Mieterstrom: preiswerter Solarstrom für Mieter & Vermieter

Viele Eigenheimbesitzer versorgen sich schon lange mit kostenlosem und klimafreundlichem Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage. Auch Mieter und Vermieter können von den Vorzügen des PV-Stroms profitieren - mit Mieterstrom. Was genau das ist und welche verschiedenen Mieterstrommodelle und Anbieter es gibt, erfahren Sie in diesem Ratgeber zum Mieterstrom. Neben den Kosten und den Fördermöglichkeiten nehmen wir auch die Mieterstrom-Abrechnung für Sie unter die Lupe.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Ratgeber Mieterstrom: Mieterstrommodelle, Kosten, Förderung und Anbieter

Inhaltsübersicht und Schnellnavigation:

Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern, Norderney, Foto: Kara – stock.adobe.com

Was ist Mieterstrom?

Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sind Sie unabhängiger vom Energieversorger – nicht nur als Bewohner eines Eigenheims, sondern auch als Mieter oder Vermieter. Unter Mieterstrom versteht man die Möglichkeit, als Mieter Solarenergie zu nutzen, die auf dem Dach des Wohnhauses bzw. von einer PV-Anlage im eigenen Wohnquartier produziert wird. Aus diesem Grund spricht man auch von „Quartierstrom“. Wichtig dabei ist, dass der Strom direkt verbraucht wird, ohne vorher ins öffentliche Stromnetz eingespeist zu werden.

Beim Mieterstrom handelt sich um ein Konzept zur dezentralen Stromversorgung von vermieteten Immobilien mit regenerativen Energien. Der Strom wird direkt vom Dach und ohne Netzdurchleitung geliefert und verbraucht.

Aufgrund der sinkenden Einspeisevergütung rechnet es sich für Vermieter, die eine Photovoltaikanlage auf dem Mietshaus haben, immer weniger, den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Deutlich wirtschaftlicher gestaltet es sich, den Solarstrom an die Mieter weiterzugeben und direkt zu verbrauchen. Dabei bietet das Mieterstrommodell Vorteile für beide Parteien:

  • Für den Vermieter erhöht sich die Wirtschaftlichkeit seiner Photovoltaikanlage - er kann den Solarstrom an Mieter verkaufen und profitiert vom staatlich geförderten Mieterstromzuschlag.
  • Der Mieter bekommt einen günstigen Stromtarif, der per Gesetz maximal 90 Prozent des jeweils gültigen Grundversorgertarifs ausmachen darf.

Mieterstrom bedeutet oftmals also eine finanzielle Win-win-Situation für Vermieter und Mieter.

Gut zu wissen: Als Mieter sind Sie keinesfalls verpflichtet, einen Mieterstromvertrag zu unterzeichnen. Sie dürfen Ihren Stromanbieter immer frei wählen!

Die Befürchtung, dass die PV-Anlage nicht ausreichend Strom produziert, muss der Mieter dabei nicht haben. Denn:

  • Produziert die Photovoltaikanlage weniger Strom, als der bzw. die Mieter benötigen, wird der restliche Strombedarf durch das öffentliche Stromnetz geliefert.
  • Produziert die Photovoltaikanlage mehr Strom, als die Mieter benötigen, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Solarstrom und Netzstrom werden in einem Mieterstromtarif zusammengefasst – für den Mieter bedeutet das keinen Aufwand und er ist immer mit Strom versorgt.

Mieterstrom funktioniert also immer nur durch den Zusammenschluss von Mieter, Vermieter und Stromanbieter.

Gut zu wissen: Generell funktioniert das Mieterstrom-Konzept nicht nur mit Photovoltaikanlagen, sondern auch mit anderen Techniken, wie zum Beispiel einem eigenen Blockheizkraftwerk (BHKW). In diesem Ratgeber geht es aber ausschließlich um Mieterstrom auf Basis von Photovoltaik.

Welches Mieterstrommodell ist möglich?

Um Mieterstrom zu ermöglichen hat der Vermieter verschiedene Möglichkeiten. Er kann in der Regel zwischen zwei unterschiedlichen Mieterstrommodellen wählen.

