Photovoltaik Wirtschaftlichkeit im Themenüberblick

7. Juli 2021
In Photovoltaik zu investieren ist wirtschaftlich rentabel und schont die Umwelt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Sie zu den heutigen Bedingungen beim Kauf einer eigenen Anlage kaum etwas falsch machen können. Dies gilt ebenso, wenn Sie bei einer privaten Anlage vorwiegend Ihren Eigenverbrauch decken wollen oder auch dann, wenn Sie von der staatlich zugesicherten Einspeisevergütung profitieren möchten. Grund dafür sind die mittlerweile kurzen Amortisationszeiten von 10 bis 15 Jahre im Vergleich zur Lebensdauer der Anlage, die bei 20 bis 25 Jahren liegt sowie die ständig steigenden Strompreise, die die Energiekosten stetig in die Höhe treiben.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikWirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Damit die Photovoltaik-Rentabilität auch wirklich gegeben ist, müssen vorab Fragen zur Finanzierung, zu Steuern, Abschreibung und Versicherungen geklärt sowie die gesetzlichen Vorgaben beachtet werden. Auch die aktuelle Einspeisevergütung, die Strompreise und die Preisentwicklung für Photovoltaikanlagen hat Einfluss auf die Photovoltaik Wirtschaftlichkeit. Je nach Anlagen- und Dachgröße kostet eine Photovoltaikanlage fürs private Einfamilienhaus zwischen 5.400 und 12.900 Euro. Mehr Informationen zu den Kosten und wann sich eine PV-Anlage für Sie lohnt, finden Sie hier. Eine professionelle Wirtschaftlichkeitsberechnung stellt sicher, dass sich die Photovoltaikanlage nach der Inbetriebnahme auch tatsächlich für Sie rechnet.

Steuern bei Photovoltaikanlagen

Für selbst erzeugten Strom müssen Sie die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, wenn Sie parallel auch Strom einspeisen, soweit sie nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen. Erzielen Sie durch eingespeisten Strom Gewinne, muss auch dieser versteuert werden.

Photovoltaik Wirtschaftlichkeit: Grundlagen, Finanzierung & Vergütung

Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen kann sehr unterschiedlich sein. Es sollte daher in jedem Fall eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt werden. Dabei werden Kosten und Erträge zur Berechnung der Photovoltaik Rendite gegenübergestellt. Die Photovoltaik Einspeisevergütung beträgt für eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung unter 10 kWp kontinuierlich. Im Jahr 2020 und 2021 sinken die Einspeisevergütungen von 9 auf unter 7 Cent pro kWh. Grundsätzlich gilt: Je mehr Leistung ihre Anlage nominal bringt, umso niedriger ist die Einspeisevergütung.

Einspeisevergütung im Juli 2021

Im Juli 2021 liegt die aktuelle Einspeisevergütung bei 7,47 Cent pro kWh bei Anlagen mit weniger als 10 kWp. Für größere Anlagen liegt die aktuelle Einspeisevergütung bei 7,25 Cent pro kWh (Anlagen kleiner als 40 kWp) bzw. bei 5,68 Cent pro kWh (Anlagen größer als 40 kWp).

Die Vergütung ist ein Bestandteil des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), welches die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien fördert und in den vergangenen Jahren für einen Boom im der Photovoltaik gesorgt hat. Die Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, diese Vergütung für den eingespeisten Strom an den Betreiber der Photovoltaikanlage zu zahlen; zumindest für den Zeitraum von zwanzig Jahren. Danach gilt eine Photovoltaikanlage als Post-EEG-Anlage, für die andere Bedingungen an den wirtschaftlichen Weiterbetrieb gelten.

Rentabilität von Photovoltaik: Dimensionierung der Anlage

Eine Photovoltaikanlage für ein privates Einfamilienhaus amortisiert sich nach 10 bis 12 Jahren, noch schneller geht es, wenn Sie sich für eine höhere Anfangsinvestition entscheiden und Ihre Anlage größer dimensionieren als für den Eigenverbrauch erforderlich.

