Lohnt sich eine Solaranlage noch?

9. Juni 2021
Ob eine Solaranlage sinnvoll ist oder nicht, ob Photovoltaik oder Solarthermie, ist eine individuelle Entscheidung. Wir zeigen Ihnen, wann sich eine Solaranlage rentiert, aber auch, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten. Was haben Einspeisung und Eigenverbrauch mit Kosten und Nutzen einer Solaranlage zu tun? Erfahren Sie, wann sich eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung lohnt und unter welchen Bedingungen eine Photovoltaikanlage sinnvoller und rentabler erscheint. Finden Sie außerdem Antwort auf die Frage, inwiefern Sie Solaranlagen für Wärme und Strom eventuell kombinieren können.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolaranlagenLohnt sich eine Solaranlage?

Inhalt

Für Schnellleser

  • Eine Photovoltaikanlage lohnt sich heute mehr durch Eigenverbrauch als durch Einspeisevergütung
  • Vorteilhaft für den Stromertrag ist immer eine möglichst große Solaranlage
  • Die Kosten einer Photovoltaikanlage liegen etwa zwischen 9.600 und 18.600 Euro
  • Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch. Die Anschaffung lohnt sich mit einer Förderung
  • Photovoltaik erlebt in Deutschland einen Aufwärtstrend: Das ist gut für die Umwelt
  • Eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung spart 60 % der Warmwasserkosten
  • Mit einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung den Gesamtwärmebedarf um 20-30 % reduzieren
  • Solaranlage für Warmwasser lohnt sich, wenn der Warmwasserbedarf hoch ist
  • Kombination aus Solarthermie und Photovoltaik ist möglich

Welche Solaranlage wird geplant?

Bei Solaranlagen unterscheidet man in Photovoltaikanlagen, die Strom erzeugen und Solarthermie-Anlagen für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung. Wir haben nachfolgend beide Solaranlagen-Typen näher betrachtet.

Wann lohnt sich eine Solaranlage? Kosten & Nutzen einer Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom, eine Solarthermie Anlage erzeugt Wärme. Wie hier im BiId lassen sich PV-Module und Solarthermie-Kollektorflächen auch kombinieren. | © Horst Schmidt – Fotolia.com

Solaranlage ja oder nein: Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom, eine Solarthermie-Anlage erzeugt Wärme. Die Frage, ob eine Solaranlage rentabel ist, stellt sich deshalb auf unterschiedliche Weise. Wir zeigen Ihnen im Folgenden Solar-Kosten und -Nutzen sowohl für Photovoltaik als auch für Solarthermie

Rechnet sich eine Solaranlage?

Zunächst zur Photovoltaik: Wenn Sie in eine Photovoltaik Anlage investieren wollen, ist vorab zu überlegen, was Sie mit dem erzeugten Strom machen wollen. Hier bieten sich zwei Optionen:

1. Variante: Sie bauen die Anlage, um möglichst viel des erzeugten Stroms ins Netz einzuspeisen. In diesem Fall bekommen Sie für jede eingespeiste Kilowattstunde Geld vom Staat, die so genannte Einspeisevergütung. Diese Einnahmen waren lange Zeit eine gute Möglichkeit, um die Solaranlage sinnvoll zu refinanzieren und letztlich sogar Gewinn zu erwirtschaften. Da die Höhe der Einspeisevergütung in den letzten Jahren jedoch stark abfiel, sollten Sie nicht mehr allein auf diese geförderte Vergütung setzen. Denn die Solaranlage lohnt sich heute nicht mehr, wenn Sie nur die EEG-Förderung für die Refinanzierung in Betracht ziehen.

Gut zu wissen

Es gilt: Die Höhe der für 20 Jahre gezahlten Einspeisevergütung bezieht sich auf den Monat der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage. Geht also Ihre Solaranlage mit bis zu 10 kW Leistung am 01.06.21 in Betrieb, so werden Sie für Ihren eingespeisten Strom für die nächsten 20 Jahre 7,58 Cent/kWh als Vergütung erhalten. Würde die Photovoltaikanlage erst am 01.07.21 in Betrieb gehen, wären es nur noch 7,47 Cent/kWh.

