Tesla Powerwall

10. Juni 2021
Tesla, der US-amerikanische Vorreiter bei Elektroautos, bietet mittlerweile auch Stromspeicher für Eigenheime und Kleingewerbe an. Seine "Powerwall" vermarktet Tesla konsequent als Lifestyle-Produkt, was auch hierzulande für großes Aufstehen und eine rege Nachfrage sorgt. So ist der Speicher mittlerweile in der zweiten Gerätegeneration verfügbar. Auch die Powerwall 3 ist schon im Gespräch. Welches Potenzial hinter dem sehr guten Marketing von Tesla-Chef Elon Musk steckt, wollen wir uns hier genauer ansehen.
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
StromspeicherTesla Powerwall

Tesla Powerwall & Powerwall 2: Stromspeicher fürs Eigenheim

Die Tesla Powerwall ist ein AC-gekoppelter Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen. Das heißt, der Speicher wird im Wechselstromkreis des Hausnetzes angeschlossen – was die Nachrüstung bei bestehenden PV-Anlagen recht einfach gestaltet. Der Wechselrichter ist bereits in dem All-in-One-Gerät integriert. Mit dem einphasigen Wechselrichter können Sie bei einem Stromausfall sogar selbst nachladen – mithilfe des "Tesla Powerwall Backup Gateway 2". Ein weiterer Vorteil: Die Powerwall 2 kann grundsätzlich mit jeder Photovoltaikanlage verbunden werden. Der Tesla Stromspeicher für ein Haus kann dabei sowohl zeitgleich mit einer neuen PV-Anlage installiert als auch zu einer bestehenden Solaranlage hinzugefügt werden.

Bedingte Modularität

Bei beiden Gerätegenerationen ist auffällig, dass die Tesla Powerwall mit einer recht "starren" Speicherkapazität ausgeliefert wird: 6,4 kWh nutzbare Speicherkapazität bei der ersten Gerätegeneration und 13,5 kWh bei der zweiten Gerätegeneration. Erweiterbar bzw. anpassbar ist die Speicherkapazität nur, indem eine zweite Powerwall dazugeschaltet wird (bzw. bei der zweiten Gerätegeneration bis zu 9 Powerwalls, also insgesamt 10), wodurch sich die Speicherkapazität jeweils verdoppelt. Diese Intervalle sind ziemlich groß bemessen, bedenkt man die Tatsache, dass bereits viele Speicherhersteller heute modulare Systeme anbieten, bei denen sich die Speicherkapazität in vielen kleinen Schritten um wenige hundert Wattstunden anpassen lässt.

Die aktuelle Gerätegeneration: Tesla Powerwall 2

Als im Februar 2016 die Auslieferung der Powerwall in Deutschland anlief, kündigte Tesla Chef Elon Musk bereits die nächste Generation an: die Powerwall 2. Diese kam 2017 auf den deutschen Markt und löste die Powerwall 1 ab.

Bildquelle: © Tesla Motors, Inc.

Die Powerwall 2 hat laut Tesla eine verdoppelte Energiedichte im Vergleich zur ersten Generation. Auch der Batteriewechselrichter ist, anders als beim Vorgängermodell, bereits integriert und stammt von Tesla selbst. Damit lässt sich der Speicher auch bei neu zu installierenden Photovoltaik-Anlagen von Beginn an in die Planungen mit einbeziehen und direkt installieren. Darüber hinaus lassen sich, wie bereits beschrieben, laut Tesla bis zu 10 Powerwalls zu einem Speicher zusammenschließen.

Alltagstauglichkeit

Beiden Gerätegenerationen ist gemein, dass sie über ein sehr ansehnliches, wasserfestes, staubdichtes und berührungssicheres Gehäuse gemäß Schutzklasse IP67 verfügen (keine offenen stromführenden Kabel oder große Belüftungsöffnungen). Das minimalistische Design der Powerwall von Tesla ist ein weiterer Pluspunkt: Es passt zu den verschiedensten Baustilen und Fassadengestaltungen.

Zusätzlich arbeitet die Tesla Powerwall mit einer innovativen, temperaturgesteuerten Flüssigkeitskühlung (viele Speicher werden luftgekühlt und benötigen spezifische klimatische Bedingungen), damit der Batteriespeicher unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen weltweit optimal arbeiten kann und eine hohe Lebensdauer erzielt. Auf die Wartung des Stromspeichers hat die Flüssigkeitskühlung jedoch keine Auswirkung, da Tesla davon spricht, dass die Powerwall keine Bauteile enthält, die gewartet werden müssen.

