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Steuerliche Aspekte beim Eigenverbrauch von Solarstrom

Der Betreiber einer Photovoltaik Anlage ist steuerrechtlich unternehmerisch tätig. Von dieser Regelung ausgenommen sind lediglich Inselanlagen. Bei allen anderen PV-Anlagen, die an das allgemeine Stromnetz angeschlossen sind wird Umsatzsteuer auf den erzeugten Strom erhoben. Diese staffelt sich je nachdem, ob der Strom komplett eingespeist wird, oder Eigenverbrauch vorliegt. Denn die Umsatzsteuer ist in den Vergütungssätzen aus dem EEG nicht enthalten.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Oliver Wulf, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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Umsatzsteuer bei Eigenverbrauch von Strom aus einer PV-Anlage

Wie der Eigenverbrauch bei einer Photovoltaik Anlage steuerrechtlich zu betrachten ist, regelt ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom April 2009. Demnach wird bei Eigenverbrauch der Strom umsatzsteuerrechtlich zunächst an den Netzbetreiber geliefert und anschließend von diesem wieder an den Anlagenbetreiber (zurück-) geliefert. Denn nach dem Umsatzsteuer Gesetz wird der gesamte Strom aus einer Photovoltaik Anlage an den Netzbetreiber geliefert, unabhängig davon, wo der Strom letztendlich verbraucht wird.

Wird der erzeugte Strom nun selbst verbraucht, wird der aus steuerrechtlicher Sicht bereits gelieferte Strom wieder an den Anlagenbetreiber zurückgeliefert, um diesen selbst verbrauchen zu können. Eigenverbrauch ist aus Sicht der Umsatzsteuer demnach eine Rücklieferung von Strom vom Netzbetreiber an den Anlagenbetreiber. Bei Fragen zum Eigenverbrauch bei einer geplanten Solaranlage kann Ihnen ein Fachbetrieb kostenlos beraten.

Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer bei Eigenverbrauch

Aufgrund dieser steuerlichen Behandlung ist die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer nicht der Satz für den Eigenverbrauch (Cent/kWh). Laut Schreiben vom Bundesfinanzministerium ist bei Eigenverbrauch von Solarstrom die Differenz aus der Eigenverbrauchsvergütung und der "normalen" Einspeisevergütung bei Volleinspeisung die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer.

Beispielrechnung für die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer:

  • Einspeisevergütung für Volleinspeisung 24,43 Cent / kWh (Aufdachanlage <30kWp)
  • Eigenverbrauchsvergütung 8,05 Cent / kWh (Eigenverbrauchsanteil bis 30%)

Bemessungsgrundlage bei Eigenverbrauch = Satz Eigenverbrauch - Satz Volleinspeisung

= 8,05 - 24,43

= 16,38 Cent / kWh statt 8,05

Die Kleinunternehmerregelung, wonach die Umsatzsteuer für den gelieferten Strom nicht erhoben wird, bleibt von dieser Regelung unberührt. Ob Sie als Betreiber einer Photovoltaik Anlage unter die Kleinunternehmerregelung fallen, besprechen Sie am bestem mit ihrem Steuerberater.

Die hier genannte Regelung für die Umsatzsteuer gilt nur für Anlagen, die zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden. 2014 wird Eigenverbrauch nicht mehr vergütet.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Umsatzsteuer Eigenverbrauch

Steuersatz auf selbstgenutzten Strom

Da der selbstgenutzte Strom ebenfalls versteuert werden muß, interessiert mich welcher Preis pro kWh hierfür angesetzt werden muß.
Antwort von intell-ect Schnell Handelshaus UG (haftungsbeschränkt)

In der Regel der allfällig gültige Strompreis (aus der Region).

Hier eine Zusammenfassung über die steuerliche Behandlung von PV-Anlagen:

Eigenverbrauch, Umsatzsteuer, Ertragssteuer – die steuerliche
Behandlung einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher
Ein Betreiber einer Solaranlage und eines Stromspeichers profitiert in vielerlei Hinsicht von seiner eigenen Stromerzeugung. Die für den Haushalt benötigte Energie kommt vom eigenen Dach, sie ist sauber und über die Laufzeit deutlich günstiger, als von einem externen Versorger. Doch neben den Vorteilen, können auch einige Pflichten durch das Finanzamt auf den Betreiber zukommen.

Denn der selbst produzierte Strom muss gegebenenfalls versteuert werden. Das kommt darauf an, für welchen Weg sich der Betreiber entscheidet. Das kann dann sowohl den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom betreffen, oder auch den selbst verbrauchten Strom. Doch dazu später mehr.

Drei mögliche Wege:
1. Der Betreiber A, der sich nicht mit der Steuerbürokratie befassen möchte
2. Der Betreiber B, der für sich den Umsatzsteuervorteil nutzen möchte
3. Der Betreiber C, der seine PV-Anlage als Steuersparmodell und Abschreibungsobjekt nutzen möchte

Von der steuerrechtlichen Seite sind für die Eigenheimbesitzer mit PV und Speicher zwei Rechtsbereiche relevant: Die Umsatzsteuer und die Ertragssteuer.
Umsatzsteuer bei PV-Anlagen Die Umsatzsteuer ist eine Steuer für Endverbraucher und beträgt je nach Konsumausgabe (Waren, Dienstleistungen) in der Regel 19 Prozent, ermäßigt, zum Beispiel für Lebensmittel,
Bücher oder Personennahverkehr, sieben Prozent. Bestimmte Waren- und Leistungsgruppen sind auch von der Umsatzsteuer befreit, zum Beispiel Versicherungen sowie der See- und Luftverkehr.

Für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage und eines Batteriespeichers werden jeweils 19 Prozent Umsatzsteuer fällig. Fast immer ist diese PV-Anlage bzw. Speicher in Deutschland auch mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden, d.h. sie sind netzgekoppelt. Neben den
Anschaffungskosten ist auch der erzeugte Strom einer netzgekoppelten PV-Anlage grundsätzlich mit 19 Prozent umsatzsteuerpflichtig (siehe u. a. BMF-Schreiben vom 01.04.2009 zum Direktverbrauch).
Der Betreiber einer Photovoltaikanlage hat beim Finanzamt die Wahlmöglichkeit, ob er für sich die Kleinunternehmerregelung (KU) nutzen möchte oder die Vorsteuererstattung (Umsatzsteuerpflicht). Wer sich dazu nicht rechtzeitig oder gar nicht äußert (siehe Betreiber A), rutscht automatisch in die Kleinunternehmerregelung.

Den ganzen Beitrag finden Sie unter: https://sonnen.de/blog/eigenverbrauch-umsatzsteuer-ertragssteuer-die-steuerliche-behandlung-einer-photovoltaikanlage-mit/

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