2. Variante: Da die Einspeisevergütung tendenziell sinkt, ist es zunehmend lukrativ, den erzeugten Strom selbst verbrauchen, etwa im Haushalt. Das Betreibermodell mit Schwerpunkt Eigenverbrauch löst insbesondere bei Kleinanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser zunehmend die volle Stromeinspeisung aus den vergangenen Jahren ab. Eine Photovoltaikanlage erzeugt umgerechnet zu Stromgestehungskosten von rund 10 Cent pro Kilowattstunde (ohne Speicher) den Strom selbst. Angesichts der aktuellen Haushaltsstrompreise von 30 Cent und mehr entsteht hier durch Eigenverbrauch ein Einsparpotenzial für die monatliche Stromrechnung, mit dem sich Wirtschaftlichkeit und Refinanzierung der Anlage kalkulieren lassen. Außerdem ist der Eigenverbrauch von Solarstrom bei Kleinanlagen (bis 30 kWp) abgabefrei. Das heißt, hier wird keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch fällig.

Die Frage, ob sich eine Solaranlage nun eher zum Eigenverbrauch oder zur Stromeinspeisung lohnt, kann fast nur individuell beantwortet werden. Zum Beispiel im Rahmen eines unverbindlichen Ortstermins mit einem Solarteur. Hier kann das Dach genau begutachtet und eine Analyse des Stromverbrauchs (Lastprofil) erstellt werden. Im Hinblick auf die stetig sinkende Einspeisevergütung lohnt sich eine Solaranlage ohne Eigenverbrauch allerdings kaum noch.

So lohnt sich eine Photovoltaikanlage

Es ist weiterhin lukrativ, eine Solaranlage zu betreiben. Allerdings wird die Rendite nicht mehr vorrangig durch die Einspeisevergütung für Solarstrom erreicht. Vielmehr wirkt sich jetzt in erster Linie die Kombination aus dem Eigenverbrauch und der Ersparnis beim Stromkauf positiv auf die Rendite aus. Die Vergütung für nicht selbst verbrauchten Strom ist lediglich ein Zusatz.

Ob Eigenverbrauch oder Volleinspeisung: Es ist in jedem Fall von Vorteil, wenn Sie eine möglichst große Dachfläche zur Verfügung haben oder alternativ mehrere kleine Flächen mit PV-Modulen belegen. Es ist also für jede Nutzungsform der Solarenergie lohnenswert, eine größere Solaranlage zu kaufen. Ab wie viel kW sich eine Solaranlage zur Stromerzeugung lohnt, bleibt dennoch stets eine individuelle Entscheidung.

Ob eine Solaranlage sinnvoll ist oder nicht, hängt außerdem von Ihrem Wohnort ab: Aufgrund der insgesamt nördlichen Lage der Bundesrepublik lohnt sich eine Solaranlage in Deutschland umso mehr, je südlicher Ihr Wohnort gelegen ist. Hintergrund ist die intensivere Sonneneinstrahlung in südlichen Gefilden. Während im Norden eher rund 950 kWh/qm zu erwarten sind, liegt der Wert in Süddeutschland oft bei mehr als 1.100 kWh/qm.

Die Gesamtrendite steigt außerdem, wenn Sie ein gutes Angebot für Ihre Photovoltaik-Anlage im Hinblick auf Preis und Leistung bekommen.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Photovoltaik Preise

Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten für Photovoltaik je nach Größe durchschnittlich zwischen ca. 9.600 Euro (kleines Dach) und 18.800 Euro (großes Dach) brutto. Dieser Preis umfasst die Anlage samt Zubehör, die Installation sowie die Inbetriebnahme. Auf sechs Quadratmetern Dachfläche können Sie 1 kWp (Kilowattpeak) Leistung erzeugen. Damit werden zwischen 950 und 1.200 Kilowattstunden Strom erzeugt. Eine übliche Größe für die Solaranlage liegt bei Privathaushalten zwischen 4 und 10 kWp.


