PV-Abrechnung mit dem Netzbetreiber

19. November 2021
Bevor Anlagenbetreiber das erste Mal Geld für ihren erzeugten Solarstrom bekommen, muss dieser in Rechnung gestellt werden. Doch wie und bei wem? Müssen hierzu vertragliche Vereinbarungen geschlossen werden? Welche Rechte haben Anlagenbetreiber im Zuge der Abrechnung der Einspeisevergütung? Und sind Gebühren im Zuge der Einspeiseabrechnung rechtens? Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Abrechnung von Photovoltaik ankommt.
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikWirtschaftlichkeit einer PhotovoltaikanlageAbrechnung mit Netzbetreiber

Einspeisung der Photovoltaik und Abrechnung mit Netzbetreiber

Anlagenbetreiber einer Photovoltaikanlage ist derjenige, der unabhängig vom Eigentum die Anlage für die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien nutzt. Der Erwerber einer EEG-Anlage wird deshalb nur und erst dann Berechtigter der Photovoltaik-Einspeisevergütung, wenn er auch den Anlagenbetrieb übernimmt.

Bei der Abrechnung mit dem Netzbetreiber geht es um bares Geld. | Bildquelle: © AdobeStock_vencav

Der Anlagenbetreiber hat Anspruch auf unverzüglichen und vorrangigen Anschluss der PV-Anlage an das Stromnetz. Darüber hinaus hat er zudem Anspruch auf eine unverzügliche und vorrangige Abnahme des gesamten zur Einspeisung angebotenen Stroms aus seiner Photovoltaik-Anlage sowie dessen Übertragung und Verteilung.

Diese Angaben aus dem EEG 2009 gelten für alle Betreiber einer Anlage auf Basis von Erneuerbarer Energie.

Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wird dabei aus der EEG-Umlage finanziert. Für die Abrechnung des eingespeisten Stroms sind in Deutschland die vier großen Übertragungs-Netzbetreiber (ÜNB) zuständig: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Diese sind für Anlagenbetreiber von PV-Anlagen der zentrale Ansprechpartner. Das deutsche Übertragungsnetz ist dabei in vier Regionen, die sogenannten Regelzonen, aufgeteilt.

Einspeiseabrechnung der Photovoltaik: So geht es

Für die Abrechnung der PV-Anlage gibt es zwei grundsätzliche Modelle: das Standardlastprofil (SLP) oder die Registrierte Lastgangmessung (RLM). Vor allem im Bereich privat betriebener PV-Anlagen ist das SLP gängig - denn es bezieht sich auf Anlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 100 kW. Die RLM wird auf Anlagen angewendet, die mehr als 100 kW als Leistung haben.

Wer eine PV-Anlage betreibt, die über das Standardlastprofil abgerechnet wird, erhält stets mit Stichtag 31.12. eine Abrechnung über den Zeitraum des gesamten vergangenen Jahres. Damit die Abrechnung möglich ist, muss der Betreiber seine Zählerstände bis spätestens 28.02. des Folgejahres mitteilen. Möglich ist das mit einer sogenannten Ablesekarte, die er vom zuständigen Verteilnetzbetreiber erhält. Alternativ kann ein Anlagenbetreiber die Zählerstände auch eigenständig an seinen Verteilnetzbetreiber melden.

Handelt es sich hingegen um eine registrierte Lastgangmessung, läuft der Messvorgang etwas anders ab. Hierfür ist eine spezielle Messeinrichtung verbaut: Sie ermittelt in einem viertelstündlichen Intervall einen Leistungswert. Die Gesamtheit der Leistungswerte über eine Messperiode nennt sich Lastgang. Diese Lastgänge werden via Internet an den Verteilnetzbetreiber übermittelt.

Was ist die Bemessungsleistung?

Gemäß dem EEG versteht man unter der Bemessungsleistung einer PV-Anlage den Quotienten aus: Summe der in dem jeweiligen Kalenderjahr erzeugten Kilowattstunden und der Summe der verfügbaren Zeitstunden aus diesem Jahr. Letzteres ist also die komplette Stundenzahl eines Kalenderjahres (8.784 Stunden) abzüglich der vollen Stunden vor der erstmaligen Stromerzeugung der jeweiligen Anlage.

Erhebt der Netzbetreiber für die Rechnungsstellung eine Gebühr?

Der Netzbetreiber darf seine Zahlungsverpflichtung weder von einem Vertrag noch von der Entrichtung sonstiger Entgelte abhängig machen. Laut dem EEG muss der Netzbetreiber allerdings erst zahlen, sobald er Kenntnis von seiner Zahlungsverpflichtung hat.

