Rechnet sich Solarthermie?

14. April 2021
Lohnt sich Solarthermie? Praktisch jeder, der ein Haus baut, saniert oder auf der Suche nach einer neuen Heizung ist, stellt sich diese Frage. Im Gegensatz zur Photovoltaik ist sie auch weitaus schwieriger zu beantworten. Wir werfen einen Blick auf die energetische und finanzielle Amortisation einer Solarthermieanlage. Rechnet sich Solarthermie?
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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SolaranlagenLohnt sich eine Solaranlage?Lohnt sich Thermie?

Lohnt sich Solarthermie? Ökologische und finanzielle Gesichtspunkte

© Kara - Fotolia.comWas die energetische Amortisation betrifft, ist die Sachlage klar - energetisch lohnt sich Solarthermie definitiv! Die Energie, die in die Produktion einer durchschnittlichen solarthermischen Anlage geflossen ist, hat diese nach wenigen Jahren bereits wieder eingefangen und nutzbar gemacht. In dieser Hinsicht also definitiv ein Plus!

Rechnet sich Solarthermie also für die Umwelt? Auch dies kann man eindeutig bejahen, denn die Wärme aus der Solarthermieanlage erzeugt praktisch kaum CO2- oder andere Emissionen, abgesehen vom Strom, der durch den Betrieb der Anlage (zum Beispiel die Solarpumpe) anfällt. Auch verringern sich die Rohstoffimporte volkswirtschaftlich betrachtet deutlich: weniger fossile Brennstoffe werden zur Wärmegestehung verfeuert.

Finanziell gesehen ist die Sachlage deutlich komplexer. Das heißt nicht, dass sich Solarthermie nicht rentiert, aber hier muss man sehr genau abwägen und die Anlage passgenau auslegen.

Lohnt sich Solarthermie finanziell? Passgenaue Auslegung entscheidet

  • Lohnt sich Solarthermie für Warmwasser? Warmwasser-Solarthermie wird meistens auf einen bestimmten "solaren Deckungsgrad" hin ausgelegt, meist bei 60%. Das bedeutet, dass die Solarthermieanlage über das Jahr gerechnet circa 60% der Warmwasserkosten abdeckt. Für einen Vierpersonenhaushalt kann man beispielsweise von 2000 eingesparten Kilowattstunden ausgehen. Je nach Brennstoff ergibt das also z.B. Gas 140 Euro, Öl 220 Euro bei Durchschnittspreisen und einer modernen Brennwertheizung. Bei ineffizienteren Heizungen steigen die Einsparungen entsprechend. Übrigens spiegeln diese Einsparungen nicht wieder, dass die Heizungsanlage nicht so oft takten muss und teilweise über mehrere Tage abgeschaltet bleiben kann. Dies reduziert nicht nur den Brennstoffverbrauch, sondern auch den Verschleiß an der Anlage.
  • Lohnt sich Solarthermie zur Heizungsunterstützung? Bei einer heizungsunterstützenden Anlage sieht es etwas komplizierter aus. Hier deckt eine Solarthermieanlage je nach Dimensionierung zwischen 10 bis 30 % der Gesamtheizkosten (meist im Bereich von 20% für Warmwasser und Heizung ab). Im Einfamilienhaus mit vier Personen könnten die Einsparungen somit bei 200 bis 400 Euro liegen.

Die Berechnungsgrundlage für die obigen Zahlen ist die SolarToolbox der Solar Campus GmbH.

Bei einer Sonderform der Solarthermienutzung fällt das Urteil allerdings deutlicher aus: der Poolerwärmung. Wenn eine kontinuierliche Wärmeabnahme vorliegt, zum Beispiel durch ein Schwimmbecken, spielt Solarthermie ihre Stärken voll aus und man kann von sehr niedrigen Kosten pro Kilowattstunde ausgehen. Hier lohnt sich Solarthermie bei korrekter Auslegung recht schnell.

