Innovative Solarthermiekonzepte - das Sonnenhaus

14. April 2021
Im alltäglichen Einsatz übernehmen Solarthermieanlagen einen Großteil der Warmwasserbereitung oder arbeiten mit der Heizung zusammen und senken die Heizkosten. Das Sonnenhaus geht noch einen Schritt weiter - im Sonnenhaus stellt die Solarthermieanlage mehr als die Hälfte der Heizenergie bereit.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Solaranlagen-Portal.com verfasst.
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Sonnenhaus - Solarthermie deckt einen Großteil des Wärmebedarfes

Darstellung: Sonnenhaus-Institut e.V. Das Sonnenhaus ist ein Baukonzept, welches vom Sonnenhaus-Institut e.V. in Straubing erstellt worden ist. Ein Sonnenhaus stellt verschiedene Anforderungen an die Energiebereitstellung - darunter fällt nicht nur der möglichst große Anteil an Solarenergie: auch der Dämmstandard und der Primärenergiebedarf müssen hohen Kriterien genügen.

Welche Mindestanforderungen ein Sonnenhaus erfüllen muss

Ein Sonnenhaus muss einen solaren Deckungsgrad von mehr als 50 Prozent aufweisen. Dies bedeutet, dass im Jahresmittel fünfzig oder mehr Prozent durch die Solarthermieanlage bereitgestellt werden.

Die erforderliche Nachheizung (vor allem in den Wintermonaten notwendig) soll durch erneuerbare Energieträger bereitgestellt werden. Hier bietet sich als Zusatzheizung für das Sonnenhaus zum Beispiel eine Pelletheizung an.

Der Transmissionswärmeverlust darf maximal 0,28 W/m2K betragen. Dies ist ungefähr ein Drittel weniger, als die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 vorschreibt. Im Altbau dürfen die Verluste 0,40 W/m2K nicht überschreiten. Ein saniertes Gebäude entspricht somit dem EnEV-gerechten Neubaustandard, wenn es im Konzert mit der hohen solaren Deckungsrate als Sonnenhaus qualifiziert werden soll. Erkundigen Sie sich im Sanierungsfall zu Solarthermie Förderung. Der Primärenergiebedarf darf laut Sonnenhaus-Institut 15 kWh/m²a nicht überschreiten.

Bau & Abgrenzung zu anderen Energiesparhäusern

Darstellung: Sonnenhaus-Institut e.V. Der solare Deckungsgrad und der hohe Dämmstandard bedingen eine Südausrichtung der Dachfläche und einen relativ großen Speicher. Beim Deckungsgrad von mehr als 50% muss der Speicher 150 bis 250 Liter pro Quadratmeter Kollektorfläche betragen. Kollektorflächen von mehr als 40 Quadratmetern sind beim Sonnenhaus durchaus üblich, was eine genaue Solarthermie Berechnung erfordert.

Selbst Auswahl und Dimensionierung der Fenster müssen genau überlegt werden: während Fenster mit guten Verlustwerten im Sommer sehr viel Energie im Haus beisteuern, verlieren sie diese im Winter schnell. Hier ist eine gute Planung der Fenster außerordentlich wichtig.

Das Sonnenhaus verfolgt mit seinem Aufbau einen anderen Konzept als das Passivhaus - dieses hat ebenso einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf, verzichtet aber möglichst auf ein Heizsystem, während das Sonnenhaus über solare Deckungsraten und geringe Verluste arbeitet. Die Wärmeverteilung erfolgt hier am besten über ein Niedrigtemperatur-Flächenheizsystem wie die Fußbodenheizung oder eine Wandheizung.

Ein Sonnenhaus erfordert detaillierte Planung. Fachbetriebe für Solarthermie helfen bei Planung und Konzeption.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Sonnenhaus

Neubau von Sonnenhaus in Sachsen - welche Fördergelder gibt es bei diesem Konzept?

Wir beabsichtigen im ländlichen Raum von Sachsen ein Einfamilienhaus als Neubau zu errichten. Erdgas liegt in diesem Raum nicht an. Deshalb haben wir vor ein fast energieautarkes Sonnenhaus zu errichten. Dazu folgende Planungsdaten: Nutzfläche ca. 120m2, zweigeschossig, Dämmwerte nach gültiger Norm. Warmwasserbereitung und Heizung mittels Solarthermie mit ca. 55-65 m2 Fläche, Südausrichtung, Neigungswinkel 68 grad ( entspricht rechtem Winkel zur Wintersonnenwende Einfallswinkel) Pufferspeicher ca. 16m3, damit wird Deckungsgrad vo ca. 88-90% für Warmwasserbereitung Und Heizung erzielt. Wärmebedarf, Heizlast ca. 4-5KW. Ungedeckter Wärmebedarf soll mit wasserführendem Kaminofen ausgeglichen werden. Da diesen System mit sehr hohen Investitionskosten verbunden ist stellen wir die Frage: Mit welchen staatlichen Fördermitteln werden wir unterstützt für Solarthermie, Pufferspeicher, wasserführender Kaminofen..... bzw. wie hoch fallen diese Fördermittel aus und wo können diese beantragt werden. Wir bedanken uns im Voraus für die kompetente Bearbeitung
Antwort von René Hädrich

Grundsätzlich sind förderfähige Maßnahmen über die BAFA / SAB und KfW möglich.
Der wasserführende Kamin, die Solarthermie und der Pufferspeicher sind erstmal als eine Heizungsanlage anzusehen, ob da die Möglichkeit
besteht dies Fördertechnisch auseinander zunehmen, muss vom Architekt bzw. vom Energieberater geprüft werden, genau so wo der Antrag dafür gestellt werden kann. Da es schnell passieren kann, das eine Doppelförderung zustand kommt und Ihnen dadurch dir Förderungsmittel wieder entzogen werden können.
Wie hoch die Fördermittel sind, ist teilweise auch abhängig von der Höhe der Investitionskosten und den Bestimmungen der einzelnen Fördermittelgebern.
Dazu kommt, haben Sie schon einen Kredit bei einer Bank oder müssen Sie erst einen Aufnehmen, da wäre das KfW-Förderprogramm 124/270 eine Möglichkeit.
Die Heizungsanlage könnte aber auch über die BAFA gefördert werden, gerade der wasserführend Kaminofen. Der Pufferspeicher und die Solarthermie kann über die KfW gefördert werden, der Pufferspeicher auch über die BAFA.
Ich rate Ihnen aber trotzdem über einen Architekten und/oder Energieberater zu gehen um Förderfähigkeit und Höhe prüfen zulassen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen.
Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende

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