Veröffentlicht am Nov. 23, 2023

Photovoltaik-Module: Preise und Preisentwicklung

Preise für Solarmodule unterliegen ständigen Schwankungen. Die Entwicklung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: Nachfrage, Lieferketten oder Verfügbarkeit von Rohstoffen sind einige von ihnen. Erfahren Sie, welchen Trend die Kostenentwicklung einschlägt – und was die Qualität der PV-Module mit den Kosten zu tun hat.
Gina Doormann
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.solaranlagen-portal.com verfasst.
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Solarmodule Kosten: Inhalt

Preise für Solarmodule

Im Frühjahr 2023 werden kristalline Photovoltaik-Module auf dem europäischen Spotmarkt zu durch­schnittlich 0,18 bis 0,30 Euro (netto) pro Wattpeak gehandelt. So gibt es der Preisindex von pvXchange an. Seit November 2022 ist in allen Preis- und Qualitätsklassen bei Solarmodulen ein Preisnachlass zu beobachten. Lediglich im Bereich “Mainstream”, das sind Standardmodule mit überwiegend poly- oder monokristallinen Zellen, die einen Wirkungsgrad bis 21 Prozent aufweisen, ist seit Februar 2023 ein Preisanstieg von 3,4 Prozent zu sehen. Hintergrund können angestiegene Preise für Silizium sein. Die gesunkenen Modulpreise erleichtern das Photovoltaik-Repowering.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, ist der Preis pro kWp kontinuierlich gefallen, so das Fraunhofer ISE. Demnach folge die Preisentwicklung für PV-Module einer “Preis-Erfahrungskurve”: Das heißt, bei Verdopplung der Modulproduktion sinken die Preise um einen gleichbleibenden Prozentsatz. So seien die Modulkosten zwischen 2010 und 2020 um 90 Prozent gesunken. Man gehe von einer Fortsetzung dieses Trends aus. 

Die hier veröffentlichten Modulpreise sind ausschließlich für Photovoltaik-Module repräsentativ (hier finden Sie Preise für Solarthermie-Kollektoren) und stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (netto, verzollte Ware). Die Modulpreise sind keine Endkundenpreise.

In diesem Text genannte Modulpreise werden uns zur Verfügung gestellt von pvXchange. pvXchange ist mit über 10.000 registrierten Geschäftskunden eine der weltweit größten Online-Handelsplattformen für Solarmodule, Wechselrichter sowie weitere PV-Komponenten. pvXchange hat dabei mehr als zwölf Jahre Markterfahrung.

Wie unterscheiden sich die Preise im Einzelhandel und im Großhandel?

Preisbarometer pvXchange März 2023

pvXchange erstellt jeden Monat ein Preisbarometer für PV-Modulkosten. Grafik: www.pvxchange.com

Bei pvXchange werden Spotmarktpreise aufgeführt. Bei diesen handelt es sich um Großhandelspreise. Endkundenpreise für Module liegen deutlich höher. So müssen die Großhandelspreise grundsätzlich mit dem Faktor 4 bis 6 multipliziert werden, um einen Endkundenpreis pro Watt Peak Photovoltaik zu erhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Solarmodulen und Solarzellen?

Was man auf Dächern als PV-Anlagen wahrnimmt, sind Solarmodule. Diese bestehen aus Solarzellen. Solarzellen sind somit die kleinsten Bestandteile einer Photovoltaikanlage. Solarzellen können polykristallin oder monokristallin sein. Diese unterscheiden sich in der Art ihrer Herstellung, der Leistung und der Optik. Solarzellen können auch auf durchsichtigem Trägermaterial aufgebracht werden. Das erweckt dann den Eindruck, als seien es transparente PV-Module.

Hauptgründe für sinkende Modulpreise

Die Preise für Solarmodule schwanken. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zuletzt waren die Preise für Solarzellen im Januar 2023 gefallen – aus verschiedenen Gründen. Diese reichen von gesunkenen Frachtraten für Transporte aus China über einen sich erholenden Wechselkurs zwischen Euro und Dollar bis zu sinkenden Energiekosten und günstigeren Preisen für Polysilizium und Wafer.

