Dachfläche vermieten: Dach-Vermietung für Solar

9. September 2022
Sie haben eine ungenutzte Dachfläche und möchten mit ihr Gewinn erzielen, aber eine eigene PV-Anlage kommt nicht in Frage? Dann können Sie Ihr Dach vermieten und damit Einnahmen generieren. Einige Unternehmen sind auf die Dach-Vermietung für Solar spezialisiert. Erfahren Sie, was Sie mit dem Dachfläche-Vermieten für Preise erzielen können, wie hoch der Ertrag sein kann und wie es mit der Steuer aussieht. Außerdem zeigen wir Ihnen, was es mit dem Dachfläche vermieten gegen eine Dachsanierung auf sich hat.
Gina  Doormann
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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PhotovoltaikWirtschaftlichkeit im ÜberblickDachflächenvermietung für Photovoltaik

Dachfläche vermieten – der Inhalt

Dachfläche vermieten auf einem Mehrfamilienhaus aufgeständertDächer von Mehrfamilienhäusern eignen sich zum Verpachten für Photovoltaik. | Bildquelle: AdobeStock_Leitenberger

Dachfläche für Photovoltaik vermieten – worum geht es?

Unter Dachvermietung für Photovoltaik versteht man das Überlassen der Dachfläche an einen Investor durch einen Eigentümer und gegen eine vereinbarte Vergütung. Das Solarfläche vermieten ist dabei nur bei bestimmten Dächern möglich: Neben einer Mindestgröße muss das Dach in einem guten Zustand sein, um die zusätzliche Last durch PV-Module abtragen zu können.

Im Gegenzug für die Dachvermietung erhält der Dacheigentümer eine festgelegte Vergütung, entweder in monatlicher Auszahlung oder als einmalige Summe, oder der Investor übernimmt die Sanierung des betreffenden Daches. Es ist auch eine Mischform möglich. Außerdem erhält der Hauseigentümer günstigen Solarstrom vom eigenen Dach für seinen Eigenverbrauch. Wer seine Dachfläche vermieten will, leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, auch wenn es keine eigene Solaranlage sein soll.

Mit dem Dach vermieten für Photovoltaik hat man übrigens bislang die besten Erfahrungen, sprich: die ertragreichsten, vor etwa 2010 gemacht. Denn damals gab es noch eine sehr hohe, zweistellige, Einspeisevergütung, sodass auch die Dachfläche für Photovoltaik zu vermieten bessere Preise erzielen konnte. Welche Auswirkungen die erstmalige Erhöhung der Einspeisevergütung im Zuge des EEG 2023 auf die Vergütung der Dachvermietung haben wird, bleibt, Stand September 2022, noch abzuwarten.

Wie viele Quadratmeter sind sinnvoll?

Nicht in jedem Fall macht es Sinn, ein Dach für Photovoltaik zu vermieten. Denn ein sehr wichtiger Faktor ist die verfügbare Quadratmeterzahl. Das Dachfläche Vermieten mit 100 m2, 300 qm oder auch 500 qm, wie man sie auf einem Einfamilienhaus findet, wird nicht möglich sein. Der Grund: Investoren suchen in der Regel nach möglichst großen Dachflächen, die zu vermieten sind, um einen möglichst hohen PV-Ertrag abzuschöpfen.

Eine Solar-Dachfläche vermieten ist üblicherweise erst ab etwa 1.000 qm möglich, also kann man erfahrungsgemäß zum Beispiel die Dachfläche von einem größeren Mehrfamilienhaus oder von Nutzbauten wie Hallen als Solardach vermieten.

Welche Dächer eignen sich zur Vermietung?

Nicht jedes Dach ist für die Vermietung als Solarfläche geeignet. Denn die Dachfläche sollte in einem einwandfreien Zustand, also entweder neu oder saniert sein. Je nach Vertrag übernimmt der Investor auch die Dachsanierung. Außerdem sollten keine Bäume Verschattung auf das Dach werfen. Ideal sind Schrägdächer mit einer Dachausrichtung nach Süden und einer Dachneigung von etwa 35 Grad.

Voraussetzungen für die Dachvermietung im Überblick

  • einwandfreie Statik, um der zusätzlichen Belastung durch PV-Module standzuhalten
  • wenig, am besten keine, Verschattung durch umliegende Bäume, Nachbarhäuser oder Aufbauten
  • möchte man eine Miete und nicht die kostenlose Dachsanierung erhalten, so darf das Dach nicht sanierungsbedürftig sein.
  • Eintragung im Grundbuch als erstrangige Dienstbarkeit möglich
  • möglichst viel Fläche verfügbar: Einige Unternehmen setzen mindestens 1.000 qm Dachfläche voraus – typische Einfamilienhäuser kommen daher in der Regel nicht infrage.
  • optimale Ausrichtung des Daches (oder Aufstellbarkeit bei Flachdächern) nach Süden, Südost oder Südwest
  • Gute Erreichbarkeit des Daches: Wie lang müssen Kabeltrassen sein und ist die Verlegung kompliziert?

Welche Gebäude sind besonders für Dachvermietungen geeignet?

