Eigenverbrauch des erzeugten Photovoltaik Stroms

7. September 2020
Der Eigenverbrauch bei Photovoltaik Anlagen ist ein verzwicktes Thema. Einige Anlagen bekommen Geld, wenn selbst erzeugter Strom auch selbst verbraucht wird. Andere Anlagen bekommen kein Geld mehr und müssen ab einer bestimmten Größe sogar einen Teil ihres Stroms selbst verbrauchen ohne dafür Geld zu bekommen. Und wiederum andere Anlagen waren von Anfang an vom PV Eigenverbrauch ausgenommen. Aus diesem Durcheinander ergeben sich unzählige Anwenderfragen, die wir nachfolgend beantworten wollen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Oliver Wulf, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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Photovoltaik Eigenverbrauch: Bestandsaufnahme zu Anwendungsfragen

© Bastian Weltjen - Fotolia.comDer Photovoltaik Eigenverbrauch spaltet Anlagenbetreiber in zwei Lager. Diejenigen, die für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde eine Vergütung bekommen. Und diejenigen, die den eigenen Solarstrom ohne einen gesonderten Zuschuss quasi "for free" verbrauchen. Bei jeder Gruppe entstehen deshalb ganz unterschiedliche Fragestellungen, was den PV Eigenverbrauch angeht. Aber starten wir erstmal mit einer kurzen Einführung.

Was ist Eigenstromverbrauch?

Die Photovoltaikanlage erzeugt Strom, der ins Hausnetz eingespeist wird. Diesen Strom kann von Elektrogeräten im Haus genutzt werden und damit den Strombedarf senken, den Sie extern beziehen müssen. "Eigenverbrauch" bezeichnet also die Nutzung des erzeugten Solarstroms in räumlicher Nähe - in der Regel innerhalb des selben Stromnetzes in dem der Strom erzeugt wird. Durch die Verringerung der Einspeisevergütung und den günstigeren Speichermöglichkeiten, ist ein Eigenstromverbrauch bei neuen Photovoltaikanlagen immer eingeplant.

Damit der Eigenverbrauch möglich ist und abgerechnet werden kann, ist eine spezielle Anordnung der Stromerzähler notwendig. Der Zweirichtungszähler (auch: Zweiwegzähler oder Zweiwegezähler) kommt in der Photovoltaik zur Bestimmung des Eigenverbrauches zum Einsatz. Ein Zähler misst wie bei einer Anlage zur Volleinspeisung die von der Anlage erzeugte Strommenge. Ein Zweirichtungszähler ersetzt den herkömmlichen Bezugszähler.

Dieser besitzt zwei Zählwerke: ein Zähler misst den Strom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, während der andere den ins Netz eingespeisten Strom erfasst. Der Eigenverbrauchsanteil ergibt sich aus der Differenz zwischen dem erzeugten Strom und dem eingespeisten Strom. Je nach Anteil des Eigenverbrauches gibt es unterschiedliche Tarife laut Photovoltaik Einspeisevergütung.

Für wen ist Eigenverbrauch interessant?

Wir wollen an dieser Stelle deshalb zunächst die grundlegenden Eckpunkte beider Szenarien zusammentragen und diese nacheinander in gesonderten Texten auf dieser Webseite abhandeln. Eine erste Orientierung zur Lage beim Photovoltaik Eigenverbrauch liefert eine sehr gute Übersicht der Clearingstelle EEG. Bei Fragen können Sie auch gerne eine kostenlose Beratung vereinbaren.

