Solarthermie zur Warmwasserbereitung im Überblick

Eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung und eine Solarthermie­anlage zur Heizungsunterstützung unterscheiden sich kaum, was ihre Funktions­weise angeht. Solarthermie Warmwasser entlastet zwar nicht die Heizung, sondern unterstützt nur die Warmwasserbereitung - aber diese solarthermische Anlage ist preiswerter, einfacher zu planen und benötigt im Vergleich zu einer Kombianlage wenig Platz auf dem Dach.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieWarmwasserbereitung

Solarthermie Warmwasser - Technik, Anlagenplanung & Preise

Eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung erzielt schon mit kleiner Kollektorfläche gute Erträge. Der Bedarf an Warmwasser kann im Sommer oft komplett gedeckt werden. Auch im Winter sorgt Solarthermie Warmwasser noch für gute Ergebnisse. Der Aufbau ähnelt dem einer Solar Heizung. Auch die Grundvoraussetzungen für die Anlage sind ähnlich: eine südlich ausgerichtete Dachfläche mit einer Neigung um 50 Grad ist für die Solarkollektoren optimal. Natürlich sollte die Dachfläche nicht verschattet werden, zum Beispiel durch Bäume oder Bauwerke.

Die Auslegung einer Solarthermie Anlage - Deckungsgrad, Kollektorfeld & Speicher

Die Solarthermie Berechnung gestaltet sich deswegen recht unkompliziert. Der Warmwasserbedarf ist über das Jahr betrachtet relativ konstant, ganz im Gegensatz zum Heizenergiebedarf - dieser verändert sich im Jahresverlauf beträchtlich. Üblicherweise wird eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung über den "solaren Deckungsgrad" berechnet.

Der solare Deckungsgrad gibt an, wie viel Prozent des Energiebedarfes für Warmwasser durch Solarthermie gedeckt werden soll. In der Praxis sind Werte um die 60 Prozent üblich. Dies führt im Durchschnitt zu einer kompletten Abdeckung des Bedarfes an Warmwasser im Sommer, ohne dass ein Überangebot an Wärme entsteht. Gleichzeitig sorgt die solarthermische Anlage noch für eine merkliche Entlastung der Warmwasserkosten im Winter.

Kollektorfeldgröße, Speichervolumen und Preise für Komplettpakete

Grundsätzlich benötigt man pro Person 1 - 1,3 Quadratmeter Flachkollektoren oder 0,8 - 1 Quadratmeter Vakuumröhren­kollektoren. Dazu braucht der Solarthermie Speicher ein Volumen von 60 bis 80 Litern pro Person. So steht auch an Tagen, an denen die Sonne nicht stark scheint, genug Warmwasser zur Verfügung.

Um Kauf, Installation und Service zu vereinfachen, werden Solarthermieanlagen immer öfter als Komplettpaket angeboten. Hier sind bereits alle notwendigen Komponenten enthalten: Kollektoren, Speicher, Regelungssysteme und weitere Komponenten wie die Solarflüssigkeit. Die Solarthermie Preise für diese Komplettsysteme bewegen sich derzeit zwischen 3000 und 6000 Euro für die technischen Komponenten. Montage und Inbetriebnahme kosten meist extra.

Testberichte zur solaren Bereitung von Warmwasser

Selbstverständlich ist der Preis nicht alles - vor dem Kauf sollte man sein Augenmerk besonders auf Testergebnisse und Gütesiegel der Komponenten richten. Anhaltspunkte sind beispielsweise das "Solar Keymark"-Siegel, welches für eine gute Qualität der Kollektoren spricht. Zeitschriften wie Ökotest oder Stiftung Warentest haben bereits mehrfach einen Solarthermie Test durchgeführt.

Fördergelder finanzieren die solarthermische Anlage

Für eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung sind seit 2015 Fördermittel durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erhältlich. Die Mindestförderung beträgt 500 Euro. Es gibt noch weitere Anlaufstellen für Fördergelder. Hervorzuheben ist beispielsweise die KfW-Bankengruppe. Auch andere regionale Geldgeber wie Kommunen oder einzelne Hersteller bieten oft spezielle Programme für Solarthermie zur Warmwasserbereitung an.

Fachbetriebe für Solarthermie geben gern Auskunft, welches Solarthermie Warmwasser-System am besten für ihr Projekt geeignet ist.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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