Aktuelle Förderung für PV-Neuanlagen laut EEG 2014

3. August 2020
Mit der Änderung des Erneuerbare Energien Gesetztes (EEG) zum 01. August 2014 wurde die Förderung für Photovoltaik Anlagen in Deutschland auf eine neue Grundlage gestellt. Zu welchen Konditionen eine Photovoltaik Anlage ab sofort privat und gewerblich gebaut werden kann laut EEG 2014 fasst der nachfolgende Text zusammen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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EEG 2014: aktuelle Förderkonditionen für den Bau einer PV-Anlage

1.) Einspeisevergütung

  • die Einspeisevergütung wird nach wie vor gezahlt für jede, ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom (20 Jahre lang inkl. der restlichen Monate im Jahr der Inbetriebnahme)
  • Neuanlagen über 100 kWp Nennleistung erhalten keine Einspeisevergütung mehr
  • für Neuanlagen mit mehr als 100 kWp Nennleistung gilt laut EEG 2014 die verpflichtende Direktvermarktung
Inbetriebnahme
im Monat
Anlagentyp Nennleistung
der PV-Anlage (kWp)
Einspeisevergütung
(Cent/kWh)
April 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 9,44
>10 bis 40 9,18
>40 bis 750 7,21
sonstige Anlagen bis 750 6,50
Mai 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 9,30
>10 bis 40 9,04
>40 bis 750 7,10
sonstige Anlagen bis 750 6,41
Juni 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 9,17
>10 bis 40 8,91
>40 bis 750 7,00
sonstige Anlagen bis 750 6,31
Juli 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 9,03
>10 bis 40 8,78
>40 bis 750 6,89
sonstige Anlagen bis 750 6,22
August 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 8,90
>10 bis 40 8,65
>40 bis 750 6,79
sonstige Anlagen bis 750 6,13
September 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 8,77
>10 bis 40 8,53
>40 bis 750 6,69
sonstige Anlagen bis 750 6,03
Oktober 2020 Anlage auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden nach § 48 Abs. 3 EEG bis 10 8,64
>10 bis 40 8,40
>40 bis 750 6,59
sonstige Anlagen bis 750 5,94

2.) Weitere Verringerung der Einspeisevergütung (Degression)

  • die Einspeisevergütung wird auch weiterhin monatlich gekürzt
  • die Höhe der Kürzung ist weiterhin abhängig vom Photovoltaik Zubau der vergangenen 12 Monate
  • als Maßstab hat die Bundesregierung im EEG 2014 einen jährlichen Zubau von 2,4 bis 2,6 Gigawatt (2.400 bis 2.600 Megawatt) PV-Leistung festgeschrieben
  • liegt der Photovoltaik Zubau der vergangenen 12 Monate in diesem Rahmen, verringert sich die Einspeisevergütung monatlich um 0,5% (Basisdegression)
  • weicht der realisierte Zubau von der Zielvorgabe im EEG 2014 ab, wird die Höhe der Kürzung automatisch nach oben oder unten angepasst, wie in der nachfolgenden Tabelle zu erkennen
PV-Zubau in Deutschland in den
vergangenen 12 Monaten (Megawatt)
Kürzung der Einspeisevergütung
gegenüber dem Vormonat um
weniger als 1.000 keine Kürzung (Erhöhung um 1,5%)
1.000 - 1.500 keine Kürzung
1.500 - 2.400 0,25%
2.400 - 2.600
0,5% (Basisdegression)
2.600 - 3.500 1,0%
3.500 - 4.500 1,4%
4.500 - 5.500 1,8%
5.500 - 6.500 2,2%
6.500 - 7.500 2,5%
> 7.500 2,8%
  • die Höhe der monatlichen Kürzung (ob es bei 0,5% bleibt oder nicht) wird quartalsweise angepasst (zum 01. Januar, 01. April, 01. Juli und 01. Oktober) und gilt dann für das gesamte folgende Quartal
  • Bezugszeitraum sind die vergangenen 12 Kalendermonate mit einem Monat Versatz
Monat Photovoltaik Zubau
in Deutschland (Megawatt)
Summe der
vergangenen 12 Monate
voraussichtliche Degression
für das folgende Quartal
Sept. 2013 293,317
Okt. 2013 222,816
Nov. 2013 218,192
Dez. 2013 165,669
Jan. 2014 192,974
Feb. 2014 110,341
Mär. 2014 155,712
Apr. 2014 162,773
Mai 2014 203,669
Jun. 2014 188,156
Jul. 2014 342,307
Aug. 2014 140,002 2.395,928 Megawatt 0,25% (4. Quartal 2014)
Sept. 2014 109,798
Okt. 2014 75,406
Nov. 2014 107,150 1.952,807 Megawatt 0,25% (1. Quartal 2015)
Dez. 2014 107,226
Jan. 2015 120,689
Feb. 2015 97,282
1.810,534 Megawatt
0,25% (2. Quartal 2015)
Mär. 2015 98,038
Apr. 2015 92,125