Betreibergruppe 1: Keine Förderung für den Eigenverbrauch für neue Anlagen

Wer seine PV Anlage vor dem 01.01.2009 oder nach dem 31.03.2012 (mit Übergangsregelung bis 30.06.2012) in Betrieb genommen hat oder aktuell eine Photovoltaikanlage bauen will, bekommt keine Vergütung für selbst verbrauchten Solarstrom. Sämtliche Neuanlagen ab Inbetriebnahme April 2012 - also auch alle aktuell neu geplanten Anlagen - fallen zudem unter das Marktintegrationsmodell. Dieses sieht vor, dass Dachanlagen zwischen 10 und 1.000 kWp Nennleistung für 10 Prozent der jährlich erzeugten Strommenge keine Einspeisevergütung bekommen. Diese 10 Prozent müssen quasi selbst verbraucht werden, da die alternative Selbstvermarktung für viele Anlagenbetreiber faktisch nicht zu realisieren ist.

Insbesondere für Neuanlagen wird der Eigenverbrauch trotz Ausnahme von der Vergütungsregelung heute und in Zukunft immer attraktiver. Denn das Geld für den eingespeisten Solarstrom ist mittlerweile so gering, dass es sich eher lohnt den Strom selbst zu verbrauchen und sich den Strombezug aus dem Netz in großen Teilen zu sparen. Hierfür sind jedoch Stromspeicher erforderlich. Diese fördert der Staat mit einem attraktiven Zuschuss, den jedoch nur Neu- und Bestandsanlagen bis 30 kWp Nennleistung erhalten. Hier gleicht sich die Bezuschussung für den Eigenverbrauch wieder aus, da alle Anlagen, die noch Geld für den selbst verbrauchten Strom bekommen von der Förderung für einen Stromspeicher ausgenommen sind.

Kosten für Photovoltaikanlagen und Speicher sinken: der Eigenverbrauch wird dadurch immer attraktiver. Wenn Sie Angebote benötigen, dann helfen wir Ihnen gerne bei der Suche nach dem richtigen Solarteur.

Betreibergruppe 2: Vergütung für Eigenverbrauch für alte Anlagen

Geld für den Eigenverbrauch von Solarstrom bekommt nur, wer zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 eine Photovoltaik Anlage in Betrieb genommen hat. Wann sich der Anlagenbetreiber in der Folgezeit zum ersten Mal dazu entschließt, selbst erzeugten Strom zu verbrauchen, spielt dabei keine Rolle.

Eine Übergangsregelung deutet an dieser Stelle bereits die Komplexität des Themas an, da auch Anlagen, die zwischen dem 01.04.2012 und 30.06.2012 in Betrieb gingen noch die Eigenverbrauchsvergütung bekommen, wenn vor dem 24.02.2012 ein Netzanschlussbegehren gestellt wurde. Ebenso konnten anfänglich nur Betreiber einer PV Anlage bis 30 kWp Nennleistung, später auch bis 500 kWp Nennleistung die Vergütung für Eigenverbrauch geltend machen. Jede Photovoltaikanlage, die vor oder nach diesem Zeitraum in Betrieb genommen wurde, ist von der Vergütung für den Eigenverbrauch grundsätzlich ausgenommen.

Wer in diesem Zeitraum eine PV Anlage gebaut hat, wird mit einer ganzen Reihe von Anwendungs­fragen konfrontiert, die wir hier zunächst einmal sammeln und mit dem Verweis auf die Clearingstelle EEG beantworten wollen.

Weitere Hintergrundinformationen lieferte ein Fachgespräch der Clearingstelle EEG zum PV Eigenverbrauch, von dem die Vorträge im Internet abrufbar sind.

Welche Eigenverbrauchsquote ist realistisch?

Ohne weitere Maßnahmen können Sie eine Eigenverbrauchsquote von 10% bis 30% erreichen. Mit dem Einsatz von Zeitschaltuhren, um großere Verbraucher besonders dann laufen zu lassen, wenn die PV Anlage gerade viel Strom erzeugt, lassen sich weitere Potentiale des Eigenverbrauchs abrufen. Besonders interessant wird der Eigenverbrauch durch den Einsatz von Solarstromspeichern. Dadurch lassen sich - je nach Lastprofil und Speichergröße - Eigenverbrauchsquoten von 70% wirtschaftlich realisieren.

