Photovoltaikanlage – Lohnt sich das?

26. Oktober 2022
Die Antwort lautete immer: Ja, es lohnt sich, Photovoltaik zu nutzen – Solarstrom ist sinnvoll für Klima und Geldbeutel. Unter geänderten Bedingungen gesellt sich allerdings die Frage hinzu, ob sich eine Photovoltaikanlage auch heute noch lohnt. Erfahren Sie, wie sich Volleinspeisung, Überschusseinspeisung und Eigenverbrauch auf die Rendite auswirken – und welche Rolle dabei PV-Speicher und staatliche Förderung spielen. Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Einfamilienhaus?
Gina  Doormann
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Lohnt sich Photovoltaik?

Inhalt

Für Schnellleser

  • Über die Jahre geänderte Aspekte für lohnenswerte Photovoltaik
  • Seit Juli 2022 deutlich erhöhte Einspeisevergütung und Wegfall der EEG-Umlage
  • PV-Erträge fallen mit Sonneneinstrahlung von Süd nach Nord
  • Seit Juli 2022 gibt es Zuschläge für Volleinspeiser
  • Checkliste: Lohnt sich PV auf Ihrem Dach?
  • Photovoltaikanlage an individuellen Bedarf anpassen
  • Mit Stromspeicher Eigenverbrauchsanteil erhöhen
  • Attraktive Förderungen für Photovoltaikanlage nutzen

Ist eine PV-Anlage lohnenswert?

Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach.Klassische Photovoltaikanlage mit rund 6 kWp auf einem Einfamilienhaus | © Smileus - Fotolia.com

Zur Beantwortung der Frage, ob sich eine PV-Anlage heute noch lohnt, gehören mehrere Aspekte:

  • Möglicher Ertrag durch Sonneneinstrahlung
  • Wie viel Ertrag ist pro kWp möglich?
  • Einspeisevergütung vs. Einsparung durch Eigenverbrauch: Lohnt sich der parallele Betrieb von zwei Photovoltaikanlagen?
  • Mehr Strom mit Stromspeicher flexibel nutzen
  • Sinkende PV-Anschaffungskosten und Amortisation der Anlage
  • Staatliche Förderung
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis im individuellen Fall

Vor rund zehn Jahren war die Antwort auf die Frage, ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, ganz klar mit einem "Ja" zu beantworten. Bei damaligen Einspeisevergütungs-Sätzen von 30 Cent pro Kilowattstunde und mehr wurde nahezu der gesamte erzeugte Solarstrom ins Netz eingespeist. Das ermöglichte dem Anlagenbetreiber eine gute und verlässliche Rendite. Damals hatte sich die Photovoltaikanlage nach rund 10 Jahren Betriebszeit sicher amortisiert.

Grafik: Entwicklung der spezifischen Preise pro kWp Photovoltaikleistung.Preise für Photovoltaikanlagen sinken mit deren Größe. | © Verbraucherzentrale NRW

Solch attraktive Renditen wurden möglich, da die Anlagenpreise seit Anfang 2009 bereits deutlich fielen, die Einspeisevergütung zur gleichen Zeit jedoch noch relativ hoch war und nur jedes halbe Jahr gekürzt wurde. Damals war klar, dass die Investition in eine PV-Anlage lohnenswert war – als ein nahezu sicheres Plus-Geschäft.

Da die Einspeisevergütung jedoch seit 2012 kontinuierlich sank, wurde seit etwa 2019 populär, möglichst viel Solarstrom vom eigenen Dach selbst zu verbrauchen – nicht zuletzt, um steigenden Strompreisen etwas entgegenzusetzen.

Grafik: Entwicklung der Einspeisevergütung von 2012 bis 2021.Entwicklung der Einspeisevergütung für eine PV-Anlage mit < 10 kWp Leistung. | © Solaranlagen-Portal.com

Doch als sich ein möglichst hoher Eigenverbrauch gerade zu etablieren begann, kam seit Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dazwischen. Er brachte die bewährte Energieversorgung inklusive Preisgefüge deutlich durcheinander. Weiterhin wurde die immense Abhängigkeit Deutschlands von Energie aus Russland deutlich. Der einzige Weg hinaus aus dieser Abhängigkeit führt nun über die massiv verstärkte Nutzung von erneuerbarer Energie. Weiterhin muss schnellstmöglich dem bereits beginnenden Klimawandel etwas entgegenzusetzen – was ebenfalls überwiegend mit regenerativen Energien möglich ist.

