Planung einer Solarthermieanlage

Solarthermieanlagen sind eine langjährig erprobte und sichere Technologie mit einer Vielfalt an Einsatzbereichen. Doch nicht jedes Objekt eignet sich für eine solarthermische Anlage. Welche Kriterien ihr Haus unbedingt erfüllen muss und wo Stolpersteine in der Solarthermie Planung liegen, beantwortet Teil 1 unseres Planungsleitfadens.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieChecklistePlanung

Solarthermie Checkliste - eignet sich mein Haus für eine Solaranlage?

Bevor sie eine Anlage für Solarthermie kaufen, sollten Sie ihre Immobilie genau auf die Eignung für eine Solarthermieanlage prüfen. Eventuell treffen einige Ausschlusskriterien auf ihr Objekt zu oder ein anderes Heizsystem erfüllt ihre Erwartungen besser. Prüfen Sie folgende Bedingungen, bevor Sie mit der Solarthermie Planung fortfahren.

  • Solarthermieanlagen benötigen eine ausreichende Dachfläche. Der Umfang hängt davon ab, ob Sie eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung installieren möchten oder ob die Anlage auch die Heizung unterstützen soll. Behalten Sie im Blick, dass eine Solarthermieanlage grundsätzlich eine Unterstützung für ein Hauptheizsystem darstellt. Sie benötigen einen Heizkessel, der z.B. im Winter den Hauptanteil der Heizlast übernimmt.
  • Ist die Dachlastreserve ihres Daches ausreichend, um das Gewicht der Anlage zu tragen?
  • Die Dachneigung sollte bei der Warmwasserbereitung zwischen 30 und 50 Grad betragen. Die Heizungsunterstützung arbeitet am besten in Neigungen zwischen 45 bis 70 Grad Dachneigung.
  • Auch ein Flachdach kann eine Solarthermieanlage tragen. In diesem Fall wird eine Aufständerung montiert.
  • Achten Sie darauf, dass ihre Dachfläche möglichst unverschattet bleibt. Bäume oder andere Häuser können im Tagesgang Schatten werfen.
  • Solarthermieanlagen sind baugenehmigungsfrei. Allerdings sollten Sie sich mit der zuständigen Baubehörde abstimmen. Dies gilt besonders für Häuser unter Denkmalschutz. Die Lage ist zwischen den einzelnen Bundesländern nicht einheitlich - ein Blick in die jeweilige Landesbauordnung sollte vor jedem Bauvorhaben stehen.
  • Ein durchschnittlicher Speicher für eine Warmwasser-Solaranlage benötigt ungefähr 350 Liter Speichervolumen. Anlagen zur Heizungsunterstützung erreichen Volumina von 600 bis 1000 Litern. Der Speicher sollte nahe an den Kollektoren aufgestellt werden, um Wärmeverluste zu minimieren.

Schritt Zwei der Solarthermie Planung: wie groß fällt die Anlage aus?

  • Bei der Warmwasserbereitung benötigt man ungefähr 1 - 1,3 Quadratmeter Flachkollektoren beziehungsweise 0,8 bis 1 Quadratmeter Vakuumröhrenkollektoren pro Person. Das Speichervolumen sollte 60 bis 80 Liter pro Person betragen.
  • Bei der Heizungsunterstützung fallen diese Werte größer aus. Pro 10 Quadratmetern Wohnfläche geht man von einem Quadratmeter Flachkollektoren bzw. einem halben Quadratmeter Vakuumröhrenkollektoren aus. Das Speichervolumen beträgt 50 Liter pro Quadratmeter Flachkollektorfläche plus 50 Litern Warmwasserbedarf pro Person.

Solarthermie Planung: Kosten, Förderprogramme & Finanzierung klären

  • Auch bei den Kosten stellt sich die Systemfrage. Eine durchschnittliche Warmwasseranlage im Komplettpaket kostet mindestens 3000 bis 8000 Euro, während eine Kombianlage zur Heizungsunterstützung den Preisbereich von 6000 bis 12000 Euro aufwärts bedient.
  • Fördergelder vergibt unter anderem das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - hauptsächlich im Bestandsbau. Boni gibt es aber stellenweise für Neubauten. Die Mindestförderung liegt bei 500 € für Warmwasseranlagen und 2.000 € bei Solarthermieanlagen für Heizung und Warmwasser. BAFA-Richtlinien: bei Vakuumröhrenkollektoren muss die Anlage mindestens 7,0 Kollektorfläche und mindestens 50 Liter je Quadratmeter Speichervolumen aufweisen. Bei Flachkollektoren sind es min. 9,0 und 40 Liter je Quadratmeter. Bei Warmwasseranlagen muss die Kollektorfläche bei 3 Quadratmetern liegen und ein Pufferspeicher mit mindestens 200 Litern Fassungsvermögen vorliegen.
  • Alternative Anlaufstellen sind die KfW-Bankengruppe oder länderspezifische sowie kommunale Geldgeber. Fragen Sie Fachbetriebe nach Programmen, die es in Ihrer Region gibt.

Ist dieser Teil der Solarthermie Planung abgeschlossen, folgt der nächste Schritt: den richtigen Fachbetrieb zu finden, der einen fachgerechten Solarthermie Ortstermin durchführt und die Solaranlage genau auf ihre Bedürfnisse ausrichtet.

Die komplette Checkliste können Sie hier direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Weiterlesen zum Thema "Ortstermin"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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