbetreiber angemeldet und ein Einspeisevertrag geschlossen werden. Zudem muss die Photovoltaikanlage bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Übersicht: Inbetriebnahme der Photovoltaik Anlage festhalten

Notwendig / Empfohlen Nicht notwendig
PV Anlage produziert erstmals Strom, der konsumiert oder gespeichert wird Anwesenheit Netzbetreiber
Wechselrichter ist installiert Einspeisung ins öffentliche Stromnetz
PV Anlage ist am Bestimmungsplatz installiert Beleg für jedes angeschlossene Modul
Nachweis durch Fotos und / oder Zeugen

Das Inbetriebnahmeprotokoll

Das Inbetriebnahmeprotokoll kann als Nachweis herangezogen werden, dass die Photovoltaikanlage Strom produziert. Es hat aber noch andere Aufgaben. Ohne Inbetriebnahmeprotokoll muss der Netzbetreiber keine Einspeisevergütung zahlen. Mit dem Inbetriebnahmeprotokoll – und zwar nur hiermit – kann der Betreiber nachweisen, dass die neue Photovoltaikanlage allen Normen und Vorschriften entspricht. Der Nachweis des ordnungsgemäßen Zustands der Photovoltaikanlage ist zudem für die Versicherung wichtig. Auch Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Hersteller können nur geltend gemacht werden, wenn eine fachgerechte Installation auch nachgewiesen werden kann. Die Feuerwehr kann im Brandfall sicherheitsrelevante Daten (zum Beispiel Lage der stromführenden Leitungen) dem Inbetriebnahmeprotokoll entnehmen. Mit der Angabe zur Anlagenleistung, Aufbau und und Globalstrahlung kann der Netzbetreiber eine Prognose über den erwarteten Stromertrag anstellen.

Inbetriebnahmeprotokoll ausfüllen

Mit dem Inbetriebnahmeprotokoll kann der Betreiber nachweisen, dass die Photovoltaikanlage allen Vorschriften und Regelungen entspricht. Das Inbetriebnahmeprotokoll muss in Anwesenheit des Betreibers der PV Anlage (oder eines bevollmächtigten Vertreters) vom Installateur erstellt werden. Ohne ein entsprechendes Inbetriebnahmeprotokoll ist eine Anmeldung nicht möglich und es wird keine Einspeisevergütung gezahlt.

Was steht im Inbetriebnahmeprotokoll?

Das Inbetriebnahmeprotokoll enthält eine große Vielzahl an Detailinformationen.

  • Angaben zum Betreiber
  • Standort der Anlage
  • Datum der Inbetriebnahme
  • Technische Details der Anlage (Leerlaufspannung, Kurschlussstrom, usw.)
  • Hersteller / Modell der Komponenten sowie Anzahl der Module
  • Angaben zur Montage wie Neigung und Ausrichtung der Mobule
  • Geschätzte Strahlungswerte (Globalstrahlung / Sonneneinstrahlung)
  • Überprüfung Einspeisezähler und Einspeisemanagement
  • Bestätigung der Anforderungen hinsichtlich Brandschutz / Feuersteuerbarkeit
  • Skizze mit Lage der stromführenden Leitungen / Erdungen / Überspannungsschutz

Beispielprotokolle

An einem voll und vorschriftsmäßig ausgefüllten Protokoll führt kein Weg vorbei. Solarteure nutzen meistens eigene Vordrucke oder Prokotolle der Netzbetreiber. Die Informationen sollten sich hier nicht unterscheiden. Um Ihnen Anschauungsmaterial liefern zu können, haben wir hier ein Beispielprotokoll für Sie verlinkt. Bei Fragen zur Inbetriebnahme sind wir natürlich gerne für Sie da.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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