Solarförderung für Eigenverbrauch

Strom, der in einer Photovoltaikanlage erzeugt und anschließend selbst verbraucht wird, wird seit April 2012 nicht mehr vergütet. Damit hat sich die Gruppe der Anlagenbetreiber in zwei Lager gespalten: bestehende Photovoltaikanlagen, die noch Solarförderung für Eigenverbrauch bekommen, und jene, die keine Solarförderung für Eigenverbrauch mehr erhalten. Fragen, die sich für beide Lager ergeben, wollen wir an dieser Stelle klären.

Solarförderung für Eigenverbrauch: Regelungen gestern und heute

RWE Smart MeteringMit Smart Home Lösungen wie hier von RWE lässt sich der Eigenverbrauch
von Solarstrom komfortabel steuern und optimieren | Bildquelle: RWE AG

Wenn Sie noch Solarförderung für Eigenverbrauch bekommen

Solarförderung für Eigenverbrauch bekommen Photovoltaikanlagen in Deutschland, die zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden (mit Übergangsregelung bis 30.06.2012, wenn für die Anlage vor dem 24.02.2012 ein Netzanschluss­begehren gestellt wurde). Hier finden Sie eine Übersicht, wie sich die Einspeisevergütung für selbst verbrauchten Strom in dieser Zeit entwickelt hat.

Wieviel Solarförderung der Anlagenbetreiber für den Eigenverbrauch erhält, hängt von der sog. Eigenverbrauchsquote ab. Bei 30% Eigenverbrauchsanteil ist ein Schnitt angesetzt. Wird mehr als 30% des erzeugten Strom selbst verbraucht ist die Solarförderung pro kWh höher als wenn weniger als 30% selbst verbraucht werden. Die normale Eigenverbrauchsquote bei Solarstrom liegt in der Regel jedoch weit unter 30%. Zahlreiche Hersteller bieten deshalb Smart Home Lösungen und Stromspeicher an, die den Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern. 

Anlagenbetreiber, die noch Solarförderung für Eigenverbrauch bekommen, können mit Ihrer Anlage beliebig oft zwischen Eigenverbrauch und Volleinspeisung hin und her wechseln (jahres-, monats-, tage-, stunden- und ggf. auch minutenweise). Hierzu muss mit dem Netzbetreiber eine Frist vereinbart werden, in der der Wechsel vorher angezeigt wird.

Da zwischen 2009 und 2012 die gesetzlichen Grundlagen der Solarförderung für Eigenverbrauch mehrmals geändert wurden, herrscht bei vielen Anlagenbetreibern Unsicherheit, auf welcher Grundlage Ihr Eigenverbrauch geregelt ist. Die Clearingstelle EEG hat hierzu eine sehr gute Infografik herausgegeben.

Wenn Sie keine Solarförderung für Eigenverbrauch mehr bekommen

Photovoltaikanlagen, die seit dem 01.07.2012 in Betrieb genommen werden, bekommen (auch unter Berücksichtigung der Übergangsregelung) sicher keine Solarförderung für Eigenverbrauch mehr. Hinzu kommt, dass Dachanlagen zwischen 10 und 1.000 kWp Leistung ab dem 01.01.2014 nur für 90% der jährlich erzeugten Strommenge die "normale" Einspeisevergütung bekommen. Die restlichen 10% Strommenge müssen selbst verbraucht werden (ohne Solarförderung).

Prinzipiell ist es für Eigenheimbesitzer und Kleinanlagen, die keinen rein wirtschaftlichen Zweck verfolgen ratsam, auch ohne Solarförderung für Eigenverbrauch einen möglichst hohen Anteil an erzeugtem Strom selbst zu verbrauchen. Denn seit der Einführung der Solarförderung für Eigenverbrauch ist die Einspeisevergütung für Strom immer geringer und der Preis für Haushaltsstrom teurer geworden. 2013 bekommen Neuanlagen weniger als 16 Cent pro eingespeister Kilowattstunde und beziehen Strom für rund 25 Cent aus dem Netz. Dieses Missverhältnis macht den Eigenverbrauch von Solarstrom immer attraktiver.

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage zum Eigenverbrauch des Solarstroms inkl. Stromspeicher planen, lassen Sie sich von einem Solarteur aus Ihrer Nähe beraten, welches Anlagenkonzept am besten geeignet ist. Was solch eine Anlage kosten wird, können Sie vorab unverbindlich mit unserem Photovoltaik-Rechner herausfinden.

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Autor: Christian Märtel