Mai 2015 101,348 1.580,505 Megawatt
0,25% (3. Quartal 2015)
Juni 2015 94,149
Juli 2015 164,928
Aug. 2015 263,625 1.436,687 Megawatt 0,00% (4. Quartal 2015)
Sept. 2015 129,755
Okt. 2015 80,072
Nov. 2015 69,747 1.418,908 Megawatt 0,00% (1. Quartal 2016)
Dez. 2015 143,545
Jan. 2016 81,752
Feb. 2016 50,461 1.369,545 Megawatt 0,00% (2. Quartal 2016)
Mär. 2016 77,847
Apr. 2016 82,772
Mai 2016 99,972 1.338,625 Megawatt 0,00% (3. Quartal 2016)
Juni 2016 119,095
Juli 2016 80,047
Aug. 2016 87,924 1.102,989 Megawatt 0,00% (4. Quartal 2016)
Sept. 2016 110,877
Okt. 2016 108,691
Nov. 2016 184,039
Dez. 2016 441,021

3.) Eigenverbrauch von Solarstrom

  • selbst erzeugter und verbrauchter Solarstrom wird für Neuanlagen auch mit dem EEG 2014 nicht mehr vergütet
  • Photovoltaik Anlagen über 10 kWp Leistung, die seit dem 01.08.2014 neu in Betrieb genommen wurden, müssen bei Eigenverbrauch des Solarstroms ab sofort eine Abgabe zahlen
  • die Abgabe orientiert sich an der aktuell geltenden EEG Umlage (2019: 6,405 Cent/kWh)
  • die Höhe der Abgabe pro verbrauchter Kilowattstunde Solarstrom lag laut EEG 2014 bis Ende 2015 bei 30%, ab 2016 bei 35% und liegt ab 2017 bei 40% der jeweils geltenden EEG Umlage
  • ausgenommen von dieser Regelung sind Neuanlagen unter 10 kWp Leistung (sofern pro Jahr nicht mehr als 10.000 kWh Solarstrom selbst verbraucht werden), Inselanlagen sowie sämtliche Bestandsanlagen, die vor dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden und diese bereits einmalig Solarstrom selbst verbraucht haben und dies nachgewiesen werden kann
  • werden an Bestandsanlagen, die vor dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden, bauliche Veränderungen durchgeführt (Anlage wird erneuert, ersetzt oder erweitert), so wird die Anlage auch dann nicht mit der Eigenverbrauchsumlage belastet, sofern die installierte Leistung nicht um 30 Prozent erhöht wird
  • gezahlt werden soll die Abgabe laut EEG 2014 bis dato an den Übertragungsnetzbetreiber (zukünftig an den Verteilnetzbetreiber)
  • bis zum 15. Oktober eines Jahres geben die Übertragungsnetzbetreiber die EEG Umlage für das darauf folgende Kalenderjahr bekannt

4.) Verpflichtende Direktvermarktung

  • ab 01.08.2014 neu in Betrieb genommene Photovoltaik Anlagen über 500 kWp Nennleistung (sowie ab 01.01.2016 alle Neuanlagen >100 kWp) erhalten für die Stromeinspeisung ins Netz keine Einspeisevergütung mehr
  • sofern der Anlagenbetreiber den erzeugten Solarstrom nicht selbst verbrauchen oder selbst an Abnehmer vermarkten kann, muss dieser sich laut EEG 2014 einen Direktvermarkter suchen, der die Vermarktung des eingespeisten Stroms übernimmt
  • als Einnahme für den eingespeisten Strom über einen Direktvermarkter erhält der Anlagenbetreiber den an der Strombörse erzielten Verkaufspreis, eine Marktprämie sowie einen festen Aufschlag von 0,4 Cent / kWh auf die Marktprämie für den Mehraufwand durch die Direktvermarktung
  • die Marktprämie gleicht hierbei die Differenz vom Börsenstrompreis zur bisher gewährten Einspeisevergütung aus
  • findet der Anlagenbetreiber keinen Direktvermarkter, erhält er laut EEG 2014 vorübergehend eine Ausfallvergütung in Höhe von 80% der Marktprämie
  • Anspruch auf die Marktprämie können Anlagenbetreiber erst dann geltend machen, wenn die Anlage fernsteuerbar ist (1 Monat nach Inbetriebnahme)

5.) Abgeschaffte Regelungen

Mit dem EEG 2014 wurden folgende Regelungen für neu gebaute PV-Anlagen abgeschafft:

  • das Marktintegrationsmodell
    (für PV-Anlagen, die zwischen dem 01.04.2012 und 31.07.2014 in Betrieb genommen wurden, bleibt diese Regelung weiterhin bestehen. Diese erhalten seit dem 01.01.2014 nur noch für 90% der erzeugten Strommenge Einspeisevergütung, sofern sie zwischen 10 und 1.000 kWp Nennleistung haben und auf einem Dach montiert sind)
  • das solare Grünstromprivileg
    (wird Solarstrom in unmittelbarer räumlicher Nähe durch Dritte verbraucht und dazu nicht durch das öffentliche Netz geleitet, muss ab sofort die volle EEG-Umlage gezahlt werden. Zuvor konnte in diesem Fall die abzuführende EEG-Umlage um 2 Cent / kWh reduziert werden)
  • die Managementprämie

Ob sich eine Photovoltaikanlage unter den aktuellen Konditionen des EEG 2014 für Sie rentiert, können Sie mit unserem Photovoltaik-Recher herausfinden. Dieser ist bereits an die neuen Konditionen angepasst. Eine fachkundige Beratung durch einen Solarteur kann der Rechner jedoch nicht ersetzen.