Um diesen Prozess zu beschleunigen, wurde zügig das EEG 2023 beschlossen, das zu großen Teilen bereits seit dem 30. Juli 2022 gilt. Es beinhaltet eine deutlich höhere Einspeisevergütung, die zunächst bis 2024 fix ist und bis dahin auch keiner Degression unterliegt. Weiterhin gibt es Zuschläge für Anlagen, die voll einspeisen. Je kleiner die Anlage, desto höher der Zuschlag.

  • Beispiel: Eine Anlage mit einer Nennleistung von bis zu 10 kWp erhält eine Einspeisevergütung von 8,6 Cent pro kWh. Wird sie mit Volleinspeisung betrieben, kommt je Kilowattstunde ein Zuschlag von 4,8 Cent hinzu. Somit gibt es für jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom 13,4 Cent. So lohnt sich eine Photovoltaikanlage wieder!
  • Wer nun angesichts sehr hoher Strompreise (Stand August 2022 rund 42 Cent pro Kilowattstunde, Verivox) auch noch bevorzugt selbst erzeugten Strom verbrauchen möchte, kann neben der einspeisenden PV-Anlage auch noch eine weitere für den Eigenverbrauch installieren. Hierfür sind lediglich zwei parallel betriebene Wechselrichter notwendig.

Auch mit Volleinspeisung macht die Nutzenrechnung wieder Sinn

Wegfall der EEG-Umlage 2022 und höhere Vergütung für Volleinspeiser

Mit dem sogenannten Osterpaket der Ampelkoalition und Wirtschaftsminister Robert Habeck ist die EEG-Vergütung für Volleinspeiser seit dem 30. Juli 2022 deutlich gestiegen. Bei PV-Anlagen bis 10 kW Leistung gibt es nun 13,4 ct/kWh eingespeistem Solarstrom. Wer nur den überflüssigen, also nicht selbst genutzten, PV-Strom im Rahmen der Überschusseinspeisung einspeist, erhält bei dieser Anlagengröße bis 2024 8,6 Cent pro Kilowattstunde. Die Photovoltaik-Rentabilität verbessert sich somit deutlich.

Ist die Anlage größer, reduziert sich die Vergütung für eingespeisten Überschuss:

  • bis 40 kWp: 7,5 Cent pro Kilowattstunde
  • bis 750 kWp: 6,2 Cent pro Kilowattstunde

Ebenso ist die Einspeisevergütung für Volleinspeiser gestaffelt:

  • bis 10 kWp: 8,6 Cent/kWh + Zuschlag 4,8 Cent/kWh = 13,4 Cent/kWh
  • bis 40 kWp: 7,5 Cent/kWh + Zuschlag 3,8 Cent/kWh = 11,3 Cent/kWh
  • bis 100 kWp: 6,2 Cent/kWh + Zuschlag 5,1 Cent/kWh = 11,3 Cent/kWh
  • bis 300 kWp: 6,2 Cent/kWh + Zuschlag 3,2 Cent/kWh = 9,4 Cent/kWh
  • bis 750 kWp: 6,2 Cent/kWh + kein Zuschlag = 6,2 Cent/kWh

Wechsel zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung möglich

Das neue EEG 2023 ermöglicht sogar eine gewisse Flexibilität in der Nutzung der eigenen Photovoltaikanlage: Sie können jährlich wechseln zwischen Volleinspeisung und Eigenverbrauch mit Einspeisung des Überschusses. Damit rentiert sich eine Photovoltaikanlage jetzt immer angepasst an Ihre Lebens- und Familiensituation.

Zudem gibt es bis Ende 2024 keine Degression. Erst danach ist eine – allerdings nur halbjährliche anstatt wie bisher monatliche – Degression vorgesehen. Die Degression soll dann jeweils fix ein Prozent betragen. Weiterhin entfällt die EEG-Umlage ab 01. Juli 2022: Nicht nur für Endverbraucher, sondern auch auf den Eigenverbrauch.

