Solaranlage im Garten: zwischen Sonnenbad und Sonnenernte

Photovoltaik auf Dächern: Ein inzwischen ebenso vertrauter Anblick wie einzelne Module an Balkonen. Was aber erst langsam im Kommen ist, ist die Solaranlage für den Garten. Photovoltaik im Garten statt auf dem Dach aufzustellen kann die Dachanlage ersetzen oder ergänzen. Wenn Sie ein Balkonkraftwerk im Garten aufstellen, ist es denkbar einfach und zudem genehmigungsfrei. Erfahren Sie, warum sich eine Solaranlage im Garten lohnt – und warum Sie oft keinen Elektriker für die Installation benötigen.
Gina Doormann
Gina Doormann 28 Juni 2024
Photovoltaik Solardächer Solaranlage im Garten
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!

Photovoltaik im Garten

Garten-Solaranlage im Faktencheck

✔ Solar im Garten: einfach auf dem Boden oder der Gartenhütte platzieren

✔ Balkonkraftwerke im Garten sind genehmigungsfrei und können selbst angebracht werden

✔ Der erzeugte Solarstrom senkt die Stromkosten

✔ Mit privaten Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist die Einspeisevergütung garantiert

✔ Photovoltaik im Garten kann Dach-PV ergänzen oder ersetzen

Inhalt

Balkonkraftwerk im Garten aufstellen – was es damit auf sich hat

Gartenhaus mit Solarmodulen vor ländlicher Kulisse.

Gartenhäuser mit Photovoltaik-Halterung – zwei Module liefern 800 Watt und mehr. | Foto: AdobeStock_Michael

Photovoltaikanlagen kennt man eigentlich von Hausdächern. Zunehmend sind auch Mini-Solaranlagen an Balkonen zu sehen. Doch die PV-Anlage im Garten ist noch immer ein ungewöhnliches Bild. Der Grund ist, dass der Strom aus Solarmodulen im Garten lange Zeit nicht förderfähig war. Das wurde erst mit Inkrafttreten des Solarpakets 1 anders: 

Bislang wurde eine Photovoltaikanlage im Garten nur dann gefördert, wenn das Hausdach nicht geeignet ist. Allerdings war das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) dazu angehalten, diesen Zustand einfach anzunehmen, wann immer ein Anlagenbetreiber eine Anlage im Garten in Betrieb nimmt. Jetzt können Solaranlagen ohne Weiteres im Garten platziert werden und es wird auch Geld für den eingespeisten Strom gezahlt. Diese Vereinfachung gilt jedenfalls für Balkonkraftwerke. Bei großen PV-Anlagen als Freiflächenanlagen ist immer der Einzelfall zu betrachten, zum Beispiel die Abstände zum Nachbargrundstück. Dazu weiter unten mehr.

Der einfachste Weg zu einer Solaranlage für den Garten ist, sich für eine Mini-PV-Anlage, also ein bis zwei Solarmodule mit einem Gesamtertrag von etwa 800 Watt, zu entscheiden. Im Rahmen des Solarpaket I wurde hierfür der Zugang stark vereinfacht.

Diese Möglichkeiten für eine PV-Anlage im Garten gibt es

Wenn Sie Photovoltaik im Garten aufstellen wollen, haben Sie hierfür zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel hat eine kleine Steckersolaranlge nur ein bis zwei Solarpanels. In diesem Fall können Sie sich den Platz aussuchen, der sich am besten eignet. Hierfür ist zunächst die Sonneneinstrahlung maßgeblich. 

Wählen Sie einen erhöhten Aufstellort, z. B. auf einer Garage, einem Carport, einem Terrassendach oder einem Gartenhaus, so ist die Gefahr der Verschattung geringer. Ansonsten können Sie Ihre Garten-PV-Anlage auch mitten auf einer Rasenfläche oder auf einer befestigten Terrasse platzieren. Für welchen Aufstellort Sie sich auch entscheiden: Berücksichtigen Sie, dass es sich um Stromerzeugung handelt und dass Sie Anschlusskabel zu Ihrer Hauselektrik benötigen.