1. Mieterstrom-Enabling

Bei diesem Mieterstrom-Modell betreibt der Vermieter die Photovoltaikanlage selbst und trägt auch die Kosten der Photovoltaikanlage. Er übernimmt die Rolle des Stromlieferanten und kann den Solarstrom an Mieter verkaufen – sofern die Mieter den Mieterstrom in Anspruch nehmen wollen. Das Mieterstrom-Enabling setzt nicht nur ein gewisses Investitionsbudget für die Anlage, sondern auch das nötige Know-How voraus. Ganz auf sich allein gestellt ist der Vermieter dabei nicht, denn er muss mit einem Energieversorger zusammenarbeiten, um den Strombedarf zu 100% decken zu können.

Vorteile des Mieterstrom-Enablings

Nachteile des Mieterstrom-Enablings

+ Der Vermieter profitiert von den Förderungen (Mieterstromzuschlag und Einspeisevergütung).

+ Der Vermieter kassiert die Stromkosten.

+ Mieter können den günstigen, lokalen Solarstrom nutzen.

+ Die Immobilie gewinnt durch die Photovoltaikanlage in der Regel an Marktwert.

– Der Vermieter muss die PV-Anlage finanzieren und sich um alle Aufgaben (Betrieb, Wartung, Strom-Vermarktung etc.) kümmern.

– Der Vermieter trägt das Risiko, dass seine Mieter den Mieterstrom nicht in Anspruch nehmen.

– Der Vermieter muss alle rechtlichen und energiewirtschaftlichen Anforderungen erfüllen. Das setzt ein gewisses Know-how voraus.

Genauere Informationen zu den wirtschaftlichen Aspekten einer Solarstromanlage finden Sie in unserem Artikel "Ertrag und Rendite einer Photovoltaikanlage".

2. Mieterstrom-Contracting

Dieses Mieterstrom-Modell wird auch als Photovoltaik-Contracting bezeichnet und stellt für den Vermieter die unkomplizierteste Variante dar. Denn der Vermieter muss gar nicht selber eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren. Stattdessen hat er die Möglichkeit, die Dachfläche zu verpachten. In diesem Fall übernimmt ein sogenannter „Mieterstrom-Contractor“, meist ein Energiedienstleistungsunternehmen, die Finanzierung, Installation und den Betrieb der PV-Anlage sowie die Vermarktung des Stroms.

Vorteile des Mieterstrom-Contractings

Nachteile des Mieterstrom-Contractings

+ Der Contracting-Dienstleister übernimmt die Finanzierung, die Vermarktung und alle anfallenden Arbeiten.

+ Der Vermieter geht kein Investitionsrisiko ein.

+ Mieter und Vermieter können den lokalen Solarstrom nutzen.

+ Der Vermieter erhält vom Contractor eine Pacht.

– Der Vermieter erhält keine öffentliche Förderung (Mieterstromzuschlag bzw. Einspeisevergütung).

– Die Vertragslaufzeit ist vergleichsweise lang.

– Die finanziellen Vorteile für die Mieter fallen in der Regel niedriger aus.

Kosten-Check: Rechnet sich Mieterstrom?

Keine Frage: Für die Umwelt lohnt es sich, in klimafreundliche, erneuerbare Energien und somit in Photovoltaik-Anlagen und Solarstrom zu investieren. Gerade auf großen Mietshäusern stehen große Dachflächen zur Verfügung, die – effizient für Photovoltaik genutzt – einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten könnten. Aus diesem Grund soll PV Mieterstrom ausgebaut und gefördert werden.

Aber rechnet sich dieses Modell finanziell für Vermieter und Mieter? Um diese Frage beantworten zu können, gilt es zu differenzieren zwischen Mieter, Vermieter als Dachflächen-Verpächter (Contracting-Modell) sowie Vermieter als Solarstrom-Lieferant (Enabling-Modell).

Mieter

Vermieter (mit Contracting-Mieterstrom-Modell)

Vermieter (mit Enabling-Mieterstrommodell)

Einnahmen und Förderungen

/

  • Pacht
  • Sonderfall „Lieferkettenmodell“: Ist der Vermieter Besitzer der PV-Anlage, hat aber einen Contracting-Dienstleister mit der Stromlieferung beauftragt, erhält der Vermieter dennoch den Mieterstromzushlag
  • Stromkosten der Mieter
  • Mieterstromzuschlag (bei Erfüllung aller gesetzlichen Voraussetzungen)
  • Einspeisevergütung für den nicht verbrauchten, eingespeisten Solarstrom
  • Ausgaben

    Stromkosten je nach Verbrauch, ABER: Mieterstrom muss 10 Prozent günstiger sein als der Grundversorgungstarif.

