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Balkonkraftwerk und PV-Anlage gleichzeitig nutzen – Sonnige Aussichten

Beide Photovoltaik-Varianten sorgen für günstigen Solarstrom. Aber was ist, wenn du ein Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV-Anlage betreiben willst – oder andersherum? Erfahre, wie du ein Balkonkraftwerk und eine PV-Anlage gleichzeitig nutzen kannst. Lies außerdem, was du rechtlich und technisch beachten musst und wann sich die Kombination besonders lohnt. Weiterlesen
Gina Doormann
Gina Doormann
19 Jan. 2026

Photovoltaik neu gedacht: Kombination statt entweder/oder

Balkonkraftwerk und PV-Anlage gehen gut zusammen
  • Du darfst PV-Anlage und Balkonkraftwerk problemlos zusammen betreiben. Das macht Sinn, wenn du dir noch mehr eigenen Solarstrom wünschst.
  • Du hast schon eine PV-Anlage auf dem Dach und wünschst dir noch mehr Strom für den Eigenverbrauch. Dann ist das Nachrüsten eines Balkonkraftwerks eine tolle Ergänzung.
  • Aber: Installiere nur dann ein Balkonkraftwerk zusätzlich, wenn du mehr Strom für den Eigenbedarf brauchst. Denn Geld aus der Einspeisevergütung gibt’s nur für Strom aus der PV-Anlage.
  • Betreibst du bereits ein Balkonkraftwerk, spricht nichts dagegen, zusätzlich eine große PV-Anlage zu installieren und zu betreiben. Du erhöhst damit deinen bisherigen Stromertrag erheblich.
  • Du überlegst noch? Dann schau dir den Text Balkonkraftwerk oder PV-Anlage an!

Unser Tipp: Mehr Solarstrom ist immer besser als weniger! Denn günstigeren Strom bekommst du einfach nicht. Wenn du also die eine um die andere Solaranlage ergänzen wills: Go for it! Wir beraten dich gerne.

Inhalt

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV-Anlage: Schneller Überblick

  • Nur ein Balkonkraftwerk installieren: Wenn du Mieter bist, wenig Fläche hast oder dein Budget gering ist.  
  • Nur eine PV-Anlage installieren: Wenn du einen hohen Strombedarf hast, ein Haus besitzt und dessen Dach optimal nutzen willst.  
  • Photovoltaikanlage und Balkonkraftwerk gemeinsam installieren: Wenn du eine PV-Anlage hast und zusätzliche Aufstellflächen verfügbar sind – oder du den Anteil an selbst gewonnenem Solarstrom erhöhen willst.

Entscheidungsmatrix: Balkonkraftwerk, PV-Anlage oder beides?

KriteriumBalkonkraftwerkPV-AnlageKombination (beides)
EigentumIdeal für Mieter und WohnungseigentümerErfordert Eigentum oder Zustimmung der EigentümergemeinschaftSinnvoll bei vorhandener PV-Anlage + Balkon/Terrasse verfügbar
FlächeKleine Flächen (Balkon, Terrasse, Gartenzaun)Große Dachflächen (ab ca. 20 m²)Kombination bei Platz auf Dach und Balkon
BudgetGering (ab ca. 400-1.000 EUR)Höher (5.000-20.000 EUR oder mehr)Die Kosten jeder Anlage sind einzeln zu betrachten
Technisches InteressePlug & Play – minimaler AufwandHöherer Planungsaufwand, professionelle MontageKombination möglich, wenn Grundwissen vorhanden ist, eigentlich paralleler Betrieb
StrombedarfNiedrig bis mittel (1-2 Personen)Mittel bis hoch (Familien, Wärmepumpe, E-Auto etc.)Balkonkraftwerk liefert zusätzlichen Strom für den Eigenbedarf
Autarkie-WunschLeichter Einstieg, begrenzter EinflussDeutliche Reduzierung der StromrechnungMaximierung des Eigenverbrauchs durch intelligente Ergänzung
RechtlichesAnmeldung vereinfacht seit 2024 im MarktstammdatenregisterNetzbetreiber & Marktstammdatenregister erforderlichKombination erlaubt – beide müssen separat angemeldet sein
NachhaltigkeitGute CO₂-Bilanz, schnelle AmortisationSehr gute CO₂-Bilanz über JahrzehnteKombination steigert Gesamteffizienz und spart mehr CO₂

Was ist was: PV-Anlage und Balkonkraftwerk kurz erklärt

PV-Anlage – die klassische Solaranlage

Eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) besteht in der Regel aus mehreren Solarmodulen, einem Wechselrichter und idealerweise einem Stromspeicher. Sie wird fest auf dem Dach installiert und liefert rund 50 kWh am Tag anstatt wie das Balkonkraftwerk im Monat. Außerdem gibt es für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde etwa 7 Cent Einspeisevergütung.