Durch diese technischen Features lässt sich der Batteriespeicher nicht nur im Keller oder Hauswirtschaftsraum unterbringen, sondern laut Tesla auch im Wohnbereich oder im Freien (z. B. in der Garage oder im Carport – oder vor dem Haus). Der generelle Einsatzbereich liegt laut Tesla zwischen -20°C und 50°C. Die Powerwall 2 arbeitet insgesamt recht leise, mit weniger als 40 Dezibel bei einem Abstand von 1 m.

Tesla Powerwall Kosten

Ansprechend ist auch der Preis: Sie können die Powerwall für 8.000 Euro inkl. MwSt. kaufen. Hinzu kommt unterstützende Hardware für 1.600 Euro. Der Gesamtpreis liegt somit bei 9.600 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Installation der Tesla Powerwall.

Kennzahlen der Tesla Powerwall

(Hier finden Sie eine Erläuterung zu den verschiedenen Kennzahlen eines Batteriespeicher.) Zum Vergleich haben wir die Daten der nicht mehr verfügbaren Powerwall 1 in der mittleren Spalte belassen. Aktuell relevant ist aber die rechte Spalte, welche die Daten zur aktuell verfügbaren Powerwall 2 beinhaltet.

Kennzahlen

Tesla Powerwall 1 (nicht mehr verfügbar)

Tesla Powerwall 2

Technologie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Nennkapazität in kWh

6,4

(staffelbar auf 12,8)

13,5

(staffelbar um jeweils 13,5 kWh auf max. 135 kWh mit 10 Powerwalls)

Entladetiefe

100%

100%

Nutzbare Speicherkapazität in kWh

6,4

13,5

max. Entladeleistung in kW

2,65 bis 3,3

4,6

Anzahl Vollzyklen

3.650

(1 Vollzyklus pro Tag 10 Jahre lang)

k. A.

Kalendarische Lebensdauer

10 Jahre Garantie

10 Jahre Garantie

Systemwirkungsgrad

(Hausnetz zur Batterie & Batterie ins Netz)

(Batterie-Wirkungsgrad ohne Wechselrichter)

89,7%

92,5%

AC-Effizienz 90 %

AC / DC gekoppelt

AC-gekoppelt

AC-gekoppelt

1 / 3-phasig

je nach Wechselrichter

1-phasig, integriert

Notstromoption

(Netztrennung im Speicherbetrieb, netzunabhängige Versorgung durch Batterie)

nachrüstbar

Schnelle Notstromumschaltung auf einer Phase

Maße (H x B x T) & Aufstellung

1.302mm x 862mm x 183mm

97 kg

Wandmontage Innen & Außen (-20°C bis 50°C)

1.150mm x 753mm x 147mm

114 kg

Boden- oder Wandmontage Innen & Außen (-20°C bis 50°C)

Einsatzbereich

Eigenheim, Kleingewerbe

Eigenheim, Kleingewerbe

Preis (inkl. MwSt)

k. A.

Stromspeicher: 8.000€

Installation und Hardware: ab 1.600€

KfW förderfähig

ja

ja

Verfügbarkeit

nicht mehr

seit 2017

Aus technischer Sicht fallen die hohe Entladetiefe (annähernd 100 %) und die hohe Entladeleistung (4,6 kW) der Tesla Powerwall positiv auf. Eine hohe Entladeleistung hat direkten Einfluss auf die Alltagstauglichkeit eines Batteriespeichers und den Autarkiegrad des gesamten Systems (Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz). Da die Powerwall 2 eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit als ihr Vorgängermodell hat, lässt sich der Eigenverbrauch noch weiter steigern. Das bedeutet Ersparnisse beim Zukauf von Netzstrom!

Werden mehrere stromintensive Geräte gleichzeitig betrieben, wie z. B. ein Bügeleisen (ca. 2.000 Watt), ein Fön (ca. 1.000 Watt) und ein Staubsauger (ca. 1.500 Watt), entsteht kurzfristig eine Spitzenlast, die der Speicher ebenfalls bedienen muss. Schafft er diese Spitzenlast von 4.500 Watt / 4,5 kW wie in unserem Beispiel nicht, so muss zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen werden. Wem an einer möglichst autarken Stromversorgung mit einem Stromspeicher gelegen ist, ist hier auf eine hohe Entladeleistung angewiesen. Und die ist mit dem Stromspeicher von Tesla in zweiter Generation gegeben. Weiterhin ist die 10-jährige Garantie als positiv hervorzuheben, die Tesla auf seine Powerwall gewährt.