Faktoren der Wirtschaftlichkeit

Nehmen Sie jetzt eine Photovoltaikanlage in Betrieb, basiert die Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Prognosen für die Zukunft. So wird aktuell mit einer Preissteigerung für Strom von 3 % pro Jahr kalkuliert, diese Steigerung kann allerdings auch deutlich anders ausfallen, je nachdem, wie sich der Strommarkt entwickelt. Sinken die Preise für Strom in der Zukunft, wird Ihre Anlage weniger wirtschaftlich und die Amortisationszeit verlängert sich entsprechend. Ein weiterer Faktor ist der Eigenverbrauch. In den meisten Haushalten liegt dieser bei maximal 30 %, da der Sonnenstrom in Spitzenzeiten nicht ausreicht oder in einem „schlechten“ sonnenarmen Jahr weniger Strom produziert wird. Erhöhen können Sie den Eigenverbrauch durch einen Stromspeicher, mit dem Sie auch gut die Wirkleistungsbegrenzung unterlaufen können. Neuerdings werden auch sogenannte Stromclouds beworben. In diesen soll überschüssiger Solarstrom virtuell zwischengelagert werden können.

Falls Sie Mieter sind oder Vermieter, können Sie über Mieterstrom entweder preisgünstigen Solarstrom vom Dach beziehen oder Solarstrom an Ihre Mieter verkaufen.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung

Der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer PV-Anlage werden verschiedene Annahmen zugrunde gelegt, die letztendlich über die tatsächlichen Einsparungen, bzw. die Wirtschaftlichkeit der Anlage entscheiden. Dazu gehören:

  • Anschaffungskosten
  • Betriebs- und Wartungskosten
  • Einspeisevergütung und Einspeisemenge
  • Einsparung durch Eigenverbrauch (Energiepreissteigerungsrate)
  • Anlagenleistung
  • Laufzeit und Effektivität (Dachneigung und Ausrichtung, Standort) der Anlage
  • Finanzierungsmodell (Eigen- oder Fremdfinanzierung), Finanzierungskosten (Zinsen)

Die Erträge und Einsparungen durch Eigenverbrauch, welche die Anlage über die Laufzeit erwirtschaftet, müssen höher sein als die Kosten für die Anschaffung der Anlage und die laufenden Kosten. Die Zeit, bis die erwirtschafteten Erträge höher sind als die Investitionskosten, nennt man finanzielle Amortisationszeit. Dabei gilt der Grundsatz: Je kürzer diese Zeit, desto besser. Die Anschaffungskosten machen den Großteil der Gesamtkosten aus. Hinzu kommen laufende Kosten, wie Steuern für den eigenverbrauchten und eingespeisten Strom, Abschreibungen und Versicherungen.

Mit dem Photovoltaikrechner kann man Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einer Anlage bereits vorab abschätzen.

Wirtschaftlichkeit: Eigenfinanzierung versus Fremdfinanzierung & Leasing

Aktuell liegen im Bundesdurchschnitt die Kosten für Photovoltaikanlagen bis 10 kWp bei 1.450 Euro pro kWp. Wird die Anlage ganz oder teilweise fremdfinanziert, erhöht sich dieser Betrag um die Finanzierungskosten in Form von Zinsen. Auf der anderen Seite ist allerdings auch eine Eigenfinanzierung mit – wenn auch virtuellen - Kosten verbunden. So werden die entgangenen Zinseinkünfte für das Kapital (die Eigenmittel für Ihre Anlage) miteingerechnet.

Falls Sie die Kosten nicht komplett selbst tragen können und Ihre Anlage fremdfinanzieren möchten, kommen unterschiedliche Möglichkeiten der Photovoltaik Finanzierung und Photovoltaik Förderung in Frage, beispielsweise ein Darlehen durch die KfW-Bankengruppe. Eine relativ neuartige Möglichkeit der Finanzierung ist das Photovoltaik Leasing. Hierbei kauft eine Leasinggesellschaft die Anlage und überlässt Ihnen diese gegen Zahlung eines festgelegten Betrages dem Betreiber zur freien Nutzung.