Balkonkraftwerk – die kleine Schwester

Ein Balkonkraftwerk, auch Mini-PV oder Steckersolargerät genannt, besteht meist aus 1-2 Modulen und lässt sich direkt an eine Schuko-Steckdose anschließen. Die installierte Gesamtleistung der Module darf bis zu 2.000 Watt betragen. Mini-Solaranlagen eignen sich ideal für Mietwohnungen, Balkone oder Terrassen.

Seit das Mietrecht (BGB) und das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) novelliert wurden, gelten Balkonkraftwerke als “privilegierte Maßnahme”. Das heißt, Mietern und Wohnungseigentümern darf die Installation nur in begründeten Ausnahmefällen verweigert werden.

Wichtig: Obwohl ein Balkonkraftwerk technisch gesehen auch eine PV-Anlage ist, unterscheidet die Gesetzgebung zwischen der klassischen Dachanlage und der Mini-Variante. Die Anmeldung der PV-Anlage ist umfangreicher. Sie erfolgt bei der Bundesnetzagentur via Marktstammdatenregister und  beim örtlichen Stromnetzbetreiber. Der nimmt die überschüssige Strommenge ab und zahlt die Einspeisevergütung. Das Balkonkraftwerk hingegen meldest du einfach online beim Marktstammdatenregister an.

Aber: Steckersolargeräte werden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) als eine eigene Solaranlage gezählt. Das heißt, wenn du ein Balkonkraftwerk nachrüstest, wird dessen Leistung nicht zu der der großen Anlage hinzugerechnet. So besteht keine Gefahr, Schwellenwerte zu überschreiten, die eine technische Anpassung erfordern.

Für wen sich welches System lohnt

Wer profitiert von einer PV-Anlage?

  • Hausbesitzer mit einer ausreichend großen Dachfläche
  • Haushalte mit hohem Stromverbrauch
  • Besitzer von E-Autos
  • Betreiber von Wärmepumpen

Wem ein Balkonkraftwerk nützt

  • Mieter und Wohnungseigentümer
  • Haushalte mit geringem Energiebedarf

⇒ Tipp: Berechne mit der HTW Berlin, wie hoch deine jährliche Ersparnis durch ein Balkonkraftwerk wäre.

Und wann beides gleichzeitig?

  • Wenn du bereits eine PV-Anlage hast, aber noch mehr Strom für den Eigenverbrauch produzieren möchtest
  • Wenn du Balkon oder Carport sowie weitere Flächen zusätzlich nutzen möchtest
  • Wenn du dein bestehendes System flexibel erweitern willst

Zuerst Photovoltaik oder zuerst Balkonkraftwerk: Es macht keinen Unterschied

Ob du zuerst eine große oder eine kleine Solaranlage betreibst, hängt allein von deinen persönlichen Umständen oder Vorlieben ab. Wenn zum Beispiel die große Dachsanierung noch ansteht, ist es sinnvoll, mit der Dachanlage bis dahin zu warten. Stell dir in dem Fall zuerst ein Balkonkraftwerk auf die Terrasse oder das Carport.

Oder andersherum: Dein Dach ist bereits mit PV-Modulen belegt und du möchtest das viel kleinere Dach des Anbaus nicht ungenutzt lassen. Dann rüste dort eine Stecker-Solaranlage nach.

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV-Anlage: Ist die Kombination erlaubt?