Geänderte Vergütung nur bei Inbetriebnahme ab 30. Juli 2022

Die verbesserten Konditionen, mit denen sich eine PV-Anlage umso mehr lohnt, gelten nur für Anlagen, die ab dem 01. Juli 2022 ihren Betrieb aufnehmen. Alle anderen laufen weiter zu den bisherigen Bedingungen.

Im Juli 2022, vor Inkrafttreten der neuen Bedingungen, lag die Einspeisevergütung für PV-Anlagen mit bis zu 10 kWp bei nur noch 6,24 Cent pro Kilowattstunde – Tendenz: sinkend. Die Stromgestehungskosten einer typischen Dach-Photovoltaikanlage – also der Preis, zu dem eine Kilowattstunde Strom über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren gezahlter Einspeisevergütung erzeugt werden kann – liegen nach Berechnungen des Fraunhofer ISE dabei zwischen ca. 5 und 12 Cent pro Kilowattstunde, je nach Sonnen­einstrahlung in Deutschland und Größe der Anlage auf dem Dach. Im Vergleich dieser Zahlen mit den verbesserten Bedingungen des EEG 2023 kann man hier getrost sagen: Photovoltaik lohnt sich nicht. Zumindest nicht, wenn man an Volleinspeisung denkt.

Sonneneinstrahlung in Deutschland

Im Durchschnitt liegt die jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland bei etwa 1.000 kWh pro Quadratmeter. Im Norden geht man dabei eher von 950 kWh/qm aus und im Süden von ca. 1.300 kWh/qm.

Was bedeutet das für unsere Eingangsfrage, ob Photovoltaik sich noch lohnt? Mit einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugen Sie heute Strom preisgünstiger, als wenn Sie den Strom von Ihrem Netzbetreiber für rund 42 Cent pro Kilowattstunde beziehen: Pluspunkt für die Photovoltaik-Technologie!

Jedoch war die Einspeisevergütung mit zuletzt circa 6 Cent pro kWh so gering, dass eine Volleinspeisung so gut wie keine Renditen mehr erwirtschaftete. Bis zur Einführung des EEG 2023 galt also: Sie erzeugen den Strom zu Preisen von rund 10 Cent pro kWh und verkaufen ihn wieder für 6 Cent pro kWh und weniger. Diese Rechnung ging also längst nicht mehr auf. Mit dem Wegfall der EEG-Umlage und der verbesserten Einspeisevergütung seit dem 30. Juli 2022 hat sich diese Situation zum Glück der Betreiber*innen neuer PV-Anlagen wieder geändert. So rechnet sich die Photovoltaik wieder.

Um herauszufinden, ob sich heute eine PV-Anlage lohnt, sollten Sie folgende Parameter gegenüberstellen:

  • Einsparung durch Eigenverbrauch (zumal bei stark steigenden Strompreisen)
  • Photovoltaik-Förderung und Senkung des Kaufpreises
  • Sinkende Anschaffungskosten der PV-Anlage
  • Eigenverbrauch erhöhen mit Batteriespeicher
  • Zwei Photovoltaikanlagen parallel betreiben: Eine für die Eigenversorgung und eine als Volleinspeiser – sinnvoll?

Grafik: Entwicklung der spezifischen Bruttopreise pro kWp Photovoltaikleistung. Entwicklung der spezifischen Bruttopreise pro kWp Photovoltaikleistung. | © Verbraucherzentrale NRW

Hinzu kommen folgende Vorteile, die für Photovoltaik in Verbindung mit dem Stromverbrauch im eigenen Haushalt sprechen:

  • Geringerer Strombezug von öffentlichen Versorgern und einhergehende Ersparnis
  • Unabhängigkeit von unsteten, steigenden Strompreisen
  • Umweltfreundlicher, selbst produzierter Strom

Entscheiden Sie sich für den Betrieb einer PV-Anlage, deren Stromerträge voll eingespeist werden, gelten diese Vorteile:

  • Relativ sichere Prognose darüber, wann die Anlage sich amortisiert haben wird, da kein eventuell schwankender Eigenverbrauch kalkuliert werden muss
  • Die Einspeisevergütung ist bis 2024 stabil
  • Jedes Jahr ist ein Wechsel in die Betriebsform mit Eigenverbrauch möglich

Tipp für Ü-20-Anlagen

Auch PV-Anlagen, die älter als 20 Jahre sind und daher möglicherweise noch auf die ausschließliche Einspeisung des Solarstroms ausgelegt sind, können auf Wunsch auf den Mix aus Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung umgestellt werden. Diese Anpassung kann ein Fachbetrieb für Elektrotechnik ausführen.

