Amortisation von Photovoltaik

Eine Investition in Photovoltaik lohnt sich doppelt – für Ihren Geldbeutel und für die Umwelt. Denn die Anlagen erwirtschaften neben ihren Anschaffungskosten zusätzliche Renditen. Zum anderen erzeugen sie ein Vielfaches der Energiemenge, die einstmals für ihre Herstellung verbraucht wurde. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die monetäre und energetische Amortisation und den Erntefaktor von Photovoltaik.
Christian Märtel
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikWirtschaftlichkeit im ÜberblickAmortisation von Photovoltaikanlagen

Einnahmen und Betriebskosten einer Solaranlage

Die Einnahmen der Photovoltaik-Anlage ergeben sich aus:

  • Einsparungen aus Preisdifferenz zum Öffentlichen Stromversorger
  • Einspeisevergütung über die gesamte Laufzeit

Die Ausgaben für eine Solaranlage lassen sich in zwei Arten von Kosten trennen:

Einmalige Betriebskosten

  • Solarmodule, Wechselrichter, Verkabelung, Gerüst
  • Montage
  • Gebühren

Fortlaufende Betriebskosten

  • Rücklagen (Wechselrichter/Solarspeicher)
  • Stromverbrauch der Anlage
  • Wartung und Reparaturen
  • Versicherungen
  • Finanzierungskosten

Für die fortlaufenden Betriebskosten sind Rücklagen zu bilden. Dies gilt insbesondere für Wechselrichter und Solarspeicher, da eine Erneuerung dieser Anlagenteile zwar erst nach etwa 10 Jahren Betriebszeit anfällt, dann jedoch einen kostenintensiven Posten darstellt. Für die Rücklagen sind 1,5 % der Investitionskosten ansetzen. Für eine Anlage mit 4 bis 5 kWp liegen die jährlichen Betriebskosten inklusive Rücklagen bei circa 250 EUR.

Einspeisevergütung und Degression

Amortisation Die Einspeisevergütung für Solaranlagen bis 10 kWp liegt im Jahr 2020 bei 8,77 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 wurden noch 57,4 Cent pro eingespeister Kilowattstunde ausgezahlt. Die Absenkung der Einspeisevergütung erfolgt in Relation zur Zahl der in Deutschland neu installierten PV-Kapazitäten.

Die Degression beträgt regulär 0,5 Prozent, kann aber abhängig vom aktuellen Zubau mit Photovoltaikanlagen auch kleiner oder größer ausfallen. Für den Grad der Abweichung ist relevant, wie stark der Zubau von Photovoltaikanlagen von der Prognose abweicht. Trotz sinkender Einspeisevergütung lohnt sich die Investition nach wie vor.

Lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage überhaupt noch?

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich auch in unseren Breitengraden und trotz gefallener Einspeisevergütung. Moderne Solarzellen punkten mit einer effektiven Diffuslichtausbeute und tolerieren auch Abweichungen in der Süd-Ausrichtung. Durch die zunehmende Absenkung der Einspeisungsvergütung liegt der Schwerpunkt des Betreibers zunehmend auf einer günstigen Eigenversorgung mit Strom.

Darlehen aufnehmen – ja oder nein?

Eine durchschnittliche Solaranlage amortisiert sich nach elf bis dreizehn Jahren. Ein Darlehen verlängert die Amortisationszeit, da die Finanzierungskosten durch die Darlehenszinsen steigen.

Bei einer vollständigen Eigenfinanzierung entfallen zwar die Kosten für die Aufnahme eines Darlehens, dennoch ist die Amortisationszeit lang. Allerdings hat eine moderne Solaranlage eine Betriebszeit von 25 bis 30 Jahren. Durch Fördergelder lässt sich die Amortisationszeit verkürzen. Auch günstige öffentliche Kredite tragen zur Verkürzung der Amortisationszeit bei.

Ein Darlehen verlängert die Amortisationszeit, dafür wird weniger Eigenkapital gebunden. Bei niedrigen Zinssätzen, wie sie derzeit das Finanzierungsgewerbe prägen, ist die Inanspruchnahme eines Darlehens daher oft die günstigere Methode, um von günstigen Opportunitätskosten bei der Finanzierung der Anlage zu profitieren.

Monetäre Amortisation von Photovoltaik

Unter Amortisation versteht man, dass die Kosten für die Investition einer Photovoltaikanlage nach einer gewissen Zeit von den Erträgen der Anlage getilgt werden. Die Zeit, in der dies geschieht, wird Amortisationszeit genannt. Je kürzer die Amortisationszeit, desto besser ist dies für den Betreiber der Photovoltaikanlage, da früher ein Gewinn erwirtschaftet werden kann.

Die Amortisationszeit ist abhängig von der Einspeisevergütung, der Laufzeit, den Anschaffungskosten und dem Jahresenergieertrag. Ohne Aufnahme eines Kredites beträgt die Amortisationszeit der Anlage etwa 9-11 Jahre, mit Kredit und den damit verbundenen Zinsen sind es rund 13-16 Jahre.

Zum Vergleich: Eine Anlage mit 1 kWp Leistung erzielt pro Jahr einen Ertrag zwischen 850 und 1200 kWh Strom. Mit dieser Strommenge können Sie Ihre eigene Stromrechnung reduzieren bzw. den Strom mittels der Einspeisevergütung monetarisieren.


