Einspeisemanagement für Photovoltaik vorerst unwirksam

22. April 2021
Laut aktueller Rechtslage besteht für Photovoltaik Großanlagen mit mehr als 100 kWp Nennleistung wider Erwarten NICHT die Pflicht, ein System zum Einspeisemanagement zu installieren. Dies betont die Clearingstelle EEG in ihrem Hinweis 2009/14. Entstanden ist diese Gesetzeslücke womöglich durch ungenaue Formulierungen. In der "Übergangsphase" bis zur nächsten Novelle des EEG wird Planern dennoch empfohlen, ein System zur Regelung und Abschaltung zu installieren. Dies fordert auch öffentlich der Deutsche Feuerwehrverband.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Zur aktuellen Lage beim Einspeisemanagement für Photovoltaik Anlagen

Grund für die aktuelle Verwirrung ist § 6 des EEG (letzte Änderung 11.08.2010). Dieser besagt, dass alle Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen, mit einer "...technischen oder betrieblichen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung [...] auszustatten" sind. Soweit verständlich. Diese Einspeisemanagement Systeme sind vorgeschreiben für "Anlagen, deren Leistung 100 Kilowatt übersteigt". An dieser Stelle wird es kompliziert.

Der Streit entzündete sich an der Frage, was genau eine "Anlage" im Sinne der Photovoltaik ist? Diese Frage scheint sich in der alltäglichen Praxis von Photovoltaik Fachbetrieben nicht zu stellen. Für eine genaue Auslegung laut EEG bleibt sie aktuell jedoch missverständlich: einzelne Module - oder die gesamte Photovoltaikanlage? Hierauf gibt das EEG im § 3 Nr. 1 zur Begriffsbestimmung keine klare Antwort. 

"Anlagen, deren Leistung 100 Kilowatt übersteigt" - ein Fall für die Clearingstelle 

Die Clearingstelle EEG, zuständig für die neutrale Klärung von Streitigkeiten und Anwendungsfragen des Erneuerbare Energien Gesetzes, hat sich dieser Frage angenommen. In ihrem aktuellen Hinweis 2009/14 vom September 2010 kommt sie zu einem richtungsweisenden Ergebnis für das Einspeisemanagement von PV Großanlagen. 

Demnach ist jedes Modul eine Anlage. Was heißt das genau für das Einspeisemanagement? Angenommen eine Photovoltaik Großanlage mit 101 kWp soll gebaut werden. Sie fällt damit zunächst in die Regelung nach § 6 EEG, wonach ein Einspeisemanagement System installiert werden muss. Es werden Solarmodule mit einer aktuell üblichen Leistung von 200 Wp verbaut, so dass für die Großanlage insgesamt 505 Module benötigt werden. Laut Hinweis der Clearingstelle ist in diesem Fall nicht (wie im allgemeinen Verständnis) von einer Photovoltaik Anlage mit 101 kWp auszugehen, sondern von 505 Anlagen mit je 200 Wp. Dieses Verständnis trifft auch dann zu, wenn am Netzverknüpfungspunkt eine gemeinsame Leistung von 101 kWp erreicht wird. 

Schlussfolgerung der Clearingstelle: die Gesamtleistung von 100 kWp kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Photovoltaik gar nicht erreicht werden, da es aktuell kein einzelnes Photovoltaik Modul mit mehr als 100 kWp Nennleistung gibt (technisch nicht möglich). Folglich ist die Pflicht für Photovoltaik Anlagen nach § 6 EEG aktuell unwirksam! 

Einspeisemanagement für Photovoltaik ist unwirksam - was heißt das?

Über Sinn oder Unsinn einer solchen Auslegung lässt sich streiten. Fakt ist, dass nach der aktuellen Fassung des EEG (theoretisch) Anlagenbetreiber nicht verpflichtet sind, eine Photovoltaik Großanlage mit mehr als 100 kWp Nennleistung mit einem System zum Einspeisemanagement auszurüsten. Die Praxis ist jedoch eine andere!

Photovoltaik Fachbetriebe verbauen ungeachtet dessen technische Empfänger, mit denen sich Photovoltaik Anlagen stufenweise per Fernzugriff runterregeln lassen, um Netzüberlastung zu vermeiden. Auch der Deutsche Feuerwehrverband forderte im November 2010 öffentlich, Photovoltaik Anlagen flächendeckend mit einer Abschaltmöglichkeit auszustatten. Im Brandfall besteht für Einsatzkräfte die Gefahr, durch elektrische Spannung verletzt zu werden.

Eine weitere Novelle des EEG soll diese Gesetzeslücke zum Einspeisemanagement schließen. Wann dies passieren wird, ist derzeit nicht abzusehen. Anlagenbetreiber sind mit einem Einspeisemanagement System für Photovoltaik in jedem Fall auf der sicheren Seite. Auch für den Fall, dass eine nachträgliche Pflicht beschlossen wird.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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