Markttrends in der Photovoltaik-Branche

8. November 2022
Mit dem DAA SolarIndex (ehemals SolarContact-Index) haben Solarteure und das Photovoltaik-Handwerk eine Prognose zur Hand, um Tendenzen für künftige Auslastungs-Volumina abzuschätzen. Der Index zeigt auf der Basis von mehreren zehntausend Photovoltaik-Anfragen, wie die derzeitige Nachfrage am Photovoltaik-Markt zu bewerten ist.
Gina  Doormann
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Was ist der DAA SolarIndex (ehemals SolarContact-Index)?

Der DAA SolarIndex ist ein Stimmungsbarometer für die Investitionsfreudigkeit in kleine und mittelgroße Photovoltaikanlagen. Damit liefert der DAA SolarIndex als Konsumklimaindex Daten für den deutschen Photovoltaik-Markt der gesamten PV-Branche sowie den Stromspeicher-Markt. Er bildet zudem das Konsumklima im Zusammenhang mit (energie-)politischen Ereignissen ab. Insbesondere Solarteure, Installationsbetriebe und Großhändler erhalten interessante Anhaltspunkte zum Geschehen auf dem Photovoltaik-Markt. DAA veröffentlicht den DAA SolarIndex quartalsweise. Weiterhin entstehen bei besonderen Entwicklungen Pressemitteilungen auf Basis der erhobenen Daten.

Hausdach mit Photovoltaik vor einem blauen Himmel mit Vögeln im Sonnenschein.Photovoltaik liegt im Trend. Der DAA SolarIndex zeigt, wie sehr. | Bildquelle: AdobeStock_MAXSHOT_PL

Erhoben wird der DAA SolarIndex von DAA aus Hamburg. DAA ist einer der größten deutschen Online-Dienstleister und Portalbetreiber für regenerative Energietechnik und ist auf Anfragen zu den Themen Photovoltaik, Heiztechnik, Sanierung und Energieeffizienz spezialisiert. DAA bildet die Schnittstelle zwischen lokalen Fachbetrieben und Interessenten (w/m/d), die im Internet nach Angeboten für Handwerksleistungen und Sanierungsmaßnahmen suchen. Monatlich wertet DAA den Bedarf nach Solar- und Heizungssystemen aus und veröffentlicht Einblicke in den Markt. Deutschlandweit vermittelt das Unternehmen jeden Monat mehrere tausend Anfragen von privaten und gewerblichen Interessenten (w/m/d) an Solarteure und das SHK-Handwerk.

Wie kommt der DAA SolarIndex zustande und welche Aussagen trifft er?

Aus der Gesamtheit der registrierten Anfragen für Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen zwölf Monaten wird das durchschnittliche Anfragevolumen eines Monats errechnet, indexiert und dem tatsächlichen PV-Zubauvolumen laut Bundesnetzagentur eines jeden Monats gegenübergestellt. Aus dieser Gegenüberstellung lassen sich – auch vor dem Hintergrund politischer Entwicklungen – Tendenzen bei der Investitionsentscheidung in Photovoltaikanlagen ablesen. Bei den Indexwerten bedeutet ein Wert über 100 einen überdurchschnittlichen und ein Wert unter 100 einen unterdurchschnittlichen Trendverlauf.

1. Wie entwickelt sich der Markt? Zieht die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen eher an, stagniert sie oder geht sie zurück? Wie entwickeln sich die Photovoltaik Kosten und die Förderkulisse? Auf was für eine künftige Situation am PV-Markt deutet der aktuelle Trend möglicherweise hin?

-> insbesondere interessant für das Photovoltaik-Handwerk

2. Die Zahlen im DAA SolarIndex können Solarteure bei der Abschätzung ihrer künftig benötigten Volumen hinsichtlich betrieblicher und personeller Auslastung unterstützen.

