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Aktualisiert: 08.11.2019

Wozu noch eine Photovoltaikanlage kaufen? Eine Einschätzung

Photovoltaik ist heute keine Frage der Technik mehr, sondern eine Frage der Sinnhaftigkeit! Brauche ich diese Technik? Welchen Nutzen habe ich von einer eigenen Photovoltaik Anlage? Und lohnt es sich, in eine PV Anlage zu investieren? Diese zentralen Fragen tauchen zuallererst und immer wieder auf, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt. Wir wollen an dieser Stelle versuchen, sie zu beantworten! Fundiert und unabhängig, mit einer Einschätzung der aktuellen Marktlage.
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Photovoltaik heute: Bestandsaufnahme & Zukunftsperspektive

Inhaltsübersicht & Schnellnavigation

Wo steht die Photovoltaik in Deutschland heute?

In den Jahren 2009 bis 2013 boomte das Geschäft mit einer eigenen Photovoltaik Anlage. Zu dieser Zeit wurden PV Anlagen ausschließlich als Geldanlage gebaut. Durch die hohe staatliche Förderung warf eine Photovoltaikanlage eine ordentliche Rendite ab. Um diese zu erzielen, wurden PV Anlagen so groß wie möglich gebaut. Und der erzeugte Strom wurde vollständig ins öffentliche Netz eingespeist.

Einfamilienhaus mit einer 10 kWp PhotovoltaikanlageEine typische Photovoltaikanlage aus dieser Zeit (10 kWp). Die Dachfläche des Einfamilienhauses wurde vollständig mit Solarmodulen belegt für maximale Stromausbeute.

Doch als private Rendite war die Förderung für PV Anlagen nicht gedacht. Aus diesem Grund fuhr die Bundesregierung die hohe Einspeisevergütung seit 2012 schrittweise wieder zurück. Mit dem Effekt, dass in den Folgejahren von Jahr zu Jahr weniger Photovoltaikanlagen gebaut wurden. So wurde 2016 nur noch ein Fünftel der Leistung installiert wie in den Jahren 2010, 2011 und 2012.

Entwicklung der PV-Installation in Deutschland von 2000 bis 2015Für 2016 lag der Wert bei 1.520 MWp. Also nahezu auf dem gleichen Niveau wie 2015. 2017 wurden mit 1.750 MWp wieder mehr Photovoltaik-Anlagen in Deutschland gebaut. Zurückzuführen ist dies u.a. auf das neue Betreibermodell, welches wir hier genauer vorstellen. | Entnommen aus: "Meldedaten PV Bundesnetzagentur 2014/2015" sowie "Statistische Zahlen der deutschen Solarstrombranche (Photovoltaik)" | © Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)

Inzwischen ist es schwieriger geworden mit einer privaten Photovoltaikanlage nur über die Einspeisevergütung noch eine hohe Rendite zu erzielen. Sprich, den erzeugten Solarstrom vollständig ins Netz einzuspeisen und vollständig vergüten zu lassen.

Wie sieht es also 2019 aus? Weshalb sollte man sich heute noch eine Photovoltaik Anlage kaufen? Welchen Mehrwert bieten Photovoltaik Anlagen noch?

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Neuer Anreiz: die eigene Stromrechnung senken!

Eine eigene Photovoltaikanlage ist heute aus einem anderen Grund interessant als noch vor ein paar Jahren. Inzwischen ist der Strom in den Mittelpunkt gerückt! Diesen selbst zu nutzen und zu verbrauchen, dazu bestand bislang kein bzw. kaum ein Anreiz. Denn durch die hohe Vergütung im Vergleich zum Haushaltsstrompreis und den Selbstkosten war der eigene Solarstrom schlicht zu wertvoll, um ihn selbst zu verbrauchen. Er wurde gewinnbringend verkauft (eingespeist) und es wurde weiterhin Haushaltsstrom im vollem Umfang vom Netzbetreiber bezogen.

Dieses Betreibermodell hat inzwischen eine 180° Wendung erfahren. Durch die geänderte Förderkulisse und die stetig günstiger werdende Technik ist eine eigene Photovoltaikanlage heute und in Zukunft aus folgenden Gründen interessant:

  • Sie erzeugen Ihren eigenen Strom
  • Sie müssen weniger Strom aus dem Netz beziehen
  • Sie senken dauerhaft Ihre Stromrechnung
  • Sie machen sich ein Stück weit unabhängiger von Ihrem Energieversorger
  • Sie sichern sich langfristig und zu einem gewissen Teil gegen steigende Stromkosten ab

Eigener Solarstrom ist inzwischen deshalb so attraktiv, weil er nur halb so viel kostet wie der Strom vom Energieversorger! Schon mit einer Dachfläche von 10 Quadratmetern erzeugen Sie pro Jahr rund 1.000 Kilowattstunden Strom zu einem Selbstkostenpreis von rund 10 bis 14 Cent pro Kilowattstunde.