    /

    • Anschaffungskosten für die PV-Anlage
    • Kosten für Zähler etc.
    • Kosten für Abrechnung/Buchhaltung
    • EEG-Umlage

    Vertragsbindung

    Vertragslaufzeit: max. 12 Monate; der Mieterstromvertrag endet immer mit dem Ende des Mietverhältnisses

    • Der Mieter schließt den Mieterstromvertrag mit dem Contractor und NICHT mit dem Vermieter ab.
    • Die Vertragslaufzeit zwischen Vermieter und Contracting-Dienstleister beträgt in der Regel 10 bis 20 Jahre.
  • Der Mieter schließt den Mieterstromvertrag direkt mit dem Vermieter ab.
  • Der Vermieter schließt außerdem einen Reststromvertrag mit einem Stromhändler/Energieversorger ab.
  • Gut zu wissen: Für Mieter lohnt sich Mieterstrom nicht zwangsläufig, denn viele Stromanbieter liegen mit ihrem Stromtarif ebenfalls deutlich unter dem Grundversorgungstarif. Unser Tipp: Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter lohnt sich, um das beste Angebot zu ermitteln.

    Was ist der Mieterstromzuschlag? Wie hoch ist er?

    Der Mieterstromzuschlag ist eine Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), die den Mieterstrom für Vermieter attraktiver gestalten soll. Mehrkosten, zum Beispiel für den Mess- und Abrechnungsaufwand, sollen so ausgeglichen werden. Der Mieterstromzuschlag setzt – anders als die Einspeisevergütung – keine Netzeinspeisung voraus. Er gilt für die Dauer von 20 Jahren.

    Der Mieterstromzuschlag wurde im Juli 2017 eingeführt. Die Konditionen wurden aber durch das EEG 2021 noch einmal angehoben. Der Mieterstromzuschlag für neue Anlagen beträgt nun

    • 3,79 Cent pro Kilowattstunde bei einer installierten Leistung von bis zu einschließlich 10 Kilowatt
    • 3,52 Cent pro Kilowattstunde bei einer installierten Leistung von bis zu einschließlich 40 Kilowatt
    • 2,37 Cent pro Kilowattstunde bei einer installierten Leistung von bis zu einschließlich 750 Kilowatt

    EEG: Welche gesetzlichen Regelungen gibt es zum Mieterstrom (PV)?

    Mieterstrom ist kein ganz neues Thema - bereits mit dem Mieterstromgesetz im Jahr 2017 wurde diese Möglichkeit geschaffen. Sie wird allerdings noch lange nicht in dem Umfang genutzt, wie der Bund es sich wünschen würde. So waren 2020 deutschlandweit gerade einmal Mieterstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 13,9 Megawatt installiert. Die staatlichen Fördermittel hätten jedoch für 500 Megawatt (pro Jahr) gereicht. Mit den aktuellen Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 (EEG 2021) soll die Umsetzung von Mieterstromprojekten jetzt deutlich attraktiver werden. Der Gesetzgeber hat seine Vorgaben aus dem Mieterstromgesetz in mehreren Punkten angepasst, um den Klimaschutz und die Nutzung Erneuerbarer Energien stärker voranzutreiben:

    1.Der Mieterstromzuschlag wurde erhöht: Er ist nun völlig unabhängig von der Einspeisevergütung. Voraussetzung ist, dass die Anlage bei der Bundesnetzagentur registriert ist und allen Anforderungen entspricht.

    2.Regelungen zur Anlagenzusammenfassung wurden gelockert: Wurden benachbarte Solaranlagen bis Ende 2020 bisher zusammengerechnet, zählt seit Januar 2021 jede Solaranlage für sich. Das ist deshalb ein Vorteil, weil kleine Anlagen mit wenig Leistung mehr Förderung erhalten als große Anlagen mit viel Leistung.

    3.Mieterstrom wird zum Quartierstrom: Quartierslösungen ermöglichen die Nutzung von Mieterstrom in Gebäuden, die nicht selber eine PV-Anlage haben, sondern sich nur in dem Umfeld einer Anlage befinden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Vermieter ihren Mieterstrom nun unter bestimmten Voraussetzungen ins ganze Quartier liefern können.

    4.Das neu eingeführte Lieferkettenmodell erleichtert die Inanspruchnahme des Mieterstromzuschlags: Wenn der Vermieter Besitzer der Solaranlage ist, aber einen Dienstleister mit den Aufgaben der Stromvermarktung beauftragt, hat der Vermieter seit 2021 dennoch Anspruch auf den Mieterstromzuschlag.