-> insbesondere interessant für die Personalplanung, Lagerhaltung und Monteure

3. Wie wird sich der Photovoltaik-Zubau in Deutschland entwickeln? Welche Tendenz werden Zubau- und Meldezahlen künftig angesichts der aktuellen Nachfrage am Markt zeigen?

-> insbesondere interessant für politische Entscheider und Prognosen zum Anlagenzubau

DAA SolarIndex Q3 2022

Hamburg, den 08.11.2022. Laut dem DAA SolarIndex stand das dritte Quartal 2022 ganz im Zeichen der steigenden Nachfrage nach Stromspeichern und des Zubaus von Photovoltaik. Denn die Zubauzahlen der Bundesnetzagentur steigerten sich von Juli bis September um 54 Indexpunkte auf 170.

DAA SolarIndex Q3 2022DAA SolarIndex Q3 2022 | Bildquelle: DAA GmbH

Eine parallele Entwicklung weisen die Anfragen bei DAA nach PV-Speichern auf. Hier gab es von Juli bis September ebenfalls eine kontinuierliche Steigerung um insgesamt 51 Indexpunkte. Im zweiten Quartal 2022 hatte es keine so stringente Steigerung der Nachfrage nach Stromspeichern gegeben. Eine mögliche Erklärung für die Nachfrageentwicklung im dritten Quartal könnten die in diesem Zeitraum rapide gestiegenen Strompreise sein. Laut dem Vergleichsportal Verivox seien die Strompreise pro Kilowattstunde von Juli bis September um rund 13 Cent gestiegen. Das könnte den Wunsch nach einem höheren Eigenverbrauch von selbst erzeugtem, günstigerem, Solarstrom erklären. Denn das Einsparpotenzial wird mithilfe eines Batteriespeichers umso höher.

Interesse an PV-Anlagen im dritten Quartal konstant

Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen lag im dritten Quartal recht beständig um die Index-Marke von 100, mit einer sehr leichten Abwärtsbewegung von 98 auf 95 Indexpunkte. Hiermit korrelieren die steigenden Zubauzahlen: augenscheinlich ein Nachholeffekt zu den sehr hohen Photovoltaik-Nachfragezahlen im ersten Quartal 2022.

Das weiterhin konstante bis wachsende Interesse an Photovoltaikanlagen und an Speichern bei DAA passt insgesamt zum aktuellen Geschäftsklimaindex (GKI) des Bundesverband Solarwirtschaft e. V. für denselben Zeitraum. Demnach sei die Geschäftslage von Solar-Unternehmen überwiegend als sehr gut bezeichnet worden.

Dass ab August die höheren Vergütungssätze für die Einspeisung von Solarstrom galten, spiegelt sich zwar nicht in einem sofort deutlich höheren Anfragevolumen im August und September 2022 wider. Im Vergleich zu Vorjahresentwicklungen ist die Nachfrageentwicklung nach Photovoltaikanlagen zwischen August und September in diesem Jahr aber stabil: Denn von 2017 bis 2020 etwa war ein Nachfragerückgang üblich.

Es bleibt weiterhin abzuwarten, welchen Einfluss die am 14. September im Rahmen des Jahressteuergesetz 2022 beschlossenen Steuererleichterungen sowie der Bürokratieabbau für kleine PV-Anlagen haben werden. Denn die entfallende Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent bedeutet schließlich, ab 2023 eine Photovoltaikanlage zum Nettopreis kaufen zu können, ohne erst aufwändig auf die Kleinunternehmerregelung verzichten zu müssen. Weiterhin attraktivitätssteigernd könnte auch die geplante Ertragssteuerbefreiung für Einnahmen aus dem Betrieb von PV-Anlagen bis zu 30 kW Nennleistung sein.

