Solarstrom speichern?!

14. April 2021
Warum überhaupt Solarstrom speichern? Meist sind es wirtschaftliche oder idealistische Beweggründe, die Besitzer und Interessenten einer Photovoltaik Anlage veranlassen, über einen Solarstromspeicher nachzudenken. Sei es der Wunsch, mehr Strom aus der eigenen Photovoltaik Anlage auch selbst verbrauchen zu können; das pure Interesse an dieser neuen Technologie oder einfach die Überlegung, sich mit einer Photovoltaik Anlage unabhängiger machen zu wollen von steigenden Strompreisen. Was von diesen Überlegungen zu PV Strom Speichern zu halten ist, wollen wir nachfolgend beleuchten.
Dieser Artikel wurde von
Serdar Cinar für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikNutzen eines StromspeichersGrundlagen Stromspeicher

Solarstrom speichern: was es soll, wie es funktioniert und was es kostet

Lohnt sich Solarstrom speichern? Exemplarischer
Speicher von Prosol Invest | Bildquelle: PROSOL
Invest Deutschland GmbH
Bei der Frage, Photovoltaik Strom speichern ja oder nein, ist zunächst entscheidend, ob man bereits eine Photovoltaik Anlage besitzt oder nicht.

Solarstrom speichern: wann ist es sinnvoll?

Noch vor einigen Jahren war die Sachlage bei einer privaten Photovoltaikanlage klar: möglichst viel des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen. Denn die Einspeisevergütung lag noch vor wenigen Jahren deutlich über dem Preis von normalem Haushaltsstrom. Also nahezu den ganzen Strom teuer an den Netzbetreiber verkaufen und günstigeren Haushaltsstrom einkaufen. Ein klassisches Plus-Geschäft, wenn die Photovoltaik Anlage erst einmal abbezahlt war. Über Photovoltaik Strom speichern dachte damals noch keiner nach. Photovoltaikanlagen ohne Speicher produzieren Solarstrom, der sofort genutzt werden muss - den meisten Strom erzeugen Sie damit meist zu Zeiten an denen der Strombedarf relativ gering ist. In den meisten Haushalten steigt der Strombedarf abends an - dann ist die Stromproduktion aber gering. Um das auszugleichen ist es bei neuen Anlagen ist es inzwischen günstiger den Strom zu speichern und die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen als den Strom komplett ins Netz einzuspeisen.

Lohnt sich das Nachrüsten eines Solarstromspeicher bei Altanlagen?

Ob die Nachrüstung eines Stromspeicher Sinn macht, kommt darauf an wieviel Einspeisevergütung Sie erhalten.

Für Betreiber älterer Anlagen, die noch eine Einspeisevergütung von 30 Cent / kWh und mehr bekommen (Inbetriebnahme 2010 und früher), ist Solarstrom speichern und anschließend selbst verbrauchen wirtschaftlich nicht sinnvoll. Denn der selbst erzeugte und selbst verbrauchte Strom ist in diesem Fall teurer (mehr Wert), als zugekaufter Haushaltsstrom.

Photovoltaik Anlagen, die seit April 2012 gebaut wurden, bekommen keine Eigenverbrauchsvergütung mehr und eine Einspeisevergütung von weniger als 20 Cent / kWh. PV Strom speichern und selbst verbrauchen ist bei diesen Anlagen rein von den Vergütungskonditionen für den erzeugten Strom betrachtet schon interessanter. Je weiter die Einnahmen aus der Einspeisevergütung und die Kosten für Haushaltsstrom (25 Cent / kWh und mehr) auseinander liegen, desto eher entsteht aus diesem Missverhältnis ein finanzieller Anreiz für einen Solarstromspeicher und den Eigenverbrauch des Solarstroms.

Für Anlagen, die in den letzten Jahren ans Netz gegangen sind, ist eine Nachrüstung in vielen Fällen attraktiv. Grund: der gesunkene Preis von Solarstromspeichern! Aber prüfen Sie vorher, ob technische Anpassungen an Wechselrichtern oder anderen Komponenten vorgenommen werden müssen, wenn Sie die nachträgliche Installation eines Stromspeichers nicht direkt beim Bau der Photovoltaikanlage haben mitplanen lassen.

Ein Tipp: Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung für die Nachrüstung eines Solarstromspeichers auch die zukünftige Entwicklung von Strompreisen oder Vergütungssätzen. Ist bereits absehbar, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zeitnah, Förderungen auslaufen ändern oder Ihre PV ANlageaus einem anderen Grund weniger Profit abwirft, dann sollten Sie einen PV-Speicher nachrüsten.