Eine komplette Autarkie - also die Deckung von 100% des Strombedarfs durch selbst erzeugten Solarstrom - ist so in der Regel in der reinen wirtschaftlichen Betrachtung nicht sinnvoll.

Mit jeder Steigerung der Stromkosten gewinnt der Eigenstromverbrauch an Attraktivität. Sollten Sie eine unverbindlichen Beratung wünschen, um die Rentabilität einer Photovoltaikanlage und des Eigenverbrauchs des selbst erzeugten Stroms durchrechnen zu lassen, nutzen Sie gerne unser Formular.

Eigenverbrauch im Zeitablauf

Im folgenden haben wir für Sie die Entwicklung des Eigenverbrauchs einmal aufgezeichnet. Das ist für Sie nur noch relevant, wenn Sie eine Anlage in den entsprechenden Jahren bis 2014 gebaut haben. Für neuere Anlagen gibt es keine gesonderte Eigenverbrauchsvergütung mehr.

Eigenverbrauch 2014: gestrichene Vergütung setzt neue Anreize

Mit einem Photovoltaik Speicher lässt sich ein Großteil des
erzeugten Solarstroms selbst verbrauchen | Bildquelle:
AKASOL GmbH
Photovoltaik Anlagen, die ab sofort neu gebaut werden, erhalten keine Einspeisevergütung mehr für Strom, der selbst verbraucht wird. Mit dieser Entscheidung will der Gesetzgeber den Eigenverbrauch 2014 nicht etwa abwürgen, sondern weiter fördern. Klingt zunächst paradox, wird aber verständlich bei einem Blick auf das so genannte Marktintegrationsmodell, das im Rahmen der letzten EEG Novelle verabschiedet wurde.

Demnach wird bei neu gebauten Photovoltaik Dach-Anlagen zwischen 10kW und 1.000 kW Leistung ab 01.01.2014 nur noch 90% des jährlich erzeugten Stroms vergütet. Aus diesem Grund macht eine Volleinspeisung des Stroms finanziell keinen Sinn mehr, da der Anlagenbetreiber für 10% seines jährlich erzeugten Stroms keine Einspeisevergütung mehr erhält. Somit setzt der Gesetzgeber mit dem Marktintegrationsmodell direkte Anreize zum Eigenverbrauch der verbliebenen 10%.

Direktvermarktung von Solarstroms kommt für die allermeisten Betreiber einer kleinen bis mittelgroßen Photovoltaik Anlage ab 01. Januar 2014 nicht in Frage, da es selbst kaum zu bewerkstelligen ist. Einen Direktvermarkter einzuschalten, der diese Aufgabe übernimmt, ist bei geringfügigen Strommengen auch keine Option. Womit diese Möglichkeit aus den Eigenverbrauch 2014 Vorstellungen des Gesetzgebers schlichtweg Nonsens ist für die allermeisten Anlagenbetreiber.

Bleibt also nur der Eigenverbrauch? Dieser rechnet sich zwar für die nicht vergütungsfähige Strommenge über den eingesparten Haushaltsstrom und die damit verbundenen Kosten von derzeit rund 26 Cent pro Kilowattstunde. Doch was ist mit Einspeisung? Bekommt der Anlagenbetreiber für die 10 Prozent Strommenge ab 2014 überhaupt kein Geld mehr?

In einer Pressemitteilung des Bundesumwelt­ministeriums aus dem Jahr 2012 heißt es hierzu: "Für einen durchschnitt­lichen Haushalt ist ein Eigenverbrauch Anteil von 20% realistisch und lohnt sich bereits jetzt. Der Anlagenbetreiber spart die Kosten für den Haushaltsstrompreis in Höhe von 23 ct/kWh, das ist attraktiver als die EEG-Vergütung in Höhe von 19,5 ct/kWh."