Diesen Solarstrom können Sie kostenfrei selbst verbrauchen, solange die Photovoltaikanlage nicht mehr als 10 Kilowattpeak Leistung hat (siehe Beispielanlage im Bild und Video). Für nicht genutzten Solarstrom bekommen Sie auch weiterhin die garantierte Einspeisevergütung vom Staat (derzeit rund 12 Cent pro kWh).

Wirklich interessant und alltagstauglich wird eine Photovoltaikanlage und selbst erzeugter Strom jedoch erst mit einem Stromspeicher! Mit diesem können Sie nahezu den gesamten Solarstrom selbst verbrauchen und Ihre Stromrechnung noch deutlicher senken. Völlig autark werden Sie mit einer Photovoltaik Anlage plus Stromspeicher jedoch nicht. Das muss an dieser Stelle klar gesagt werden. Die Technik macht Sie jedoch zu einem bedeutenden Teil unabhängig von Ihrem Energieversorger.

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Lohnt es sich, eigenen Strom zu produzieren?

Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, müssen bei der Überlegung für eine Photovoltaikanlage heute und in Zukunft die eigenen Stromkosten als Vergleichsgröße herangezogen werden. Denn auf diese Weise lässt sich die Frage konkreter formulieren:

"Kann ich für rund 30 Cent pro Kilowattstunde meinen eigenen Strom produzieren und speichern?"

Die Selbstkosten, um Strom mit einer eigenen Photovoltaik Anlage zu produzieren (Stromgestehungskosten), sind bereits sehr gering mit 10 bis 14 Cent pro Kilowattstunde! Hinzuzurechnen sind die Kosten, um eigenen Solarstrom zu speichern mit Hilfe eines Stromspeichers. Die Kosten liegen derzeit noch bei umgerechnet rund +20 Cent pro Kilowattstunde. Das heißt, wenn Stromspeicher noch etwas günstiger werden in der nächsten Zeit, dann wird sich der Umstieg auf eigenen Solarstrom finanziell rechnen!

2017/18 wird eigener Solarstrom konkurrenzfähig zum HaushaltsstromQuelle: © Büro F - Stephan Franz

Derzeit kostet eine private Photovoltaikanlage zwischen 1.700€ und 1.300€ (netto) pro Kilowattpeak (im Segment 3 bis 10 kWp). Hier ist in Zukunft keine merkliche Preissenkung mehr zu erwarten. Stromspeicher kosten im Schnitt bislang noch rund 1.500€ bis 1.300€ (netto) pro Kilowattstunde nutzbare Speicherkapazität (im Segment 4 bis 8 kWh). Hier wird es in nächster Zeit noch deutliche Preisnachlässe geben.

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Stromspeicher liegen im Trend - bis 10.000€

Dass Stromspeicher von Jahr zu Jahr bereits günstiger werden und eine immer größere Nachfrage in Privathaushalten verzeichnen, zeigen verschiedene Auswertungen von Branchengrößen wie dem Bundesverband Solarwirtschaft oder der Fachzeitschrift "pv magazine". Anhand einer eigenen Auswertung von rund 1.000 aktuellen Angeboten, die Endkunden innerhalb eines Jahres bei Solarteuren angefordert haben, kann unsere Redaktion von Solaranlagen-Portal.com diese Entwicklung am Stromspeicher-Markt bestätigen und nachzeichnen! Ebenso konnten wir aus der Analyse neue, interessante Trends bei der Nachfrage nach PV Anlagen und Stromspeichern ablesen.

So sind zum einen die durchschnittlichen Angebotspreise für Stromspeicher um rund 230€ pro Kilowattstunde gesunken. Von rund 1.500€ / kWh zur Jahresmitte 2016 auf rund 1.270€ / kWh im Sommer 2017.

