Solarthermie & Jahreszeiten – Tipps für Winter und Sommer

13. April 2021
Das Prinzip einer thermischen Solaranlage scheint zunächst unlogisch. Wärme wird im Haushalt vor allem im Winter benötigt. Diese ist im Sommer zwar ausreichend vorhanden, kann jedoch nur unter großen Umständen für den Winter gespeichert werden. Wie Anlagenbetreiber dieses Ungleichgewicht umgehen und Solarheizungen im Winter und Sommer sinnvoll auslasten, zeigt dieser Artikel. Erfahren Sie mehr über Kombinationen mit anderen Heizungssystemen und Kühlung durch Solarthermie.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieAnlagentechnikim Winter

Solarthermie ist abhängig von den Jahreszeiten

Von Mai bis September kann eine durchschnittliche thermische Solaranlage mit ihrem Ertrag durch Solarthermie den Wärmebedarf eines Einfamilienhauses decken. Überflüssige Wärme, die im Sommer nicht benötigt wird, kann zum Beispiel zum Beheizen eines Pool genutzt werden.

Im Winter reicht die Leistung der Solarheizung dann nicht aus, um den Wärmebedarf komplett zu decken, weil dieser sehr viel höher ist als im Sommer. Die Solarheizung deckt dann meistens nur rund 20 Prozent des Bedarfs und kann das Brauchwasser nur vorwärmen.

Fernwärme oder die Kombination mit anderen Heizsystemen wird dann nötig, da herkömmliche Speicher nicht ausreichen, um die Wärme aus dem Sommer für andere Jahreszeiten vorzuhalten.

Saisonale Speicher und Kombinationsmöglichkeiten

Es besteht die Möglichkeit, einen saisonalen Speicher zu nutzen. Dies ist ein Großspeicher, welcher die Wärme, die im Sommer nicht genutzt wird, bis in den Winter hinein speichert, um diese dann auch zur kalten Jahreszeit zur Solarheizung nutzen zu können. Ein solcher Speicher kann ein Volumen von bis zu einer Million Liter haben, weshalb er für ein Einfamilienhaus nicht geeignet ist. Hier bietet sich eher die Möglichkeit an, die Anlage mit anderen Heizungssystemen zu kombinieren, wie zum Beispiel Solarthermie und Wärmepumpen, Solarthermie und Gasheizung oder Solarthermie und Pelletheizun­gen.

Solarthermie Kühlung

Eine weitere Möglichkeit, die überflüssige gespeicherte Wärme einer thermischen Solaranlage zu nutzen, ist die solare Klimatisierung oder solare Kühlung. Hierbei werden Wärmeüberschüsse mithilfe einer so genannten "Absorptionskälteanlage" umgewandelt und zur Kühlung von Räumen genutzt. Vorteil ist, dass die thermische Anlage im Sommer nicht stillsteht und dass viel Energie zur Klimatisierung eingespart wird.

Weiterlesen zum Thema "Photovoltaik"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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