  • Einfamilien- / Mehrfamilienhäuser mit besonders großer Dachfläche
  • landwirtschaftliche Gebäude
  • Lagerhallen
  • Gewerbebetriebe / Großbetriebe
  • Hallenbäder
  • Schulen

Insbesondere für Eigentümer landwirtschaftlicher Betriebsstätten wie Agrargenossenschaften, Tierproduktionsanlagen oder landwirtschaftliche Einrichtungen im Allgemeinen eignet sich die Dachverpachtung. Weiterhin kommt das Dach verpachten infrage für große Produktions- und Lagerhallen, Gewerbebetriebe und Wohnungsbaugenossenschaften, öffentliche Einrichtungen wie Hallenbäder, Schulen und Großbetriebe mit überschüssiger Freifläche. Stets vorausgesetzt, die Eigentümer wollen nicht selbst eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach betreiben, aber die Stromerzeugung aus umweltfreundlicher Solarenergie auf ihrem Gebäude fördern.

Der Eigentümer der Immobilie oder der Grundstücksfläche stellt dazu einem Investor die Dachfläche zur Verfügung. Dieser errichtet auf der gemieteten Dachfläche eigenständig eine Photovoltaikanlage und ist für die Wartung und Pflege dieser verantwortlich. Dem Eigentümer entstehen somit keine Kosten für Photovoltaikanlagen. Für die Vermietung erhält der Eigentümer der Immobilie oder des Grundstücks eine monatliche oder jährliche Miete vom Betreiber der Photovoltaikanlage, eine Einmalpachtzahlung und/oder eine kostenlose Dachsanierung. Somit kann sich eine Solaranlage lohnen.

Handschlag vor Photovoltaik-ModulenÜber das Dachfläche-Vermieten für Photovoltaik wird ein Vertrag geschlossen. | Bildquelle: AdobeStock_RomanR

Dachfläche vermieten: Preise und Ertrag

Mit der Dachflächenvermietung für Photovoltaik stehen Ihnen mehrere Varianten der Vergütung zur Verfügung. Für die Vermietung der Dachfläche für Photovoltaik werden dabei mitunter ganz unterschiedliche Preise gezahlt:

  • Miete pro qm: Wie hoch Ihr Ertrag bei dieser Variante ist, steht einzig im Verhältnis zu den gemieteten Quadratmetern Dachfläche. Die Höhe des Solarertrags spielt keine Rolle. Sie erhalten etwa 2 Euro pro Quadratmeter.
  • Gewinnbeteiligung: Der Mieter Ihres Daches zahlt Ihnen eine Vergütung, die im direkten Zusammenhang mit dem Solarertrag steht. Üblich sind hier etwa fünf bis zehn Prozent Gewinnbeteiligung. Hier spielt natürlich die unvorhersehbare Sonneneinstrahlung eine wichtige Rolle. Zudem kann dieses Modell der Vergütung einer Dachverpachtung erst seit der Novelle an den Vergütungen seit August 2022 wieder interessant sein. Seitdem erhalten Volleinspeiser bei einer Anlagengröße von bis zu 100 Kilowattpeak 11,3 Cent pro Kilowattstunde. Das ist eine deutliche Erhöhung: Zuvor sollten ab Juli 2022 für Anlagen dieser Größe lediglich 4,74 Cent pro Kilowattstunde gezahlt werden.
  • Einmalzahlung: Das PV-Unternehmen ermittelt einen Ertrag, der in dem Mietzeitraum gewonnen werden soll. Von diesem erhalten Sie, wenn Sie Ihre Dachfläche für Solaranlagen vermieten, einen bestimmten Anteil als Einmalzahlung. Mit diesem sind Ihre Einnahmen aus der Dachflächenvermietung für Photovoltaik dann vollständig abgegolten. Zwar werben einige Anbieter mit einer Einmalzahlung von bis zu 100.000 Euro. Realistischer sind aber leider Summen zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Wobei auch hier eine Änderungen durch die EEG-Novelle möglich sein könnte.
  • Kostenlose Dachsanierung: Das Solarunternehmen saniert Ihr Dach als Vergütung für die Nutzung. Zahlungen darüber hinaus sind ebenfalls möglich, aber eher ungewöhnlich.
  • Direktbezug von eigenem Solarstrom: Diese Variante ist sogar im EEG geregelt und daher vorgesehen. Sie zahlen lediglich einen sehr günstigen Preis für den umweltfreundlichen Solarstrom. Die resultierende Kostenersparnis fällt angesichts im Jahr 2022 drastisch steigender Strompreise umso mehr ins Gewicht.

Noch nicht fest steht (Stand September 2022), ob durch die höhere Einspeisevergütung im Rahmen der EEG-Reform auch eine höhere Vergütung für die Dachflächenvermietung stattfindet. Das wäre interessant, denn durch diese Erhöhung würden auch durch das Dach vermieten die Einnahmen steigen.

Wer mietet mein Dach?

Sie können Ihre Dachfläche in speziellen Internetforen zur Vermietung anbieten und sich auch an einen Photovoltaik-Fachbetrieb in Ihrer Nähe wenden. So kann ein Kontakt mit potenziellen Investoren hergestellt werden.