Geändertes Nachfrageverhalten ab Quartal vier erwartet

Die künftige Entwicklung rund um Energiesysteme am Eigenheim könnte aufgrund verschiedener Markteinflüsse künftig aber auch anders aussehen: „Wir erwarten bereits ab dem kommenden Quartal ein verändertes Anfrageverhalten. Darauf weisen mehrere Entwicklungen hin: Zunächst wird eine Baufinanzierung durch den Zinsanstieg deutlich teurer und die zu erwartende Leitzinsentwicklung nährt diesen Trend weiter. Damit wird die Kreditaufnahme für Sanierungen rund um Haus, Heizung und Stromversorgung zunächst unattraktiver für Eigenheimbesitzer.

Weiterhin sinkt der Strompreis am Markt laut Daten von FirstEnergy kontinuierlich und fällt als Treiber von Investitionsentscheidungen, vor allem für PV-Anlagen, im privaten Sektor gegebenenfalls auch weniger ins Gewicht. Ein weiterer Einfluss ist die gesunkene BEG-Förderhöhe. Die letzten Aspekte, die unserer Erwartung nach insgesamt dämpfend wirken könnten, sind Lieferengpässe und der andauernde Fachkräftemangel“, erläutert DAA-Geschäftsführer Rolf Steingrube die Aussichten ab dem vierten Quartal 2022.

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DAA SolarIndex Q2 2022

Hamburg, den 19.08.2022. Als Fortsetzung des steilen Nachfrage-Anstiegs aus dem Ende des ersten Quartals erreichte die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen bei DAA im April einen Höchststand: Im Vergleich zum April 2021 stiegen die Anfragen im April 2022 um rund 126 Prozent an.

DAA SolarIndex zweites Quartal 2022Auch im 2. Quartal 2022 ist das Interesse an PV-Anlagen überaus hoch. | Bildquelle: DAA GmbH

Nachfrage nach Batteriespeichern schwankt auf sehr hohem Niveau

Auch das Interesse an Stromspeichern hielt im April zunächst das sehr hohe Niveau, um zum Mai hin rund 40 Indexpunkte zurückzugehen – bei einem noch immer sehr starken absoluten Wert. Die Entwicklung von PV-Anfragen und Speicher-Anfragen verlief im April und Mai nahezu parallel. Von Mai bis Juni stieg jedoch die Nachfrage nach PV-Speichern leicht um vier Indexpunkte, während sie für Photovoltaikanlagen um vier Indexpunkte sank.

Ob das erste, medial forcierte, Interesse an alternativer, regenerativer Stromerzeugung bis zum April zunächst gestillt war oder ob eine gewisse Gewöhnung an die energiepolitischen Herausforderungen sowie die außenpolitischen Spannungen eingetreten sind und zum relativen Rückgang der Nachfrage geführt haben, kann nur gemutmaßt werden.

Ein weiterer möglicher Grund für das etwas geringere Interesse an Alternativen zum Netzstrom könnte der vorläufige leichte Rückgang der Stromkosten im Mai sein: Laut dem Vergleichsportal Verivox sanken die Kosten pro Kilowattstunde Strom zwischen April und Mai leicht von rund 43,42 Cent auf 39,3 Cent.

„Obwohl es im zweiten Quartal 2022 Schwankungen in der Nachfrage nach Photovoltaikanlagen und Speichern gibt, muss nochmals betont werden, dass es sich um Bewegungen auf allerhöchstem Level handelt. Trotz leichter Rückgänge in der Anfrage übertrifft diese den Vorjahreszeitraum bei Weitem“, sagt Rolf Steingrube, einer der Geschäftsführer der DAA GmbH.

Der tatsächliche Zubau an Photovoltaik pendelt sich laut Bundesnetzagentur im zweiten Quartal 2022 auf Werte zwischen 517.792 kW im April und 573.807 kW im Juni ein. Dass auf die sehr hohe Nachfrage im April kein ebenso hoher Zubau folgt, könnte eventuell Lieferengpässen und Fachkräftemangel im Handwerk geschuldet sein.

