Kriterien für den Angebotsvergleich

Wenn eine gute Planung für eine Solarthermieanlage von einem Fachbetrieb vorliegt, sollte man nicht gleich zum Bau schreiten. Vor der Installation sollten mehrere Solarthermie Angebote erstellt und verglichen werden - die Unterschiede sind oft signifikant. Welche Kriterien wichtig sind, finden Sie in diesem Teil der Solarthermie Checkliste.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieChecklisteAngebote vergleichen

Solarthermie Angebote prüfen & vergleichen

Der Stand des Projektes: nach einem professionell durchgeführten Solarthermie Ortstermin haben Sie sich möglichst mehrere Solarthermie Angebote zukommen lassen. Nun sollte man die Angebote miteinander vergleichen. Gute Solarthermie Angebote bestehen aus mehr als nur einem Brutto- und Nettobetrag. Bestehen Sie auf ausführlichen Berechnungen, die alle wesentlichen Komponenten aufzählen und auf fairen Zahlungsbedingungen, die nicht zulasten des Käufers ausfallen.

Solarthermie Angebote vergleichen - die wesentlichen Komponenten

  • Führt die Rechnung alle Komponenten auf? Bestandteile sind Rohrleitungen, Isolierungen, Ausdehnungsgefäße, die Solarpumpe, ein Wärmemengenzähler, Solarflüssigkeit, Speicher, Anschlüsse, Solarregelung, Rückschlags- und Sicherheitsventile, Zubehör für eventuelle Blitzschutzsysteme und nicht zuletzt die Kollektoren? Sind die Montagesysteme inklusive oder müssen sie extra gekauft werden? Auch Kollektorverbindungen und Anschlussschläuche sind nicht immer enthalten.
  • Werden die Komponenten durch Datenblätter des jeweiligen Herstellers ergänzt oder auf Anfrage zugesandt? Werden Betriebs- und Wartungsanleitungen aufgeführt, abgerechnet und zugestellt?
  • Werden Angaben zum solaren Deckungsgrad gemacht? Sind diese realistisch? 50 - 60 Prozent solare Deckungsrate sind bei Solarthermieanlagen zur Warmwasserbereitung realistisch. Bei der Heizungsunterstützung liegen übliche Werte zwischen 15 bis 30 Prozent.
  • Wie groß ist die bebaute Dachfläche / Bruttokollektorfläche?
  • Wie hoch ist der Jahreswärmeertrag der Kollektoren? Die Kollektoren sollten nach DIN EN 12975 (vormals DIN 4757) getestet worden sein (Solar Keymark - Zeichen). Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) listet alle förderfähigen Kollektoren mit diesem Nachweis auf. Wichtige Kenngrößen sind weiterhin ein hoher optischer Wirkungsgrad sowie ein möglichst geringer U-Wert, der für niedrige Wärmeverluste steht.
  • Achten Sie aber nicht auf die reine Leistung, sondern auch darauf, dass die Kollektoren als montagefreundlich gelten und reparaturfreundlich sind.
  • Wie hoch sind die Bereitschaftsverluste des Solarspeichers? Sie werden nach DIN 4753 Teil 8 bestimmt und in kWh pro Tag angegeben Ist die Dämmung ausreichend?
  • Die Isolierungen von Leitungen, die außen verlaufen, sollten regendicht und UV-beständig sein.
  • Nutzen Sie das Internet und einschlägige Foren, um sich in Bezug auf Komponenten, Hersteller und Fachbetriebe abzusichern, Daten abzugleichen und Meinungen einzuholen. Vor allem bei neuen oder sehr unbekannten Technologien schadet Recherche auf eigene Faust nicht.
  • Achten Sie auf Bestimmungen zur Garantie der Komponenten und der geleisteten Arbeit. Wer kommt für eventuelle Mängel auf? Beispielsweise variiert der Garantiezeitraum für Kollektoren zwischen den einzelnen Herstellern enorm. Bandbreiten von 5 - 20 Jahren laden dazu ein, genau zu vergleichen.

Auch Rechnungs- & Zahlungskonditionen müssen vergleichen werden

  • Werden Mannstunden berechnet? Wie viel Stunden werden zu welchem Satz berechnet? Erfolgt eine pauschale Kalkulation der einzelnen Arbeitsschritte (Einbringen des Speichers, Montage der Kollektoren, etc.) die auf Erfahrungswerten beruht oder erfolgt die Berechnung z.B. nach Aufmaß?
  • Sind Montage- und Anfahrtskosten ausgewiesen? Enthalten die Solarthermie Angebote Angaben zu den Kosten von Inbetriebnahme, Einweisung und Übergabe?
  • Wenn die Solarthermieanlage bereits einige Wochen in Betrieb ist, empfiehlt sich eine Nachkontrolle. Prüfen Sie, ob diese vorgenommen werden soll und ob sie bereits als Posten im Angebot veranschlagt ist.
  • Wird eine Vorauszahlung verlangt? Zu hohe Quoten sind nicht seriös. Verlangen Sie bei Vorauszahlungen Sicherheiten in Form von Dokumenten und Nachweisen.
  • Wird auf verschiedene Förderungs- und Finanzierungskonzepte eingegangen?
  • Wie lang ist die Rechnungsfrist der Solarthermie Angebote? Ein Zeitraum von mehreren Wochen sollte ausgewiesen sein. Lassen Sie sich nicht unnötig unter Zahlungsdruck setzen.
  • Sie können die Angebote im Zweifel von einem unabhängigen Energieberater prüfen lassen. Ebenso vermitteln Verbraucherzentralen gerne weiter.

Sind die Solarthermie Angebote verglichen, stehen Montage & Installation der Anlage an. Ist diese abgeschlossen, erfolgt in einem nächsten Schritt die Solarthermie Abnahme.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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