Jahr Ø Angebotspreis pro kWh Ø Angebotspreis pro Gerät Ø Speicherkapazität
2016 1.500€ 9.350€ 6,23 kWh
2017 1.270€ 9.655€ 7,59 kWh

Dieser stetige Preisnachlass führt laut unserer Einschätzung aktuell zu einer Kuriosität. So geben Privathaushalte von Jahr zu Jahr nicht etwa weniger Geld für einen Stromspeicher aus, weil die Geräte günstiger werden. Sie sind viel eher bereit, bis zu einer gewissen Summe in einen Stromspeicher zu investieren. 10.000€ scheint hier die imaginäre Preisgrenze zu sein! Kostet ein Stromspeicher für den Heimgebrauch mehr, dann scheint die Preissensibilität deutlich zuzunehmen und die Kaufbereitschaft lässt nach.

Das heißt, es werden in der Tendenz größere Speicher zum gleichen Preis gekauft, bzw. "mehr Speicher fürs gleiche Geld". Hat man 2016 noch rund 6 kWh Speicherkapazität für 10.000€ bekommen, so sind es 2017 bereits 7,5 kWh. Das legt die Vermutung nahe, dass Betreiber einer Photovoltaikanlage beabsichtigen, so viel Strom wie möglich zu speichern und selbst zu verbrauchen, so lange der Preis stimmt.

So entscheiden sich heute bereits 4 von 10 Interessenten einer Photovoltaikanlage direkt auch für einen Stromspeicher. Ein Jahr zuvor waren es laut unserer Studie noch 3 von 10 Interessenten. Ein Zeichen dafür, dass eine Photovoltaikanlage für viele Privathaushalte bereits wieder eine sinnvolle und lohnenswerte Investition ist, um sich selbst mit eigenem Strom zu versorgen.

Solarstromspeicher Trends 2017

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Worauf es in Zukunft ankommt

Wenn Sie sich heute und in Zukunft konkret mit dem Thema Photovoltaikanlage beschäftigen möchten, dann sind folgende Begriffe und Aspekte relevant:

  • Stromgestehungskosten: meint die Selbstkosten, zu denen mit einer Photovoltaik Anlage Strom produziert werden kann.
  • Eigenverbrauchsanteil: wieviel Solarstrom können Sie im Haushalt selbst verbrauchen, ohne (und mit) Stromspeicher? Welche Optimierungsmöglichkeit gibt es hinsichtlich Smart Home Steuerungen?
  • Stromspeicher: nur mit einem Stromspeicher kann ausreichend Solarstrom selbst verbraucht werden (auch in den Abend- und Nachtstunden).
  • Kosten pro gespeicherte Kilowattstunde: zu welchen Konditionen kann der Stromspeicher 1 kWh Strom umgerechnet speichern?
  • richtige Dimensionierung: eine Photovoltaikanlage wird heute nicht mehr so groß wie möglich gebaut, sondern auf den Strombedarf im Haushalt angepasst. Ebenso der Stromspeicher. Hier bieten sich evtl. modulare Speicher an, deren Speicherkapazität nachträglich noch erweitert / verringert werden kann.
  • Autarkiegrad: sagt aus, zu welchem Prozentsatz Sie sich unabhängig machen können vom öffentlichen Strombezug. Nicht zu verwechseln mit dem Eigenverbrauchsanteil!
  • Preis pro kWp und kWh: dient neben den Stromgestehungskosten und Kosten pro gespeicherte Kilowattstunde als Vergleichsgröße beim Anlagenkauf.
  • (Einspeisevergütung): besitzt nahezu keine Relevanz mehr für den Kauf einer privaten Photovoltaikanlage. Sie liegt bei rund 12 Cent pro kWh und wird nahezu nicht mehr gekürzt.

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Wenn Sie sich die Konditionen einer eigenen Photovoltaik Anlage plus Stromspeicher durchrechnen lassen wollen, empfehlen wir Ihnen die fachkundige Beratung durch einen Solarteur vor Ort. Über unseren kostenfreien Vermittlungsservice stellen wir gern den Kontakt zum Fachhandwerk in Ihrer Region her. Alternativ können Sie für einen ersten Eindruck auch unseren Photovoltaik-Rechner nutzen. Sollten Sie bereits ein Angebot vorliegen haben und sich unschlüssig sein über die Konditionen, dann können Sie diese mit unserem Angebotsvergleich gegenchecken.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik Anlage

PV-Kleinanlage: Was ist modern?