Vermietung der Dachfläche und die Steuer

Wer seine Dachfläche vermietet, wird zum Vermieter. Das bedeutet, dass die Einnahmen aus der Verpachtung bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden. Die Vermietung der Dachfläche für Photovoltaik ist als umsatzsteuerfreie Grundstücksvermietung zu betrachten (§ 4 Nr. 12a UStG). Diese Lösung ist für den Dacheigentümer die steuerlich einfachste Lösung.

Sieht der Vertrag für das Vermieten der Dachfläche vor, dass die Vergütung monatlich gezahlt wird, so können die Photovoltaik-Steuern für den Ertrag aus Vermietung der Dachfläche für Solar monatlich oder jährlich gezahlt werden. Die jährliche Zahlung wird dementsprechend jährlich versteuert. Die Steuern für die Einmalzahlung werden mittels Bilanzierung über die gesamte Laufzeit des Pachtvertrags verteilt. Dieser Vorgang nennt sich auch Abgrenzung.

Doch welche Auswirkung hat das Dachfläche vermieten gegen Dachsanierung auf die Steuer? In diesem Fall handelt es sich um einen sogenannten tauschähnlichen Umsatz (§ 3 Abs. 12 UStG). Hierbei gestattet der Dachbesitzer dem Investor, das Dach gegen Werklieferung in Form der Dachsanierung zu nutzen. Diese Vergütungsform kann auch mit einer Baraufgabe kombiniert werden, die dem Leistungswert hinzuzurechnen ist.

Dachfläche vermieten gegen Dachsanierung

Kostenlose Dachsanierung mit Photovoltaik auf dem eigenen Dach verbinden – das geht, wenn Sie Ihre Dachfläche für Solar vermieten. Denn bei Unternehmen, die ihre PV-Anlagen auf angemieteten Dächern installieren, scheint es bereits ein Standard zu sein, eine Sanierung des Daches als Vergütung oder auch als Teil der Vergütung anzubieten.

Während Vermietern intakter Dächer bis zu etwa 100.000 Euro als Einmalzahlung angeboten werden (was wohl rein werblich zu betrachten ist, es sind eher bis zu 10.000 Euro), haben Eigentümer baufälliger Dächer die Option, ihr Dach durch die Investment-Firma sanieren zu lassen. Je nach Vertrag kann es noch zusätzliche Zahlungen geben.

  • Über die Dachvermietung für eine PV-Anlage werden nach Ablauf von 20 Jahren zusätzlich zu den Sanierungskosten und bei Weiterbetrieb etwa 10 Prozent des Gewinns an den Dachbesitzer ausgezahlt.

Ein großer Vorteil ist, dass Unternehmen, die Dächer für Photovoltaik pachten, sehr häufig auch ausdrücklich die Sanierung von Asbest-Dächern übernehmen. Wenn Sie Ihre baufällige Dachfläche verpachten, kann dies also durchaus lohnenswert sein, da sich das anmietende Unternehmen komplett um die Dachsanierung kümmert.

Vorteile und Nachteile beim Dachfläche vermieten

Vorteile

Nachteile

- im Gegensatz zur eigenen PV-Anlage so gut wie kein eigenes Risiko

- das Dach kann nicht mehr nach eigenem Belieben genutzt werden

- passive Einkommensquelle über in der Regel 20 Jahre

- Dach darf während Vertragslaufzeit nicht verschattet werden: also kein Anbau, keine Begrünung

- ggf. kostenlose Dachsanierung

- evtl. wäre die Rendite aus einer selbst genutzten, eigenen PV-Anlage nach der EEG Novelle 2022 höher

- geringerer Strompreis durch selbst genutzten, klimafreundlichen Strom

- Pachterlös als große einmalige Summe oder monatlich erhalten

- eigener Beitrag zur Energiewende

Tipp: Alternative zur Dachvermietung: Miete einer PV-Anlage

Ein anderes Modell ist die Miete der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach. Das Versprechen: keine Investitionskosten, eine überschaubare monatliche Mietzahlung und die Möglichkeit, den erzeugten Strom zu nutzen. In vielen Fällen gibt es außerdem die Option, die Anlage nach 10 oder 20 Jahren komplett zu übernehmen.

Für Hauseigentümer, die die Anschaffungskosten einer Photovoltaikanlage scheuen, aber sich für das Thema interessieren, ist die Miete einer Photovoltaikanlage interessant.

FAQ

Wie viel Pacht für Dachfläche?

Wenn Sie die Dachfläche vermieten für Photovoltaik, erhalten Sie etwa 2 bis 5 Euro je Quadratmeter und Jahr.

Was kostet die Dachmiete für Photovoltaik?

Je nach Vergütungsmodell für das Dach vermieten kann die Miete in unterschiedlicher Höhe liegen und kann prozentual oder je nach Anlagenleistung abgerechnet werden.

Wie viel Dachfläche für Photovoltaik?

Ein Solarmodul ist etwa 1,5 qm groß und liefert rund 300 Watt. Für etwa 1.200 Watt werden also ca. sechs qm Dachfläche belegt.

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