Abschreibung von Photovoltaikanlagen

Abschreibungen sind ein wichtiger Bestandteil im Finanzierungsplan einer neuen Photovoltaikanlage. Wir erklären Ihnen die Grundlagen sowie unterschiedliche Methoden anhand von Rechenbeispielen.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikWirtschaftlichkeit einer PhotovoltaikanlageAbschreibung von Photovoltaikanlagen

Grundlagen von Abschreibungen

Abschreibung Abschreibungen, auch AfA (Absetzung für Abnutzung) genannt, drücken aus, wie die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage auf die Nutzungsdauer von 20 Jahren verteilt wird. Sie stellen also die Wertminderung der Anlage im zeitlichen Verlauf dar.

Da Abschreibungen als Kosten gelten, ergibt sich eine Steuerminderung, da der zu versteuernde Gewinn durch diese zusätzlichen Kosten gemindert wird. Ganz real bedeutet dies, dass Sie die Anschaffungskosten für Ihre Photovoltaikanlage über einen längeren Zeitraum zu Ihrem Vorteil steuerlich berücksichtigen können. Grundvoraussetzung für eine Abschreibung, bzw. die steuerliche Berücksichtigung der Anlage ist, dass Sie nicht ausschließlich für den Eigenverbrauch, sondern mindestens zur Hälfte auch gewerblich genutzt wird.

Möglichkeiten der Abschreibung in der Photovoltaik

Was ist günstiger, die Kleinunternehmerregelung oder eine reguläre Besteuerung?

Speisen Sie Strom ein, zählen Sie als Gewerbebetrieb. Hier ist es vorteilhafter, sich nicht als Kleinunternehmer einstufen zu lassen, da Sie dann zwar keine Umsatzsteuer ausweisen müssen, im Gegenzug aber auch keine Vorsteuer geltend machen dürfen.

Was für ein Wirtschaftsgut ist eine Photovoltaikanlage?

Eine PV-Anlage zählt als selbständiges, bewegliches Wirtschaftsgut. In der AfA-Tabelle des Bundesministeriums für Finanzen ist dafür eine Nutzungsdauer von 20 Jahren festgelegt.

Kann ich meine private Photovoltaikanlage auch ohne Wissen des Finanzamts zu betreiben?

Grundsätzlich ist das möglich und bei kleineren Anlagen, die ausschließlich für den Eigenbedarf betrieben werden, auch sinnvoll, da der bürokratische Aufwand die eher geringen Vorteile kaum rechtfertigt. Dazu muss dem Finanzamt über eine Wirtschaftlichkeitsprognose bewiesen werden, dass die Anlage keine Gewinne einbringt. Idealerweise lassen Sie sich dazu von einem Steuerberater oder einem Experten für PV-Anlagen beraten und unterstützen.

Welche Abschreibungsmöglichkeiten für Photovoltaikgibt es?

Für den Betreiber einer Photovoltaikanlage gibt es drei Möglichkeiten, zwischen denen man frei wählen kann, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. In der Photovoltaik kann die lineare Methode Investitionsabzugsbetrag oder Möglichkeiten für Sonderabschreibungen kombiniert werden. Nachstehend finden Sie Informationen zu den verschiedenen Abschreibungsmöglichkeiten.

Ein Hinweis: Weitere Informationen und rechtlich bindende Aussagen kann Ihnen nur Ihr Finanz- oder Steuerberater geben. Er hilft Ihnen auch dabei, die für Sie optimale Abschreibungsvariante zu ermitteln.

Die lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage gleichmäßig über die Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben – das heißt jährlich 5 Prozent. Beispielsweise werden für eine Anlage mit einem Anschaffungspreis von 14.000 Euro dementsprechend jeweils 700 Euro im Jahr als Abschreibung fällig. Dieser Betrag wird direkt als Ausgabe von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Im Jahr der Inbetriebnahme muss die Abschreibung zeitanteilig angesetzt werden. Wenn die Anlage zum Beispiel am 01. Dezember in Betrieb genommen wurde, darf in diesem Jahr nur 1/12 der jährlichen Abschreibung vorgenommen werden. Im Beispiel also rund 58,33 Euro. Der Restbetrag wird dann im 21. Jahr der Nutzung abgeschrieben.

Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung

Beim Investitionsabzugsbetrag können 40 Prozent der Anschaffungskosten für Ihre Photovoltaik-Anlage direkt im ersten Jahr abgeschrieben werden. Für die restliche Laufzeit werden dann jeweils 5 Prozent der Anschaffungskosten jährlich abgeschrieben. Ist die Anschaffung im Rahmen einer Betriebseröffnung geplant, kann sie nur dann für den Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden, wenn sie am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres bereits fest bestellt wurde. Wenn Sie vorhaben, den Investitionsabzug im Voraus geltend zu machen, sollten Sie eine eventuell notwendige Dachsanierung oder eine Kreditaufnahme im Zusammenhang mit der Investition vorschlagen.