Ja. Allerdings solltest du folgende Aspekte beachten:

Ein Balkonkraftwerk zusätzlich zur bestehenden PV-Anlage zu betreiben, ist grundsätzlich erlaubt – sowohl technisch als auch rechtlich. Folgende Punkte solltest du aber beachten:

  • Technisch: Beide Systeme speisen parallel Strom ins Hausnetz ein. Sie benötigen dafür jeweils einen eigenen Wechselrichter und dürfen nicht miteinander verschaltet werden.
  • Rechtlich: Du musst auch ein Balkonkraftwerk beim Marktstammdatenregister (MaStR) anmelden, aber nicht beim Netzbetreiber. Selbst wenn du bereits eine PV-Anlage registriert haben. Die Anmeldung ist schnell und unkompliziert online möglich.
  • Leistung: Die Mini-Anlage darf seit 2024 bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung haben. Zuvor lag die Grenze bei 600 Watt. Die Modulleistung darf sogar bis zu 2.000 Watt betragen. So kann der Wechselrichter auch bei schlechteren Bedingungen, zum Beispiel Bewölkung, seine Leistung voll ausschöpfen. Die Begrenzung auf 800 Watt Wechselrichterleistung dient der Sicherheit des Stromnetzes im Haus.

Hintergrund der Änderung sind das Solarpaket I und Änderungen im Miet- und Wohneigentumsrecht.

  • Tipp: Eine kurze Rücksprache mit einem Solarfachbetrieb sorgt für Klarheit – besonders bei älteren PV-Anlagen.

Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich die Kombination?

Der folgende Abschnitt erläutert in erster Linie die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks. Wie sich eine große PV-Anlage rechnet, erfährst du in dem Ratgeber-Artikel Photovoltaik-Rendite.

Ein Balkonkraftwerk kostet ca. 400-1.000 EUR, je nach Ausführung. Die Ersparnis an Stromkosten liegt, je nach Anlagengröße, bei 80-150 EUR pro Jahr – bei optimaler Ausrichtung.

Läuft deine bestehende PV-Anlage bereits, lohnt sich ein zusätzliches Balkonkraftwerk vor allem dann,

  • wenn du den Eigenverbrauch erhöhen möchtest
  • wenn dein Energiebedarf gestiegen ist (zum Beispiel durch eine Wärmepumpe oder ein E-Auto)
  • wenn du eine weitere Ausrichtung, zum Beispiel nach Osten, unkompliziert abdecken möchtest
  • wenn du eine weitere solartaugliche Fläche nicht ungenutzt lassen möchtest

Ertrag Balkonkraftwerk: die Beispielrechnung

Doch wie rechnet sich ein Balkonkraftwerk?

Ertrag eines echten Balkonkraftwerks im Jahr 2025.

Stromertrag des Balkonkraftwerks der Autorin Gina Doormann. | Grafik: Gina Doormann

Die folgende Beispielrechnung basiert auf den Daten meines Balkonkraftwerks, siehe Foto unten.

Es hat eine Nennleistung von 800 W, also 0,8 kW. Das Diagramm oben zeigt, welche Leistung es im Jahr 2025 erbracht hat.

Als Ersparnis an Stromkosten liegen in diesem Beispiel für das Jahr 2025 0,30 EUR pro kWh zugrunde. Mein Balkonkraftwerk hat im Jahr 2025 rund 748 kWh erzeugt. Davon habe ich rund 80 Prozent selbst verbraucht, also rund 598 kWh. Somit habe ich im Jahr 2025 mit meinem Balkonkraftwerk etwa 180 Euro an Stromkosten eingespart. 

  • Zum Vergleich: Meine PV-Anlage mit 10 kWp hat im Jahr 2025 rund 10.300 kWh Strom gewonnen. Das heißt, mein Balkonkraftwerk liefert zusätzlich etwa 7 Prozent davon.

Installation & Betrieb: So läuft’s

PV-Anlagen

Die Montage einer Aufdach-Anlage sollte immer durch einen Solar-Fachbetrieb erfolgen. Sie dauert, je nach Anzahl der PV-Module, dem Dachaufbau und der Witterung, etwa zwei bis drei Tage. Mindestens für den Netzanschluss muss eine Elektrofachkraft hinzukommen. Die Anlage beginnt sofort nach der Inbetriebnahme mit der Stromgewinnung.

Wenn du den Strom aus deiner Photovoltaikanlage ins Netz einspeist, erhältst du dafür eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde. Dies ist möglich, sobald ein Smart Meter aktiv ist.