Einfache digitale Steuerung der Powerwall 2

Für die Steuerung der Powerwall 2 stellt der Hersteller die Tesla App bereit. Mit ihr kann man die Energie im Haus verwalten und steuern. Es lassen sich zudem individuelle Vorgaben zur Energieunabhängigkeit sowie zum Vorgehen bei einem Stromausfall machen. Das heimische Stromsystem mit der eingebundenen Powerwall lässt sich mit der App ortsunabhängig steuern. Zudem informiert die App mit Nachrichten über den aktuellen Zustand der Powerwall.

Vertrieb in Deutschland

Tesla arbeitet in Deutschland inzwischen mit diversen Vertriebspartnern zusammen, über die das Fachhandwerk, aber auch Endkunden, die Powerwall beziehen können. Für Endkunden ist an dieser Stelle wichtig, dass der Solarteur über eine entsprechende technische Schulung verfügt, um autorisierter Verkäufer für die Powerwall sein zu dürfen. Finden Sie einen auf die Powerwall spezialisierten Solarteur in Ihrer Nähe!
Preislich ist die Tesla Powerwall sehr attraktiv, da sie ihre Wettbewerber um einige tausend Euro unterbietet. Laut Recherche wird mit dem Speicher immer auch ein Servicepaket mit verkauft, welches u. a. die Garantieabwicklung des gesamten Systems beinhaltet.

Rückblick und Ausblick

Im April 2015 hatte Tesla die Powerwall 1 erstmals offiziell angekündigt. Die Erstauslieferung war in den USA für Spätsommer 2015 angesetzt, in Deutschland sollte die Markteinführung im vierten Quartal 2015 erfolgen. Kurze Zeit nach der Ankündigung waren bereits 38.000 Vorbestellungen bei Tesla eingegangen, sodass das Unternehmen wenig später bekannt gab, bereits bis Mitte 2016 ausverkauft zu sein. Die ursprünglich anvisierten Liefertermine konnte Tesla jedoch nicht halten, weshalb in Deutschland mit der Auslieferung erst im Januar / Februar 2016 begonnen wurde.

Für die Fertigung seiner Batterien errichtete Tesla zusammen mit Panasonic ein eigenes Werk in Nevada (USA), in dem im zweiten Halbjahr 2016 die Produktion für die Powerwall 2 starten sollte. Bis zur Fertigstellung dieses Werks wurden die Batterien für die Powerwall von Panasonic hergestellt.

Seit Frühjahr 2017 ist die Powerwall 2 auf dem deutschen Markt erhältlich. Sie löste die Powerwall 1, die nun nicht mehr verfügbar ist, ab. Bereits 2020 kursieren Gerüchte um eine Markteinführung der Powerwall 3. Ein offizielles Statement von Tesla gibt es hierzu aber nicht. Die Fachwelt erwartet aber von einer Powerwall 3 nicht noch mehr Speicherkapazität, sondern vielmehr weitere intelligente Funktionen. Wir dürfen gespannt sein!

Neben der Powerwall vertreibt Tesla mittlerweile auch elektrische Großspeicher für gewerbliche Anwendungen, das sog. Tesla Powerpack. Darüber hinaus versucht Tesla, sein Angebot für die Elektrifizierung des eigenen Lebens weiter zu komplettieren und vertreibt neben Elektroautos, Wallboxen und Stromspeichern auch eigene Solardachziegel die den Strom auf dem eigenen Hausdach produzieren. Diese Technik ist jedoch in Deutschland noch wenig verbreitet, weshalb mono- und polykristalline Photovoltaik-Module derzeit noch den Bau privater Photovoltaik-Anlagen dominieren.

Wenn Sie sich für eine Tesla Powerwall interessieren, können Sie über unseren kostenfreien Vermittlungsservice eine Anfrage bei den Solarteuren in Ihrer Region stellen, ob diese die Powerwall vertreiben.

Lohnt sich ein Solarspeicher? Jetzt Solarstrom-Eigenverbrauch berechnen!