 Mini-PV-Anlage: Mann baut eine steckerfertige Solaranlage vor einem Gartenhaus zuammen.

Solaranlagen im Garten: Es sind viele Aufstellorte möglich. | Foto: AdobeStock_Astrid Gast

Das kostet eine Solaranlage im Garten

Ein Balkonkraftwerk wird als Komplettpaket mit Wechselrichter, Anschlüssen und Aufstell- beziehungsweise Anbringungsmöglichkeiten geliefert. Für etwa 800 Watt Leistung, also zwei Solarmodule und Zubehör, fallen Kosten zwischen etwa 800 und 1.200 Euro an. 

Der Preis einer privaten Freiflächenanlage für den Garten liegt deutlich höher. Denn diese hat nicht nur eine höhere Leistung, erzeugt also mehr Strom, sondern ist auch deutlich größer. Daher bewegen sich die Anschaffungskosten eher in dem Bereich, den man von einer Anlage auf dem Dach kennt. Das sind also etwa Photovoltaik-Kosten von 8.000 bis 15.000 Euro. Allerdings gibt es dann auch eine höhere Einspeisevergütung. Außerdem sinken die Stromkosten deutlich, weil eine größere Anlage mehr Strom für den Eigenverbrauch bereitstellen kann als ein kleines Balkonkraftwerk. Folglich trägt so eine eigene Freiflächenanlage deutlich mehr zu ihrer Amortisation bei als ein Balkonkraftwerk.

Förderungen für die Garten-Solaranlage

PV im Garten ist förderfähig. Vor allem für Mini-Solaranlagen gibt es auf kommunaler Ebene immer wieder Förderangebote. Die Balkonkraftwerk-Förderungen sind oft Zuschüsse in geringer dreistelliger Höhe. Im Verhältnis zu den Kosten von Mini-PV-Anlagen lohnt sich das aber. Auch für die größeren Photovoltaikanlagen, die per Bodenaufsteller im Garten stehen, kann es Fördermittel von der eigenen Stadt oder Kommune, manchmal auch vom Bundesland, geben. Es lohnt sich, hier die Augen offen zu halten. 

Eine weitere Photovoltaik-Förderung gibt es auf staatlicher Ebene: Die Einspeisevergütung wird pro Kilowattstunde gezahlt, die ins Stromnetz eingespeist wird. Stand Juni 2024 sind dies 8,11 Cent pro Kilowattstunde. Diese Förderung ist allerdings im Bereich der Garten-PV interessanter für Betreiber privater Freiflächenanlagen. Denn bei den viel kleineren Mini-Solaranlagen rechnet sich der zweite Zähler, der für den Erhalt der Einspeisevergütung notwendig wäre, oft nicht. Ihr erzeugter Solarstrom dient daher meistens nur der Stromversorgung im eigenen Haus.

Anbieter von Garten-PV im Überblick

  • Green Solar ist ein Gartensolar-Anbieter aus Deutschland. Hier fallen vor allem die kreativen Lösungen auf: Neben dem Balkonkraftwerk für den Boden bietet der Hersteller auch Solarpflanzkästen an.
  • Kleines Kraftwerk*  ist ein deutscher Hersteller kleiner Solaranlagen für den Garten, den Balkon oder die Fassade. Die kleinen Kraftwerke sind montagefreundlich und bestehen aus einem bis vier Modulen inklusive passenden Anbringungsmöglichkeiten.
  • EET ist ein Start-up aus Österreich, das mit ihrem LightMate eine Solaranlage für den Garten anbietet. Die kleine PV-Anlage eignet sich aber auch für den Balkon, den Zaun, die Fassade, ein Schrägdach und vieles mehr.
  • Anker ist ein Unternehmen aus UK, das Energielösungen rund um das Balkonkraftwerk anbietet. Mit der richtigen Aufständerung eignet es sich auch für den Garten.