Diese (günstigen) Strompreise und (hohen) Vergütungssätze gibt es 2014 schon nicht mehr. Die Differenz zwischen Haushaltsstrom und EEG-Vergütung ist in relativ kurzer Zeit weiter gewachsen und beträgt im Frühsommer 2014 schon knapp 10 Cent (bei weniger als 16 Cent Einspeisevergütung und mehr als 25 Cent Haushaltsstrompreis). Und je größer diese Lücke noch wird, desto attraktiver wird der Eigenverbrauch 2014 auf ganz natürliche Weise (im Sinne des Gesetzgebers). Ob sich ein Eigenverbrauch lohnt, verrät Ihnen unser Eigenverbrauch Rechner. Sie können sich auf kostenlos von lokalen Betrieben beraten lassen.

Marktwert Solar in Cent / kWh
2014
Mai 3,039
April 3,096
März 2,902
Februar 3,311
Januar 3,872
2013
Dezember 4,050
November 4,203
Oktober 3,750
September 4,376
August 3,999
Juli 3,743
Juni 2,842
Mai 3,347
April 3,660
März 3,578
Februar 4,906
Januar 4,775

Angesichts dieser Vergütung nach dem MW Solar ist der Eigenverbrauch 2014 in jedem Fall attraktiver. Wird der überschüssige Strom eingespeist, ist er rund 4 Cent / kWh wert - wird er selbst verbraucht ist er rund 26 Cent / kWh wert, da der Anlagenbetreiber weniger Strom aus dem Netz beziehen muss und sich so den Strompreis spart.

Mit Stromspeichern den Eigenverbrauch weiter steigern

Hat 2012 die 10% Eigenverbrauch Quote noch für einen großen Aufschrei bei Anlagenbetreibern gesorgt, ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch 2014 fast schon normal. Denn in der Zwischenzeit hat sich das Verständnis von Photovoltaik Anlagen aufgrund der immer weiter sinkenden Einspeisevergütung etwas gewandelt: weg vom Volleinspeisen, hin zur Selbstversorgung mit Solarstrom (um möglichst wenig Strom aus dem Netz zu beziehen). Möglich wurde dies jedoch erst durch das Aufkommen von Stromspeichern in den letzten Monaten.

Um den Kauf von Photovoltaik Speichern weiter anzuschieben, hat das Bundesumweltministerium im Mai 2014 zusammen mit der KfW Bankengruppe ein Förderprogramm gestartet. Wer ein bestehende Photovoltaik Anlage (Inbetriebnahme nach dem 31.12.2012) für den Eigenverbrauch mit einem Speicher nachrüstet, oder bei der Neuanschaffung einer Photovoltaik Anlage einen Stromspeicher direkt mit dazu kauft, erhält in Abhängigkeit der Größe der Photovoltaik Anlage pro Kilowattpeak Nennleistung einen Zuschuss von bis zu 660€ bei Nachrüstung bzw. bis zu 600€ bei Neuanschaffung. Steigern lässt sich der Eigenverbrauch mit einem Stromspeicher realistisch auf 60 bis 70%.

Welche Photovoltaik Speicher bis dato am Markt erhältlich sind, können Sie in unserer Marktübersicht nachlesen. Wird eine Photovoltaik Anlage auf einem möglichst hohen Eingenverbrauch ausgelegt bedarf dies in jedem Fall einer ausführlichen Planung durch einen Fachbetrieb.


Eigenverbrauch 2011: Konditionen für Photovoltaikanlagen Baujahr 2011

Wenn Sie zwischen dem 01. Januar und 31. Dezember 2011 eine Photovoltaik Anlage bis 500 Kilowattpeak Nennleistung (kWp) an oder auf einem Gebäude in Betrieb genommen haben, dann haben Sie nach der Eigenverbrauch 2011 Regelung Anspruch darauf, auch den selbst verbrauchten Strom vergütet zu bekommen. Und nicht nur den eingespeisten Strom.