FAQ Tesla Powerwall

Was kostet die Tesla Powerwall?

Eine Powerwall kostet 8.000 Euro. Hinzu kommt die unterstützende Hardware für 1.600 Euro. Die Ausrüstungskosten für eine Tesla Powerwall betragen insgesamt 9.600 Euro inkl. Mehrwertsteuer und ohne Installationskosten.

Wie funktioniert die Tesla Powerwall?

Die Powerwall funktioniert als vollständig integrierte Wechselstrom-Batterie als wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie. Diese ist flüssigkeitsgekühlt.

Wer installiert die Tesla Powerwall?

Installationsbetriebe, die speziell auf den Einbau der Powerwall geschult sind, installieren den Stromspeicher von Tesla. Zudem bieten sie speziellen Support.

Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!

Weiterlesen zum Thema "Stromspeicher Rechner"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Tesla Powerwall

Bestehenden SolarEdge Wechselrichter SE27.6k mit Tesla Powerwall 2 koppeln

In den Kennzahlen zur Tesla Powerwall 2 steht, dass die Batterie je nach Wechselrichter 1 oder 3-phasig und AC oder DC koppelbar sei. Bisher habe ich nur Tesla Datenblätter gefunden in denen 1-phasige Tesla-Systeme beschrieben wurden. Konkret möchte ich nun wissen, ob ich einen bestehenden SolarEdge Wechselrichter SE27.6k oder zwei bestehende SE15k dreiphasig mit einer Powerwall 2 koppeln kann. Wir würden eine DC-seitige Koppelung bevorzugen. Unser Netzbetreiber bewilligt bei einer Speichergröße von 14 bis 42 KW keine 1-phasigen Speichersysteme. Falls unser Vorhaben nicht möglich ist, bitte ich Sie um einen Alternativvorschlag.
Antwort von Trimodal Energie GmbH

Ich habe schon mehrere Tesla Powerwall I mit DC-Kopplung einphasig angeschlossen, jeweils gekoppelt mit einem einphasigen SolarEdge Wechselrichter SE5000. Die genaue Konstellation für die Powerwall II gibt es noch nicht, vermutlich wird diese aber genauso angeschlossen werden. In Ihrem Fall müsste man einen Teil der vorhandenen Anlage abkoppeln, ca. 6 KW(Wichtig ist aber haben Sie einen Optimierer pro Modul, da der SE5000 sonst nicht funktioniert). Mit diesen 6 KW können Sie den SE5000 mit dem Speicher versorgen. Da man SE5000 und SE27,6 (oder auch zwei SE15K) miteinander koppeln kann, sehen Sie weiterhin die komplette Anlage. Der Speicher würde DC-seitig betrieben und nur einphasig mit max. 4,6 KW einspeisen, das muss der Energieversorger im Normallfall zulassen. Der Rest läuft weiterhin dreiphasig. Auf Wunsch können Sie den Teil der von den restlichen 21,6 KW kommen auch noch AS-seitig in den Speicher laden. Das System ist wirklich sehr durchdacht und läuft hervorragend. M. Hildenbrand - Trimodal Energie GmbH Voerde

Wann kommt der Powerwall 2 in Thüringen oder Deutschland allgemein?

Hallo ! Ich habe bei meinem Fachbetrieb einen Speicher Tesla Powerwall 2 bestellt. Nach Auskunft des Betriebs ist der Speicher nicht verfügbar. Frage : wann kann ich damit rechnen, das der Speicher hier in Deutschland ( Thüringen ) wieder geliefert werden kann ?
Antwort eines Haus&Co Experten

Das stellt sich in der Tat gerade sehr schwierig dar. Das Wirtschaftsmagazin Capital hat am 20.09. gerade darüber berichtet, dass Tesla Lieferschwierigkeiten habe. Über die Gründe kann man bislang nur spekulieren. Die Gigafactory 1 könne voll mit der Batterieproduktion für das Model 3 ausgelastet sein und eventuell habe man im Allgemeinen noch Schwierigkeiten mit der Produktion, weil man die "Synergien bei der Produktion von Autobatterien und Solarspeichern überschätzt".

Einen neuen Termin hat man bislang ebensowenig bekanntgegeben. Man vermutet, dass es vor Anfang 2018 hierzulande wohl doch noch nicht losgeht.

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Experten und Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen zum Thema Solaranlagen
Jetzt Frage stellen