Solarthermie Förderung 2021 mit der BEG

16. September 2021
Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert seit 2021 mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten die Investition in Solarthermie. Aber wer kann diese Förderung beantragen? Wie hoch fällt sie aus? Und was gilt es bei der Antragstellung zu beachten? Dieser Ratgeber liefert Ihnen Antworten zu allen Fragen rund um die Solarthermie Förderung 2021.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Solarthermie Förderung für Altbauten und Neubauten im Überblick

Solarthermie Förderung

* Für eine neue Solarthermieanlage erhalten Sie 30-45% Zuschuss durch das BEG

* Die Förderung gibt es als Zuschuss oder als Kredit mit Tilgungszuschüssen

* Stellen Sie den Antrag auf Förderung unbedingt vor Beginn der Bauarbeiten

Inhalt:

Foto: © bildergala, Adobe Stock

Was ist die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG)?

Die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) soll einen größeren Anreiz bieten, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen und Energie einzusparen. Schon seit einigen Jahren stellt die Bundesregierung Fördergelder für energieeffizientes Bauen und Sanieren zur Verfügung – zum Beispiel in Form der verschiedenen Förderprogramme der KfW Bank und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Seit 2021 wurden viele dieser Förderprogramme in der BEG Förderung zusammengefasst. Wie gewohnt richten sich die Förderungen an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen. Einen Schwerpunkt bilden energetische Maßnahmen bei der Heizungstechnik, wie beispielsweise die Installation einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung oder einer Kombianlage, die nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizung unterstützt.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) besteht aus drei Teilprogrammen, die für Altbauten und Neubauten gleichermaßen gelten:

  • Bundesförderung für Wohngebäude (BEG WG): Förderberechtigt sind alle Arbeiten beim Neubau und bei der Sanierung von Effizienzhäusern, die dazu beitragen, den Effizienzhausstandard zu erreichen.
  • Bundesförderung für Nichtwohngebäude (BEG NWG): Förderberechtigt sind alle Arbeiten beim Neubau und bei der Sanierung von Effizienzhäusern, wie kommunale Gebäude, Krankenhäuser, Gewerbeflächen etc., die dazu beitragen, den Effizienzhausstandard zu erreichen.
  • Bundesförderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM): Gefördert werden einzelne Maßnahmen zur energieeffizienten Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden, die älter als fünf Jahre sind.

Das vereinfachte Förderangebot der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ bringt einige Vorteile mit sich: Grundsätzlich können Sie wählen, ob Sie einen Kredit mit Tilgungszuschuss oder einen direkt ausgezahlten Zuschuss als Förderung möchten. Kredite müssen bei der KfW, Zuschüsse beim BAFA beantragt werden.

Relevant für die Anschaffung und Installation einer Solarthermie-Anlage ist das Programm BEG EM.

Solarthermie nutzt kostenlose Sonnenenergie, arbeitet CO2-neutral und sorgt für eine deutliche Ersparnis bei den jährlichen Heizkosten. Aus diesem Grund zählen Solarthermie-Anlagen zu den förderfähigen Heizungstechniken der BEG.

Gefördert werden folgende Kostenpunkte:

Gut zu wissen: Auch die BEG WG und die BEG NWG fördern grundsätzlich Solarthermie. Allerdings geht es dann nicht um die Solarthermieanlage als einzelne Maßnahme, sondern um das Gesamtpaket, das dazu beiträgt, dass das Gebäude zum Effizienzhaus gebaut oder saniert wird. Der Fördersatz richtet sich dann nach dem erreichten Effizienzhaus-Standard. Allgemein gilt: Je energieeffizienter das Haus wird, desto mehr Fördergelder gibt es.

Wie sehen die Fördersätze und Kosten der BEG für Solarthermie aus?

Einzelne Maßnahmen bei der Heizungstechnik werden unterschiedlich gewertet und gefördert, deshalb gibt es für jede Maßnahme einen eigenen Fördersatz.