Stecker-Solaranlagen

Balkonkraftwerk mit zwei Modulen auf einem Carport-Dach

Ein Balkonkraftwerk schließt eine PV-Anlage nicht aus. | Bild: Gina Doormann

Eine Mini-PV-Anlage kannst du selbst installieren. Die Montage ist zum Beispiel am Balkon, auf der Terrasse oder auf dem Carport möglich. Der Anschluss erfolgt ganz einfach, indem du die Mini-Solaranlage via Schuko-Stecker mit deinem Heimnetz verbindest. Strom, den du nicht sofort selbst verbrauchst oder speicherst, wird in das Stromnetz deines Hauses eingespeist. Allerdings erhältst du für den Strom aus dem Balkonkraftwerk keine Einspeisevergütung. 

Du musst das Balkonkraftwerk jedoch trotzdem im Marktstammdatenregister anmelden.

  • Wichtig: Die Solar-Systeme arbeiten unabhängig voneinander. Sie brauchen keine zusätzliche Steuerungseinheit, wenn du PV-Anlage und Balkonkraftwerk gleichzeitig betreiben willst.

Montage des Balkonkraftwerks: schnell und einfach selbst gemacht

Dein Balkonkraftwerk-Set besteht aus folgenden Bestandteilen. Prüfe vor der Montage, ob alles vollständig ist! 

  • 1-2 Solarmodule
  • Wechselrichter
  • Halterungssystem
  • Stecksystem für den Anschluss ans Stromnetz

Montage in 5 Schritten

  1. Montiere die Halterung als stabiles Untergerüst für die Solarmodule. Je nach Aufstellort gibt es Aufsteller für ebene Flächen oder Montagesets für die Balkonbrüstung. Achtung: Achte darauf, dass die Solarmodule in die von dir gewünschte Himmelsrichtung, zum Beispiel Süden, Westen oder Osten, ausgerichtet sind und die Winkelung stimmt. Ideal sind etwa 30 Grad. Verankere oder beschwere die Haltevorrichtung.
  2. Installiere den Wechselrichter. In der Anleitung steht, wo der Wechselrichter montiert werden soll. Zum Beispiel an der Rückseite der Solarmodule, an der Halterung, am Balkongeländer oder an der Wand.  Achte immer auf die Hinterlüftung, also die Kühlung des Wechselrichters. Denn je besser er gekühlt ist, desto höher ist sein Wirkungsgrad. Wichtig ist auch, den Wechselrichter vor der Witterung zu schützen.
  3. Jetzt befestige die Solarmodule an der Halterung. Das kann via mitgelieferter Modulklemmen erfolgen oder du musst die Module verschrauben. Tipp: Hole dir für diesen Schritt einen Helfer dazu. Denn PV-Module sind sehr unhandlich. 
  4. Nun verkabelst du dein Balkonkraftwerk. Dafür liefert jeder Hersteller einen Anschlussplan mit. Auf der Modulrückseite befinden sich zwei Kabel mit MC4-Steckverbindungen. Es gibt pro Modul jeweils zwei passende Stecker, die du mit den Kabeln verbindest. Das jeweils andere Ende des Kabels steckst du in die passenden Anschlüsse des Wechselrichters. Zuletzt verbindest du das mitgelieferte Stromkabel mit dem Wechselrichter.
  5. Der finale Schritt ist nun der Anschluss deines Balkonkraftwerks an das Netz. Aufgrund der Sonderregelungen für Balkonkraftwerke ist hierfür keine Elektrofachkraft erforderlich. Denn du musst lediglich den Schuko-Stecker in deine heimische Steckdose einstecken. Nun beginnt sofort deine eigene Stromgewinnung.

Lesetipp: Das ist der Unterschied zwischen Wieland- und Schukostecker

So versicherst du Balkonkraftwerk und PV-Anlage

Sowohl die große als auch die kleine PV-Anlage sollten versichert sein. Eine gesetzliche Pflicht zur Versicherung besteht für keine von beiden.

Für die Stecker-Solaranlage gilt, dass sie ein bewegliches Gut ist. Daher ist es üblich, dass sie über die Hausratversicherung mitversichert ist. Allerdings solltest du prüfen, ob das auch bei deiner Versicherung so vorgesehen ist. Darüber hinaus ist es ratsam, das Balkonkraftwerk auch über Ihre private Haftpflichtversicherung mit zu versichern. Dem schließlich könnte es herunterfallen und Schäden an Personen oder Gegenständen verursachen.