Exkurs: Solarstrom speichern bei Eigenverbrauchsvergütung?!

Etwas anders gestaltet sich die Überlegung "Solarstrom speichern" bei bestehenden Anlagen, die zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden. Diese Anlagen bekommen noch Geld für selbst verbrauchten Strom, die sog. Eigenverbrauchsvergütung. Diese ist gestaffelt in einen Eigenverbrauchsanteil unter 30% (mit geringerer Vergütung) und über 30% (mit höherer Vergütung). Photovoltaik Strom speichern kann in diesem Fall sinnvoll sein, um bei einem höheren Eigenverbrauchsanteil mehr Geld für den selbst verbrauchten Strom zu bekommen. Die Ergebnisse unseres Solarspeicher Rechners geben erste Hinweise, für eine genaue Berechnung fragen Sie bitte einen Solarteur.

Solarstromspeicher bei geplanten Photovoltaikanlagen?

Was gilt für aktuell geplante Photovoltaikanlagen? Wer heute oder in Zukunft über den Kauf einer Photovoltaikanlage nachdenkt, für den ist es fast sinnvoll, einen Solarstromspeicher direkt in die Planung mit einzubeziehen. Aktuell gibt es weniger als 10 Cent Einspeisevergütung. Warum also den erzeugten Strom für wenig Geld einspeisen und teureren Haushaltsstrom von mehr als 30 Cent zukaufen. Solarstrom speichern, um möglichst viel selbst zu verbrauchen, ist also bei einer neuen Photovoltaikanlage zunächst eine ganz logische Überlegung. Mit Solarstromspeichern ist je nach Auslegung ein Eigenverbrauchs­anteil bis nahezu 100% machbar. Darüber hinaus benötigt jede Photovoltaik Anlage einen Wechselrichter, der in DC-gekoppelten Solarstrom Speichern bereits enthalten ist.

Nachfrage an Solarstrom Speichern steigt - vor allem bei Privatkunden

Eine Umfrage des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat ergeben, dass vor allem Betreiber von Photovoltaikanlagen bis 10 kWp Leistung (Ein- und Zweifamilienhäuser) Interesse an Photovoltaik Strom Speichern haben. Ist es bei Anlagenbetreibern jeder Dritte, so zeigt bereits jeder Zweite, der sich erstmals eine private PV-Anlage zulegen will, Interesse am Thema PV Strom speichern. In zwei von drei Verkaufsgesprächen spielen Solarstromspeicher bereits eine Rolle.

Photovoltaik Strom speichern - so funktioniert`s


Eine Steuerungseinheit im Solarstromspeicher regelt den Stromfluss zwischen der Photovoltaikanlage, dem Haushalt, dem Speicher und der Einspeisung ins öffentliche Stromnetz.

Zuerst schaut die Speicher-Steuerung, ob der erzeugte Strom momentan im Haushalt verbraucht werden kann, z.B. für den Kühlschrank. Übersteigt die Stromproduktion den momentan Verbrauch wird der Solarstromspeicher aufgeladen. Ist der Speicher voll und produziert die Photovoltaikanlage noch immer mehr Strom als im Haushalt gebraucht wird, dann wird der überschüssige Strom ins Netz eingespeist.

Dabei wird die Speicherkapazität von Photovoltaik Strom Speichern in der Regel so ausgelegt, dass der Haushalt möglichst vom Abend bis zum nächsten Morgen, wenn die Photovoltaikanlage wieder Strom produziert, mit Strom aus dem Speicher versorgt werden kann. Ist die Batterie vorzeitig leer oder entsteht zwischendurch eine hohe Spitzenlast im Haushalt wird zusätzlich auf Netzstrom zurückgegriffen.

Solarstrom speichern für Idealisten: der Autarkiegrad

Ziel beim PV Strom speichern ist es, möglichst viel selbst erzeugten Strom von der PV Anlage auch selbst zu verbrauchen. Damit ist aber noch nichts darüber gesagt, inwieweit sich der Haushalt autark mit selbst produzierten Strom versorgen kann - was meist der idealistische Beweggrund für einen Solarstromspeicher ist. Den Grad der Selbstversorgung gibt der sog. Autarkiegrad an. Ein Wert, den man jedoch in keinem Datenblatt finden wird. Inwieweit sich ein Haushalt durch Solarstrom speichern autark versorgen kann, hängt von der Planung und Auslegung der Photovoltaikanlage in Verbindung mit dem Speicher anhand des Lastprofils des Haushalts ab, die in jedem Fall ein kompetenter Solarteur vornehmen sollte.

