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    Beweggründe für eine Solaranlage: eigenen Strom erzeugen

    Eigenen Strom produzieren! Für viele Hausbesitzer eine schwärmerische Vorstellung, um selbstbestimmter und nachhaltiger zu leben. Doch was ist dran an dieser Motivation, die sich mit einer eigenen Photovoltaikanlage realisieren lässt. In welcher Menge kann man eigenen Strom erzeugen? Was kostet das? Rechnet sich das überhaupt? Und kann man ohne großen Aufwand Strom selbst produzieren? Wir klären auf! In unserer Rubrik "Beweggründe für eine Solaranlage".
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    Strom selbst erzeugen: Beweggrund für eine Photovoltaikanlage?!

    Strom selbst erzeugen mit einer Photovoltaikanlage

    Wozu eigentlich eigenen Strom produzieren? Klar: um ihn selbst zu verbrauchen! Um weniger Strom vom Netzbetreiber beziehen zu müssen, um sich ein Stück weit unabhängiger zu machen von der Preisbindung an den Stromlieferanten, von der Versorgungs(un)sicherheit oder vom negativen Image von Kohle- und Atomstrom. Von dieser facettenreichen Motivationslage gehen wir aus, wenn wir hier dem Beweggrund "Strom selbst erzeugen" auf den Zahn fühlen.

    Strom selbst produzieren, um ihn anschließend direkt wieder zu verkaufen (möglichst gewinnbringend) und nicht zu verbrauchen ist eine andere Motivationlage, die wir gesondert behandeln.

    Abbildung: Am Netzeinspeisegerät lässt sich komfortabel ablesen, wieviel Strom man selbst produziert und eingespeist hat. | © Marina Lohrbach - Fotolia.com

    Strom selbst erzeugen: Ist es sinnvoll?


    Prinzipiell ja! Eigenen Strom erzeugen ist aus mehreren Gründen sinnvoll:

    • Strom kann mit einer Photovoltaikanlage zu einem günstigeren Kilowattstunden-Preis erzeugt werden, als Stromlieferanten diesen Endkunden anbieten. Die Differenz beträgt mittlerweile rund 15 Cent pro Kilowattstunde.
    • Solarstrom kann mit einer neu installierten Photovoltaik Anlage bis zu einer bestimmten Leistung (10 kWp) weiterhin frei verbraucht werden, ohne eine finanzielle Abgabe zahlen zu müssen (siehe Neuregelung des EEG 2014). 10 kWp PV-Leistung entspricht üblicherweise der Anlagengröße für Ein- und Zweifamilienhäuser.
    • Eine Photovoltaikanlage steigert den Wert der eigenen Immobilie.
    • Eigenen Strom produzieren schont die Umwelt. Eine Photovoltaikanlage erzeugt in Ihrer Betriebszeit von rund zwanzig Jahren mehr Strom, als für die Produktion sämtlicher Komponenten einst aufgewendet wurde.
    • Je mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt wird, desto eher kann auf die Zerstörung von Landschaften durch den Kohleabbau verzichtet werden. Auch ist die Suche nach einem Endlager für Atommüll seit dem Beginn der kommerziellen Nutzung von Atomkraft im Jahr 1962 noch immer nicht abgeschlossen.

    Strom selbst erzeugen: Zu welchem Preis?

    Was Strom selbst produzieren kostet, darüber geben die Stromgestehungskosten Auskunft (siehe nachfolgende Tabelle). Je nach Angebotspreis und Standort der Anlage (Globalstrahlung nimmt von Norden nach Süden zu) sind die Kilowattstunden Preise leicht verschieden. Bei derzeitigen Anschaffungskosten von rund 1.400€ pro kWp (ohne USt.) für eine fertig installierte Aufdachanlage kann man für rund 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunde Strom selbst erzeugen.

    Stromgestehungskosten Photovoltaikanlage© Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE | Studie "Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland"

    Neuste Untersuchungen vom Fraunhofer ISE (November 2013) weisen für Photovoltaik Kleinanlagen mittlerweile Stromgestehungskosten zwischen 10 und 14 Cent pro Kilowattstunde aus.