Die PV-Anlage auf dem Dach ist über die Wohngebäudeversicherung mitversichert. Damit sind alle Schäden so versichert wie an Ihrem Haus. Voraussetzung ist, dass Sie Ihrer Versicherung die Anlage melden. Alternativ oder zusätzlich ist eine separate Photovoltaikversicherung möglich. Diese spezialisierte Elektronik- oder Allgefahrenversicherung ist speziell auf die Risiken von PV-Anlagen zugeschnitten. Ansonsten gibt es für die PV-Anlage noch eine Ertragsausfallversicherung. Die macht aber nur Sinn, wenn die Einnahmen aus der Einspeisevergütung essentiell sind. Die Versicherung trägt das Risiko des Ertragsausfalls, wenn die Anlage nicht wie vorgesehen Strom liefert.

Eine Kombi-Versicherung, die Balkonkraftwerk und PV-Anlage zusammen absichert, gibt es leider nicht. Dafür sind beide Anlagen zu verschieden.

Fazit: Balkonkraftwerk und PV-Anlage – gemeinsam stark

Es macht Freude, seinen eigenen Strom zu gewinnen. Mithilfe der zugehörigen App siehst du stets, wie viel deines aktuellen Strombedarfs durch die Sonne gedeckt ist. Diese Freude ist sowohl bei dem “kleinen” Balkonkraftwerk als auch der “großen” PV-Anlage gleich. Denn jede Kilowattstunde, die du nicht aus dem Netz ziehst, spart Geld

Wenn du selbst Strom gewinnen möchtest, kannst du niedrigschwellig mit Balkon-PV beginnen. Hier sind die Anschaffungskosten gering und du kannst die Module selbst montieren und anschließen. Je geringer dein Stromverbrauch ist, desto mehr davon deckt prozentual bereits das Balkonkraftwerk mit seinem Stromertrag ab. 

Ist nun absehbar, dass Sie – vielleicht durch die Anschaffung einer Wärmepumpe – künftig mehr Strom benötigen, spricht nichts gegen die Nachrüstung einer großen Anlage. Denn jede Photovoltaikanlage hat ihren eigenen Wechselrichter, sodass du die Anlagen einfach nebeneinander betreiben könntest.

Betreibst du schon eine große Anlage, bist du bereits mit der eigenen Stromerzeugung vertraut. Dann ist es nur ein kleiner Schritt, wenn du zusätzlich ein Balkonkraftwerk im Garten oder auf der Terrasse in Betrieb nimmst. Mit dem Ergebnis, das Stromangebot für deinen Eigenverbrauch kostengünstig und einfach zu erhöhen. 

Die Gesetzgebung wurde so vereinfacht, dass Ihnen alle Wege zur eigenen Gewinnung von Solarstrom offenstehen. Ob erst die PV-Anlage und dann das Stecker-Solargerät oder andersherum: Es ist alles möglich.

Mach, was dein Budget und dein Strombedarf dir vorgibt. 

  • Tipp: Sowohl für Balkonkraftwerke als auch für große PV-Anlagen bieten Kommunen oder Länder immer wieder eine Zuschussförderung an. Halte vor der Anschaffung danach Ausschau!

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Gina Doormann, Fachredakteurin für Erneuerbare Energien.

Privat: Energetische Optimierung des hundert Jahre alten Eigenheims als Dauerprojekt

FAQ zur Kombination Balkonkraftwerk & PV-Anlage

Kann man PV-Anlage und Balkonkraftwerk gleichzeitig betreiben?
Ja, technisch und rechtlich ist das möglich.
Darf man ein Balkonkraftwerk zu einer bestehenden PV-Anlage installieren?
Ja, solange beide Systeme korrekt angemeldet sind.
Muss ich das Balkonkraftwerk anmelden, obwohl ich schon eine PV-Anlage habe?
Ja, jede Einspeiseeinheit muss gemeldet werden.
Ist ein Balkonkraftwerk trotz Dachanlage sinnvoll?
Ja, vor allem bei erhöhtem Strombedarf oder zur Steigerung des Eigenverbrauchs.
Was kostet die Nachrüstung mit einem Balkonkraftwerk?
Ab circa 400 Euro für ein 800-Watt-System.
Gina Doormann
Gina Doormann ist Fachredakteurin für Erneuerbare Energien und PR-Managerin bei DAA.
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