Ist PV Strom speichern bezahlbar?

Solarstrom speichern wird aktuell immer günstiger. Ein Solarstromspeicher für ein Einfamilienhaus kostet je nach Leistung ab 5.000€ (bis ca. 15.000€) pro Gerät. Jedoch können die Preise von PV Strom Speichern nicht pauschal verglichen werden, da es u.a. auf Kennzahlen wie die nutzbare Speicherkapazität, die maximale Entladeleistung und die Anzahl der Vollzyklen ankommt. Zahlen, die bei Photovoltaik Strom Speichern oft im Kleingedruckten gesucht werden müssen. Wirklich vergleichen lassen sich Solarstromspeicher anhand der Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde. Diese Rechnung sollte jedoch ein Solarteur mit mehreren Solarstrom Speichern im Programm vornehmen.

Um die Anschaffungskosten von Solarstrom Speichern zu senken, kann seit Mai 2013 eine Förderung beantragt werden. Die Höhe beträgt bis zu 660€ pro Kilowattpeak PV-Leistung, wenn eine bestehende PV Anlage mit einem Solarstromspeicher nachgerüstet wird. Sowie bis zu 600€ pro Kilowattpeak PV-Leistung, wenn der Solarstromspeicher zusammen mit einer neuen PV Anlage gebaut wird. Bei einer durchschnittlichen PV Anlage mit 5 kWp Leistung lassen sich die Anschaffungskosten für den Solarstromspeicher so um bis zu 3.300€ (bei Nachrüstung) bzw. 3.000€ (bei Neuanschaffung) senken. Viel Geld, mit dem aus den technisch und praktisch berechtigten Überlegungen bei Solarstrom Speichern auch eine finanziell attraktive Investition werden kann. Ob sich ein Solarstromspeicher lohnt, können Sie mit unserem Solarspeicher Rechner ermitteln.

Hier finden Sie eine Marktübersicht zu Solarstrom Speichern, die sich bis dato am Markt etablieren konnten. Weiterführende Informationen zu Solarstrom Speichern haben wir Ihnen in unserem Leitfaden zusammengestellt. Ein Angebot können Sie über uns von Fachbetrieben in der Region einholen.

Was kostet ein Solarstromspeicher?

Ein Solarstromspeicher für ein Einfamilienhaus kostet je nach Leistung ab 5.000€ (bis ca. 15.000€) pro Gerät. Welcher Speicher sich für Sie die optimale Rendite bringt, können wir einfach berechnen

Kann man sich mit einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher komplett selbst mit Strom versorgen?

Ein Stromspeicher erhöht den Autarkiegrad deutlich. Eine komplette Selbstversorgung ist möglich - aber in der Regel nicht wirtschaftlich sinnvoll.

Ist eine Nachrüstung eines Speicher für eine Bestandsanlage möglich?

In den meisten Fällen können auch Bestandsanlagen mit einem Stromspeicher nachgerüstet werden. Inwieweit das wirtschaftlich sinnvoll ist. hängt auch von der Einspeisevergütung ab, die Sie aktuell erhalten.

Weiterlesen zum Thema "Kennzahlen Stromspeicher"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Strom speichern

Solarstrom speichern: Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich möchte mich gerne zu unterschiedlichen Speichermedien für eine bestehende Photovoltaikanlage informieren. Welche Möglichkeiten habe ich? Welche Förderungen könnte ich erhalten? Ich freue mich auf Infos vom Fachmann!
Antwort eines Haus&Co Experten

Die Höhe der Förderung hängt auch davon ab, ob sie den Speichern nachrüsten oder mit einer neuen Photovoltaikanlage kombinieren (https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/stromspeicher/foerderung). Auch wenn die Anlagen auf Lithium Ionen Basis teurer sind als Bleibatterien empfehlen wir hier eher die Solarstromspeicher mit Lithium-Ionen Technologie. Diese können im Vergleich deutlich öfter entladen/geladen werden (bis zu 7.000 mal mit Lithium Titanat Batterien), deutlich tiefer entladen werden (bis nahezu 100%) und erreichen einen Wirkungsgrad bis zu 95% (eine Marktübersicht finden Sie hier: https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/stromspeicher/photovoltaik-speicher)

Lohnt sich Photovoltaik bei Elektroheizung & Kamin?