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Checkliste: Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach – Lohnt sich das?

Grafik Dachausrichtung und Ertrag PhotovoltaikMit optimaler Dachausrichtung und Dachneigung lohnt sich Photovoltaik. | Bildquelle: Solaranlagen-Portal.com

Wie bereits angemerkt, ist die Größe Ihrer Solaranlage auf dem Dach relevant für den Ertrag. Hinzu kommen weitere Faktoren:

1. Dachausrichtung: Optimal ist die Ausrichtung nach Süden. Süd-Ost oder Süd-West sind aber auch möglich. Photovoltaik auf einem Dach mit Ost-West-Ausrichtung lohnt sich vor allem für einen hohen Eigenverbrauch.

2. Dachneigung: 30 bis 35 Grad sind optimal. Mehr zur Dachneigung lesen!

3. Traglast: Das Dach muss stabil genug sein, um die Last der Kollektoren abtragen zu können. Das ist vor allem bei der Montage von Aufdachkollektoren zu berücksichtigen.

4. Notwendige Dachfläche: Pro ca. 10 qm PV-Module ist mit etwa 1 kWp Leistung zu rechnen, was ca. 1.000 kWh Strom pro Jahr entspricht. Ab welcher Größe sich eine Photovoltaikanlage lohnt, ist aber stets eine individuelle Fragestellung.

5. Wohnort: Der Solarertrag ist im Norden Deutschlands mit ca. 950 kWh/qm geringer als im Süden mit ca. 1.300 kWh/qm.

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Geben Sie die Daten Ihres Hauses, wie Standort, Dachgröße und -ausrichtung einfach in unseren kostenfreien Photovoltaik-Rechner ein. Sie erhalten schnell einen präzisen Überblick, erfahren mit dem Rechner, ob sich Photovoltaik lohnt – und erhalten Kontakte zu Solarteuren aus Ihrer Nähe.

Nutzen Sie gerne unseren kostenfreien Service, Vergleichsangebote von verschiedenen Fachbetrieben aus Ihrer Region einzuholen. So erhalten Sie einen sehr guten Eindruck, wie die Preisspanne in Ihrer Umgebung aussieht – und ab wieviel Quadratmeter sich eine Photovoltaikanlage für Sie lohnt!

Photovoltaik rechnet sich mit Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung aber auch als Volleinspeiser

Mit Volleinspeisung lohnt sich eine Photovoltaikanlage im Vergleich zu früheren Jahren erst seit Juli 2022 wieder. Denn insbesondere PV-Anlagen mit Größen, die typisch für Einfamilienhäuser sind, also mit bis zu 10 kWp, erhalten einen relativ hohen Zuschlag von 5,8 Cent pro Kilowattstunde, wenn der gesamte Solarertrag ins Netz eingespeist wird. Mit der Einspeisevergütung in Höhe von 8,6 Cent pro kWh werden nun insgesamt 13,4 Cent ausgezahlt. Erzeugt die Photovoltaikanlage mit 10 kWp also im Jahr rund 10.000 kWh, die komplett eingespeist werden, liegt die Einspeisevergütung bei 1.340 Euro im Jahr.

  • Die Anlage mit 10 kWp hat in der Anschaffung (brutto) etwa 15.500 Euro gekostet. Mithilfe der Volleinspeisung ist die PV-Anlage in etwa elf bis zwölf Jahren komplett amortisiert.