Anm. d. Red: Dies ist nur ein Auszug aus dem vielfältigen Angebot für Photovoltaik im Garten und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

So groß sollte eine Solaranlage für den Garten sein

Wie es der Name schon sagt: Eine Mini-Solaranlage ist eher klein. Das bedeutet üblicherweise ein bis vier Module. Zwei Module sind etwa vier Quadratmeter groß und haben eine Nennleistung von etwa 880 Watt Peak (Wp). Das macht im Jahr rund 850 Kilowattstunden. Hiervon kann man ohne Speicher etwa 30 Prozent selsbt verbrauchen. das sind 250 Kilowattstunden. Geht man von einem Netzstrompreis von 0,35 Euro/kWh aus, so ist dies eine Ersparnis von rund 87 Euro im Jahr. Die Anschaffungskosten für die Gartensolaranlage haben sich somit in etwa zehn Jahren amortisiert.

Freiflächen-PV im Garten

Wie oben bereits angesprochen, handelt es sich bei Freiflächen-Gartenanlagen um ein System mit einer deutlich höheren Leistung als ein Balkonkraftwerk im Garten. Dementsprechend ist auch die benötigte Fläche viel größer.

Ein wichtiger Unterschied ist zudem, dass diese Solaranlagen den Solarstrom normalerweise ins Netz einspeisen. Das ist bei den weniger leistungsstarken Stecker-Solargeräten zwar auch möglich. Allerdings lohnt es sich aufgrund der geringen Strommenge eher nicht, eine zusätzlichen Zähler anzuschaffen, der hierfür notwendig wäre. Damit ist der Aufwand bei der Inbetriebnahme etwas höher. Nicht zu vergessen ist, dass bei Verwendung von so vielen Solarpanelen eine Genehmigungspflicht besteht, wenn die Fläche eine vom Bundesland vorgegebene Größe überschreitet. Außerdem kommen eventuell steuerliche Pflichten hinzu. Denn wenn die PV-Anlage eine Spitzenleistung von mehr als 30 kWp hat, müssen für den Solarertrag  Einkommensteuern gezahlt werden. Außerdem müssen Betreiber dann ein Gewerbe anmelden. 

Weiterhin sollten Betreiber sich im Klaren sein, dass sie mit einer solchen Anlage, die im Garten und nicht auf dem Dach steht, für den höheren Stromertrag in Kauf nehmen, einen großen Teil ihres Gartens mit PV-Modulen vollzustellen. Die Größe der nutzbaren Gartenfläche ist somit eingeschränkt. 

Während die geringere Menge an Solarstrom aus dem Garten, die von einem Balkonkraftwerk erzeugt wird, vor allem dem sofortigen Eigenverbrauch dient, ist das bei der PV-Freiflächenanlage anders. Hier sollte ein Stromspeicher zum Einsatz kommen, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu ca. 70 Prozent steigern.

Wie eine Photovoltaikanlage im Garten richtig aufgestellt wird

Grundsätzlich gelten für jede Solaranlage im Garten ähnliche Voraussetzungen, die für den optimalen Ertrag beachtet werden sollten. 

  • Ausrichtung der Module: Die Solarpaneele sollten nach Süden, Westen oder Osten ausgerichtet sein. Gen Norden ist kaum Ertrag zu erwarten. 
  • Der Neigungswinkel: Während bei der Platzierung auf dem Hausdach ein Neigungswinkel von etwa 30 Grad empfohlen wird, ist er bei der Montage in Gärten oft flacher. 
  • Verschattung vermeiden: Der Standort der PV-Anlage sollte möglichst verschattungsfrei gewählt werden. Bodenaufsteller unter beispielsweise Bäumen aufzustellen, ist also recht sinnlos. 
  • Stromanschluss: Auch wenn die Solaranlage weiter hinten im Garten aufgestellt wird, muss der Anschluss an ein Stromnetz gewährleistet sein. Ein Balkonkraftwerk benötigt hierfür Anschluss an eine Wieland-Steckdose oder eine Schuko-Steckdose. Davor ist der Mikrowechselrichter geschaltet. Die Wieland-Steckdose ist dank der Änderungen im Solarpaket I nicht mehr zwingend erforderlich. 