Die Preisentwicklung von Photovoltaik-Anlagen der vergangenen Jahre ist dabei sehr positiv – die Kosten pro kWp Leistung sind zwischen 2008 und 2019 um etwa 12 % pro Jahr und insgesamt um 75 % gesunken. In der folgenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die Gesamtkosten verschieden großer Solaranlagen mit Stand 2021.

Dachgröße

Leistung

Kosten für Solaranlage

Kleines Dach (ca. 27 qm)

ca. 5 kWp

ca. 9.600 Euro

Mittleres Dach (ca. 54 qm)

ca. 10 kWp

ca. 16.100 Euro

Großes Dach (ca. 64,8 qm)

ca. 12 kWp

ca. 18.600 Euro

(Datenquelle: eon.de/Abruf: 30.04.2021)


Richtige Dimensionierung der PV-Anlage

Laut einer Studie der HTW Berlin sollten Photovoltaikanlagen nicht allein auf den Stromverbrauch des Gebäudes ausgelegt werden, um wirtschaftlich zu sein. Vielmehr sorgen möglichst große Anlagen für die höchste Rendite und maximale finanzielle Einsparungen.

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Lohnt sich eine Solaranlage? Rechner bedienen für individuelle Ergebnisse

Unser Photovoltaik-Rechner zeigt Ihnen anhand der von Ihnen eingegebenen Daten schnell, ob eine Solaranlage für Strom sich in Ihrem Fall lohnt und ob die Kosten-Nutzen-Frage für Sie positiv ausfällt.

Stromspeicher erhöhen den Eigenverbrauch von Solarstrom

Der erzeugte Strom einer Photovoltaikanlage kann auch gespeichert werden. Aber: Lohnt sich eine Solaranlage mit Speicher? Die Kosten, Größe und Rentabilität solcher Stromspeicher für Photovoltaik sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die fallenden Preise für Stromspeicher haben sich dabei laut dem Bundesverband Solarwirtschaft schon deutlich am Kaufverhalten gezeigt: Zwischen 2018 und 2020 sei die Nachfrage nach Photovoltaikspeichern um 50 Prozent gestiegen.

Zwischen 2013 und 2019 sind die Preise für Solarstromspeicher um rund die Hälfte gesunken. l Quelle: BSW-Solar, Stand 08/2020 - Grafik: © Solar Promotion GmbH

Ob sich ein PV-Speicher lohnt, wird in Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde Strom ausgedrückt. Um diese zu berechnen, müssen der Gerätepreis, die nutzbare Speicherkapazität, die Anzahl der Ladezyklen und der Systemwirkungsgrad ins Verhältnis gesetzt werden. Dabei kommt zum Beispiel heraus, dass die Speicherkosten für eine Kilowattstunde Strom rund 20 Cent betragen. Gemeinsam mit den Stromgestehungskosten von etwa 8 bis 10 Cent liegen die Kosten für eine Kilowattstunde von selbst erzeugtem und gespeichertem Strom etwa in einem Bereich mit den Kosten für Netzstrom. Hält der sinkende Preistrend aber an, so dürften sich Photovoltaikspeicher künftig immer mehr lohnen.

Wann lohnen sich Solarspeicher?

Laut einer Studie der HTW Berlin lohnen sich Solarspeicher aktuell ökonomisch nur in der Kombination aus einem kleinen Speicher und einer großen PV-Anlage.

Die Dimensionierung der Speicher sollte dabei in der Regel auf die Leistung der Photovoltaikanlage und Ihren Stromverbrauch angepasst werden. Zu große Speicher rechnen sich nicht. Für ein Einfamilienhaus mit Photovoltaik und Anlagenleistungen zwischen etwa 5 und 12 kWp, lohnen sich Speicher zwischen 4 kWh und 6 kWh, die etwa von 7.000 Euro bis 8.000 Euro kosten.