Fördergelder verbessern die Wirtschaftlichkeit von thermischen Solaranlagen

Die Beispiele betreffen Häuser mit einem relativ niedrigen Wärmebedarf. Bei Altbauten liegen die Einsparungen höher. Geht man von Durchschnittspreisen von 4.000 Euro (Preise für Warmwasser-Solarthermie) sowie 8.000 Euro (Preise für Heizungsunterstützung) für Solarthermie aus, wird deutlich, dass sich Solarthermie teilweise unterhalb, teilweise auf und stellenweise über der Wirtschaftlichkeitsschwelle bewegt. Die Frage "Lohnt sich Solarthermie" kann man also nicht in allen Fällen finanziell positiv beantworten. Diese Situation sollte sich aber bei weiter steigenden Energiepreisen entspannen und Solarthermie zunehmend an Wirtschaftlichkeit gewinnen.

Zusätzlich müssen Sie die Kosten nicht alleine tragen: Förderprogramme für Solarthermie (untere Hälfte des Artikels), wie zum Beispiel durch das BAFA, greifen Ihnen finanziell mit Zuschüssen unter die Arme.

Der wichtigste Punkt bei der Anschaffung einer Solarthermieanlage ist, vor Ort eine genaue Analyse der Standortbedingungen durchzuführen und zusätzlich die Solaranlage passgenau auf das Heizverhalten der späteren Nutzer abzustimmen.

Fachbetriebe für Solarthermie helfen Ihnen gerne bei der Lösung der Frage "Lohnt sich Solarthermie" und übernehmen die notwendigen Berechnungen und weiteren Schritte bei der Installation.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Lohnt sich Solarthermie

Ab wann lohnt sich Solarthermie?

Wir haben ein Haus mit Satteldach und Süd Ausrichtung. Im Keller steht eine Ölheizung von 2006 bei der man glaube ich auch eine Solarthermie Anlage anschließen kann. Wir sind ein 4 Personen in dem Haus (2 Erwachsene, 2 Teenager). Der Warmwasserverbrauch ist vergleisweise hoch. Gibt es eine Faustformel wie groß eine Solarthermie Anlage dimensioniert werden muss und ab wann sich die Installation lohnt?
Antwort von FET Fleischer EnergieTechnik

So einfach mal eine Solaranlage anschliessen geht nicht. Der vorhandene Warmwasserspeicher muss mindestens gegen einen Warmwasserspeicher mit Inhalt 300 Liter getauscht werden. Dann würden wir Heat-Pipe Röhren installieren. Kosten ca. 5000,- Euro
Aber aufepasst. Es gibt nur Warmwasser in den Sommermonaten.

Lohnt sich Solarthermie für ein Zweifamilienhaus? Einspeisen oder nur Eigenverbrauch?

Ich werde demnächst ein Zweifamilienhaus mit Flachdach bauen. Die Dachfläche beträgt ca. 120qm. Nun interessiere ich mich für Solarthermie: Lohnt sich eine solche Anlage? Wie groß sollte diese sein? Lohnt es sich, Energie einzuspeisen oder nur für den Eigenverbrauch? Welche Alternativen gäbe es? Christian M.
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Solarthermische Nutzung lohnt sich in EFH/ZFH wirtschaftlich oftmals nicht. Das hängt u.a. vom Nutzerverhalten und dem variablen Leistungsangebot der Sonne ab (Tages- bzw. Jahresverlauf).
Dennoch findet man sie häufig z.B. zur Unterstützung der Warmwasser-Bereitung. Grund hierfür sind die theoretischen EnEV, EEWG bzw. KfW Anforderungen, welche Nichts mit der Wirtschaftlichkeit für den Bauherren zu tun haben, sondern primärenergetischen Ansätzen folgen.
Hier ist zudem nur Eigenverbrauch möglich.

Deutlich günstiger ist da die elektrische Nutzung der Sonnenenergie (PVA), denn Strom ist der universellste Energieträger und für viele verbrauchende Geräte verwendbar.
Besonders wirtschaftlich ist, hier eine hohe Eigenverbrauchsquote zu erreichen (Heizen, WW-Bereitung, Lüftung, Kühlung, Mobilität etc.).
Bei meinen Planungen hat sich daher mit zunehmender die Kombination WP + PV durchgesetzt.

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