Maßnahme

BEG-Zuschuss

Neue Solarthermieanlage

30 % der Kosten für die Solarthermieanlage

Kombination von neuer Gasheizung mit Solarthermie

30 % der Kosten für das Gesamtpaket

40% wenn alte Ölheizung dabei ersetzt wird

Kombination einer Solarthermieanlage mit einer erneuerbaren Heizung

(Wärmepumpe, Pelletheizung)

35 % der Kosten für das Gesamtpaket

45% wenn alte Ölheizung dabei ersetzt wird

iSFP-Bonus

5 % der Kosten

Fachplanung und Baubegleitung

50 % der Kosten

Ist die Solarthermieanlage Teil eines „individuellen Sanierungsfahrplans“ (iSFP), erhalten Sie einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 5 Prozent. Der Sanierungsfahrplan muss von einem BAFA-gelisteten Energieberater erstellt werden. Kosten für Fachplanung und Baubegleitungen werden zu 50% erstattet und bei einigen Kombinationen gibt es einen Zuschlag von 10 Prozent auf die Solarthermie Förderung, wenn im Zuge der Heizungssanierung eine alte Ölheizung stillgelegt wird.

Rechenbeispiele für die Solarthermie Förderung

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus werden bei einer Solarthermieanlage zur Warmwassererwärmung Kosten von 3.000 Euro bis 6.000 Euro fällig, die Kosten einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung liegen im Schnitt 6.000 Euro bis 12.000 Euro.

Rechenbeispiel 1: Solarthermie zur Warmwasserbereitung

Angenommen, Ihre Solaranlage kostet inkl. Montage 5.000 Euro, dann ergibt sich folgende Ersparnis:

Solarthermie:

5.000 Euro

30 % BEG-Förderung:

– 1.500 Euro

5 % iSFP-Bonus:

– 250 Euro

Statt der ursprünglichen 5.000 Euro zahlen Sie dank der BEG EM nur noch 3.500 Euro. Ist die Solaranlage Teil eines Sanierungsfahrplans, zahlen Sie sogar nur 3.250 Euro.

Rechenbeispiel 2: Kombianlage aus Solarthermie und neuem Gas-Brennwertgerät

Entscheiden Sie sich für die Kombination aus Gas-Hybridheizung und Solarthermieanlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung, so ergibt sich folgende Rechnung:

Solarthermie:

10.000 Euro

30 % BEG-Förderung Solarthermie:

– 3.000 Euro

Gashybridheizung:

7.000 Euro

30 % BEG-Förderung Gasheizung:

– 2.100 Euro

5 % iSFP-Bonus Solarthermie:

– 500 Euro

5 % iSFP-Bonus Gasheizung:

– 350 Euro

Statt der ursprünglichen 17.000 Euro für Solarthermieanlage plus Gasheizung zahlen Sie dank der BEG EM nur noch 11.900 Euro. Sind Solaranlage und Gasheizung Teil eines Sanierungsfahrplans, zahlen Sie sogar nur 11.050 Euro.

Geht der Einbau der neuen Gashybridheizung mit dem Austausch einer alten Ölheizung einher, ergibt sich sogar noch eine höhere Ersparnis, denn der Fördersatz steigt auf 40 %.

Solarthermie:

10.000 Euro

30 % BEG-Förderung Solarthermie:

– 3.000 Euro

Gashybridheizung:

7.000 Euro

40 % BEG-Förderung Gasheizung zum Austausch einer Ölheizung:

– 2.800 Euro

5 % iSFP-Bonus Solarthermie:

– 500 Euro

5 % iSFP-Bonus Gasheizung:

– 350 Euro

Statt der ursprünglichen 17.000 Euro für Solarthermieanlage plus Gasheizung zahlen Sie dank der BEG EM nur noch 11.200 Euro. Sind Solaranlage und Gasheizung Teil eines Sanierungsfahrplans, zahlen Sie sogar nur 10.350 Euro.


