Versicherung von Photovoltaikanlagen

7. Oktober 2020
Umweltfreundlich, nachhaltig und auch finanziell lohnend: Die Investition in eine Solaranlage rechnet sich bereits nach wenigen Jahren. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen die Vorteile einer PV-Anlage für sich nutzen möchten. Allein in Deutschland sind aktuell mehr als 1,7 Millionen Solaranlagen installiert. Doch auch die modernste Photovoltaikanlage ist nicht gegen Schäden gefeit. Aufwendige und entsprechend teure Reparaturen können die Folge sein. Gut, wenn Sie Ihre PV-Anlage dann versichert haben. Wir zeigen Ihnen, gegen welche Schäden Sie Ihre Solaranlage absichern sollten, wie ein optimaler Versicherungsschutz aussehen kann und was dieser kostet.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Oliver Wulf, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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Versicherung von Photovoltaikanlagen: So sichern Sie sich bei Schäden gegen hohe Kosten ab


Versicherung Die Kosten für Photovoltaik bzw. PV Anlagen sind sehr hoch. Als Hauseigen­tümer und Betreiber sollte man daher die Anlage gegen mögliche Schäden und somit verbundene hohe Ausgaben versichern. Zu beachten sind dabei die Gebäude-, Haftpflicht- und eine spezielle Solaranlagen Versicherungen.

Welchen Umwelteinflüssen sind Solaranlagen ausgesetzt?

Photovoltaikanlagen werden üblicherweise auf Dächern installiert. Regen, Hagel, Schnee und natürlich der Wind können daher die Solarmodule beschädigen und so die Leistung Ihrer PV-Anlage mindern. Besonders gefährlich sind Blitzeinschläge. Ist die Solaranlage nicht richtig geerdet, wird schon ein einfaches Sommergewitter zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr. So können direkte oder indirekte Blitzeinschläge zu Überspannungsschäden an den Modulen und den Wechseltrichtern führen. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu einem Totalausfall der Anlage. Doch nicht nur schlechtes Wetter stellt ein Risiko dar. Wenn bei großer Hitze die Solarflüssigkeit Ihrer Solarthermieanlage kondensiert, beschleunigt das die Alterung Ihrer PV-Anlage.

Welchen Umwelteinflüssen sind Solaranlagen ausgesetzt?

Auch größere Vögel, Marder oder Eichhörnchen können Ihre Solaranlage beschädigen. Besonders Marder klettern ohne Probleme auch auf hohe Dächer und knabbern dort gerne an den Kabeln der Solaranlage. Kurzschlüsse, Ertragsausfälle und verschmorte Kabel sind die Folge. Teilweise bauen sie sich unter der Anlage auch einen Unterschlupf. Dort lagern die Marder ihre Beute und richten sich häuslich ein. Unangenehmer Geruch ist dann das geringste Problem. Marderbisse sind so eine der häufigsten Ursachen für den Ausfall einer PV-Anlage. Leider ist die Beseitigung der Marder und die anschließende Reparatur besonders kostenintensiv. Marder stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nicht getötet werden. Und: Bis die genaue Schadensstelle gefunden ist, können einige Stunden vergehen.

Wie teuer sind Reparaturen an Solaranlagen?

In einer modernen Solaranlage ist hochkomplexe Technik verbaut. Die Kosten für die Anschaffung einer hochwertigen PV-Anlage betragen daher zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Je nach Schadensart, können auch Reparaturen an den Solarmodulen eine hohe finanzielle Belastung bedeuten. Wie hoch diese genau ist, muss ein kompetenter Fachbetrieb vor Ort klären. Dieser übernimmt die Schadensaufnahme, führt nötige Prüf- und Messarbeiten durch und klärt, ob Ersatzteile verbaut werden müssen. Sind die wichtigsten Fragen geklärt, erhalten Sie in der Regel ein unverbindliches Angebot für die Reparatur und die Instandsetzung Ihrer Anlage.

Photovoltaik: Schließen Sie einen Wartungsvertrag ab

Einige Reparaturen und Arbeiten an Ihrer PV-Anlage lassen sich nicht vermeiden. So sollten Sie damit rechnen, dass der Wechseltrichter der Anlage nach einigen Jahren ausgetauscht werden muss. Passiert dies während der Garantiezeit, bedeutet dies aber keine finanzielle Belastung für Sie. Neben einer langjährigen Garantie, ist auch der Abschluss eines Wartungsvertrages ein Muss. Diese Wartungsverträge kosten zwischen 150 und 200 Euro pro Jahr. Im Preis enthalten sind neben einer jährlichen Inspektion auch ein Notdienst sowie kleinere Instandsetzungsarbeiten sowie der Austausch von Verschleißmaterial.