Werden die typischen 30 Prozent (ohne Speicher) hingegen selbst verbraucht und 70 Prozent, also 7.000 kWh als Überschusseinspeisung ins Netz eingespeist, werden pro Kilowattstunde 8,6 Cent gezahlt – also für ein Jahr 860 Euro. Hinzu kommt die Ersparnis durch 3.000 kWh eingesparten Netzstrom. Bei einem Strompreis von rund 42 Cent pro Kilowattstunde beträgt die Einsparung 1.260 Euro.

860 € + 1.260 € = 2.120 Euro

Der Gewinn im Mix aus Überschusseinspeisung und Eigenverbrauch beträgt in diesem stark vereinfachten Beispiel pro Jahr ca. 2.120 Euro.

Wird angenommen, dass der Strompreis so hoch bleibt wie im Sommer 2022, lohnt sich der Betrieb einer Photovoltaikanlage im Mix-Modell mehr. Denn die Amortisation erfolgt bereits in etwa sieben bis acht Jahren.

Ab wieviel kWp lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Ab welcher Quadratmeterfläche an Photovoltaikmodulen eine Anlage rentabel ist, hängt von Ihrem individuellen Bedarf ab. Die Grundlage für die Anlagenplanung ist daher immer Ihr Durchschnittsverbrauch an Strom. Hinzu kommt die Fragestellung, wie autark Sie Strom nutzen möchten – bzw., wie hoch Ihr gewünschter Eigenverbrauchsanteil ist.

Viele Nutzer stellen sich vor, dass ihr persönlicher Stromverbrauch mithilfe der PV-Anlage gedeckt werden sollte. Der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie beträgt etwa 4.000 kWh. Die Durchschnittsgröße einer Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus liegt daher etwa bei 4 bis 10 kWp.Damit lassen sich ca. 4.000 bis 10.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen.

In Anbetracht der deutlich erhöhten Überschusseinspeisung seit Juli 2022 lohnt sich auch eine Anlage, deren Größe den Eigenverbrauch deutlich übersteigt. Zudem ist zu bedenken, dass ohne Speicher nur maximal etwa 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms verbraucht werden können.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Unter dem Klimagedanken lohnt sich eine PV-Anlage vom ersten Tag an: Denn sie erzeugt umweltfreundlichen Strom mit der Kraft der Sonne. Die Rendite wiederum, bzw. der PV Ertrag oder Überschuss, wird erst nach einer Laufzeit von 20 Jahren bemessen. Für eine Anlage mit 10 kWp, die ab dem 30. Juli 2022 in Betrieb genommen wird, liegt dieser Überschuss ohne Speicher und vor Steuern bei rund 7.900 Euro. Die gleiche Anlage, aber mit PV-Speicher, generiert einen Überschuss von etwa 9.200 Euro.

  • Einsparung durch Eigenverbrauch könnte in der Praxis dabei etwa so aussehen: Erzeugen Sie 1 kWh Strom zu Gestehungskosten von etwa 10 Cent, und kostet 1 kWh Haushaltsstrom etwa 40 Cent, so sparen Sie für jede Kilowattstunde selbst verbrauchten Strom rund 30 Cent.

Weiteres Einsparpotenzial bietet seit dem 01. Juli 2022 der Wegfall der EEG-Umlage. Damit entfällt auch die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch. Das erhöht die Rentabilität einer PV-Anlage langfristig – damit rechnet sich eine PV-Anlage umso mehr.


Es gibt für den Photovoltaik-Eigenverbrauch zwei relevante Kenngrößen:

1. Autarkiegrad: Dieser gibt den Anteil des Solarstroms am eigenen Stromverbrauch an. Je höher dieser Wert ist, desto weniger Strom muss hinzugekauft werden.

2. Eigenverbrauchsanteil: Diesen Anteil der solaren Erträge nutzen Verbraucher im eigenen Haus. Je höher der Eigenverbrauchsanteil ist, desto weniger Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist. Vor allem bei kleinen PV-Anlagen wird prozentual mehr Strom selbst genutzt.

Tipp: Wer das Modell der Überschusseinspeisung nutzen möchte, sollte für seinen ganz persönlichen Bedarf berechnen, wie sinnvoll ein hoher Eigenverbrauchsanteil ist. Dieser ist grundsätzlich umso sinnvoller, je höher der Strompreis aktuell ist.

