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Abschreibung von Photovoltaikanlagen

19. Juni 2020
Abschreibungen sind ein wichtiger Bestandteil im Finanzierungsplan einer neuen Photovoltaikanlage. Wir erklären Ihnen die Grundlagen sowie unterschiedliche Methoden anhand eines Rechenbeispiels.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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Grundlagen von Abschreibungen

Abschreibung Abschreibungen, auch AfA genannt, drücken aus, wie die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage auf die Nutzungs­dauer von 20 Jahren verteilt wird. Sie stellt also die Wert­minderung der Anlage im zeitlichen Verlauf dar.

Da Abschreibungen als Kosten gelten, ergibt sich eine Steuer­minderung, da der zu versteuernde Gewinn durch diese zusätz­lichen Kosten gemindert wird.

Möglichkeiten der Abschreibung in der Photovoltaik

Welche Abschreibungsmöglichkeiten für Photovoltaikgibt es?

Für den Betreiber einer Photovoltaikanlage gibt es vier unterschiedliche Möglichkeiten, zwischen denen man frei wählen kann. In der Photovoltaik kann die degressive oder die lineare Methode mit einer der beiden anderen Methoden kombiniert werden. Zudem gibt es einen Investitionsabzugsbetrag oder Möglichkeiten für Sonderabschreibungen. Nachstehend finden Sie Informationen zu den Abschreibungsmöglichkeiten. Ein Hinweis: Weitere Informationen und rechtlich bindende Aussagen kann Ihnen nur Ihr Finanz- oder Steuerberater geben. Er kann Ihnen auch helfen die optimale Methode für Sie persönlich zu finden.

Die lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage gleichmäßig über die Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben – das heißt jährlich 5 Prozent. Beispielsweise werden für eine Anlage mit einem Anschaffungspreis von 14.000 Euro dementsprechend jeweils 700 Euro im Jahr fällig.

Im Jahr der Inbetriebnahme muss die Abschreibung zeitanteilig angesetzt werden. Wenn die Anlage zum Beispiel am 01. Dezember in Betrieb genommen wurde, muss in diesem Jahr nur 1/12 der jährlichen Abschreibung vorgenommen werden. Im Beispiel also rund 58,33 Euro. Der Restbetrag wird dann im 21. Jahr abgeschrieben.

Die degressive Abschreibung

Bei der degressiven Abschreibung werden die Abschreibungen prozentual berechnet. Dieser Betrag darf jährlich maximal das 2,5fache der linearen betragen. Da linear 5 Prozent berechnet werden, dürfen degressiv maximal 12,5 Prozent kalkuliert werden.

Dieser Prozentsatz wird immer vom jährlichen Restwert der Photovoltaikanlage berechnet. Im ersten Jahr bedeutet dies eine Abschreibung von 1.750 Euro, im zweiten Jahr dann 1.531,25 Euro und so weiter. Die Abschreibungen werden also jedes Jahr geringer. Da so die Steuerlast zu Beginn gemindert wird, ist diese Möglichkeit die beliebteste. Nach einiger Zeit kann dann zur linearen Abschreibung gewechselt werden.

Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung

Beim Investitionsabzugsbetrag können 40 Prozent der Anschaffungskosten direkt im ersten Jahr abgeschrieben werden. Für die restliche Laufzeit wird dann jeweils mit 5 Prozent jährlich abge­schrieben. Ist die Anschaffung im Rahmen einer Betriebseröffnung geplant, kann sie nur dann für den Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden, wenn sie am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres bereits fest bestellt wurde. Wenn Sie vorhaben, den Investitionsabzug im Voraus geltend zu machen, sollten Sie z.B. eine eventuell notwendige Dachsanierung oder eine Kreditaufnahme im Zusammenhang mit der Investition vorschlagen.

Tatsächlich haben Sie neben der Jahresabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG auch Anspruch auf eine Sonderabschreibung. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der Photovoltaikanlage sowie in den folgenden 4 Jahren ist eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent möglich. Die Verteilung ist dabei frei wählbar. Eine Neuberechnung der linearen Abschreibung ist entweder nach vollständiger Ausschöpfung der Sonderabschreibung oder (spätestens) am Ende der 5-jährigen Leistungsdauer erforderlich.

Photovoltaik und Finanzamt - welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Die Umsatzsteuer wird vom Finanzamt sofort erstattet, sofern Sie für die Anlage ein Gewerbe anmelden. Zusätzlich können Sie alle weiteren Kosten geltend machen, die im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage anfallen, wie z.B. Dachrenovierungen, Reisekosten, Leitern, Reinigungs- und/oder Sicherungsmaterial.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in den folgenden Artikeln:

Finanzierung von Photovoltaik
Photovoltaik und Steuern
Amortisation von Photovoltaik

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