Rechenbeispiel 3: Kombianlage aus Solarthermie und EE-Hybridheizung

Entscheiden Sie sich für die Kombination aus einer EE-Hybridheizung, wie beispielsweise einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung, sowie einer Solarthermieanlage, die Ihnen zur Warmwassererzeugung und zusätzlich als Heizungsunterstützung dient, so erhalten Sie wieder andere Fördersummen. Ausgehend davon, dass Sie eine Wärmepumpe für 18.000 Euro und eine Solarthermie über 10.000 Euro kaufen, ergibt sich folgende Rechnung:

Solarthermie:

10.000 Euro

30 % BEG-Förderung Solarthermie:

– 3.000 Euro

Wärmepumpe:

18.000.000 Euro

35 % BEG-Förderung Wärmepumpe:

– 6.300 Euro

5 % iSFP-Bonus Solarthermie:

– 500 Euro

5 % iSFP-Bonus Gasheizung:

– 900 Euro

  • Statt der ursprünglichen 28.000 Euro für die Solarthermieanlage plus Wärmepumpe zahlen Sie dank der BEG EM nur noch 18.700 Euro. Sind Solaranlage und Gasheizung Teil eines Sanierungsfahrplans, zahlen Sie sogar nur 17.300 Euro.

Was muss bei der Antragstellung zur BEG-Förderung beachtet werden?

Wer darf einen Antrag stellen?

Solarthermieanlagen und andere energieeffiziente Maßnahmen spielen nicht nur in Privathäusern eine Rolle. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude richtet sich deshalb nicht nur an Privatpersonen und Unternehmen, sondern darüber hinaus u.a. an

  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • freiberuflich Tätige
  • kommunale Gemeinde- und Zweckverbände
  • gemeinnützige Organisationen
  • Einzelunternehmer
  • Wohnungsbaugenossenschaften

Wo wird die BEG beantragt?

Für Bearbeitung und Auszahlung der Bundesförderung für effiziente Gebäude sind sowohl das BAFA als auch die KfW zuständig. Wer Ihr jeweiliger Ansprechpartner ist, richtet sich danach, in welcher Form Sie die Solarthermie Förderung in Anspruch nehmen wollen:

Egal, ob Sie einen Zuschuss oder einen Tilgungszuschuss wählen – der Fördersatz für Solarthermieanlagen liegt immer bei 30 Prozent.

Wie können Sie die Förderung Solarthermie der BEG beantragen?

Für einen direkt ausgezahlten Zuschuss stellen Sie bei dem BAFA über das elektronische Antragsformular einen „Antrag auf Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in Gebäuden durch Einzelmaßnahmen“.

Für einen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss ist das Prozedere etwas umfangreicher:

1.Sie müssen einen Energieeffizienz-Experten mit der Begleitung dieser Maßnahme beauftragen. Für die Installation einer Solarthermieanlage ggf. mit Heizungsunterstützung kann auch ein Fachunternehmen die benötigten Bestätigungen ausstellen. Allerdings fördert die KfW nur die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Berater mit 50 %. Eventuell anfallende Kosten für ein Solarthermie-Fachunternehmen zählen zu den förderfähigen Kosten für die Einzelmaßnahme und werden somit nur zu 30 % gefördert.

2.Finden Sie einen Finanzierungspartner, bei dem Sie den KfW-Kredit beantragen und den Kreditvertrag abschließen. Sie können den KfW-Kredit nicht selber bei der KfW beantragen, sondern nur durch ein Kreditinstitut. Für die Antragstellung bei der KfW benötigt Ihr Finanzierungspartner die „Bestätigung zum Antrag“ von Ihrem Energieeffizienz-Berater bzw. Fachunternehmen.

3.Erst wenn alle Arbeiten abgeschlossen, die Solarthermieanlage also gekauft und installiert oder Ihr Energieeffizienzhaus mit Solarthermieanlage gebaut ist, reichen Sie bei Ihrem Finanzierungspartner die „Bestätigung nach Durchführung“ von Ihrem Energieeffizienz-Berater oder Ihrem Fachunternehmen ein. Nach Prüfung erhalten Sie dann den KfW Tilgungszuschuss gutgeschrieben.

Wann können Sie den Antrag für die BEG stellen?

Wichtig ist, dass Sie als erstes den Antrag stellen und erst anschließend mit dem Vorhaben beginnen. Zum anderen gilt: Die BEG EM, also unter anderem die Förderung einer Solarthermieanlage als Einzelmaßnahme, ist nur möglich, wenn der Bau­antrag oder die Bau­anzeige für Ihr Wohn­gebäude zum Zeit­punkt des Antrags mindestens 5 Jahre zurückliegt. Bei Neubauten ist die Solarthermieförderung als Einzelmaßnahme nicht möglich. Hier müssen Sie die BEG WG oder die BEG NWG beantragen.

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