Für den Fall, dass Sie zwar die Stromerzeugung aus Photovoltaik fördern, jedoch nicht selbst die Investition tätigen und die Anlage betreiben möchten, kommt die Dachvermietung für eine PV Anlage in Frage. Dabei vermieten Sie Ihr Dach an einen Investor, der darauf eine Anlage installiert. Auf der anderen Seite können Sie auch ein Dach anmieten und darauf eine PV-Anlage betreiben.

Wirtschaftlichkeitsberechnung für Photovoltaikanlagen mit „Extras“

In verschiedenen Szenarien verändert sich die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage durch unterschiedliche Basisdaten. Deshalb ist es wichtig, genau zu prüfen, ob sich zum Beispiel die Anschaffung eines Solarspeichers, die Nutzung in Kombination mit einer Heizung oder das Aufladen eines Elektrofahrzeugs mit Solarstrom wirklich lohnen.

PV-Anlage mit Solarspeicher

Mit einem an die Anlage angeschlossenen Stromspeicher können Sie ungenutzten Strom speichern und später verwenden. Damit lässt sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Allerdings sind realistisch dennoch kaum mehr als 60 % Eigenverbrauch (ohne Stromspeicher 30 %) zu erzielen. Stellt man dies den zusätzlichen Kosten sowie der meist geringeren Lebensdauer der Speicher (10 Jahre) gegenüber, ist die Anschaffung in vielen Fällen nur bedingt wirtschaftlich, wenn keine Stromspeicherförderung in Anspruch genommen wird.

PV-Anlage und Elektroheizung

Photovoltaik und Elektroheizung - Im Grunde eine gute Idee: Mit dem kostenlosen Storm aus der Photovoltaikanlage lassen sich Elektroheizungen günstig betreiben. In der Praxis gibt es allerdings einen großen Haken: In dem Zeitraum, in dem die Elektroheizung den meisten Strom benötigt, nämlich im Winter, sinkt der Ertrag der Anlage auf ein Viertel im Vergleich zu den Sommermonaten. Damit lässt sich der Energiebedarf der Heizungen nicht decken.

PV-Anlage und Wärmepumpenheizung

Wärmepumpe mit Photovoltaik? Wärmepumpen brauchen im Vergleich zu Elektroheizungen deutlich weniger Strom, da die Pumpe an sich nicht heizt, sondern die Umweltwärme komprimiert und für die Raumheizung aufbereitet. In gut gedämmten Häusern kann deshalb die Kombination der beiden umweltfreundlichen Technologien durchaus wirtschaftlich sein. Je nach den bestehenden finanziellen Voraussetzungen sind innerhalb der Laufzeit (20 Jahre) Einsparungen zwischen 5.500 und 17.500 Euro möglich.

PV-Anlage und Elektroauto

Sie nutzen den Strom aus der Photovoltaikanlage, um Ihr Elektroauto mit einer Wallbox (optional noch über einen Solar Carport) in der heimischen Garage aufzuladen. Eine ideale Möglichkeit, um Ihren Eigenverbrauch weiter zu steigern und gleichzeitig ein Elektroauto umweltfreundlich und günstig zu betanken.

Wie ermittle ich den Eigenverbrauch meiner Photovoltaikanlage?

Den Eigenverbrauch errechnen Sie, indem Sie den eingespeisten Strom (Einspeisezähler) vom insgesamt erzeugten Strom der Photovoltaikanlage (Ertragszähler der PV-Anlage) abziehen.

Was ist wirtschaftlicher: Einspeisen oder selbst verbrauchen?

Aufgrund der mittlerweile niedrigen Einspeisevergütung ist es für private Betreiber einer Photovoltaikanlage sinnvoller, den Strom selbst zu verbrauchen.

Wer nimmt die Wirtschaftlichkeitsberechnung für meine PV-Anlage vor?

Eine individuelle Beratung zur Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einer Photovoltaikanlage und dem besten Finanzierungsmodell erhalten Sie bei örtlichen Photovoltaik Fachbetrieben.

Mit dem Photovoltaikrechner kann man Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einer Anlage bereits vorab abschätzen. Eine individuelle Beratung zur Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einer Photovoltaikanlage erhalten Sie bei örtlichen Photovoltaik Fachbetrieben.

Weiterlesen zum Thema "Einspeisevergütung für Photovoltaik"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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