Aktuelle Markteinschätzung von pvXchange

Gemäß einer Einschätzung aus dem März 2023 endete die Preissenkung der Photovoltaikmodule. Aufgrund steigender Silizium-Preise war sogar eine leichte Preisbewegung nach oben erkennbar. Eine starke Teuerung bei Modulen wird allerdings nicht erwartet. Grund sind noch gut gefüllte Lager, die nach Abverkauf verlangen. Hier wird es voraussichtlich keine Angebote geben, die besonders teuer sind.

Einen umfangreichen Überblick über anstehende Preistrends der Photovoltaik erwartet die Branche erst, wenn zu Beginn der Installationssaison 2023 klar ist, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Übersicht der nach Technologie unterschiedenen Preispunkte im März 2023 inklusive der Veränderungen zum Vormonat

ModulklassePreis in EUR pro WpVeränderung gegenüber VormonatBeschreibung
High Efficiency0,390 %Kristalline Module mit mono- oder bifazialen HJT-, N-Typ-, TOPCon- oder IBC-Zellen mit Wirkungsgraden > 21 %
Mainstream0,30+ 3,4 %Standardmodule mit poly- oder monokristallinen Zellen (auch PERC) mit Wirkungsgraden < 21 %
Low Coast0,18- 5,3 %Minderleistungsmodule, B-Ware, Insolvenzware o. ä. 

Preisentwicklung von Modulen

Wie sich die Photovoltaik-Kosten entwickeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Stichpunkte sind Wirkungsgrad, Hersteller, verwendete Technologie, aber auch der Nachfrage-Trend. Weiterhin spielt es eine Rolle, wo die Herstellung des PV-Moduls stattfindet.

Vor allem die Preise für PV-Module aus China dürften 2023 niedrig bleiben oder fallen, so der taiwanesische Analyst Trendforce, wie PV Magazine berichtete. Grund seien sinkende Preise für Materialien und Komponenten entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette. Zudem sind PV-Module aus China etwa 20 Prozent günstiger als in Europa hergestellte. 

Die Website vom ENF Solar stellt PV-Module aus verschiedenen Herstellungsländern mit Preisen pro Watt Peak (Wp) vor. Hier liegen die Kosten, je nach Wirkungsgrad, pro PV-Modul etwa zwischen 20 und 35 Cent/Wp. Module aus Deutschland sind, gleich welche Leistung, für unter 30 Cent pro Watt Peak kaum zu haben. Betrachtet man hingeben eine Auswahl aus Asien, so ist ein Preis von rund 20 Cent pro Watt Peak gängig. So zeigt sich: Die Preise verschiedener Herstellungsregionen unterscheiden sich deutlich.

Kosten für verschiedene Modultypen

Den Kostenpunkt für Solarmodule macht neben dem Herkunftsort auch die Qualität aus. So kosten solche mit High-Efficiency-Level natürlich mehr als Standard-PV-Module. Was ebenfalls bedeutsam für die Kosten ist, ist der Modultyp. Beide Aspekte hängen insofern zusammen, als der Typ zu einem hohen Maß die Effizienz beeinflusst. 

  • Monokristalline Solarzellen haben einen hohen Wirkungsgrad von 20 bis 30 Prozent und zählen als Premium-Module. Aus diesem Grund sind die schwarzen Paneele teurer als andere Varianten. Der Preis für ein Paneel liegt bei etwa 180 bis 350 Euro.
  • Polykristalline Solarzellen, die man an der bläulichen Farbe erkennt, sind günstiger als die monokristallinen, da ihre Herstellung weniger aufwändig ist. Sie kosten etwa 150 bis 270 Euro pro Modul.  Dafür ist die Effizienz geringer. Doch für Anlagenbetreiber, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wünschen, sind sie geeignet.
  • Dünnschichtmodule zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie im Vergleich mit an anderen Modulen besonders dünn sind. Die Kosten liegen bei etwa 120 bis 220 Euro pro Modul. Der Wirkungsgrad ist mit 10 bis 13 Prozent eher gering und die Montage ist besonders aufwändig. Dünnschichtmodule eignen sich aber, wenn es um die architektonische Gestaltung geht.
  • Glas-Glas-Module haben eine höhere Effizienz als andere Module und sind durch den beidseitigen Schutz aus Glas auch deutlich langlebiger. Aus diesem Grund wird auf Glas-Glas-Module oftmals eine Leistungsgarantie gegeben.

