Solarthermie Selbstbau - Solarheizungen selber bauen?

13. April 2021
Selbstbau von Solarthermie ist unter handwerklich Begabten immer wieder ein Thema. Grundsätzlich lässt sich sagen: es ist möglich, einzelne Teile einer Solarheizung wie Kollektor oder das Leitungssystem in Eigenbau zusammen zu zimmern. Diese Anlagen erreichen jedoch nicht den Ertrag einer industriell gefertigten Anlage. Ob Installateursbetriebe sich auf diese Experimente einlassen und Know how oder komplexe Teile beisteuern ist ebenfalls fraglich. Hilfe und Tipps zu Montageanleitungen finden sich in Internetforen und werden dort ausgiebig diskutiert.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolarthermieMontageSelbstbau

Selbstbau von Solarthermie nicht unterschätzen

Solarheizungen bestehen aus unterschiedlichen Komponenten. Einen Eindruck, wie komplex die Technik und ihre Bestandteile ist, bekommen Sie in unserem Bericht über Solarthermie Sets. Zum Selbstbau eignen sich deshalb nur die Teile, die technisch weniger komplex sind und ohne elektrische Teile auskommen. Dies trifft zum Beispiel auf den Kollektor zu.

Wärmetauscher, Speicher, Pumpe und Steuerungseinheit eigenen sich nicht zum selber bauen und sollten in jedem Fall gekauft werden. Ob Fachbetriebe eine Garantieleistung übernehmen, wenn die Anlage nicht nach Herstellervorgaben montiert sondern mit Eigenbau Komponenten verbunden wird, erfragen Sie bitte bei Ihrem Fachbetrieb vor Ort.

Montagetipps für Kollektoren finden sich in zahlreichen Internetforen, die sich mit Handwerk und Haustechnik beschäftigen. Wer eine Solarheizung in jedem Fall selber bauen möchte, für den empfielt sich der Kauf einer Komplettanlage. Dieses Set beinhaltet sämtliche Komponenten und kann mit handwerklichem Geschick selbst installiert werden.

Beispiele für Solarthermie Eigenbau

Solarheizungs Eigenbauten sind häufig im im Mittelmeerraum zu finden. Teilweise werden hier nur Warmwasserspeicher ohne Kollektor auf dem Dach aufgestellt. So wird das Wasser im Inneren erwärmt und dann im Haushalt verwendet.

In Deutschland ist Solarthermie Selbstbau häufig im eigenen Garten zu finden. Ein beliebtes Beispiel sind Solarduschen. Ein schwarzer Beutel mit Wasser gefüllt wird in die Sonne gehängt und liefert nach einiger Zeit warmes Wasser zum Abduschen. Auch Anlagen um Pools zu beheizen sind immer öfter ein Eigenbau. Der Kollektor besteht meistens nur aus einem schwarzen Material, welches über Rohrsystemen mit dem Schwimmbecken verbunden ist.

Generell können Selbstbau Solarheizungen in Bezug auf den Ertrag durch Solarthermie und den Wirkungsgrad von Solarthermie nicht mit den modernen und handelsüblichen Systemen mithalten. Der Ertrag auf gleicher Fläche ist deutlich geringer und deshalb nur im Sommer annähernd sinnvoll.

Weitere Informationen zum Thema Solarthermie Eigenbau lesen sie in unseren Berichten über Solarthermie Kollektoren und die Installation von Solarthermie.

Weiterlesen zum Thema "Solarthermie Lexikon"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Anforderungen der EnEV 2016: Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage möglich?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach der vernünftigsten Heizungsanlage für unseren Neubau. Nach langer Eigenrecherche stellt sich uns die Frage, ob eine Kombination aus einer Erdgasheizung mit einer Photovoltaikanlage die EnEV 2016 Anforderungen erfüllen kann und wirtschaftlich (vor dem Hintergrund von Investitionskosten) sinnvoll ist. Können Sie uns diesbezüglich weiterhelfen? Unsere Verunsicherung rührt daher, dass die meisten Foren, Tabellen oder Informationsportale lediglich die Kombination aus Erdgasheizung plus Solarthermie oder Luftwärmepumpe plus Photovoltaik vorzuschlagen scheinen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür oder dagegen sprechen?
Antwort von Elsner Architekten

Aus meiner Sicht sind das zwei unabhängige Maßnahmen: Die Gasheizung verbraucht kaum Strom (nur zum Zünden und für Pumpen und Stellventile) und kann direkt mit dem Strom, den eine Photovoltaikanlage liefert, nicht viel anfangen. Und die Photovoltaikanlage liefert eben Strom, mal viel, mal wenig. Wenn sie groß genug ist, reicht es vielleicht für eine überwiegende Abdeckung Ihres Stromverbrauchs, und für einige Einspeisung ins Versorgungsnetz. Das hat aber keine Auswirkung auf die Heizung.

Die Kombination von Gasheizung mit Solarthermie führt hingegen zu einer Erhitzung eines Wasservolumens, das als Brauchwarmwasser genutzt werden kann, oder als Puffer für Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung. Hierdurch sinkt direkt der Gasverbrauch. Natürlich kann man auch Gasheizung und Solarthermie einrichten und zusätzlich einige Photovoltaikzellen installieren.

Die Kombination Solarthermie + Wärmepumpe ist zweckmäßig, da die Wärmepumpe ein vergleichsweise großer Stromverbraucher ist, dessen Verbrauch durch die Photovoltaik weitgehend abgedeckt werden kann.

Ob das, was Sie vorhaben, der EnEV 2016 entspricht, hängt noch an einigen weiteren Parametern, und müsste im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

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