Da seit Mitte 2010 auch Photovoltaik Anlagen bis 500 kWp Leistung von dieser Regelung eingeschlossen sind, wird der Eigenverbrauch auch für Wohnungs­wirtschaften und Landwirtschaftsbetriebe interessant. Strom an die Mieter zu verkaufen oder den eigenen Hof mit Strom zu versorgen. Hierfür greift in den Eigenverbrauch 2011 Regelungen eine Klausel, wonach der Strom "in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage" selbst verbraucht werden muss. Wie diese Formulierung zu verstehen ist können Sie hier nachlesen.

Vergütungssätze für den Eigenverbrauch 2011

Photovoltaik Anlagen, die 2011 in Betrieb genommen wurden, erhalten fortan für die kommenden 20 Jahre, für die auch die normale Einspeisevergütung gezahlt wird, Geld für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Strom. Dabei ist es unerheblich, wann Sie sich das erste Mal für Eigenverbrauch entscheiden und wie oft Sie zwischen Eigenverbrauch und Volleinspeisung hin und her wechseln. Verbrauchen Sie jedoch mehr als 30 Prozent der erzeugten Strommenge eines Jahres, so bekommen Sie pro Kilowattstunde 4,38 Cent mehr Vergütung.

Anlagengröße
bis 30 kWp 30 bis 100 kWp 100 bis 500 kWp
Eigenverbrauch Anteil pro Jahr
bis 30% über 30% bis 30% über 30% bis 30% über 30%
Vergütung für den Eigenverbrauch
(Cent / kWh)
12,36
16,74 10,95 15,33
9,48
13,86

Gesetzesgrundlage für die Eigenverbrauch 2011 Regelung

Photovoltaik Anlagen haben in Deutschland Bestandsschutz. Das heißt für Sie als Anlagenbetreiber, dass die gesetzlichen Regelungen zum Eigenverbrauch, die 2011 galten als Sie Ihre Anlage in Betrieb genommen haben, auch fortan ihre Gültigkeit behalten. Unabhängig davon, wie sich die Regelungen seither entwickelt haben. Massgeblich ist für Ihre Anlage § 33 Abs. 2 EEG 2012 in der am 31. März 2012 geltenden Fassung.

"Für Strom aus Anlagen nach Absatz 1 mit einer installierten Leistung bis einschließlich 500 Kilowatt besteht ein Anspruch auf Vergütung, soweit die Anlagenbetreiberin, der Anlagenbetreiber oder Dritte den Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst verbrauchen, dies nachweisen und der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird.

Für diesen Strom verringert sich die Vergütung nach Absatz 1

1. um 16,38 Cent pro Kilowattstunde für den Anteil dieses Stroms, der 30 Prozent der im selben Jahr durch die Anlage erzeugten Strommenge nicht übersteigt, und

2. um 12,00 Cent pro Kilowattstunde für den Anteil dieses Stroms, der 30 Prozent der im selben Jahr durch die Anlage erzeugten Strommenge übersteigt."

Absatz 1 der Eigenverbrauch 2011 Regelung lautet hierzu wie folgt:

"Für Strom aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie, die ausschließlich in, an oder auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht sind, beträgt die Vergütung

1. bis einschließlich einer installierten Leistung von 30 Kilowatt 28,74 Cent pro Kilowattstunde,
2. bis einschließlich einer installierten Leistung von 100 Kilowatt 27,33 Cent pro Kilowattstunde,
3. bis einschließlich einer installierten Leistung von 1 Megawatt 25,86 Cent pro Kilowattstunde und [...]."

Die Bestimmungen des Eigenverbrauch 2011 können nicht auf Photovoltaik Anlagen angewendet werden, die vor 2011 oder nach 2011 gebaut wurden. 2012 wurden die Bestimmungen zum Eigenverbrauch bereits wieder geändert bzw. ganz abgeschafft.