Durch attraktive Fördermöglichkeiten für Stromspeicher der KfW im Rahmen des Programms 270 können bis zu 100 Prozent der Anschaffungskosten für einen PV-Speicher mit einem zinsgünstigen Förderkredit finanziert werden. Hinzu kommen finanzielle Zuschüsse im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesländer. Sie fördern die Anschaffung von Solarspeichern mit Summen zwischen wenigen hundert und bis zu 1.000 Euro. Mit diesen hohen Zuschüssen lohnt sich ein Energiespeicher für eine Solaranlage bereits deutlich mehr.

Wenn Sie überlegen, ob sich eine 6 kW-Solaranlage für Sie lohnt, können Sie sich mit der folgenden Tabelle einen Überblick verschaffen. Sie zeigt anhand einer vierköpfigen Familie mit einem Jahresstromverbrauch von etwa 4.500 kWh und Einfamilienhaus, welchen Unterschied im Eigenverbrauchsanteil die Nutzung eines Solarspeichers macht. Es wurden drei Anlagengrößen verglichen. Es wurde ein Speicher mit 8 kWh gewählt, weil dies die Durchschnittsgröße von im Jahr 2020 gekauften Solarspeichern war.

Leistung Anlage kWp

Fläche in qm

Anzahl Module

Kosten Anlage brutto €

Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher

Eigenverbrauchsquote mit 8 kWh Speicher

4

ca. 24

16

ca. 7.600

32 %

76 %

7,5

ca. 45

30

ca. 12.230

20 %

47 %

10

ca. 60

40

ca. 15.500

16 %

37 %

Wie nutzen Deutsche Solaranlagen zur Stromerzeugung?

In Deutschland erlebt die Photovoltaik einen Aufwärtstrend: Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Anlagengröße betrug zwischen 2016 und 2020 vier Prozent. 2016 waren im Durchschnitt 6,4 kWp installiert und 2020 schon 7,5 kWp. Mit der EEG-Novelle 2021 und der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch, die seitdem erst bei Anlagenleistungen von mehr als 30 kWp fällig wird, geht die Tendenz auch zu größeren privaten Photovoltaikanlagen. Dennoch lässt sich sagen, dass die Anlagengrößen auf Eigenheimen im Einzelnen derzeit noch etwa 4 bis 10 kWp betragen.

Grafik: Durchschnittliche installierte Leistung von Photovoltaik-Kleinanlagen 2016 und 2020 im Vergleich.Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der installierten Leistung von PV-Anlagen betrug zwischen 2016 und 2020 vier Prozent. l Quelle:EUPD Research (2021)

Photovoltaik-Fakten im Überblick: Warum eine Solaranlage sich heute noch lohnt

  • Bei den typischen Anlagengrößen zwischen 4 und 10 kWp werden ca. 16 bis 40 Solarmodule benötigt. Das entspricht etwa einer Fläche von 24 bis 60 qm.
  • Dabei geht man von einer ungefähren Nennleistung eines Moduls von ca. 250 bis 300 Watt aus.
  • Für eine PV-Anlage in dieser Größenordnung fallen Bruttokosten zwischen etwa 7.600 und 15.500 Euro an.
  • Dass Ende 2020 bereits insgesamt etwa zwei Millionen PV-Anlagen installiert waren, lohnte sich auch für die Umwelt: Es wurden etwa 34,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent an Treibhausgasen eingespart. Zum Vergleich: Mit den rund 2,5 Mio. installierten Solarthermie-Anlagen wurden lediglich 2,1 Mio. Tonnen an CO2-Äquivalenten vermieden.