Praxisbeispiel Autarkie

Ein Jahresstromverbrauch von ca. 4.000 Kilowattstunden ist typisch für einen Haushalt mit vier Personen. Hat die PV-Anlage eine Leistung von 2 kWp, dann liegt der Autarkiegrad in diesem Fall bei 24 % und der Eigenverbrauchsanteil bei 46 %. Ist die Solaranlage größer, zum Beispiel mit 6 kWp, so beträgt der Eigenverbrauchsanteil nur noch 22 % und der Autarkiegrad aber 34 %.

In der Praxis geringerer Eigenverbrauchsanteil

Ein Problem ist bei all diesen Überlegungen, dass in der Realität der Eigenverbrauchsanteil sinkt – einfach, weil die Zeitpunkte der Stromerzeugung und der Stromnutzung weit auseinander liegen. Der Solarstrom wird überwiegend um die Mittagszeit herum erzeugt, während er vor allem morgens und abends verbraucht wird. Mithilfe eines Speichers ist allerdings auch die tageszeitunabhängige Nutzung des Stroms möglich.

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Eigenverbrauchsanteil erhöhen und selbst erzeugten Strom effizient nutzen

Um möglichst viel des erzeugten Solarstroms selbst zu verbrauchen, sind zusätzliche technische Gerätschaften notwendig wie beispielsweise ein Stromspeicher. Mit einem PV-Speicher ist der selbst erzeugte Strom auch dann verfügbar, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Damit erhöht sich der Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Stroms. Das ist bereits bei einer kleinen Speicherleistung spürbar.

Wann lohnt sich Photovoltaik mit Speicher? Sie können den gespeicherten Strom nun auf vielfältige Weise nutzen. Neben dem direkten Eigenverbrauch können Sie den Strom für den Eigenverbrauch aus dem Speicher beziehen, eine Batterie laden (zum Beispiel die eines Elektroautos) oder auch den ungenutzten Stromanteil als Überschusseinspeisung ins Netz einspeisen.

Grafik: Photovoltaik-Eigenverbrauch im Tagesverlauf mit Speicher.EPV Eigenverbrauch im Tagesverlauf mit Stromspeicher |Grafik: © EnergieAgentur.NRW

Anschaffungskosten für PV-Speicher und Fördermöglichkeiten

Neben den Kostenersparnissen im laufenden Betrieb sollten Sie allerdings die Anschaffungskosten für PV-Speicher berücksichtigen. Laut der RWTH Aachen geben Endkunden im Schnitt etwa 9.100 Euro für einen Stromspeicher aus. Das ist eine große Anschaffung, die auch die Gesamtkosten für eine PV-Anlage erhöht. Die Speicherpreise sinken zwar stetig, aber dennoch galt ein Batteriespeicher lange als unwirtschaftlich. Angesichts sehr stark gestiegener Strompreise deutet sich aber eine Umkehr an. Denn laut dem Unabhängigkeitsrechner der RWTH Aachen sinkt der Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher deutlich. Das bedeutet, mehr teurer Strom muss zugekauft werden.

Die Inanspruchnahme von Fördermitteln für den Stromspeicher kann die Anschaffungskosten für PV-Speicher zudem reduzieren. Hierfür gibt es zum Beispiel den Förderkredit 270 der KfW und Förderungen der Bundesländer. Alternativ ist eine indirekte Photovoltaik-Förderung im Rahmen der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) möglich. Viele Förderprogramme fördern auch explizit die Nachrüstung eines Stromspeichers. Eine weitere Förderung kann für Mieterstrom-Modelle stattfinden.

Mögliche Rendite der Photovoltaik-Anlage mit und ohne Speicher im Überblick (Modell Überschusseinspeisung)

5 kWp Anlage mit Speicher

5 kWp Anlage ohne Speicher

10 kWp Anlage mit Speicher

10 kWp Anlage ohne Speicher

Anschaffungskosten pro kWp (€, netto)

1.530

1.530

1.430

1.430

Anschaffungskosten Anlage gesamt (€ netto)

7.600

7.600

13.300

13.300

Anschaffungskosten Speicher (8 kWh) netto pro kWp

1.133

0

1.133

0

Anschaffungskosten Speicher (8 kWh) netto gesamt

9.064

0

9.064

0

Gesamtanschaffungskosten Anlage mit Speicher ohne Einbau (€ netto)

