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    Tesla Powerwall

    Tesla, der US-amerikanische Vorreiter bei Elektroautos, bietet mittlerweile auch Stromspeicher für Eigenheime und Kleingewerbe an. Seine "Powerwall" vermarktet Tesla konsequent als Lifestyle-Produkt, was auch hierzulande für großes Aufstehen und eine rege Nachfrage sorgt. So ist der Speicher mittlerweile in der zweiten Gerätegeneration verfügbar. Welches Potenzial hinter dem sehr guten Marketing von Tesla Chef Elon Musk steckt, das wollen wir uns hier genauer ansehen.
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    Tesla Powerwall & Powerwall 2: Stromspeicher fürs Eigenheim

    Die Tesla Powerwall ist ein AC-gekoppelter Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen. Das heißt, der Speicher wird im Wechselstromkreis des Hausnetzes angeschlossen - was die Nachrüstung bei bestehenden PV-Anlagen recht einfach gestaltet. Hierzu muss die Batterie mit einem sog. Batteriewechselrichter (Laderegler) gekoppelt werden, der die Ladung und Entladung übernimmt.

    Diesen Batteriewechselrichter liefert Tesla von Haus aus nicht mit. Er wird von den verschiedenen Anbietern, die die Tesla Powerwall mittlerweile im Programm haben, individuell mit angeboten und zu einem Paket zusammengestellt. Hauptsächlich wird der Speicher mit dem neu entwickelten SMA Sunny Boy Storage 2,5 angeboten. Es finden sich im Internet aber auch Pakete mit Ladereglern von SolarEdge oder Fronius.

    Bedingte Modularität

    Bei beiden Gerätegenerationen ist auffällig, dass die Tesla Powerwall mit einer recht "starren" Speicherkapazität ausgeliefert wird: 6,4 kWh nutzbare Speicherkapazität bei der ersten Gerätegeneration und 13,5 kWh bei der zweiten Gerätegeneration. Erweiterbar bzw. anpassbar ist die Speicherkapazität nur, indem eine zweite Powerwall dazugeschaltet wird (bzw. bei der zweiten Gerätegeneration bis zu 9 Powerwalls), wodurch sich die Speicherkapazität jeweils verdoppelt. Diese Intervalle sind ziemlich groß bemessen, bedenkt man die Tatsache, dass bereits viele Speicherhersteller heute modulare Systeme anbieten, bei denen sich die Speicherkapazität in vielen kleinen Schritten um wenige hundert Wattstunden anpassen lässt.

    Die nächste Gerätegeneration: Tesla Powerwall 2

    Als im Februar 2016 die Auslieferung der Powerwall in Deutschland anlief, kündigte Tesla Chef Elon Musk bereits die nächste Generation an: die Powerwall 2. Sie soll voraussichtlich ab Februar 2017 in Deutschland auf den Markt kommen. Den zunächst anvisierten Liefertermin Juli / August 2016 in den USA konnte Tesla bislang noch nicht einhalten.

    Bildquelle: © Tesla Motors, Inc.

    Die Powerwall 2 soll laut Tesla eine verdoppelte Energiedichte haben im Vergleich zur ersten Generation. Auch der Batteriewechselrichter soll bereits integriert sein und von Tesla selbst stammen. Bemerkenswert ist, dass es laut Tesla neben der ursprünglich AC-gekoppelten Version auch eine DC-gekoppelte Version der Powerwall 2 geben soll! Damit lässt sich der Speicher auch bei neu zu installierenden Photovoltaik-Anlagen von Beginn an in die Planungen mit einbeziehen und direkt im vorgelagerten Gleichstrom-Kreis der Photovoltaik-Anlage installieren (und nicht erst im Wechselstromkreis des Haushalts). Darüber hinaus lassen sich wie bereits beschrieben laut Tesla bis zu 9 Powerwalls zu einem Speicher zusammenschließen.

    Alltagstauglichkeit

    Beiden Gerätegenerationen ist gemein, dass sie über ein sehr ansehnliches, wasserfestes, staubdichtes und berührungssicheres Gehäuse verfügen (keine offenen stromführenden Kabel oder große Belüftungsöffnungen). Zusätzlich arbeitet die Tesla Powerwall mit einer innovativen, temperaturgesteuerten Flüssigkeitskühlung (viele Speicher werden luftgekühlt und benötigen spezifische klimatische Bedingungen), damit der Batteriespeicher unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen weltweit optimal arbeiten kann und eine hohe Lebensdauer erzielt.