Wirkungsgrad als Kostenfaktor: Höhere Erträge steigern den Kaufpreis

Solarplatten, die die Sonnenenergie effizienter nutzen, liefern mehr Energie und haben einen höheren Preis. Oft ist bei diesen Solarzellen einfach die Entwicklung weiter fortgeschritten. pvXchange unterscheidet in seinem PV-Preisbarometer zwischen folgenden Wertigkeiten: 

  • High Efficiency, wozu monokristalline Module und bifaziale Module gehören, deren Wirkungsgrad oberhalb von 21 Prozent liegt
  • Mainstream, wozu Standardmodule mit poly- oder monokristallinen Zelle und einem Wirkungsgrad von bis 21 Prozent gehören
  • Minderleistungsprodukte ohne Garantie

Die Preisentwicklung wird in diesen Bereichen getrennt voneinander ausgewertet, denn die Preise in Euro pro Watt Peak unterscheiden sich deutlich.

Was kostet ein Solarmodul pro kWp?

Die Angabe von Preisen für Solarplatten in Kilowatt Peak (kWp) ist eher unüblich. Normalerweise wird die Maßeinheit Watt Peak (Wp) verwendet. 

Für die Umrechnung gilt: Wp / 1.000 = kWp

Finden Sie also ein PV-Paneel, dessen Leistung mit 375 Wp angegeben wird, so sind dies umgerechnet 0,375 kWp.

Bleiben wir bei der Leistung von 375 Wp und angegebenen Kosten von 0,330 EUR pro Wp, so kostet das Paneel insgesamt 123,75 EUR. Möchte man wissen, wie viel ein Solarmodul pro kWp Leistung der Photovoltaikanlage kostet, so muss man anders vorgehen.

Das Beispielpaneel ist etwa 1,9 qm groß. Auf dieser Fläche hat es eine Leistung von 0,375 kWp.  Es werden etwa drei dieser Paneele benötigt, um 1 kWp Leistung der Photovoltaikanlage zu erzeugen. In diesem Fall kosten also PV-Module pro kWp (123,75 EUR * 3) = 371,25 EUR.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Preise in Bezug zur Leistung und zur Fläche von Photovoltaikmodulen:

Hersteller-/ModulnameLeistung Modul in WpKosten pro Wp/ModulModulgrößeKaufpreis pro qm
MÜNCHEN SOLAR

 
5500,300 EUR
165 EUR
2,584 qm63,85 EUR
GMS Solar4250,360 EUR
153 EUR

 
1,986 qm77,04 EUR
Trina Solar425

0,305 EUR

130 EUR

 

1,998 qm65,06 EUR

(Quelle: de.enfsolar.com/Abruf: 03.04.2023)

Hersteller von Solarmodulen im Vergleich

HerstellerSitzaktuelles ModellPreis
Meyer BurgerSchweizMeyer Burger Black
375 - 395 Wp
ca. 350 EUR
Bauer SolarDeutschland

Bauer Performance

400 - 410 W

ca. 330 EUR
q cellsDeutschlandQ.Peak Duo
ML-G11S Series
410 Wp
ca. 200 EUR
HeckertDeutschlandNemo 2.0 60 M
335 Wp
ca. 170 EUR
SunpowerDeutschland

SunPower Maxeon

400 W

ca. 380 EUR
AleoDeutschlandLEO 395-410 W
395 Wp
ca. 310 EUR
AxitecDeutschlandAXIpremium XXL HC BLK
400 Wp
ca. 180 EUR
PanasonicSchweizPanasonic HIT
250 Wp
ca. 260 EUR

Preise Solarmodule: Preis-Leistungs-Sieger und Preisentwicklung 2023

Wie in jedem Jahr werden auch 2023 Module verschiedener Herstellung und Qualität angeboten: von Low Cost bis High Efficiency. Von der Variante Low Cost sollte man als Anlagenbetreiber Abstand nehmen. Bei diesen Modulen, auch wenn der Preis pro Watt Peak mit etwa 18 Cent verlockend günstig ist, kann man nicht von einem effizienten Ausnutzen der Lichtenergie ausgehen. 