Investitionsabzug geltend machen

Der Investitionsabzug kann ein bis drei Jahre vor der geplanten Anschaffung geltend gemacht werden. Im Jahr der Anschaffung wird der Betrag dem Gewinn wieder zugerechnet. Insofern ist diese Methode keine Einsparung, sondern eine Stundung mit Liquiditäts- und Zinsvorteilen.

Tatsächlich haben Sie neben der Jahresabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG auch Anspruch auf eine Sonderabschreibung und zwar unabhängig davon, ob Sie einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht haben. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der Photovoltaikanlage sowie in den folgenden 4 Jahren ist eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent möglich. Die Verteilung ist dabei frei wählbar. Eine Neuberechnung der linearen Abschreibung ist entweder nach vollständiger Ausschöpfung der Sonderabschreibung oder (spätestens) am Ende der 5-jährigen Leistungsdauer erforderlich.

Hinweis: Damit Sie die Sonderabschreibung nutzen können, muss die PV-Anlage mindestens ein Jahr im Betrieb sein und zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden.

Auslaufmodell degressive Abschreibung

Bei der degressiven Abschreibung werden die Abschreibungen prozentual berechnet. Dieser Betrag darf jährlich maximal das 2,5fache der linearen betragen. Da bei 20 Jahren Nutzungsdauer einer PV-Anlage linear 5 Prozent berechnet werden, dürfen degressiv maximal 12,5 Prozent kalkuliert werden.

Dieser Prozentsatz wird immer vom jährlichen Restwert der Photovoltaikanlage berechnet. Im ersten Jahr bedeutet dies eine Abschreibung von 1.750 Euro, im zweiten Jahr dann 1.531,25 Euro und so weiter. Die Abschreibungen werden also jedes Jahr geringer. Da so die Steuerlast zu Beginn gemindert wird, ist diese Möglichkeit die beliebteste. Ist diese Verfahrensweise nicht mehr lohnenswert, können Sie zur linearen Abschreibung wechseln.

Infobox: Die degressive Abschreibung nach § 7, Absatz 2, EstG darf nur für Anlagen angewendet werden, die in den Jahren 2009 und 2010 in Betrieb genommen wurden. Für Anlagen, die später in Betrieb genommen wurden, muss die lineare Abschreibung angewandt werden.

Photovoltaik und Finanzamt - Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Die Umsatzsteuer, die Sie für Ihre Anlage mitbezahlt haben, wird vom Finanzamt sofort erstattet, sofern Sie für die Anlage ein Gewerbe anmelden und sie nicht als Kleinunternehmer betreiben. Zusätzlich können Sie alle weiteren Kosten geltend machen, die im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage anfallen, wie z.B. Dachrenovierungen, Reisekosten, Leitern, Reinigungs- und/oder Sicherungsmaterial.

Abschreibung und staatliche Zuschüsse

Haben Sie für Ihre Photovoltaikanlage staatliche Zuschüsse beantragt und erhalten, mindern diese die Basissumme für die Abschreibung. Sie werden entweder sofort als zu versteuernde Einnahmen verbucht oder von den Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) abgezogen.

Abschreibung bei privater Nutzung

Die Abschreibung zur steuerlichen Berücksichtigung der Anschaffungskosten für Ihre Photovoltaikanlage können Sie nur dann nutzen, wenn Sie diese gewerblich betreiben, also auch Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Für Privatnutzer gilt die Regel, dass eine Abschreibung möglich ist, wenn mindestens 50 Prozent der Stromerträge ins öffentliche Netz eingespeist werden. Andernfalls müssen Sie die Kosten komplett selbst tragen und können steuerlich lediglich Ausgaben im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich absetzen. Darunter fällt der Arbeitslohn, der zum Beispiel bei der Wartung der Anlage oder bei nötigen Reparaturen entsteht. Damit diese Ausgaben absetzbar sind, benötigen Sie dafür eine ordentliche Rechnung und einen Zahlungsbeleg durch eine Überweisung. Barrechnungen erkennt das Finanzamt in diesem Fall nicht an.

Photovoltaik und Finanzamt - welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Die Umsatzsteuer wird vom Finanzamt sofort erstattet, sofern Sie für die Anlage ein Gewerbe anmelden. Zusätzlich können Sie alle weiteren Kosten geltend machen, die im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage anfallen, wie z.B. Dachrenovierungen, Reisekosten, Leitern, Reinigungs- und/oder Sicherungsmaterial.

Weiterlesen zum Thema "Amortisation von Photovoltaikanlagen"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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