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DAA SolarIndex Q1 2022

Zwischen Februar und März 2022 hat DAA im quartalsweise erstellten SolarIndex eine ungewöhnlich stark wachsende Nachfrage nach PV-Anlagen und Speichern festgestellt. Die Steigerung ist direkt nach dem saisontypischen Rückgang beziehungsweise der Stagnation im Februar erkennbar.

DAA SolarIndex Q1 2022Indexierte Entwicklung der Anfragen nach PV-Anlagen und Speichern sowie Zubauzahlen Q1. | Grafik: DAA

Das starke Wachstum zwischen Februar und März wird besonders im Vergleich mit den Vorjahren deutlich: Während es bei Photovoltaik 2021 noch 43 Prozent betrug, steigerte sich das Wachstum 2022 hingegen um 73 Prozent. Zum Vergleich: 2020 war zwischen Februar und März ein Negativwachstum von -9 Prozent zu verzeichnen.

Den deutlichsten Sprung machte 2022 allerdings die Nachfrage nach Batteriespeichern: Hatte sie 2021 noch eine negative Entwicklung von -26 Prozent zwischen Februar und März zu verzeichnen, betrug 2022 der Anstieg zwischen diesen Monaten hingegen ganze 127 Prozent.

2020

2021

2022

Wachstum zwischen Februar und März von:

PV-Anlagen

-9 %

43 %

73 %

PV-Speicher

6 %

-26 %

127 %

Auch die von der Bundesnetzagentur registrierten Zubauzahlen wiesen zwischen Februar und März 2022 einen starken Anstieg auf: Im Februar wurden 427.585 Kilowatt zugebaut und im März 731.329. Das ist ein Wachstum von rund 71 Prozent – was der Höhe der Anfragezahlen nach PV-Anlagen bei DAA in diesem Zeitraum ähnelt.

Daraus lässt sich ableiten, dass die Nachfrage und die tatsächlich ausgeführten Installationen von Photovoltaikanlagen sich in etwa die Waage halten. Was zudem heraussticht, ist die starke Steigerung des Zuwachses an Anfragen nach PV-Speichern zwischen Februar und März 2022. Weiterhin zeigt die Entwicklung, dass das Interesse an einer Steigerung des Autarkiegrades und einer einhergehenden Erhöhung des Eigenverbrauchs deutlich gewachsen ist. Eine Ursache können die immens gestiegenen Strompreise sein, die den Wunsch nach Unabhängigkeit von großen Stromversorgern und externen Markteinflüssen verstärkt haben.

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Wir haben Daten zum (ehemaligen) SolarContact-Index seit 2012 archiviert. Sie haben Interesse an Daten eines bestimmten Zeitraums? Dann kontaktieren Sie uns unter presse@daa.net. Wir senden Ihnen die angefragten Zahlen dann gerne zu.

Als Fachbetrieb können Sie sich kostenfrei im Firmenbereich der DAA registrieren, um von Informationsvorteilen durch den DAA SolarIndex zu profitieren. Journalisten finden unsere Daten weiterhin als Pressemitteilungen aufbereitet auf der DAA-Presseseite.

FAQ rund um PV-Trends

Ist Photovoltaik die Zukunft?

Laut Wissenschaftlern muss Photovoltaik mindestens eine jährliche Wachstumsrate von 30 Prozent haben, um einen signifikanten Beitrag zur weltweiten Stromerzeugung zu leisten.

Ist eine PV-Anlage rentabel?

Ja. Neben dem Klimaaspekt ist eigener Sonnenstrom im Vergleich mit den stetig steigenden Kosten für Netzstrom rentabel und damit sinnvoll. Mit jeder selbst erzeugten und verbrauchten Kilowattstunde Strom können rund 50 Prozent an Kosten eingespart werden.

Wie viele PV-Anlagen pro Jahr?

Laut BSW Solar wurden 2021 rund 240.000 Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 5,3 Gigawatt neu installiert. Davon wurden 41 Prozent auf Eigenheimen montiert.

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