Der Bereich High Efficiency, wo ein Wp Leistung 2023 etwa 40 Cent kostet, eignet sich für Privatpersonen zum Beispiel dann, wenn nur ein kleiner Anteil der Dachfläche zur Belegung mit PV-Modulen zur Verfügung steht. Denn dann sollte diese kleine Fläche so ertragreich wie möglich genutzt werden. 

Grundsätzlich gilt, dass private Photovoltaikanlagen mit Solarmodulen aus dem Bereich Mainstream gut aufgestellt sind. Mit etwa 30 Cent pro Wp stimmt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es stehen, je nach Bedarf, Standardmodule mit Poly- oder monokristallinen Zellen zur Wahl.  Aufgepasst: Die attraktiven transparenten Solarmodule sind im Vergleich etwas teurer.

Zur umfassenden Information listen verschiedene Quellen ihre jeweiligen Testsieger 2023 auf, oft sortiert nach Art des Moduls oder dem Preis.

Preisentwicklung der letzten Jahre

Preisentwicklung PV-Module 2018 bis 2021

Preisentwicklung seit 2018. Grafik: Solaranlagen-Portal.com

Preistrends PV-Module: Entwicklung im Überblick

Preistrends 01/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 12/2021Trend seit 01/2021
Bifacial0,40+ 2,6 %+ 17,6 %
High Efficiency0,370,0 %+ 15,6 %
All Black0,39+ 2,6 %+ 18,2 %
Mainstream0,280,0 %+ 21,7 %
Low Cost0,17- 5,6 %+ 6,3 %

Preistrends 02/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 01/2022Trend seit 01/2021
Bifacial0,39- 2,5 %+ 14,7 %
High Efficiency0,370,0 %+ 15,6 %
All Black0,38- 2,6 %+ 15,2 %
Mainstream0,29+ 3,6 %+ 26,1 %
Low Cost0,170,0 %+ 6,3 %

Preistrends 03/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 02/2022Trend seit 01/2022
Bifacial0,40+ 2,6 %0,0 %
High Efficiency0,38+ 2,7%+ 2,7 %
All Black0,380,0 %- 2,6 %
Mainstream0,30+ 3,4 %+ 7,1 %
Low Cost0,18+ 5,9 %+ 5,9 %

Preistrends 04/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 03/2022Trend seit 01/2022
Bifacial0,400,0 %0,0 %
High Efficiency0,39+ 2,6%+ 5,4 %
All Black0,39+ 2,6 %0,0 %
Mainstream0,300,0 %+ 7,1 %
Low Cost0,19+ 5,6 %+ 11,8 %

Preistrends 05/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 04/2022Trend seit 01/2022
High Efficiency0,43+ 2,4%+ 7,5 %
Mainstream0,32+ 3,2 %+ 10,3 %
Low Cost0,190,0 %+ 11,8 %

Preistrends 07/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 06/2022Trend seit 01/2022
High Efficiency0,44+ 2,3%+ 10,0 %
Mainstream0,34+ 3,0 %+ 17,2 %
Low Cost0,21+ 5,0 %+ 23,5 %

Preistrends 08/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 07/2022Trend seit 01/2022
High Efficiency0,440,0 %+ 10,0 %
Mainstream0,340,0 %+ 17,2 %
Low Cost0,22+ 4,8 %+ 29,4 %

Preistrends 09/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 08/2022Trend seit 01/2022
High Efficiency0,43- 2,3 %+ 7,5 %
Mainstream0,340,0 %+ 17,2 %
Low Cost0,21- 4,5 %+ 23,5 %

Preistrends 10/2022

Modulklasse€ / WpTrend seit 08/2022Trend seit 01/2022
High Efficiency0,430,0 %+ 7,5 %
Mainstream0,35+ 2,9 %+ 20,7 %
Low Cost0,22+ 4,8 %+ 29,4 %

(Daten sämtliche Tabellen: pvXchange)

FAQ

Was kostet ein Solarmodul mit 400 Watt?
Angebote für Solarplatten mit 400 Watt liegen etwa zwischen 200 und 350 Euro.
Was kostet ein gutes Solarmodul?
Ein gutes Solarmodul kostet etwa 350 bis 430 Euro.
Was kostet 1 qm Solarmodul?
Ein Modul ist etwa 1,5 qm groß. So lässt sich der Preis für ein 1 qm herunterrechnen.
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