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    Abgrenzung & Einschätzung: Photovoltaik & Solarthermie

    Wer sich entscheidet, in eine Solaranlage zu investieren, hat die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Photovoltaik und Solarthermie. Wir beschreiben Ihnen die Unterschiede zwischen den zwei Systemen, die oft synonym gebraucht werden, und geben Tipps, wann - und ob - welches System vorteilhafter ist: Photovoltaik oder Solarthermie.
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    Der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie

    Photovoltaik SolarthermiePhotovoltaik und Solarthermie teilen sich einvernehmlich
    ein Dach, iStockphoto.com © AlexTimaios

    • Solarthermie gewinnt Wärme aus der Sonnen­energie. Solarthermische Anlagen teilen sich für Wohngebäude in zwei weitere Unter­gruppen auf: Solaranlagen zur Warmwasser­bereitung und Anlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung.

    Erste stellen ihre Wärme der Raumheizung und der Warmwasserbereitung (für Dusche, Badewanne oder Wasserhähne) gleichermaßen bereit, während letztere sich auf die Warmwasserbereitung konzentrieren.

    Diese Solaranlagen arbeiten mit Solarkollektoren (im obigen Bild sehen wir in der untersten Reihe Vakuumröhrenkollektoren, ein leistungsfähigerer und teurerer Kollektortyp im Vergleich zu den weitaus häufigeren Flachkollektoren), in denen die Wärme anfällt. Eine Pumpe befördert die Wärme über ein Kreislaufsystem, das mit einer Trägerflüssigkeit gefüllt ist, in einen Speicher. Von dort aus geht die Wärme an die Heizkörper oder die Zapfstellen für das Warmwasser. Solarthermie ist (mit Ausnahme von Wärmenetzen) für den Eigengebrauch bestimmt. Auch eine Einspeisevergütung gibt es nicht. Dafür erhält man Fördergelder bei der Anschaffung, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

    • Photovoltaik gesteht Strom aus der Sonnenenergie. Die Photovoltaikmodule erzeugen Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt diesen in Wechselstrom um. So können alle haushaltsüblichen Elektrogeräte mit diesem Strom betrieben oder gegen eine Einspeise­vergütung pro Kilowattstunde in das Stromnetz eingespeist werden. Neuerdings gibt es spezielle Solarspeicher. Mit diesen kann man einige Kilowattstunden an Strom für den Eigengebrauch vorhalten und die Effizienz seiner Anlage erhöhen.



    Was ist besser: Photovoltaik oder Solarthermie?

    Solarthermie: Ein Solarthermiesystem benötigt ungefähr 7 - 15 qm2 für eine Kombianlage und ungefähr die Hälfte dieser Fläche, wenn es ein Warmwassersystem werden soll. Die Kosten liegen bei 3.000 bis 6.000 Euro für eine Warmwasseranlage, während eine Kombianlage im Schnitt das Doppelte kostet. Dafür spart man mit einer durchschnittlichen Warmwasseranlage etwa 60% der Kosten für die Warmwasserbereitung.

    Bei einer Kombianlage ist die Situation schwieriger zu erfassen. Mit einem handelsüblichen Solarpaket spart man jedoch schätzungsweise zwischen 15 bis 30% an Heizkosten (Heizung & Warmwasser) ein. Zu diesen Kosten und Ersparnissen gesellen sich Fördergelder. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt beispielsweise 2.000 Euro für eine Kombianlage und 500 Euro für eine Warmwasseranlage, wenn eine Solarthermieanlage in einem Bestandsbau angeschafft wird (nur in Ausnahmen für Neubauten).

    Photovoltaik: Grundsätzlich ist es bis vor einigen Jahren (Stand: 2015) so gewesen, dass sich Photovoltaik besonders für große Flächen lohnte. Dort erwirtschaftete die Photovoltaikanlage einen optimalen Ertrag und der Betreiber erhält eine höchstmögliche Einspeisevergütung für Photovoltaik vom Staat. Es war somit eher ein Renditeobjekt bzw. eine Geldanlage. Mit dem kontinuierlichen Absenken der Einspeisevergütung ist diese Situation eine andere geworden. Nun ist der Eigenverbrauch die attraktivere Option, da die selbsterzeugte Kilowattstunde Strom inzwischen deutlich weniger kostet, als wenn man sie aus dem Stromnetz bezieht.

    Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ist "Power-to-Heat". Hier verwendet man den Strom aus der Photovoltaikanlage, um ein Heizsystem wie eine Wärmepumpe zu betreiben. Das spart Betriebsstrom und erhöht gleichzeitig den Eigenverbrauch.

    Aus diesen Gründen haben sich in den letzten Jahren PV-Speicher bzw. Stromspeicher am Markt etabliert. Diese gleichen den Umstand aus, dass die größte Stromgestehung an Zeiten anfällt, in denen der Strombedarf durch Haushaltsgeräte oder Heizgeräte wie Wärmepumpen am niedrigsten ist. So steht Solarstrom zur Verfügung, selbst wenn die Wetterlage nicht optimal für die Photovoltaikanlage ausfällt.

    Gleichzeitig ist es wichtiger geworden, eine Photovoltaikanlage ähnlich wie eine Solarthermieanlage auf den eigenen Bedarf hin auszulegen, da man durch eine möglichst große Modulfläche nicht mehr automatisch wirtschaftlicher arbeitet. Die Photovoltaik Preise liegen ungefähr bei 1.300 Euro bis 2.000 pro Kilowatt Peak Leistung (kWp). Angaben zur Wirtschaftlichkeit können Sie auch über unsere beiden Rechner erhalten: unseren Photovoltaikrechner und den Eigenverbrauchsrechner.

    Einschätzung: Ein eindeutiges Urteil in der Frage "Photovoltaik oder Solarthermie" fällt angesichts der derzeitigen Lage nicht klar aus. Solarthermie ist auf die Wärmebereitstellung beschränkt, während sich Photovoltaik mit einigen Zusatzsystemen für die Strom- und Wärmebereitstellung eignen kann. Allerdings ist die nötige Fläche für Solarthermieanlagen geringer und bei ausreichendem Budget und Fläche spricht wenig gegen eine Doppelnutzung eines Daches mit beiden Technologien. Entscheidend ist das Gespräch mit einem Fachbetrieb. Dieser wird sich die Bedingungen und die Bedarfslage vor Ort genau ansehen, analysieren und Ihnen eine Einschätzung darüber geben, welche Systeme sich für Ihre Ausgangslage und Interessen am besten eignet.

    Hier finden Sie bei Bedarf kostenfrei kompetente Fachbetriebe für Solarenergie aus Ihrer Umgebung. Diese beraten Sie gerne in allen Fragen weiter.


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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com