Eigenverbrauch 2010: Konditionen für Photovoltaikanlagen Baujahr 2010

Eigenverbrauch 2010 meint die gesetzlichen Regelungen für die Vergütung von selbst verbrauchten Solarstrom von Photovoltaik Anlagen, die zwischen dem 01. Januar und 31. Dezember 2010 in Betrieb genommen wurden. Die Jahreszahl bezieht sich beim Eigenverbrauch also immer auf den Inbetriebnahmezeitpunkt der Anlage. Nicht auf das Jahr, in dem der Solarstrom verbraucht wird / wurde. 2010 in Betrieb genommen, gelten die Eigenverbrauch 2010 Regelungen für die gesamte Dauer der kommenden 20 Jahre, für die auch die reguläre Einspeisevergütung gewährt wird.

Im Gegensatz zum Eigenverbrauch 2009, wo ein fester Vergütungssatz von 25,01 Cent pro selbst verbrauchter Kilowattstunde für das gesamte Kalenderjahr galt, gibt es 2010 bereits dreizehn verschiedene Vergütungs­sätze für den Eigenverbrauch. Einen für das erste Halbjahr und sechs für das zweite Halbjahr, wobei die Sätze aus dem dritten Quartal zum Beginn des vierten Quartals etwas abgesenkt wurden.

Inbetriebnahme in der ersten Jahreshälfte 2010

Zum 01. Januar 2010 wurde die Eigenverbrauch Vergütung von 25,01 Cent pro kWh aus 2009 auf jetzt 22,76 Cent pro kWh gesenkt. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom können Sie sich mit diesem Satz vergüten lassen, wenn Sie:

  • zwischen dem 01. Januar und 30. Juni 2010 als Anlagenbetreiber eine Photovoltaik Anlage in Betrieb genommen haben,
  • die Anlage nicht mehr als 30 kWp Nennleistung hat
  • und die Anlage an bzw. auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht ist.

Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte 2010

Zum 01. Juli wurden die Konditionen für den Eigenverbrauch 2010 ausgeweitet. Zum einen hatten ab sofort auch (gewerbliche) Gebäude-Anlagen bis 500 kWp Nennleistung Anspruch auf die Eigenverbrauch Vergütung, und nicht mehr nur (private) Anlagen bis 30kWp. Zum anderen wurde der nach Anlagengröße gestaffelte Vergütungssatz noch einmal aufgesplittet in zwei Verbrauchs-Szenarien. Bei weniger als 30 Prozent Eigenverbrauch Anteil (aufs Jahr gerechnet) war die Vergütung geringer, als wenn mehr als 30 Prozent erreicht wurden.

Daraus ergeben sich sechs Vergütungssätze für den Eigenverbrauch 2010, wenn Ihre Photovoltaik Anlage zwischen dem 01. Juli und 31. Dezember in Betrieb genommen wurde. Die zum 01. Juli eingeführten Sätze wurden zum 01. Oktober bereits das erste Mal leicht gekürzt. So ergeben sich folgenden Sätze für den Eigenverbrauch 2010.

Anlagengröße
bis 30 kWp 30 bis 100 kWp 100 bis 500 kWp
Eigenverbrauch Anteil pro Jahr
bis 30% über 30% bis 30% über 30% bis 30% über 30%
Inbetriebnahme
01. Januar bis 30. Juni 2010
22,76
- - - -
Inbetriebnahme
01. Juli bis 30. September 2010
17,67
22,05 16,01
20,39 14,27 18,65
Inbetriebnahme
01. Oktober bis 31. Dezember 2010
16,65 21,03 15,04 19,42 13,35 17,73

Mit Einführung der 30 Prozent Schwelle wurde bereits 2010 der Anreiz gesetzt, den Eigenverbrauch zu steigern und möglichst viel Solarstrom auch selbst zu verbrauchen. Zum Beispiel durch Gerätschaften zum Lastmanagement oder Stromspeicher. Dieses Bestreben, den Eigenverbrauch weit über die 30 Prozent Schwelle zu steigern ist heute aktueller denn je. Eigenverbrauch wird heute zum neuen Verkaufsargument für private Photovoltaik Anlagen.