    Strom selbst erzeugen: In welcher Menge?

    Das hängt unmittelbar davon ab, wie groß die eigene Dachfläche ist, die mit Solarmodulen belegt werden kann. Als Faustformel sagt man, dass man rund 10 Quadratmeter Dachfläche benötigt, um 1 Kilowattpeak Photovoltaik (4 bis 5 Module) zu installieren. Diese Modulfläche erzeugt je nach Qualität und Standort zwischen 950 und 1250 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Zum Vergleich: eine Ein-Personen-Haushalt verbraucht in Deutschland pro Jahr im Schnitt zwischen 1.000 und 1.500 Kilowattstunden Strom.

    Tipp: Um das Vorhaben "eigenen Strom erzeugen" besser abschätzen zu können, haben wir einen Photovoltaik Rechner entwickelt. Mit nur wenigen Eingaben finden Sie heraus, wieviel Leistung auf Ihr Dach passt und welche Strommenge Sie im Jahr erzeugen können.

    Strom selbst erzeugen: Mit welchem Aufwand?

    Eigenen Strom produzieren ist mit einer Photovoltaikanlage ohne großen Aufwand möglich. Ist die Anlage erst einmal sicher auf einem intakten Dach installiert und optimal zur Sonne ausgerichtet, produziert die Anlage über Jahre hinweg nahezu wartungsfrei Strom. Eventuelle Störungen können mit sog. Datenloggern, die den Stromertrag dokumentieren, festgestellt werden.

    Strom selbst verbrauchen bleibt die Herausforderung

    Strom selbst produzieren ist mit einer Photovoltaikanlage also zu günstigen Konditionen und in ausreichender Menge ohne weiteres möglich. Die Herausforderung besteht am Ende darin, den Solarstrom in möglichst großer Menge auch selbst zu verbrauchen (Eigenverbrauchsquote). Denn der Strom wird ausschließlich zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang produziert (in der Masse zur Mittagszeit), und muss im gleichen Moment auch abgenommen werden. Kann der Strom nicht im Haushalt verbraucht werden, so wird er unmittelbar ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Übliche Eigenverbrauchsquoten im Einfamilienhaus liegen momentan bei 10 bis 20 Prozent.

    Um in möglichst hoher Menge Strom selbst erzeugen und auch verbrauchen zu können, sind deshalb zusätzliche Gerätschaften notwendig wie z.B. Smart Home Lösungen oder Stromspeicher. Diese steuern zielgerichtet elektrische Geräte mit dem Solarstrom an und speichern überschüssigen Strom in einer Batterie, um diesen zeitversetzt am Abend, in der Nacht oder an einem sonnenarmen Tag zu verbrauchen. Die Eigenverbrauchsquote lässt sich so deutlich steigern (in welchem Maße dies konkret möglich ist ermittelt z.B. der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin). Im Gegenzug steigen aber auch die Stromgestehungskosten, so dass aus dem Vorhaben "eigenen Strom erzeugen" auch schnell (noch) ein Minusgeschäft werden kann, als wenn der Strom weiterhin aus dem Netz bezogen wird.

    Aktuelle Studien und Marktanalysen gehen davon aus, dass sich bei weiter sinkenden Preisen für Stromspeicher ca. ab 2018 Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit einem Stromspeicher finanziell rechnen. Das heißt, die Kilowattstunde Solarstrom kann im Vergleich zu den Kosten für normalen Haushaltsstrom zum gleichen Preis selbst erzeugt und gespeichert werden.

    Quelle: © Büro F - Stephan Franz

    Fazit: Strom selbst erzeugen und sich eigenständig versorgen bleibt angesichts der Preise für Haussteuerung und Stromspeicher noch eine Wunschvorstellung. Wer knallhart rechnet, fährt mit Netzstrom im Moment noch günstiger (ca. für die nächsten ein bis zwei Jahre). Wer jetzt schon bereit ist, für die eigene Stromversorgung zusätzliches Geld in die Hand zu nehmen, bekommt heute schon eine ausgereifte Technik bei verschiedenen Herstellern.

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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com