Grafik mit Zahlen zur Photovoltaik in Deutschland 2020. Das Wachstum im Bereich des Solarstroms ist in vielen Bereichen ablesbar.Photovoltaikanlagen erfreuen sich steigender Beliebtheit, wie verschiedene Zahlen aus 2020 zeigen. l Quellen: Verbraucherzentrale, Fraunhofer ISE, BSW Solar, EUPD Research, Grafik: Solaranlagen-Portal.com

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Lohnt sich eine Solaranlage? Kosten & Nutzen einer Solarthermieanlage

Bei thermischen Solaranlagen für Warmwasser und Heizung stellt sich ähnlich wie bei der Photovoltaik vor der Installation die grundlegende Frage, welchem Zweck die Solaranlage dienen soll. Zwei Anlagenkonzepte stehen zur Auswahl:

  • eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung: nimmt wenig Dachfläche in Anspruch, preisgünstig, spart 60% der Warmwasserkosten.
  • eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung: größer, teurer, spart 20-30% des Gesamtwärmebedarfes ein.

Während die Warmwasser-Solaranlage ausschließlich für die Erhitzung von Wasser zuständig ist, entlastet die Heizungsunterstützungsanlage mit der Solarwärme zusätzlich die Heizung. Beide Solaranlagen arbeiten nach demselben Prinzip und mit derselben Technik – eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung fällt jedoch leistungsfähiger und damit größer und teurer als eine Warmwasseranlage aus. Dafür stellt sie allerdings auch bedeutend mehr Kilowattstunden Wärmeenergie zur Verfügung.

Grafik: Lohnt sich eine Solaranlage für Warmwasser und Heizung?Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung im Vergleich | Grafik: Solaranlagen-Portal.com

Ab wann lohnt sich eine Solaranlage für Warmwasser?

Eine Solaranlage für Warmwasser wird darauf ausgelegt, über den Jahresverlauf einen bestimmten Anteil der Warmwasserbereitung zu übernehmen. Man bezeichnet diesen Anteil als solaren Deckungsgrad. Generell hat sich ein solarer Deckungsgrad von 60 % als ideal herausgestellt. Da die Sonneneinstrahlung im Jahresverlauf deutlich variiert, wäre eine zu große Solaranlage im Sommer zu leistungsstark, während der Mehrertrag im Winter vernachlässigbar wäre – im Gegensatz zur Photovoltaik lässt sich überschüssige Solarwärme (von lokalen Wärmenetzen abgesehen) nicht in ein weiteres Netz einspeisen.

Solaranlagen für Warmwasser – Preise & Planung: Diese Anlagen sind vergleichsweise einfach zu planen – pro Person benötigt man 0,8-1 Quadratmeter oder 1,2-1,5 Quadratmeter Kollektorfläche, je nachdem, ob man zum Vakuumröhrenkollektor oder zum preiswerteren, aber schwächeren Flachkollektor greift. Dazu sollte der Warmwasserspeicher eine Kapazität von 60-80 Litern pro Person aufweisen. Bei einem Vierpersonenhaushalt käme man also auf eine Dachfläche von 6 Quadratmetern (bei Flachkollektoren) und einen Speicher von 240 bis 320 Litern. Eine solche Anlage kostet ungefähr 4.000 bis 6.000 Euro. Von diesem Betrag können Sie bei Erfüllung der entsprechenden Förderkonditionen noch einen Zuschuss von 30 % durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten – also 1.200 bis 1.800 Euro. Die Solaranlage kostet dementsprechend dann zwischen 2.800 bis 4.200 Euro.

Ob sich eine Solaranlage für Warmwasser lohnt, hängt abgesehen von den Investitionskosten dann von Ihrem Wasserbedarf ab und mit welchem Brennstoff Sie das Warmwasser erwärmen. Je höher ihr Wasserbedarf und je teurer ihr Brennstoff, desto eher lohnt sich eine Solaranlage für Warmwasser. Im Schnitt benötigt ein Vierpersonenhaushalt über das Jahr betrachtet ungefähr 2.400 bis 3.200 Kilowattstunden Wärmeenergie. Eine Solaranlage für Warmwasser würde bei einem solaren Deckungsgrad von 60 % also 1.440 bis 1.920 Kilowattstunden Solarwärme beisteuern.

