Die Kürzung der Einspeisevergütung (Degression)

Die Einspeisevergütung für neu zu bauende Photovoltaik Anlagen wird von Monat zu Monat abgesenkt. Mit der letzten EEG Novelle, die 2021 in Kraft getreten ist, wurden vom Gesetzgeber einige Änderungen an dieser monatlichen Degression vorgenommen. Welche das sind und wie sich die Einspeisevergütung zukünftig entwickeln wird, zeigt der nachfolgende Bericht.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Degression der Einspeisevergütung für Photovoltaik Anlagen 2021

Wenn sich die Einspeisevergütung monatlich verringert heißt das nicht, dass Photovoltaikanlagen für ihren eingespeisten Strom von Monat zu Monat weniger Geld bekommen. Eine Photovoltaik Anlage bekommt für 20 volle Kalenderjahre (plus die Restmonate im Jahr der Inbetriebnahme) ein und dieselbe Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom. Der Vergütungssatz ist auf diese Laufzeit festgeschrieben. Hier finden Sie eine Übersicht, wie hoch die Einspeisevergütung angesichts dieser Degression im aktuellen Quartal ausfällt.

Die Degression verringert den Vergütungssatz, den eine neu zu bauende Anlage für ihre Laufzeit von 20 Jahren bekommen wird. Praktisch heißt das, dass eine Photovoltaikanlage, die z.B. im August 2015 in Betrieb genommen wurde, dauerhaft eine um 0,25% höhere Einspeisevergütung pro Kilowattstunde gewährt bekommt für die nächsten 20 Jahre als eine Anlage, die einen Monat später im September 2015 in Betrieb ging - weil sich der Vergütungssatz von August auf September 2015 um 0,25% verringerte.

Was die Thematik im Ganzen noch etwas verkompliziert ist die Tatsache, dass der Prozentsatz, um den sich die Einspeisevergütung von Monat zu Monat verringert (0,25% im Beispiel), nicht festgeschrieben ist. Die Höhe dieses Degressionssatzes wird quartalsweise angepasst. Jeweils zum 01. Januar, 01. April, 01. Juli und 01. Oktober eines Jahres. In der Fachsprache wird diese Handhabung als der "atmende Deckel" bezeichnet.

So berechnet sich die Degression aktuell

Mit der letzten Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) zum 01. Januar 2021 wurde für die weitere Degression der Photovoltaik Einspeisevergütung folgendes beschlossen:

  • der normal anzunehmende Wert für die monatliche Verringerung beträgt seit Februar 2021 0,4% (Basisdegression - bis dahin 0,5%)
  • dieser Wert gilt zunächst fest für die drei Monate eines Quartals und wird zu Beginn eines neuen Quartals angepasst
  • die Anpassung des Basiswerts von 0,4% Degression wird davon abhängig gemacht, wieviel Photovoltaik Leistung insgesamt in Deutschland neu installiert wurde in den zurückliegenden 12 Monaten vor dem jeweiligen Quartal (mit einem zusätzlichen Monat Versatz für die Berechnung)
  • wurden in den 12 Monaten zuvor insgesamt zwischen 2.5 Megawatt Photovoltaik Leistung hinzugebaut bleibt die Höhe der Kürzung auch im neuen Quartal bei 0,5% pro Monat
  • wurde mehr Photovoltaik Leistung gebaut wird der Wert von 0,4% schrittweise erhöht auf bis zu 2,5% pro Monat
  • wurde weniger Photovoltaik Leistung als 2.500 Megawatt in 12 Monaten hinzugebaut wird im kommenden Quartal weniger stark gekürzt, gar nicht gekürzt oder die Einspeisevergütung sogar erhöht

Einen Eindruck, wie sich Degression im Abhängigkeit vom Photovoltaik Zubau in Deutschland entwickeln wird, gibt die nachfolgende Tabelle:

PV Zubau überschreitet Korridor um

Anpassung Degression: Senkung Einspeisevergütung um

bis zu 1.000 Megawatt

1,00 Prozent

mehr als 1.000 Megawatt

1,40 Prozent

mehr als 2.000 Megawatt

1,80 Prozent

mehr als 3.000 Megawatt

2,20 Prozent

mehr als 4.000 Megawatt

2,50 Prozent

Zubau unterschreitet 2.100 Megawatt um

Anpassung Degression: Erhöhte Einspeisevergütung um

bis zu 200 Megawatt

Kein Effekt

mehr als 200 Megawatt

Einspeisevergütung einmalig +1 Prozent

mehr als 600 Megawatt

Einspeisevergütung einmalig +2 Prozent

mehr als 1.000 Megawatt

Einspeisevergütung einmalig +3 Prozent

Archiv: Degression für die vergangene Quartale

Wie beschrieben wird für die Anpassung der Degression auf die vorangegangenen zwölf Monate vor einem Quartal geschaut (mit einem Monat Versatz). Als Beispiel bestimmt sich die Degression für das 1. Quartal 2017 (Januar bis März 2017) aus dem Photovoltaik Zubau der Monate Dezember 2014 bis November 2016.

Monat Photovoltaik Zubau
in Deutschland (Megawatt)
Summe der
vergangenen 12 Monate
voraussichtliche Degression
für das folgende Quartal
Sept. 2013 293,317
Okt. 2013 222,816
Nov. 2013 218,192
Dez. 2013 165,669
Jan. 2014 192,974
Feb. 2014 110,341
Mär. 2014 155,712
Apr. 2014 162,773
Mai 2014 203,669
Jun. 2014 188,156
Jul. 2014 342,307
Aug. 2014 140,002 2.395,928 0,25% (4. Quartal 2014)
Sept. 2014 109,798
Okt. 2014 75,406
Nov. 2014 105,882 1.952,807 0,25% (1. Quartal 2015)
Dez. 2014 107,150


Jan. 2015 120,689
Feb. 2015 97,282
1.810,534 0,25% (2. Quartal 2015)
Mär. 2015 98,038


Apr. 2015 92,125


Mai 2015 101,348 1.580,505
0,25% (3. Quartal 2015)
Jun. 2015 94,149
Jul. 2015 164,928
Aug. 2015 263,625 1.436,687 0,00% (4. Quartal 2015)
Sept. 2015 129,755
Okt. 2015 80,072
Nov. 2015 69,747 1.418,908 0,00% (1. Quartal 2016)
Dez. 2015 143,545
Jan. 2016 81,752
Feb. 2016 50,461 1.369,545 0,00% (2. Quartal 2016)
Mär. 2016 77,847
Apr. 2016 82,772
Mai 2016 99,972 1.338,625 0,00% (3. Quartal 2016)
Jun. 2016 119,095
Jul. 2016 80,047
Aug. 2016 87,924 1.102,989 0,00% (4. Quartal 2016)
Sept. 2016 110,877
Okt. 2016 108,691
Nov. 2016 184,039
Dez. 2016 441,021

Wie wirtschaftlich die Investition in eine Photovoltaik Anlage unter diesen Rahmenbedin­gungen ist, ermittelt unser Photovoltaik Rechner. Er berücksichtigt bereits sämtliche neuen Bestimmungen zur Degression der Einspeisevergütung.

Weiterlesen zum Thema "Photovoltaikrechner"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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