Nutzung von Solarthermie & Kombination mit Heizsystemen

14. April 2021
Überall, wo warmes Wasser im Haushalt und Alltag gebraucht wird, kann Solarthermie die Wassererwärmung durch fossile Brennstoffe unterstützen. Erfahren Sie hier, wie Sie mit Solarthermie Ihren Haushalt modernisieren, welche Einsatzgebiete es für solare Unterstützung gibt und mit welchem Systemen Sie eine Solarthermieanlage kombinieren können.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolaranlagenSolarthermie (Wärme)Nutzen & Verbinden

Solarthermie ist der ideale Wärmespender für Haushalte

iStockphoto.com © nmcandreSolarthermie findet heute in drei großen Bereichen Anwendung: um warmes Wasser zu erzeugen, zusätzlich die Heizungsanlage zu unterstützen und um Schwimmbecken oder kleinere Pools zu heizen.
  • Solarthermie Anlagen zur Heizungs­unterstützung sind die aufwendigsten aber zugleich leistungsfähigsten Systeme. Sie benötigen die größte Fläche für die Kollektoren und einen Solarspeicher mit ausreichendem Volumen, leisten aber einen beachtlichen Beitrag zur Heizwärme und der Warmwasserbereitung eines Hauses. Rechnen sollte man mit Kollektorflächen von 7 bis 15 Quadratmetern, einem Speichervolumen von 800 bis 1.000 Litern und Kosten im höheren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Dafür bringt diese Form der Solarthermie Nutzung Ersparnisse bei den gesamten Heizkosten von 10 bis 30 Prozent.
  • Warmwasser mit Solarthermie zu erzeugen ist weniger aufwändig. Schon eine kleine Kollektorfläche von 3 bis 6 Quadratmetern reicht aus, um einen solaren Deckungsgrad von sechzig Prozent bei der jährlichen Warmwasserbereitung (Achtung: die 60% Ersparnis bezieht sich dann auch nur auf die Kosten für die Warmwasserbereitung!) zu erreichen. Dafür bleiben die Kosten auch deutlich im mittleren vierstelligen Bereich.
  • Die Pool Solarheizung ist eine weitere Form der Solarthermie Nutzung. Da Pools privat eher im Sommer genutzt und im Vergleich zur Warmwsserbereitung auf niedrigeren Temperaturen betrieben werden, kann schon eine kleine Anlage sehr einfach gebauter Poolkollektoren ohne Wärmedämmung das Wasser merkbar erwärmen. Es ist kein spezieller Speicher erforderlich, da das Wasser im Schwimmbecken die Wärme über eine längere Zeit speichert und eine konstante Wärmeabnahme erfolgt. Eine Vorhaltung im Speicher ist also nicht unbedingt geboten.

Kombination von Solarthermie mit anderen Heizungssystemen

Eine thermische Solaranlage kann den jährlichen Wärmebedarf eines Haushaltes wenn überhaupt nur im Sommer komplett decken. Im Winter und in den Übergangszeiten muss die Solarheizung mit einem anderen Heizungssystem kombiniert werden, das die Hauptlast trägt. Im Prinzip ist die Solarthermie Kombination mit allen Heizsystemen möglich, die ihre Wärme per Heizungswasser an Heizkörper oder -Flächen abgeben.

Eine Solarthermieanlage lässt sich mit klassischen fossil betriebenen Heizsystemen ebenso wie mit anderen regenerativen Geräten kombinieren:

  • herkömmliche Systeme mit Gas oder Öl: Eine Kombination aus Solarthermie und Gasheizung (bzw. Ölheizung) eine sehr verbreitete Kombination. Bei beiden Kombinationen springt das traditionelle Heizsystem ein, wenn die Solarheizung nicht genügend Wärme erwirtschaftet. Ein oder mehrere Speicher dienen als Knotenpunkt, dem beide (oder noch mehr) Quellen ihre Wärme zuführen. Von dort verteilt der Heizkreislauf die Wärme an die Heizkörper. Die Kosten einer Solarthermieanlage zur Heizungsuntersützung liegen generell bei 6.000 bis 10.000 Euro, während eine Installation, die alleinig für das Warmwasser zuständig ist, preislich zwischen 3.000 bis 6.000 Euro einzuschätzen ist.

21 Prozent setzen auf Solarthermie: Die Kombination von Öl- und Gaskesseln mit einer Solarheizung hat bereits eine breite Käuferschaft gefunden, wie der Heizungsmarktreport 2017/2018 von Kesselheld belegt. In einer Umfrage mit 20.000 Befragten gaben demnach 21 Prozent an, bei einer Modernisierung ihrer alten Gas- oder Ölheizung zusätzlich eine Solarthermieanlage einbinden zu wollen. Weitere 21 Prozent waren noch unschlüssig. Es besteht ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in der Nutzung von Solarthermie: In Bayern und Baden-Württemberg wollen 32 bzw. 27 Prozent aller Befragten eine Solarthermieanlage installieren. In Hamburg und Bremen sind es jeweils 17 und 13 Prozent.

Auch der Staat erachtet die Solarthermie Nutzung als förderwürdig: so vergibt des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bei einem Austausch einer alten Gasheizung zu einer Brennwertheizung mit kombinierter Solarthermieanlage zwischen 500 und 2.000 Euro Basisförderung zuzüglich Boni wie beispielsweise den Kesseltauschbonus von 500 Euro. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel zur Solarthermie Förderung 2018.

  • regenerative Systeme: Solarthermie mit Wärmepumpe. Entweder speisen beide Systeme die erzeugte Wärme in einen Speicher ein, oder die Solarheizung erwärmt das Erdreich um die Erdsonde der Wärmepumpe, um einen höheren Ertrag zu erzielen. Eine sehr interessante Neuerung stellt die sogenannte Eisheizung dar. Solarthermie und Pelletheizung sind weitere ideale regenerative Partner. Auch hier speisen beide Systeme gemeinsam Wärme in den Haushalt über einen oder mehrere Speicher ein.

Viele Nutzer kombinieren diese Systeme zusätzlich mit Kaminöfen oder einer Infrarotheizung als Zusatzelement für kleinere Räume oder besondere Situationen.

Fachbetriebe beraten Sie gern, wie Sie ihr Eigenheim sinnvoll mit Solarthermie modernisieren. Hierbei ist es wichtig, verschiedene Fachbetriebe zu Rate zu ziehen, da jeder Händler andere Hersteller und Konzepte anbietet. Unsere umfangreiche Datenbank hilft Ihnen beim Vergleichen und Sparen. Lassen Sie sich schnell und einfach über die Postleitzahlensuche Angebote aus Ihrer Region zuschicken.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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