Eine Freiflächenanlage soll Hauselektrik und Stromspeicher mit Solarstrom versorgen und Strom ins Netz einspeisen. Zumindest der notwendige Netzanschluss muss durch eine Fachkraft erfolgen.

Notwendige Genehmigungen und Einschränkungen

Die Anforderungen an das Genehmigungsverfahren wurden mit dem Inkrafttreten von Solarpaket I deutlich gesenkt. Eine Stecker-Solaranlage muss nicht mehr beim Netzbetreiber gemeldet werden. Es genügt die vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister. Eine sonstige Genehmigung ist für Balkonkraftwerke nicht erforderlich.

Für Freiflächenanlagen gelten die gleichen Vereinfachungen, die auch für Dach-Anlagen gelten. Das vereinfachte Netzanschlussverfahren wurde nun auf Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 kW erweitert. Zuvor galt es nur für Anlagen bis 10,8 kW. 

Neben den Vereinfachungen gibt es jedoch auch bestimmte Einschränkungen und Genehmigungen, die eingeholt werden müssen. Diese unterscheiden sich oft je nach Bundesland. 

Je nach Größe der Photovoltaikanlage geht es vor allem um Baugenehmigungen. In Bayern etwa dürfen Freiflächenanlagen nur dann ohne Baugenehmigung errichtet werden, wenn sie maximal drei Meter hoch und neun Meter lang sind. Außerdem sind noch die Regeln für den Bebauungsplan im jeweiligen Baugebiet zu beachten. Diese Maße werden auch in anderen Bundesländern wie NRW oder Niedersachsen angesetzt.

Vorteile und Nachteile einer PV-Anlage im Garten

VorteileNachteile
Keine Dachfläche benötigtBenötigt Platz im Garten
Mit Balkonkraftwerk im Garten einfach selbst mit der Sonne Solarstrom gewinnenBei privater Freiflächenanlage: Sie ist ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig
Anlage ist zusätzlich zu Dachanlage möglichEventuell weite Wege zum Hausanschluss
Stecker-Solaranlage ist genehmigungsfrei 
Vereinfachte Inbetriebnahme mit Solarpaket I 
Darum ist Solarstrom im Garten sinnvoll

✔ Solarstrom auf dem eigenen Grundstück erzeugen

✔ Ergänzung oder Ersatz für Dach-PV

✔ Beitrag zur Energiewende

✔ Solarstrom zum Betrieb von Beleuchtung, Teichpumpen, Gartengeräte etc. 

✔ Einfache Montage 

✔ Mini-Solaranlage einfach mit Schuko-Stecker anschließen

✔ Einfache Konfiguration, Bedienung per App

✔ Stromkosten senken

FAQ

Ist eine Solaranlage im Garten erlaubt?
Ja. Bis zu einer gewissen Größe ist keine Genehmigung erforderlich.
Was kostet eine Solaranlage für den Garten?
Es kommt auf Größe und Art der Anlage an. Eine Stecker-Solaranlage kostet etwa 800 bis 1.200 Euro. Eine Garten-Freiflächenanlage hingegen etwa 8.000 bis 15.000 Euro.
Was kann ich mit 500 Watt Solaranlage betreiben?
Mit einer 500-Watt-PV-Anlage können Sie zum Beispiel einen Laptop, LED-Leuchten oder ein anderes kleineres Gerät, das etwa 500 Watt pro Stunde benötigt, betreiben. Dabei ist die volle Sonneneinstrahlung vorausgesetzt.
Was braucht man für eine Solaranlage im Garten?
Sie brauchen im Grunde die gleichen Komponenten wie für eine Dach-PV-Anlage. Also Module, Wechselrichter, Netzanschluss und optional einen Speicher.
Gina Doormann
Gina Doormann
Fachbetriebe aus den größten Städten in Deutschland (Alle Städte)
Fachbetriebe aus den größten Städten in Österreich (Alle Städte)
Fachbetriebe aus den größten Städten in der Schweiz (Alle Städte)