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Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist schwierig. Müsste man die Frage beantworten, würde die Antwort wohl lauten: "Ja - wenn die Rahmenbedingungen stimmen". Denn die eigentliche Frage hinter dem Aspekt "rechnet sich Photovoltaik" ist, zu welchem Zweck man heute eine Photovoltaikanlage bauen will: zur Volleinspeisung oder zum Eigenverbrauch - oder eine Mischung aus beidem?
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Lohnt sich Photovoltaik noch? Eine objektive Bestandsaufnahme

Lohnt sich Photovoltaik noch?Klassische Photovoltaikanlage mit rund 6 kWp auf einem Einfamilien-
haus | © Smileus - Fotolia.com

Noch vor einigen Jahren war die Antwort auf die Frage "Lohnt sich eine Photovoltaikanlage" ein eindeutiges "Ja". Bei Einspeisevergütungs-Sätzen von 30 Cent pro Kilowattstunde und mehr wurde nahezu der gesamte erzeugte Solarstrom ins Netz eingespeist und ermöglichte dem Anlagenbetreiber eine ordentliche Rendite, hatte sich die Photovoltaikanlage nach rund 10 Jahren Betriebszeit erst einmal amortisiert. Diese Renditen der letzten Jahre wurden möglich, da die Anlagenpreise seit Anfang 2009 bereits deutlich fielen, die Einspeisevergütung zur gleichen Zeit jedoch noch relativ hoch war und nur jedes halbe Jahr gekürzt wurde. Die Frage "Lohnt sich Photovoltaik noch" wurde in dieser Form gar nicht gestellt, da die Investition in eine Photovoltaikanlage ein nahezu sicheres Plus-Geschäft war. Die Vorzeichen sind heute jedoch etwas anders.

Mit Volleinspeisung wird die Nutzenrechnung schwierig

Aktuell liegt die Einspeisevergütung für kleine und mittelgroße PV-Anlagen bei weniger als 13 Cent pro Kilowattstunde. Die Stromgestehungskosten einer Photovoltaikanlage - also der Preis, zu dem eine Kilowattstunde Strom über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren gezahlter Einspeisevergütung erzeugt werden kann - liegen nach Berechnungen des Fraunhofer ISE derzeit zwischen 10 und 14 Cent pro Kilowattstunde, je nach Sonnen­einstrahlung in Deutschland.

Was bedeutet das für unsere Eingangsfrage "Lohnt sich Photovoltaik noch"? Mit einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugen Sie heute Strom preisgünstiger, als wenn Sie den Strom von Ihrem Netzbetreiber für 26 Cent pro Kilowattstunde (oder mehr, je nach Tarif) beziehen. Pluspunkt für die Photovoltaik Technologie. Jedoch ist die Einspeisevergütung mit weniger als 13 Cent pro kWh mittlerweile so gering, dass sich eine Volleinspeisung keine großen Renditen erwirtschaftet. Sie erzeugen den Strom zu Preisen von rund 10 bis 14 Cent pro kWh und verkaufen ihn wieder für weniger als 13 Cent pro kWh. Bei einer Volleinspeisung des erzeugten Stroms lohnt sich eine Photovoltaikanlage nur in wenigen Fällen: Wenn die Anlage wird in einer Region mit hoher Sonneneinstrahlung gebaut, zu sehr guten Konditionen erworben und mit qualitativ hochwertigen Modulen und Wechselrichtern ausgestattet wird, dann lässt sich auch mit Volleinspeisung noch eine Rendite erwirtschaften.

Der finanzielle Spielraum bleibt jedoch eng. Nutzen Sie deshalb gern unseren kostenfreien Service, Vergleichsangebote von verschiedenen Fachbetrieben aus Ihrer Region einzuholen. So erhalten Sie einen sehr guten Eindruck, wie die Preisspanne in Ihrer Umgebung aussieht. Alternativ liefert unser Photovoltaik Rechner auch eine erste Einschätzung zur Frage "Lohnt sich Photovoltaik noch".

Photovoltaik rechnet sich mit Eigenverbrauch

Mit einer Volleinspeisung rechnet sich eine Photovoltaikanlage im Vergleich zu früher heute nur selten. Das liegt daran, dass die Einspeisevergütung seit April 2012 kontinuierlich sinkt, der Verfall der Anlagenpreise diesem jedoch nicht ganz Schritt halten kann. So hat sich von April 2012 bis heute die Einspeisevergütung für Kleinanlagen um rund 35% verringert, die Anlagenpreise sanken im gleichen Zeitraum jedoch nur um gut 20%. Laut Erhebung des Bundesverband Solarwirtschaft verharren die Anlagenpreise für Kleinanlagen seit 2013 annähernd auf dem gleichen Niveau, was der Eingangs­frage "Lohnt sich Photovoltaik noch" eher entgegen läuft.

Aus diesem Grund wird der Eigenverbrauch von Solarstrom immer lukrativer. Denn die Kilowattstunde Strom kann wie bereits beschrieben mit einer eigenen Photovoltaikanlage deutlich günstiger selbst erzeugt werden (zu knapp 10 bis 14 Cent je kWh), als wenn Sie Strom vom Netzbetreiber zu rund 26 Cent pro kWh (oder mehr, je nach Tarif) beziehen. Und je größer dieser Abstand noch wird, desto höher wird der Anreiz, eine Photovoltaikanlage hauptsächlich zum Eigenverbrauch des Stroms zu bauen.

Um möglichst viel des erzeugten Solarstroms auch selbst zu verbrauchen, sind zusätzliche technische Gerätschaften notwendig wie z.B. Smart Home Lösungen oder Stromspeicher. Diese Geräte treiben die Stromgestehungskosten in der Summe wieder nach oben, so dass die erzeugte und selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom am Ende wieder mehr kosten kann. Lässt sich eine gute Mischung aus Eigenverbrauch und Einspeisung finden oder sind die zusätzlichen Investitionen in Speichertechnik überschaubar, um den erzeugten Solarstrom zum Großteil selbst zu verbrauchen, dann lohnt sich eine Photovoltaikanlage mit Eigenverbrauch. Reines Verkaufsargument wie die Rendite vor einigen Jahren ist der Eigenverbrauch aktuell jedoch noch nicht. Dafür müssen Stromspeicher und Haussteuerungen noch billiger werden. Erste Förderprogramme wie der Speicherkredit der KfW Bank weisen hier bereits den Weg.

Fazit: Photovoltaikanlagen befinden sich momentan in einer Übergangsphase, in der die Volleinspeisung des Solarstroms einen engen wirtschaftlichen Rahmen setzt, um eine angemessene Rendite zu erzielen. Gleichzeitig schickt sich der Eigenverbrauch des Solarstroms an, zum neuen Verkaufsargument für Photovoltaikanlagen zu werden. In beiden Fällen lohnt sich Photovoltaik auch 2017 noch, eine fundierte Angebotserstellung samt Preisvergleich bleibt obligatorisch.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com