  • Erwärmen Sie ihr Warmwasser mit Erdgas, liegen die Kosten für eine Kilowattstunde Wärme bei 6 Cent pro Kilowattstunde. Die Solaranlage für Warmwasser würde also zwischen 86,40 und 192 Euro pro Jahr einsparen. Energiepreissteigerungen sind hier jedoch noch nicht berücksichtigt.

Daraus wird ersichtlich, dass sich eine Solaranlage für Warmwasser rein finanziell betrachtet durchaus rechnen kann, wenn man staatliche Fördergelder in Anspruch nimmt und der Warmwasserbedarf ausreichend hoch ausfällt. Gut geplant, amortisieren sich diese Solaranlagen im Schnitt nach 15-18 Jahren, während die Lebenszeit einer Solaranlage für Warmwasser durchaus 20-30 Jahre beträgt.

Ökologisch betrachtet lohnt sich eine Solaranlage für Warmwasser immer. Die Solaranlage holt die Energiemenge, die zu ihrer Herstellung benötigt wurde, bereits nach zwei bis vier Jahren wieder herein.

Flachkollektoren sind einfach, robust und preiswert | Bildquelle: © Bosch Thermotechnik GmbH

Lohnt sich eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung?

Bei der Solaranlage zur Heizungsunterstützung ist die Sachlage ein wenig komplexer, da man nicht von einem fixen Deckungsgrad ausgehen kann. Zu unterschiedlich sind die Immobilien, ihre energetische Qualität und die Heizsysteme.

Solarheizung – Preise & Planung: Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass man 0,8 bis 1,1 Quadratmeter bzw. 0,5 bis 0,8 Quadratmeter Kollektorfläche in Abhängigkeit vom Kollektortyp benötigt. Dazu gesellt sich dann ein Pufferspeicher von 600 bis 800 Litern Fassungsvermögen. Das Volumen vom Solarspeicher beträgt 50 Liter je Quadratmeter Flachkollektorfläche und 50 Liter für den Warmwasserbedarf pro Person. Eine typische thermische Solaranlage weist somit 10-15 Quadratmeter Kollektorfläche mit einem Speicher von 600 bis 800 Litern Fassungsvermögen auf und kostet zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Auch hier ist der Bezug von einem dreißigprozentigen Zuschuss durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude möglich.

Im Schnitt deckt eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung 20-30 Prozent des gesamten Wärmebedarfes eines Haushalts ab. Benötigen Sie also 20.000 Kilowattstunden im Jahr, so kann die Solaranlage 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden Wärme bereitstellen.

  • Heizen Sie mit Erdgas, Preis aktuell 6 Cent pro Kilowattstunde, so würde die Solaranlage also 240 bis 360 Euro an Heizkosten einsparen. Auch hier sind die Energiepreissteigerungen noch nicht berücksichtigt.

Bei den obig genannten durchschnittlichen Anlagenpreisen kann man also auch bei einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung von Amortisationszeiten von 15-18 Jahren ausgehen. Auch die ökologischen Amortisationszeiten sind mit wenigen Jahren wie bei der Warmwasseranlage sehr kurz.

Vakuumröhrenkollektoren sind teurer, bringen aber mehr Ertrag auf geringerer Fläche. | Bildquelle: © Bosch Thermotechnik GmbH

Förderprogramme für thermische Solaranlagen

Thermische Solaranlagen werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) seit Jahresbeginn 2021 mit einem Zuschuss von 30 Prozent gefördert.

Kann ich Solaranlagen für Strom und Heizungsunterstützung kombinieren?