    Achtung: Die Änderungen im EEG 2021 beziehen sich nur auf Mieterstromanlagen, die nach dem 1.1.2021 in Betrieb gegangen sind.

    Wie wird Mieterstrom abgerechnet?

    Zwischen Mieter und Anlagenbetreiber (Vermieter oder Contractor) bzw. Mieterstromlieferant (im Falle des Lieferkettenmodells) wird ein Mieterstromvertrag abgeschlossen. Dieser regelt nicht nur den direkt an den Mieter gelieferten Solarstrom, sondern auch den zusätzlich benötigten Strom aus dem öffentlichen Netz. Denn dieser muss dem Mieter ebenfalls über den Mieterstromlieferanten geliefert werden. Für eine reibungslose, durchgängige Stromversorgung ist es demnach wichtig, dass die Wohnung des Mieters sowohl ans Hausstromnetz als an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist.

    Der Mieter erhält vom Vermieter bzw. Mieterstromlieferanten eine Mieterstrom-Abrechnung, ähnlich der einer üblichen Verbrauchsabrechnung. Um diese erstellen und die exakten Stromkosten berechnen zu können, ist es wichtig, dass

    • Jede Mietpartei über einen eigenen Stromzähler verfügt.
    • Ein Zweirichtungssummenzähler installiert wird.
    • Dass Hausstromnetz und öffentliches Stromnetz durch entsprechende Stromzähler zähltechnisch miteinander verbunden sind.

    Gut zu wissen: Ein Zweirichtungssummenzähler vereint die Funktion eines Einspeisezählers sowie eines Bezugszählers. Das heißt, der Zähler misst erstens, wie viel Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird (falls der erzeugte Solarstrom nicht komplett verbraucht wird), und zweitens, wie hoch der Verbrauch von Solarstrom und Netzstrom ist.

    Welche Anbieter für Mieterstrom-Projekte gibt es?

    Vermieter, die den Solarstrom nicht selbst produzieren und vermarkten möchten, können ein Energieunternehmen für Quartierstrom beauftragen. Mittlerweile gibt es in Deutschland viele professionelle Mieterstrom-Anbieter, die Mieterstrom (PV) verkaufen. Dabei handelt es sich um klassische Energieanbieter, Stadtwerke oder auf Mieterstrom spezialisierte Anbieter.

    Je nach Mieterstromanbieter können die Mieter und Vermieter aus verschiedenen Dienstleistungspaketen und Stromtarifen wählen. Einige bekannte Anbieter sind u.a.

    • Berliner Energieagentur GmbH
    • Emondo GmbH
    • Entega Plus GmbH
    • Naturstrom AG
    • NEW Energie Niederrhein Energie und Wasser GmbH
    • Isarwatt eG
    • Polarstern GmbH
    • Solarimo GmbH
    • Solaroffensive Hamburg
    • Vattenfall Energy Solutions GmbH

    Wenn Sie nur wenig Geld oder Fläche zur Verfügung haben, können Sie auch mit einem Balkonkraftwerk Ihren eigenen Solarstrom produzieren.

    Weiterlesen zum Thema "70% Regelung"

    Erfahrungen & Fragen zum Thema Mieterstrom

    Zuschüsse für Mieterstrom?

    Gibt es Zuschuss bei dem Modell "Mieterstrom" ?
    Antwort eines Haus&Co Experten

    Die Bundesnetzagentur hat Anforderungen mal zusammengetragen, die vom Anbieter zu erfüllen sind, damit das Modell förderfähig nach EEG ist: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Verbraucher/Vertragsarten/Mieterstrom/Mieterstrom_node.html

    Dazu gehört, dass die Solaranlage max. 100 kWp Leistung hat und von dem Dach des Wohngebäudes (oder aus der Nähe stammen), wo er verbraucht wird. Der Strom muss direkt geliefert werden - nur Überschüsse, die nicht im Rahmen des Mieterstrommodells genutzt werden, dürfen eingespeist werden. Zudem muss der Mieter über den Mieterstromlieferanten den gesamten Strom erhalten (also auch den Strom, der benötigt wird und der nicht über die Solaranlage erzeugt werden kann).

    Der Strompreis ist gedeckelt und es gibt ein Vertragskopplungsverbot mit dem Mietvertrag.

    Die aktuelle Einspeisevergütung beträgt 10,48 Cent bis 10 kWp, 10,19 Cent bis 40 kWp. Ab 1.9. auf 10,33 Cent bzw. 10,04 Cent.