Was spricht für die Anschaffung eines Solarstromspeichers?

Auf Grund der relativ hohen Investitionskosten und der begrenzten Nutzungsdauer ist ein Solarstromspeicher individuell zu kalkulieren. Fördergelder der öffentlichen Hand schaffen neue Anreize, dennoch amortisiert sich ein Solarspeicher nur selten. Der Speicher verbessert jedoch Autarkie und Nachhaltigkeit – für viele Betreiber ein entscheidendes Motiv.

Energetische Amortisation von Photovoltaik

In der Photovoltaik, beziehungsweise im ganzen Bereich der Energietechnik, wird auch oft von der "energetischen Amortisation" gesprochen. Die energetische Amortisationszeit bezeichnet den Zeitraum, den die Photovoltaikanlage benötigt, um die gleiche Menge Energie zu erzeugen, wie die Herstellung der Photovoltaikanlage und deren Montage an Energie verbraucht hat.

Da die Herstellung der verschiedenen Arten von Photovoltaik Modulen sehr unterschiedlich ist, ist auch der Energieaufwand in der Produktion sehr unterschiedlich. Die energetische Amortisationszeit von polykristallinen Solarzellen beträgt etwa 2,5 Jahre, die von monokristallinen Solarzellen ungefähr 5 Jahre. Dünnschichtmodule erzielen aufgrund der sehr effizienten Herstellungsmethode und des geringen Rohstoffverbrauchs mit bis zu 1,5 Jahren den besten Wert.

Es lohnt sich für Betreiber einer Photovoltaikanlage, alle Verbraucher im Haushalt auf die Solaranlage abzustimmen und die Erträge mit technischen Maßnahmen zu steigern. Hierzu bieten sich drei Lösungen an:

1. Energiemanager

Dieses Gerät erstellt Erzeugungsprognosen und optimiert den Eigenverbrauch durch eine smarte Ansteuerung der elektrischen Verbraucher im Haus. Mit dem Energiemanager lässt sich der Eigenverbrauch oft um 30 Prozent steigern. Der Energiemanager zählt aus diesen Gründen zur Standardausstattung einer modernen Solaranlage.

2. Smart Home

Auch beim Smart Home geht es um Energiemanagement. Mit dem Smart Home Netzwerk lassen sich Geräte, Heizungen und Installationen im Haus energetisch günstig steuern. So werden bei automatisch erkannter An- und Abwesenheit der Hausbewohner nicht benötigte Verbraucher abgestellt und die Heizung heruntergefahren.

3. Solarstromspeicher

Durch die Anschaffung eines Stromspeichers lässt sich die am Tag produzierte Energie auch am Abend nutzen. Daneben steigert der Solarstromspeicherdie Autarkie der Bewohner. Mit einem Stromspeicher steht der selbst produzierte Strom auch an lichtarmen Tagen und am Abend zur Verfügung.

Was ist der Erntefaktor?

Der so genannte "Erntefaktor" gibt an, wie oft die für die Herstellung aufgewandte Energie über von der Photovoltaikanlage erzeugten Energie wieder erwirtschaftet wurde. Wenn man von einem Nutzungszeitraum der Anlage von 20 Jahren ausgeht, liegt der Erntefaktor je nach Modulart etwa zwischen 4 und 13. Dies sind sehr positive Werte und durch die immer effizienteren Herstellungsmethoden wird weiterhin eine konstante Verbesserung eintreten.

Für genaue Leistungszahlen und die daraus resultierenden Zeit der Amortisation lassen Sie sich bei Ihrem Photovoltaik Fachbetrieb vor Ort beraten. Unsere umfangreiche Datenbank hilft Ihnen bei der Suche.

Was ist der Unterschied zwischen monetärer und energischer Amortisation?

Die monetäre Amortisation einer Solaranlage bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem eine Anlage abgeschrieben ist. Dieser liegt bei elf bis dreizehn Jahren. Da die Investitionskosten seit Jahren sinken, verkürzt sich tendenziell auch der Amortisierungszeitraum. Mit der energetischen Amortisation bezeichnet man den Zeitraum, den eine Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung der für die Anlagenteile aufgebrachten Energie benötigt.

Was ist die optimale Größe einer Solaranlage?

Je größer die Solaranlage, desto geringer fallen die anteiligen Investitionskosten aus. Daher ist eine Solaranlage, deren Kapazität lediglich auf Deckung des eigenen Stromverbrauchs ausgelegt ist, generell weniger wirtschaftlich. Vor der Entscheidung für die Größe der Photovoltaik-Anlage ist zu überlegen, ob der Fokus auf hohem Eigenverbrauch, größtmöglicher Autarkie oder auf einer maximalen Einsparung liegen soll.

Wie lässt sich der Solarertrag berechnen?

Der Solarertrag, also die Leistung, die eine Photovoltaik-Anlage während der gesamten Betriebszeit abwirft, lässt sich einfach durch einen Fachbetrieb abschätzen. Hierzu zieht man Berechnungen heran, die sich auf Basis der Dachneigung, der Ausrichtung und der Sonneneinstrahlung anstellen lassen.


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