Eigenverbrauch 2009: Konditionen für Photovoltaikanlagen Baujahr 2009

2009 wurde es erstmals möglich, Einspeisevergütung nicht nur dann zu bekommen, wenn der erzeugte Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird, sondern auch für den Fall, wenn der erzeugte Solarstrom selbst (oder von Dritten) verbraucht wird. Gesetzesgrundlage für den Eigenverbrauch 2009 und die so genannte "Eigenverbrauchsvergütung" ist §33 Absatz 2 EEG 2009.

"Die Vergütungen verringern sich für Strom aus Anlagen nach Abs.1 Nr.1 bis einschließlich einer installierten Leistung von 30 Kilowatt auf 25,01 Cent pro Kilowattstunde, soweit die Anlagenbetrei­berin, der Anlagenbetreiber oder Dritte den Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst verbrauchen und dies nachweisen."

Abs. 1 Nr. 1 lautet hierzu wie folgt: "Für Strom aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie, die ausschließlich an oder auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht sind, beträgt die Vergütung 1. bis einschließlich einer Leistung von 30 Kilowatt 43,01 Cent pro Kilowattstunde,"

Das bedeutet, Sie bekommen für jede Kilowattstunde Solarstrom, die Sie mit Ihrer Photovol­taikanlage erzeugen und selbst verbrauchen, 25,01 Cent Vergütung, wenn:

  • Ihre Anlage auf einem Dach montiert ist,
  • die Anlage zwischen dem 01. Januar 2009 und 31. Dezember 2009 in Betrieb ging
  • und die Anlage nicht mehr als 30 kWp Nennleistung hat.

Dieser Anspruch aus der Eigenverbrauch 2009 Regelung besteht für Sie als Anlagenbetreiber für die vollen 20 Jahre, für die Sie auch ihre reguläre Einspeisevergütung bekommen. Unabhängig von der Menge, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen.

Wen man sich erst später für Eigenverbrauch entscheidet

Wann Sie sich für den Eigenverbrauch Ihres Solarstrom entscheiden ist völlig unerheblich. Die Konditionen des Eigenverbrauch 2009 sind zu jedem Zeitpunkt identisch. Egal, ob Sie den erzeugten Solarstrom bislang vollständig eingespeist haben und jetzt über Eigenverbrauch nachdenken - oder Sie in der Vergangenheit bereits Strom selbst verbraucht haben und zwischenzeitlich wieder zur Volleinspeisung gewechselt haben. Der Vergütungssatz beträgt heute und in Zukunft (innerhalb der 20 Jahre Einspeisevergütung seit 2009) immer 25,01 Cent für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom - wenn die Dachanlage bis 30 kWp Nennleistung 2009 in Betrieb genommen wurde. Unabhängig von den jetzt gültigen Bestimmungen für den Eigenverbrauch.

Wechsel zwischen Volleinspeisung und Eigenverbrauch jederzeit möglich

Prinzipiell können Sie als Anlagenbetreiber jederzeit zwischen Eigenverbrauch und Volleinspeisung hin und her wechseln. Egal, ob minutenweise, stundenweise, tages-, monats- oder sogar jahresweise. Es liegt in Ihrem Ermessen. Sie müssen die Zeiträume des Eigenverbrauch jedoch Ihrem Übertragungsnetzbetreiber vorher mitteilen. Hierzu werden in der Regel Fristen von zwei Tagen vereinbart. Weitere Informationen zu den Wechselintervallen und der Mitteilungspflicht finden Sie in diesem Schreiben auf den Seiten 35 bis 40.

Die Bestimmungen des Eigenverbrauch 2009 können nicht auf Photovoltaikanlagen angewendet werden, die vor 2009 oder nach 2009 gebaut wurden. 2008 und früher wurde Eigenverbrauch grundsätzlich nicht vergütet. 2010 wurden die Bestimmungen zum Eigenverbrauch bereits wieder geändert.

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