  • Hintergrund: EEG (2021) § 19 Zahlungsanspruch

(1) Betreiber von Anlagen, in denen ausschließlich erneuerbare Energien oder Grubengas eingesetzt werden, haben für den in diesen Anlagen erzeugten Strom gegen den Netzbetreiber einen Anspruch auf die Marktprämie nach § 20 EEG, eine Einspeisevergütung nach § 21 Absatz 1 Nummer 1, 2, 3 oder einen Mieterstromzuschlag nach § 21 Absatz 3

(2) Der Anspruch nach Absatz 1 besteht nur, soweit der Anlagenbetreiber für den Strom kein vermiedenes Netzentgelt nach § 18 Absatz 1 Satz 1 der Stromnetzentgeltverordnung in Anspruch nimmt.

(3) Der Anspruch nach Absatz 1 besteht auch, wenn der Strom vor der Einspeisung in ein Netz zwischengespeichert worden ist. In diesem Fall bezieht sich der Anspruch auf die Strommenge, die aus dem Stromspeicher in das Netz eingespeist wird. Die Höhe des Anspruchs pro eingespeister Kilowattstunde bestimmt sich nach der Höhe des Anspruchs, die bei einer Einspeisung ohne Zwischenspeicherung bestanden hätte. Der Anspruch nach Absatz 1 besteht auch bei einem gemischten Einsatz mit Speichergasen. Die Sätze 1 bis 4 sind für den Anspruch nach Absatz 1 Nummer 3 entsprechend anzuwenden.

Wann und in welcher Höhe muss der Netzbetreiber Abschlagszahlungen leisten?

Der Netzbetreiber ist vom EEG 2021 dazu angehalten, monatlich Abschläge zu zahlen. Diese Verpflichtung erstreckt sich auf die Marktprämie ebenso wie auf die Einspeisevergütung.

  • Hintergrund: EEG (2021) § 26 Abschläge und Fälligkeit

(1) Auf die zu erwartenden Zahlungen nach § 19 Absatz 1 sind monatlich jeweils zum 15. Kalendertag für den Vormonat Abschläge in angemessenem Umfang zu leisten. 2Wird die Höhe der Marktprämie nach Anlage 1 Nummer 4 anhand des Jahresmarktwertes berechnet, können die Abschläge für Zahlungen der Marktprämie anhand des Jahresmarktwertes des Vorjahres bestimmt werden. Zu hohe oder zu niedrige Abschläge sind mit der Endabrechnung im jeweils folgenden Kalenderjahr auszugleichen oder zu erstatten.

(2) Der Anspruch nach § 19 Absatz 1 wird fällig, sobald und soweit der Anlagenbetreiber seine Pflichten zur Übermittlung von Daten nach § 71 erfüllt hat. 2Satz 1 ist für den Anspruch auf monatliche Abschläge nach Absatz 1 erst ab März des auf die Inbetriebnahme der Anlage folgenden Jahres anzuwenden.

Weitere praxisrelevante Fragestellungen sind in Bearbeitung und werden fortlaufend aktualisiert. Weitere Hilfestellung finden Sie auch in unserer Photovoltaik Checkliste.

FAQ Abrechnung mit dem Netzbetreiber

Können Anlagenbetreiber den Netzbetreiber für die Abrechnung frei wählen?

Nein, der Netzbetreiber ist nicht frei wählbar, weil jeder Übertragungsnetzbetreiber einem bestimmten Gebiet in Deutschland zugeteilt ist. Somit bestimmt der Wohnort, mit welchem Netzbetreiber die Photovoltaik abgerechnet wird.

Müssen Anlagenbetreiber einen Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber abschließen?

Nein: Laut EEG gibt es keine gesetzlich festgelegte Notwendigkeit laut EEG, einen Einspeisevertrag zwischen Anlagenbetreiber und Netzbetreiber zu schließen.

Können Anlagenbetreiber Verzugszinsen gegenüber dem Netzbetreiber geltend machen, wenn dieser mit der Zahlung der der Einspeisevergütung im Rückstand ist?

Grundsätzlich ja: Laut der Clearingstelle EEG haben PV-Anlagenbetreiber Anspruch auf Zahlung von Verzugszinsen, wenn sie einen fälligen Anspruch auf Vergütungszahlung, Förderung oder Abschlagszahlung haben, der Netzbetreiber diesem nicht nachkommt und sonstige zivilrechtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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