    Durch diese technischen Features lässt sich der Batteriespeicher nicht nur im Keller oder Hauswirtschaftsraum unterbringen, sondern laut Tesla auch im Wohnbereich oder im Freien (z.B. in der Garage oder im Carport). Der generelle Einsatzbereich liegt laut Tesla zwischen -20°C und 50°C. Erste Praxistest haben ergeben, dass sich die Powerwall trotz ihrer ansehnlichen Optik nur bedingt für Wohnbereiche eignet, da die Flüssigkeitskühlung eine gewisse Geräuschkulisse verursacht. Auf die Wartung des Stromspeichers hat die Flüssigkeitskühlung jedoch keine Auswirkung, da Tesla davon spricht, dass die Powerwall keine Bauteile enthält, die gewartet werden müssen.

    Kennzahlen der Tesla Powerwall

    (Hier finden Sie eine Erläuterung zu den verschiedenen Kennzahlen eines Batteriespeicher.)

    Kennzahlen Tesla Powerwall Tesla Powerwall 2
    Technologie Lithium-Ionen Lithium-Ionen
    Nennkapazität in kWh 6,4
    (staffelbar auf 12,8)
    13,5
    (staffelbar um jeweils 13,5 kWh auf max. 121,5 kWh mit 9 Powerwalls)
    Entladetiefe 100% 100%
    Nutzbare Speicherkapazität in kWh 6,4

    13,5

    max. Entladeleistung in kW 2,65 bis 3,3 7
    (5kW Dauerleistung)
    Anzahl Vollzyklen 3.650
    (1 Vollzyklus pro Tag 10 Jahre lang)
    k.A.
    Kalendarische Lebensdauer 10 Jahre Garantie 10 Jahre Garantie
    Systemwirkungsgrad

    (Hausnetz zur Batterie & Batterie ins Netz)
    (Batterie-Wirkunsgrad ohne Wechselrichter)



    89,7%

    92,5%
    AC-gekoppelt: 89%
    DC-gekoppelt: 92%
    AC / DC gekoppelt AC-gekoppelt 2 Versionen: AC-gekoppelt oder DC-gekoppelt
    1 / 3-phasig je nach Wechselrichter je nach Wechselrichter
    Notstromoption
    (Netztrennung im Speicherbetrieb, netzunabhängige Versorgung durch Batterie)
    nachrüstbar ja
    Maße (H x B x T) & Aufstellung 1.302mm x 862mm x 183mm

    97 kg

    Wandmontage Innen & Außen (-20°C bis 50°C)
    1.150mm x 755mm x 155mm

    120 kg

    Boden- oder Wandmontage Innen & Außen (-20°C bis 50°C)

    Einsatzbereich Eigenheim, Kleingewerbe Eigenheim, Kleingewerbe
    Preis (inkl. MwSt) k.A. Stromspeicher: 6.000€

    Installation und Hardware: ab 1.100€
    KfW förderfähig ja ja
    Verfügbarkeit seit Februar 2016 ab Februar 2017


    Aus technischer Sicht fallen die hohe Entladetiefe (annähernd 100%) und die hohe Entladeleistung (3,3 kW bzw. 7 kW) der Tesla Powerwall positiv auf. Eine hohe Entladeleistung hat direkten Einfluss auf die Alltagstauglichkeit eines Batteriespeicher und den Autarkiegrad des gesamten Systems (Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz).

    Werden mehrere stromintensive Geräte gleichzeitig betrieben, wie z.B. ein Bügeleisen (ca. 2.000 Watt), ein Fön (ca. 1.000 Watt) und ein Staubsauger (ca. 1.500 Watt), entsteht kurzfristig eine Spitzenlast, die der Speicher ebenfalls bedienen muss. Schafft er diese Spitzenlast von 4.500 Watt / 4,5 kW wie in unserem Beispiel nicht, so muss zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen werden. Wem an einer möglichst autarken Stromversorgung mit einem Stromspeicher gelegen ist, ist hier auf eine hohe Entladeleistung angewiesen.

    Zusätzlich ist die Tesla Powerwall ein Hochvolt-Batteriesystem, das mit einer Nennspannung von 350 bis 450 Volt operiert. Die übliche, im Haushalt benötigte Netzspannung liegt bei 220 Volt. Mit diesen Leistungsdaten ist die Tesla Powerwall auch für sog. Starkstrom-Anwendungen ausgelegt.