16.664

7.600

22.364

13.300

Einspeisevergütung p. a. 2023 (€)

155

291

513

660

Gesparte Stromkosten p. a. 2023 (€)

1.160

483

1.315

580

Eigenverbrauch in %

60

25

34

15

Rendite nach 20 Jahren (€)

6.499

6.314

9.188

7.892

(Quelle: Renditerechner Stiftung Warentest)

Mögliche Rendite der Photovoltaik-Anlage im Überblick (Modell Volleinspeisung)

5 kWp Anlage

10 kWp Anlage

Anschaffungskosten pro kWp (€, netto)

1.530

1.430

Anschaffungskosten Anlage gesamt (€ netto)

7.600

13.300

Einspeisevergütung p. a. 2023 (€)

616

1.232

Gesparte Stromkosten p. a. 2023 (€)

0

0

Eigenverbrauch in %

0

0

Rendite nach 20 Jahren (€)

1.590

5.863

(Quelle: Renditerechner Stiftung Warentest)

Fazit: Lohnt sich Photovoltaik heute noch?

Die Antwort ist ein klares Ja, und zwar in vielerlei Hinsicht. Vor allem das EEG 2023, das bereits ab Juli 2022 teilweise in Kraft ist, stärkt die Rentabilität von Photovoltaikanlagen. Ab dem Stichtag 30. Juli 2022 lohnt sich eine PV-Anlage noch mehr. Denn einerseits ist die Einspeisevergütung erhöht worden: Für die Überschusseinspeisung gibt es pro Kilowattstunde mehr Geld – und noch mehr für die Volleinspeisung. Bei letzterer Variante entfällt jedoch die Einsparung an Stromkosten. Daher lohnt sich Photovoltaik für Eigenverbrauch in gewisser Weise doch noch.

Wie die obigen Tabellen zeigen, lässt sich zudem erstmals sagen: Eine PV-Anlage mit Speicher lohnt sich. Bei einer ansonsten gleichen Photovoltaikanlage ist die Rendite nach 20 Jahren mit Speicher höher als ohne. Ein sehr wichtiger Grund hierfür ist aber auch der sehr hohe Strompreis, der sich mit einem erhöhten Eigenverbrauch einsparen lässt. Weiterhin rentiert sich Photovoltaik mehr, je größer die Anlage ist – ob mit oder ohne Speicher. Hier spielt die höhere Vergütung für die Überschusseinspeisung eine wichtige Rolle. Denn erstmals seit langem erhalten Anlagenbetreiber für ihre eingespeisten Kilowattstunden wieder einen – im Verhältnis zu den Anschaffungskosten der PV-Anlage – ernstzunehmenden Betrag.

Der nächste, sehr wichtige, Punkt ist der Klimaschutz: Eine PV-Anlage erzeugt über ihre Lebensdauer mindestens fünf Mal mehr Energie, als sie verbraucht. Darüber hinaus macht jede Kilowattstunde regenerativ erzeugte Energie uns unabhängiger von den Entwicklungen durch außenpolitische Spannungen.

  • Kurzum: Photovoltaik lohnt sich wirklich. Und das auf vielfache Weise.

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FAQ

Wann rechnet sich eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich jedes Jahr mehr. Denn laut dem Fraunhofer ISE wird die Differenz zwischen den Bezugskosten von Strom und den Stromgestehungskosten einer PV-Anlage immer größer. Mit dieser Differenz steigen die Einsparungen.

Für wen lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich für jeden, der mithilfe von Sonnenstrom seine Stromkosten dauerhaft senken möchte. Ob auf dem Dach des Eigenheims oder als Mini-PV-Anlage auf dem Balkon: Photovoltaik sorgt für Unabhängigkeit vom Stromanbieter und sinkende Kosten.

Wie viel spart man mit Photovoltaik?

Durch den Eigenverbrauch wird die Differenz zwischen Stromgestehungskosten und dem Kauf von Netzstrom eingespart. Das sind, Stand 2022, rund 30 Cent pro Kilowattstunde.

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