Regelmäßige Reinigung reduziert das Risiko für Ihre Solaranlage

Wer seine PV-Anlage prophylaktisch vor Schäden schützen möchte, sollte die Anlage außerdem regelmäßig reinigen lassen. So werden Verschmutzungen entfernt, eventuelle Schäden schneller erkannt und die Leistung Ihrer Anlage dauerhaft erhalten. Mit rund 3 Euro pro Quadratmeter ist die Reinigung der PV-Anlage für die meisten Betreiber keine große Investition. Wie häufig Sie die Anlage reinigen lassen sollten ist auch eine Frage des Standorts. Auf dem Land ist die Verschmutzung durch Smog zum Beispiel wesentlich geringer, als in einem belebten Industriegebiet.

Kann ich meine Solaranlage versichern?

Ja, eine Versicherungspolice ist zwar keine Pflicht, aber durchweg sinnvoll. Auch die Stiftung Warentest empfiehlt Betreibern von Solaranlagen eine Versicherung abzuschließen. Übrigens: Falls Sie Ihre Solarmodule über einen Kredit finanzieren, wird die jeweilige Bank vermutlich ohnehin eine Versicherung verlangen.

Gegen welche Schäden sollte ich meine Solaranlage versichern?

Wie Tiere oder Unwetter Schäden an Ihrer PV-Anlage verursachen können, haben wir bereits beschrieben. Es gibt aber weitere Risiken, gegen die Sie Ihre Solaranlage versichern sollten. Hier unsere Checkliste mit den häufigsten Schadensfällen:

  • Bedienungsfehler: Diese sind selten und meist nicht besonders folgenschwer. Dennoch sollten Sie im Versicherungsschutz enthalten sein.
  • Brände: Ein Brand kann viele Ursachen haben. Aber egal, ob ein Kurzschluss, ein Blitzeinschlag oder Brandstiftung vorliegt – Brände verursachen meist verheerende Schäden, die entsprechend teuer sind.
  • Blitzeinschlag: Durch den Klimawandel erleben wir auch in Deutschland starke Unwetter immer häufiger. Eine Versicherung lässt Sie bei einem heftigen Gewitter ruhiger schlafen. Das Gleiche gilt bei Sturm oder Hagel. Bedenken Sie aber, dass die meisten Versicherungen nur bei einem direkten Einschlag in die Solaranlage zahlen.
  • Diebstahl: Solarmodule werden nur selten gestohlen. Schließlich fällt es auf, wenn wildfremde Menschen auf Ihrem Dach PV-Module abmontieren. Auch der Verkaufswert der einzelnen Module ist so gering, dass sich das Risiko erwischt zu werden, für Einbrecher kaum lohnt. Diebstahl betrifft daher eher große Unternehmen, die ihre Solaranlagen auf weit abgelegenen Lagerhallen installiert haben.
  • Tierbisse: Marder, Eichhörnchen und Wiesel haben eines gemeinsam: Spitze Zähne. Mit ihrem Gebiss testen die Nager gerne Kabel und kleine Bauteile auf ihre Widerstandskraft.

Risiken, die jeden Besitzer einer Solaranlage betreffen. Aber ist eine spezielle Versicherung meiner PV-Anlage wirklich nötig? Werden die meisten Risiken denn nicht von meiner Gebäudeversicherung abgedeckt? Fragen wie diese, stellen sich viele Inhaber einer Solaranlage.

Brauche ich eine Versicherung für meine Solaranlage?

Zunächst sollten Sie tatsächlich prüfen, ob Ihre Gebäudeversicherung auch die Solaranlage miteinschließt. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Versicherung darum bitten, eine spezielle Police aufzunehmen. Dazu müssen Sie allerdings einen Antrag stellen. Auch der Aufpreis für den zusätzlichen Versicherungsschutz wird nicht gering ausfallen. Im Zweifelsfall lohnt es sich, verschiedene Versicherungen miteinander zu vergleichen und einen Wechsel in Betracht zu ziehen. Falls die Gebäudeversicherung nicht mit sich reden lässt, sollten Sie definitiv eine gesonderte Versicherung für Ihre Solaranlage abschließen.

Allgefahrenversicherung für Photovoltaikanlagen

Wie der Name schon vermuten lässt: Allgefahrenversicherungen decken ganz unterschiedliche Schadensursachen ab. Um welche es sich dabei genau handelt, unterscheidet sich von Versicherung zu Versicherung. Das Gleiche gilt für die vereinbarten Deckungssummen. Bevor Sie eine Versicherung abschließen sollten Sie daher folgende Aspekte berücksichtigen:

  • die Größe Ihrer PV-Anlage
  • der finanzielle Schaden, der durch einen längeren Ausfall entstehen würde
  • den Standort der Anlage (ist mit Tierbefall, Diebstahl oder Unwettern zu rechnen?)