Wir haben ein Einfamilienhaus rund 160 qm Wohnfläche, offenes Treppenhaus und eine Elektrospeicherheizung Leistung 15 Kw, Bj. 1985 sowie einen offenen Kamin, ohne Nachrüstverpflichtung lt. Bezirkschornsteinfeger. Der offene Kamin darf weiter betrieben werden. Der Verbrauch der E-Heizung (Zentralheizung) bei NT lag letztes Jahr bei 17300 kwh, HT-Verbrauch: null. Der Privatstromverbrauch lag letztes Jahr bei 2166 kwh bei 2 Personen im Haus. Wir erwägen eine PV-Anlage für den Privatstromverbrauch. Was empfehlen Sie uns als Leistung? Könnten wir die Anlage auch für die Heizung benutzen bzw. für den Winter den Strom speichern? Ist dies rechtlich möglich? An welche Kosten müssten wir dann insgesamt denken? Was empfehlen Sie uns als sinnvolle Lösung?
Antwort von INTELLECT Schnell Handelshaus UG (haftungsbeschränkt)

Es gibt physikalische Stromspeicher und virtuelle Stromspeicher z.B. als Cloud-Lösung. Cloud-Lösungen sind allesamt Marketing - Quatsch und versprechen viel und halten nichts (recherchieren Sie mal im Internet...das rechnet sich alles nicht!).

Sinn macht wenn dann nur eine richtige Speicherbatterie zusammen mit einem speziellen Stromservice (z.B. FA. Sonnen unter www.sonnen.de). Darüber hinaus gibt es keinen Speicher, der Ihnen so große Mengen zwischenspeichern könnte, Sie müssten ja auch eine irrwitzig große PV-Anlage bauen um Strom in der Menge Ihres Heizbedarfs zu erzeugen.

Tipp in der Kürze: eine PV Anlage NUR für Ihren Haushaltsstrom wäre unwirtschaftlich. Die PV-Anlage amortisiert sich über die Einsparung an den Stromkosten zuzügl. Einspeisevergütung.

Ihr Einsparpotential an Stromkosten ist zu gering - das würde einfach zu lange dauern. Ihre Heizung hingegen ist das Problem. Sie zahlen ja im NT-Tarif vermutlich irgendeinen KWH-Preis von 16 - 18 Cent. In Summe ist das auch ein ganz schöner Betrag / Jahr - und das wird ja künftig NICHT weniger , sondern eher mehr. Denken Sie mal darüber nach die E-Speicher-Heizung zu erneuern - wenn Sie dabei auf keine typische Heizung (Gas/Pellets/Wärmepumpe etc..) aus Kostengründen umstellen wollen, sondern beim einfachen Strom heizen bleiben, sollten Sie mal über ein Infrarot-Panele- Konzept nachdenken. Aus dem Stehgreif würde ich behaupten, dass Sie den Strombedarf mindestens um 50 - 60% mit modernen Panelen reduzieren können. Da Sie dabei den NT-Tarif verlieren, sollten Sie dann, zusammen mit Ihrem Haushaltsstrom den gesamten Bedarf (ca 10.000 kwh) mit einer passenden PV-Anlage unterstützen - ggflls. zusammen mit einer Speicherbatterie optimieren. Da hätten Sie langfristig den größten Nutzen und Spareffekt und wären IHR eigener Stromlieferant. Wenn Sie mal vereinfacht hochrechnen, was Sie die jetzige Heizmethode in den nächsten 10 Jahren kosten würde (ca 25.000 Euro incl. Preissteigerung) dazu noch den Haushaltsstrom (ca. 6.000), dann rechnet sich eine Investition in moderne Panele (ca. 3-5000 Euro) und eine große PV-Anlage mit Speicherbatterie ( 15-25.000 Euro) allemal.

Melden Sie sich gerne bei mir.
mfG
H.F. Schnell
intell-ect

Heizungsunterstützung für 55 Quadratmeter - Solaranlage? Elektroheizung? Strom speichern?

Ich habe nur 55 qm zu beheizen und wollte mir etwas zur Heizungsunterstützung kaufen.Ist hier eine Solaranlage und Elektroheizung sinnvoll? Oder wäre eine Solarthermie günstiger?Strom selber speichern ,dachte ich. Wie weit komme ich mit selber speichern ?
Antwort von smartnrgy GmbH & Co. KG

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