Abnahme einer Solarthermieanlage

Nach der Installation einer Solarthermieanlage ist das Bauvorhaben noch nicht abgeschlossen. Vor dem schlussendlichen laufenden Betrieb steht die Inbetriebnahme durch den Fachmann und das Anfertigen eines Inbetriebnahme und Übergabeprotokolls. Die sichere Solarthermie Abnahme im Überblick.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieChecklisteAbnahme

Solarthermie Abnahme: Inbetriebnahme & Übergabeprotokoll

Nach einem ausgiebigen Vergleich der Solarthermie Angebote haben Sie sich für einen Fachbetrieb entschieden und die Solarthermieanlage ist installiert. Ein wichtiger Teil der Übergabe besteht in der Anfertigung eines Übergabe- bzw. Inbetriebnahmeprotokolls. Was dort enthalten sein sollte, zeigen die nächsten Abschnitte.

  • Bei jeder Inbetriebnahme muss ein Inbetriebnahmeprotokoll angefertigt werden - dies sollte so vollständig wie möglich sein. Sind die Angaben nicht vollständig, sollten Sie das Protokoll nicht anerkennen!
  • Vor dem Spülen erfolgt eine Druckprobe. Währenddessen müssen die Kollektoren abgedeckt werden, damit keine Wärmeaufnahme erfolgt. Ein Prüfdruck von circa 90 Prozent des maximalen Betriebsdruckes wird hergestellt und mindestens 30 Minuten gehalten. Daraufhin findet eine Leckagekontrolle statt. Verläuft die Probe erfolgreich, wird die Anlage entlüftet und auf Betriebsdruck gebracht.
  • Hinweis: in den ersten Wochen nach Inbetriebnahme sollte man erneut Luft ablassen.
  • Schlussendlich erfolgt die Einstellung des Volumenstromes, die Einstellung der Regelung und eine Einweisung des Benutzers in die Anlagenfunktionen und Wartung.

Was sollte im Übergabe- / Inbetriebnahmeprotokoll stehen?

Laut Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. Infoblatt 44 sollte das Übergabeprotokoll idealerweise folgende Angaben enthalten:

  • Typ der Anlage: Trinkwassererwärmung oder Heizungsunterstützung?
  • Kollektorfläche (Brutto- und Aperturfläche), Kollektortyp, Blitzschutz. Bruttofläche und Aperturfläche sind wichtig: die Bruttofläche benötigen Sie, falls Sie einen Antrag auf BAFA-Förderung stellen möchten, während die Aperturfläche für Angaben zum EEWärmeG benötigt werden.
  • Informationen zum Speicher: Stückzahl, Volumen, Hersteller/Typ, Korrosionsschutz, Volumina der Ausdehnungsgefäße. Hinweis: alle Speicher sind aufzuführen - auch integrierte Frischwasserstationen sollten erfasst werden.
  • Informationen zur Solarkreisverrohrung: Durchmesser, Verbindungstechnik, Stärke der Dämmung, Entlüftung, Potenzialausgleich, Spüldauer in Minuten.
  • Informationen zum Wärmeträger: Hersteller und Typ, Füllvolumen, Frostschutz, pH-Wert.
  • Angaben zu den Druckverhältnissen wie IST und SOLL-Werte zum Fülldruck, Vordruck im Membranausdehnungsgefäß, Druck Sicherheitsventil, Systemüberdruck, statische Höhe, Anlagenbetriebsdruck, Druckprobe durchgeführt.
  • Einstellungen am Solarregler: Hersteller, Typ, Temperaturen im Speicher, Schaltzeiten Nachheizung, Bereitschaftstemperatur.
  • Pumpeneinstellungen: Volumenstrom pro Minute, Fluidtemperatur, Pumpenstufe bzw. Drehzahlregelung.
  • Angaben zur eventuellen nachträglichen Systemoptimierung.
  • Einweisung und Dokumentation: Anlagenfunktionen erläutert, Verantwortungen zur Trinkwasserhygiene erläutert, Datenblätter und Bedienungsanleitungen übergeben, Rohrleitungen und Armaturen beschriftet, Kontrollen und Störungsmeldungen erläutert, Anlagenschema übergeben.
  • Lassen Sie sich am besten eine Kopie des unterschriebenen Protokolls zusenden.
  • Die durchgeführten Arbeiten sowie die eingestellten Werte sollten in einem Übergabeprotokoll festgehalten werden. Diese Angaben können für die Betriebskontrolle als Vergleichswerte herangezogen werden, um Defekte frühzeitig zu erkennen.
  • Bei umfangreicheren Bauarbeiten können Teilabnahmen das Mittel der Wahl sein. Besprechen Sie den genauen Ablauf mit dem Fachbetrieb.

Eine Fachunternehmererklärung ist für die BAFA-Förderung wichtig

Die Fachunternehmererklärung ist z.B. neben der Rechnung für die Solarthermieanlage Bestandteil eines BAFA-Förderantrags. Sie muss vom Installateur vollständig ausgefüllt und unterzeichnet werden.

Die Fachunternehmererklärung muss folgende Angaben aufweisen:

  • Angaben zum Installationsunternehmen
  • Standort der Anlage
  • Angaben zur installierten Solarkollektoranlage:
  • Inbetriebnahmedatum
  • vollständige Herstellerangabe und Typbezeichnung der Anlage. 
  • Kollektorenanzahl
  • Bruttokollektorfläche der gesamten Anlage
  • Volumen des Pufferspeichers
  • Angaben zum Wärmemengenzähler (Ertragserfassung). Für Anlagen ab 30 m² (Flachkollektoren) oder ab 20 (Röhrenkollektoren) ist ein Wärmemengenzähler Fördervoraussetzung.

Wenn alles nach Plan verlaufen ist, sollte die Solarthermieanlage sicher und fehlerfrei funktionieren. Damit dies lange auch so bleibt, haben wir Hinweise zur Solarthermie Wartung für Sie zusammengestellt.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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