Sie können so recht genau einschätzen, in welcher Höhe Sie Ihre Solaranlage versichern sollten. Übrigens: PV-Anlagen, die auf abgelegenen Feldern verbaut sind, erhalten nur selten einen Versicherungsschutz. Auch Solaranlagen an Fassaden sind meist nicht versicherbar.

Was kostet eine Photovoltaikversicherung?

Hier gibt es keine allgemeingültige Antwort. Sie können meist zwischen einem Tarif mit Selbstbeteiligung zwischen 0 und 250 Euro wählen. Die Kosten für die Police betragen zwischen 70 und 150 Euro. Abschließen können Sie die Versicherung bei den meisten Gesellschaften für Solaranlagen.

Brauche ich für meine Solaranlage eine Haftpflichtversicherung?

Schäden an der eigenen Solaranlage sind ärgerlich und im Zweifel sehr teuer. Was viele Betreiber von Solaranlagen vergessen: Auch durch die Solaranlage selbst, können andere Menschen oder Gegenstände verletzt und beschädigt werden. Neben einer Allgefahrenversicherung sollten Sie daher auch über eine Haftpflichtversicherung für Ihre Solaranlage nachdenken.

<b>Bei welchen Schadensfällen zahlt die Versicherung nicht?</b>

Die Corona-Krise hat uns gezeigt: Unvorhersehbare Ereignisse können ganze Wirtschaftszweige lahmlegen. Versicherungen zahlen dann nur selten. Auch Ihre Photovoltaikanlage lässt sich nicht gegen jede negative Überraschung versichern. Schäden, die durch Erdbeben, einen Kriegsausbruch oder innere Unruhen wie einen Bürgerkrieg entstehen, wird keine Versicherung der Welt bezahlen.

Was deckt die Haftpflichtversicherung für Photovoltaikanlagen ab?

Ihre Solaranlage besteht aus verschiedenen Bauteilen und Komponenten. Werden diese beschädigt, sind auch andere Gegenstände oder Personen in Gefahr. Ein Beispiel: Geht das Abdeckglas Ihrer Solarmodule durch Sturm oder Hagel zu Bruch, können umherfliegende Glassplitter Menschen ernsthaft verletzen. Auch in der Nähe parkende Autos, die Häuser der Nachbarn oder deren Haustiere sind dieser Gefahr ausgesetzt.

Ertragsausfallversicherung Solaranlagen: Schutz gegen finanzielle Einbußen

Eine Solaranlage lohnt sich finanziell nur dann, wenn sie über einen längeren Zeitraum störungsfrei arbeitet. Fällt der Ertrag über die Einspeisevergütung über mehrere Tage oder Wochen aus, ist das ärgerlich und teuer. Gut, wenn Sie dann eine Ertragsausfallversicherung abgeschlossen haben. Diese Versicherung ersetzt Ihnen die finanziellen Einbußen und springt ein, wenn die Anlage repariert werden muss oder aufwendig gewartet wird. Die Ertragsausfallversicherung kann bereits Teil der Allgefahrenversicherung sein. Ob dies der Fall ist, sollten Sie aber prüfen und im Zweifelsfall nachsteuern.

Rechnet sich eine Versicherung meiner Solaranlage?

In Deutschland erleben wir kaum Naturkatastrophen. Dennoch sollten Sie auch hierzulande Ihre Solaranlage gegen Sturmschäden, Hagel, Blitzeinschlag oder andere Umwelteinflüsse versichern. Eine zusätzliche Haftpflichtversicherung sorgt dafür, dass auch Schäden an anderen Personen oder fremden Gegenständen keinen finanziellen Ruin bedeuten. Da Ihre Solaranlage einige tausend Euro gekostet hat und eine autarke Energieversorgung garantiert, ist ein vollumfänglicher Versicherungsschutz eine Investition, die sich lohnt!

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik Versicherung

Photovoltaik Versicherung: Hagelschaden "untypisch"?

Wir haben unsere Photovoltaikanlage ausdrücklich in unserer Wohngebäudeversicherung mitversichern lassen. Bei der Meldung eines Schadensfalles wurde uns vom Versicherer (HUK-Coburg) mitgeteilt, dass ein Hagelschaden bei nur einem Modul "absolut untypisch" wäre. Eine erhöhte Spannung, die zum Riss im Modul führen könnte, wäre aber nicht mitversichert und deswegen bestünde kein Versicherungsschutz. Was können wir dagegen unternehmen?
Antwort von Sunrise Solartechnik

Hagelschaden ist selbstverständlich in der Gebäudeversicherung mitversichert. Bei nur einem Modul sicher untypisch, vielleicht gibt es einen Steinschlag eines Rabens der einen Stein fallen lies und dachte es wäre eine Nuss. Ich hatten diesen Fall bei einer Anlage. Am Einschlagloch lässt sich der Steinstaub dann feststellen. Schwierig dann als Hagelschaden abzurechen.

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