Solange Sie genug Platz auf dem Dach haben, können Sie problemlos Photovoltaik und Solarthermie kombinieren. Ob das abgesehen von der technischen Machbarkeit Sinn ergibt, ist allerdings eine andere Frage. Das hängt vor allem von Ihrem Heizsystem ab: Haben Sie einen Gasbrennwertkessel, kann die Solaranlage Ihre Heizung und Warmwasserbereitung tatkräftig unterstützen. Falls Sie jedoch eine Wärmepumpe haben, kann es effizienter sein, die Wärmepumpe mit Photovoltaik zu kombinieren – Sie betreiben dann nicht nur Ihre Wärmepumpe mit Solarstrom, sondern steigern so auch direkt Ihre Eigenverbrauchsquote.

Möchten Sie also Ihre Heizung sanieren, kann sich eine Solaranlage für Warmwasser und Heizung lohnen. Ersetzen Sie direkt Ihr Heizsystem durch ein neues oder sollten Sie einen Neubau planen, kann ein sorgfältig abgestimmtes Photovoltaiksystem mit Wärmepumpe die bessere Lösung sein. Hier ist also ein intensives Gespräch mit einem Fachbetrieb sicherlich anzuraten.

Gut zu wissen

Wenn Ihnen die Anschaffungskosten für eine Solaranlage zu hoch sind, Sie aber gerne Sonnenenergie für Strom oder Warmwasser nutzen möchten, kann es sich lohnen, eine Solaranlage zu mieten. Erfahren Sie mehr über das Mieten einer Solaranlage.

FAQ

Wie viel kostet eine Solaranlage für Warmwasser?

Eine Solaranlage für Warmwasser kostet zwischen 4.000 bis 6.000 Euro

Was kostet eine Balkon-Solaranlage?

Eine Balkon-Solaranlage, auch Mini-PV-Anlage genannt, ist oft ein Stecker-Solarmodul. Eine solche Balkon-Solaranlage kostet etwa 350 bis 500 Euro. Sie amortisiert sich durch den erzeugten Strom in etwa 6 bis 9 Jahren.

Wann lohnt sich Solar auf dem Dach?

Sofern es sich bei der Solaranlage um Photovoltaik handelt, lohnt sie sich heute vor allem dann, wenn der Eigenverbrauch an Solarstrom hoch ist. Ist es eine Solarthermieanlage, lohnt sie sich für jeden, der Energiekosten sparen möchte. Eine Solaranlage für Heizung und Warmwasser sollte allerdings möglichst passgenau auf den eigenen Bedarf abgestimmt sein, damit sie sich lohnt.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Lohnt sich eine Solaranlage

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Süßlicher Warm-Wassergeruch: Ursachen?

Mein Warmwasser riecht seit einem halben Jahr süßlich. Egal ob Küche oder Bad, jede Leitung gleich. Habe einen Kombispeicher 700l darüber emailirter einsatz 200l für Warmwasser. Pellettanlage und Solaranlage sind angeschlossen am Boiler. Boiler ist dicht und passgenau. Trotzdem riecht nur das Warmwasser dauerhaft süßlich. Was kann ich tun? Welche Ursachen kann es geben?
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Solarwärmetauscher im Boiler undicht!

Solaranlage nur für Eigenverbrauch installieren

Können wir eine Photovoltaikanlage installieren (für ca 13KWp), die ausschließlich für den Eigenbedarf Strom erzeugt? Wir haben eine Heizung, die viel Strom verbraucht, dazu der gewöhnliche Hausstrom im Eigenheim und ein Elektroauto. Müssen wir dann eine Gewerbe anmelden wenn wir keine Netzanspeisung betreiben würden? Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Antwort von EEG AUTARK GmbH

Ja, das ist möglich. Wir können ihren kompletten Strom zu 100% speichern und Ihre Heizung, sowie ihr Elektroauto mit diesem versorgen. Hierbei gibt es enorme Fördermittel, welche wir zusätzlich für Sie beantragen. Gewerbe müssen Sie mit unserem System nicht anmelden. Und Einspeisen lohnt sich nicht, da Sie 12 Cent erhalten und wieder zukaufen müssen für 25 Cent.

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