Ich würde gerne eine kleine 3 kW PV-Anlage auf meinem Satteldach installieren und habe auch ein gutes Angebot vorliegen. Jetzt würde ich gerne wissen, was heute wirklich modern ist. Was ist denn der heutige "Porsche" unter den PV-Kleinanlagen? Was für einen Wechselrichter würdet Ihr empfehlen? Welche Smart Home-Schnittstelle? Ich würde das ganze zunächst ohne Speicher kaufen, diesen dann aber mittelfristig erweitern. Ich freue mich auf eure Antworten!
Antwort von GreenForesight

Hallo,
ich kann auf jeden Fall Glas/Glas Module empfehlen, weil die Produktgarantie von 30 Jahren zur Zeit und die Widerstandsfähigkeit dieser Module unschlagbar ist.

Was nicht heißen soll, das Glas/Laminat Module schlechter sind. Aleo Solar, Axitec, Heckert Solar, Solarwatt, Luxor und LG sind zu empfehlen.

Beim Wechselrichter würde ich auf SMA, SolarEdge und Fronius setzen, teilen sich den größten Marktanteil.

Speicher lassen sich später problemlos nachrüsten.

Mit freundlichen Grüßen
GreenForesight
Tino Schwanke

PV-Module entsorgen

Ich bin Metallhändler und bekomme eine größere Menge an alten PV-Modulen angeboten. Wer wäre denn ein Ansprechpartner, wenn es um die Entsorgung der PV-Module geht?
Antwort von egg-tech GmbH

Guten Tag,
das kommt sehr darauf an, um was für eine Technologie es sich handelt und wie der Zustand ist. Teilweise bekommt man noch ein paar Euro pro Modul, es kann aber auch richtig teuer werden. Je nachdem welcher Hersteller etc. gibt es auch unterschiedliche Verwertungs- und Entsorgungswege. Wir können gerne behilflich sein bzw. das auch übernehmen.
Bei Interesse, gerne melden.
Grüße
Markus Groda

Wird eine PV-Anlage nach Fertigstellung abgenommen?

Wird eine PV-Dachanlage nach Fertigstellung von einem Sachverständigen abgenommen?
Antwort eines Haus&Co Experten

Danke für Ihre Frage.

Nach Rückfrage bei einem Photovoltaik Fachbetrieb: Die Errichtung einer PV Anlage ist (abhängig von der Größe) erstmal nicht genehmigungspflichtig. Die Statik wird im Vorfeld geprüft - so dass auch hier keine nachträgliche Abnahme erforderlich ist.

In Fällen für das Nachweisen des Inbetriebnahme Zeitpunkts (wobei auch hier ein Glühlampentest ausreicht http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/bgh-urteil-besttigt-glhlampentests-als-zulssig_100021071/), bei Versicherungsfragen (Brandschutz oder Haftpflicht Fragen bei größeren Anlagen) oder wenn Sie sich bestätigen lassen wollen, dass die Anlage keine Mängel aufweist und sachgerecht installiert wurde, kann ein Sachverständiger sinnvoll sein. Beachten Sie hier dass die Kosten für einen Sachverständigen im Verhältnis zum Ertrag der Anlage stehen sollten und dass Sie die Kosten dafür selbst tragen müssen.

Mit freundlichen Grüßen,
Oliver Behrla

Nennleistung vs. Höchstleistung von Photovoltaikanlage

Ich habe eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 2,550 kwp. Sie erzeugt laut Diagramm jedoch nur 1,8 kwp. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass die Anlage auf eine Höchstleistung 70% des Nennwertes kommt. Ist das richtig?
Antwort von Servicezentrum TAUBER-SOLAR GmbH

Es kann schon sein, dass Ihre Anlage nur max. 70% der Maximalleistung einspeist.
Falls das bei der Errichtung so eingestellt wurde, weil es laut Gesetz so gefordert ist, ist das richtig. Anlagen unter 30 kWp ab einem Installationsdatum ab 2012 müssen entweder vom Netzbetreiber regelbar oder fest auf maximal 70% eingestellt sein.

Ganz genau wären 70% von 2,55 kWp aber 1,785kWp. Ich nehme an, Sie haben den Wert mit Rundung abgelesen. Wenn nicht, kann es auch um andere Themen gehen.

Warmwasserspeicher mit Solarenergie betreiben

Ich bin seit einem Jahr Pächterin eines Kleingartens und möchte mittels Solar einen Warmwasserspeicher 80 l betreiben. Wie groß wäre die Anlage und was würde mich das Kosten?
Antwort von Dipl.-Ing. (FH) Dirk Hoffmann

Elektrisch unrentabel, thermisch sinnvoll, ca. 1500 Euro.

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