    Im Merkblatt des Bundesverbands Solarwirtschaft finden Sie Infos zu den Mieterstromzuschlägen: https://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/BSW_Merkblatt_MieterstromG.pdf

    "Da der Betreiber nicht nur den Mieterstromzuschlag, sondern auch einen Erlös
    aus dem Verkauf seines Stroms an die Mieter bzw. den Mieterstromanbieter erhält, bedarf es keiner Vollförderung wie im Fall der Einspeisevergütung.
    Vorgesehen ist daher, dass die Mieterstromförderung berechnet wird, indem man von der für die PV-Anlage ermittelten EEG-Vergütung einen Betrag in Höhe von 8,5 Cent je kWh abzieht. So soll eine nach der Anlagengröße gestaffelte zielgenaue Förderung erreicht werden.

    Wenn die EEG-Vergütung zukünftig aufgrund der Degression sinkt, sinkt der Mieterstromzuschlag für neue Anlagen entsprechend mit."

    PV-Anlage mit knapp 30 kW aus 2011: Selbstverbrauch auf Mieter umstellen oder nicht?

    Es ist eine vorhandene PV-Anlage mit knapp 30 kW als Volleinspeiser aus 2011 (ca 28 Cent Einspeisung) auf einem Wohngebäude Installiert. Die Abrechnung des verbrauchten Stroms aller Mieter läuft über einen einzelnen Zähler. Geplant ist eine weitere Anlage mit ca 16-17 kW, falls eine Regelung zum Eigenverbrauch bzgl. Reduzierter EEG-Umlage gesetzlich beschlossen wurde(sog. mieterstrom). Nun die Frage: macht es Sinn, die 30 kw-Anlage auf Selbstverbrauch bzw. Stromverkauf an die Mieter umzustellen oder ist es dafür zu spät? Falls die neue Anlage installiert wird, kann diese auch auf Eigenverbrauch umgestellt werden? Technisch sehr aufwendig? Beide Anlagen über einen Zähler macht meines Erachtens keinen Sinn, da die bestehende 30kw Anlage und die geplante mit 17 kW unterschiedliche Ausrichtungen hätten und für mich eine ungünstige prozentuale Aufteilung der kWh durch den VNB ergäbe. Würde dann jede Anlage einen neuen digitalen Zähler (zweirichtung) bekommen? Und wie läuft die Abrechnung wegen EEG-Umlage und Einspeisevergütung?
    Antwort von EDV-Systeme Doris Lamprecht

    Bei der Vergütung der alten Anlage würde ich diese Anlage weiter auf Volleinspeisung laufen lassen.
    Neue Anlage als Überschusseinspeisung planen, Es wird auch ein Erzeugererzähler benötigt, da Anlage
    über 10 kW/p ist, der vorhandene Zähler der alten Anlage kann dabei nicht genutzt werden, da Volleinspeisung.

    Photovoltaikstrom aus entfernter Anlage verrechnen / Mieterstrom

    Ich habe ein Mehrfamilienhaus mit 10 Mietern. Auf dessen Flachdach bietet sich eine Anlage an. Ich möchte aber nicht den Mietern den Vorteil weitergeben sondern eher selbst davon profitieren. Allerdings wohne ich 5 km vom Objekt weg. Kann ich meine Entnahmen aus dem Netz dennoch mit den Einspeisungen verrechnen oder muss das am gleichen Anschluss stattfinden? Weiterhin frage ich mich, ob so eine Anlage für die Mieter von Vorteil ist und ich als Vermieter davon profitieren kann.
    Antwort eines Haus&Co Experten

    Sie können auf dem vermieteten Haus einen Anlage errichten und diesen Strom komplett gegen eine Einspeisevergütung einspeisen. Es ist aber nicht möglich das direkt mit ihren Entnahmen aus dem Netz bei dem entfernten Haus zu verrechnen und das als Eigenverbrauch bei der PV Anlage geltend zu machen.

    Das Thema Mieterstrom ist tatsächlich recht umfangreich:

    1) Die Bundesnetzagentur hat Anforderungen mal zusammengetragen, die vom Anbieter zu erfüllen sind, damit das Modell förderfähig nach EEG ist: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Verbraucher/Vertragsarten/Mieterstrom/Mieterstrom_node.html

    2) Im Merkblatt des Bundesverbands Solarwirtschaft finden Sie Infos zu den Mieterstromzuschlägen: https://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/BSW_Merkblatt_MieterstromG.pdf

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