Erfahrungen & Fragen zum Thema EEG

Haus komplett elektrisch beheizen

Ich denke darüber nach, mein neues Haus rein elektrisch zu beheizen. Ist das nach den gesetzlichen Vorgaben EnEV, EEG zulässig?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Bei Neubau als echtes PH mit PVA könnte das durchaus sinnvoll sein.
Anforderungen an die WW-Bereitung ausgeschlossen.

Fragen zur Stromeinspeisung und -Vergütung

Wird der erzeugte Strom (Growatt 3000) zuerst für den eigenen Bedarf benutzt und anschließend verkauft, oder wird alles an das Netz gegeben und der Eigenbedarf wird anschließend für den regulären Strompreis zurück gekauft ?
Antwort von SHT Solarenergie Hessen Thüringen UG

Der Focus liegt heute in der Reduzierung des eigenen Verbrauches, vorausgesetzt man beachtet die Grundsätze im Elektrotechnischen Bereich.

Photovoltaik:
Erzeugung - Hausverbrauch - evtl. Solarstromspeicher - der dann verbleibende Überschuss, wird mit der Vergütung lt. EEG an den zuständigen Netzbetreiber verkauft.

Der Preis pro kWh hat sich z.Zt. etwas reduziert, jedch die "Kosten" der Netzbetreiber haben sich erhüht und dadurch hat sich der Strompreis - inkl. der Steuern - wieder einmal erhöht. (siehe auch zum Beispiel den Treibstoff für die Kraftfahrzeuge, wo die Steuern Prozentual mit weit mehr als 50% beziffert werden.

Fragen zur Einspeisevergütung 2018 & Abschaltregelung

Ich habe soeben eine doppelte Viessman Monokristallin PV-Anlage (9,5kW +3,5kW mit 2 SMA Wechselrichter) auf mein Dach in Mainz verlegt. Ziel ist die große Anlage ab dem 1.1.2018 anzuschliessen und ein Jahr später die kleinste. Ich hätte zwei Fragen: 1) Wissen Sie ob schon geplant ist, ab dem 1.1.2018 die Einspeisevergütung abzusinken? Ich würde sonst bis zum 2.Januar abwarten, um die Anlage in Betrieb zu setzen, um volle 20J Vergütung zu bekommen. 2) Ich habe einige Zweifeln bzgl. der 70% Abschaltregelung. Meine Anlage liegt zwar perfekt in Süd-Süd/Ost Richtung und mit 30% Dachneigung, aber ich befürchte, dass die ca. 500€ Zusatzkosten für den RSE nicht ausbezahlt bekomme. Werde ich mit dem Deutschen Wetter und einamal meinen Bedarf abgezogen die 7kW so oft überschriten? Was würden Sie mir empfehlen? 3) Soll ich soweit verstanden, für die kleine Anlage die 70% Regelung am besten akzeptieren?
Antwort von Christian Kolsch Solar & Sanitärtechnik

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Nachfolgeregelungen erster EEG-Umlagen für PV-Anlagen?

Aufgrund der Tatsache, dass ab Anfang 2021 die ersten EEG-Umlagen nach 20 Jahren aus der staatlichen Vergütung fallen, sind einige Fragen bezüglich der Nachfolgeregelung aufgetreten. Speziell im Fall der Nachfolgeregelung von PV-Anlagen hätte ich einige Fragen. Welche Nachfolgeregelungen gelten für PV-Anlagen: a) Habe ich ein Recht auf vorrangige Einspeisung? b) Nehme ich am „normalen“ Strommarkt über Direktvermarkter teil oder kann ich den Strom über Bürgerstrommodelle vermarkten? Gibt es sonstige Möglichkeiten? c) Mit wem habe ich einen Einspeisevertrag? d) Gibt es weiterhin eine Vergütung für den eingespeisten Strom? e) Kann ich meine Anlage nochmals zum aktuellen Vergütungssatz über 20 Jahre vergüten lassen? Über eine Beantwortung der Fragen wäre ich sehr dankbar!
Antwort von W.D. Düllmann GmbH & Co. KG - Gesellschaft für Hoch- und Niederspannungsanlagen

Da das Jahr 2021 noch in weiter Ferne liegt, hat darüber noch niemand nachgedacht.

Direktvermarktung und Eigenverbrauchsnutzung dürften aber auch dann noch gehen!

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