    Weiterhin ist die 10-jährige Garantie als positiv hervorzuheben, die Tesla auf seine Powerwall gewährt. Konkret steht sie laut Unternehmensangaben für eine verbliebene Nennkapazität von mehr als 60% nach 10 Jahren Nutzung bzw. umfasst sie 18 MWh gespeicherten Strom insgesamt. Auch hinsichtlich der Zyklenzahl ("1 Vollzyklus pro Tag, 10 Jahre lang") macht Tesla technisch keine Abstriche und kommuniziert, dass mit der Powerwall keine Benachteiligungen durch Teilzyklen entstehen. So entsprächen zwei 50% Teilladezyklen einem Vollzyklus.

    Vertrieb in Deutschland

    Tesla arbeitet in Deutschland inzwischen mit diversen Vertriebspartnern zusammen, über die das Fachhandwerk aber auch Endkunden die Powerwall beziehen können. Darunter sind u.a.

    • BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH
    • G-Tec Bayern
    • IBC Solar
    • Memodo
    • Praml GmbH
    • Trianel (Stadtwerke-Kooperation)

    So bietet z.B. IBC Solar die Tesla Powerwall als installationsfertiges Komplettsystem an inklusive Batteriewechselrichter von SMA (Sunny Boy Storage) oder Fronius (Symo Hybrid). So kann der Speicher kostengünstig an bestehende und neu zu installierende Photovoltaik-Anlagen angeschlossen werden.

    Laut eigenen Aussagen hat IBC Solar in den ersten drei Monaten, seitdem die Powerwall in Deutschland verfügbar ist, mehr als 200 Systeme installiert (Stand August 2016). Für Endkunden ist an dieser Stelle wichtig, dass er Solarteur über eine entsprechende technische Schulung verfügt, um autorisierter Verkäufer für die Powerwall sein zu dürfen.

    Preislich ist die Tesla Powerwall sehr attraktiv, da sie ihre Wettbewerber um einige tausend Euro unterbietet. So spricht Tesla davon, dass die neue Gerätegeneration Powerwall 2 für etwas mehr als 7.000€ zu bekommen sein soll. Laut Recherche wird mit dem Speicher immer auch ein Servicepaket mit verkauft, welches u.a. die Garantieabwicklung des gesamten Systems beinhaltet.

    Rückblick und Ausblick

    Im April 2015 hatte Tesla die Powerwall erstmals offiziell angekündigt. Die Erstauslieferung war in den USA für Spätsommer 2015 angesetzt, in Deutschland sollte die Markteinführung im vierten Quartal 2015 erfolgen. Kurze Zeit nach der Ankündigung waren bereits 38.000 Vorbestellungen bei Tesla eingegangen, so dass das Unternehmen wenig später bekannt gab, bereits bis Mitte 2016 ausverkauft zu sein. Die ursprünglich anvisierten Liefertermine konnte Tesla jedoch nicht halten, weshalb in Deutschland mit der Auslieferung erst im Januar / Februar 2016 begonnen wurde. Im Februar 2016 waren dann auch die ersten zwei Powerwalls in bayerischen Privathaushalten installiert.

    Für die Fertigung seiner Batterien errichtet Tesla zusammen mit Panasonic ein eigenes Werk in Nevada (USA), in dem im zweiten Halbjahr 2016 die Produktion für die Powerwall 2 starten sollte. Bis zur Fertigstellung dieses Werks wurden die Batterien für die Powerwall von Panasonic hergestellt.

    Neben der Powerwall vertreibt Tesla mittlerweile auch elektrische Großspeicher für gewerbliche Anwendungen, das sog. Tesla Powerpack. Darüber hinaus versucht Tesla sein Angebot für die Elektrifizierung des eigenen Lebens weiter zu komplettieren und will neben Elektroautos und Stromspeichern in Zukunft auch eigene Solardachziegel vertreiben, die den Strom auf dem eigenen Hausdach produzieren. Diese Technik ist jedoch in Deutschland bislang nie zur Markt- oder Serienreife gekommen, weshalb mono- und polykristalline Photovoltaik-Module den Bau privater Photovoltaik-Anlagen dominieren.

    Wenn Sie sich für eine Tesla Powerwall interessieren, können Sie über unseren kostenfreien Vermittlungsservice eine Anfrage bei den Solarteuren in Ihrer Region stellen, ob diese die Powerwall vertreiben.

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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com