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Einspeisemanagement für Photovoltaik vorerst unwirksam

Laut aktueller Rechtslage besteht für Photovoltaik Großanlagen mit mehr als 100 kWp Nennleistung wider Erwarten NICHT die Pflicht, ein System zum Einspeisemanagement zu installieren. Dies betont die Clearingstelle EEG in ihrem Hinweis 2009/14. Entstanden ist diese Gesetzeslücke womöglich durch ungenaue Formulierungen. In der "Übergangsphase" bis zur nächsten Novelle des EEG wird Planern dennoch empfohlen, ein System zur Regelung und Abschaltung zu installieren. Dies fordert auch öffentlich der Deutsche Feuerwehrverband.
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Zur aktuellen Lage beim Einspeisemanagement für Photovoltaik Anlagen

Grund für die aktuelle Verwirrung ist § 6 des EEG (letzte Änderung 11.08.2010). Dieser besagt, dass alle Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen, mit einer "...technischen oder betrieblichen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung [...] auszustatten" sind. Soweit verständlich. Diese Einspeisemanagement Systeme sind vorgeschreiben für "Anlagen, deren Leistung 100 Kilowatt übersteigt". An dieser Stelle wird es kompliziert.

Der Streit entzündete sich an der Frage, was genau eine "Anlage" im Sinne der Photovoltaik ist? Diese Frage scheint sich in der alltäglichen Praxis von Photovoltaik Fachbetrieben nicht zu stellen. Für eine genaue Auslegung laut EEG bleibt sie aktuell jedoch missverständlich: einzelne Module - oder die gesamte Photovoltaikanlage? Hierauf gibt das EEG im § 3 Nr. 1 zur Begriffsbestimmung keine klare Antwort. 

"Anlagen, deren Leistung 100 Kilowatt übersteigt" - ein Fall für die Clearingstelle 

Die Clearingstelle EEG, zuständig für die neutrale Klärung von Streitigkeiten und Anwendungsfragen des Erneuerbare Energien Gesetzes, hat sich dieser Frage angenommen. In ihrem aktuellen Hinweis 2009/14 vom September 2010 kommt sie zu einem richtungsweisenden Ergebnis für das Einspeisemanagement von PV Großanlagen. 

Demnach ist jedes Modul eine Anlage. Was heißt das genau für das Einspeisemanagement? Angenommen eine Photovoltaik Großanlage mit 101 kWp soll gebaut werden. Sie fällt damit zunächst in die Regelung nach § 6 EEG, wonach ein Einspeisemanagement System installiert werden muss. Es werden Solarmodule mit einer aktuell üblichen Leistung von 200 Wp verbaut, so dass für die Großanlage insgesamt 505 Module benötigt werden. Laut Hinweis der Clearingstelle ist in diesem Fall nicht (wie im allgemeinen Verständnis) von einer Photovoltaik Anlage mit 101 kWp auszugehen, sondern von 505 Anlagen mit je 200 Wp. Dieses Verständnis trifft auch dann zu, wenn am Netzverknüpfungspunkt eine gemeinsame Leistung von 101 kWp erreicht wird. 

Schlussfolgerung der Clearingstelle: die Gesamtleistung von 100 kWp kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Photovoltaik gar nicht erreicht werden, da es aktuell kein einzelnes Photovoltaik Modul mit mehr als 100 kWp Nennleistung gibt (technisch nicht möglich). Folglich ist die Pflicht für Photovoltaik Anlagen nach § 6 EEG aktuell unwirksam! 

Einspeisemanagement für Photovoltaik ist unwirksam - was heißt das?

Über Sinn oder Unsinn einer solchen Auslegung lässt sich streiten. Fakt ist, dass nach der aktuellen Fassung des EEG (theoretisch) Anlagenbetreiber nicht verpflichtet sind, eine Photovoltaik Großanlage mit mehr als 100 kWp Nennleistung mit einem System zum Einspeisemanagement auszurüsten. Die Praxis ist jedoch eine andere!

Photovoltaik Fachbetriebe verbauen ungeachtet dessen technische Empfänger, mit denen sich Photovoltaik Anlagen stufenweise per Fernzugriff runterregeln lassen, um Netzüberlastung zu vermeiden. Auch der Deutsche Feuerwehrverband forderte im November 2010 öffentlich, Photovoltaik Anlagen flächendeckend mit einer Abschaltmöglichkeit auszustatten. Im Brandfall besteht für Einsatzkräfte die Gefahr, durch elektrische Spannung verletzt zu werden.

Eine weitere Novelle des EEG soll diese Gesetzeslücke zum Einspeisemanagement schließen. Wann dies passieren wird, ist derzeit nicht abzusehen. Anlagenbetreiber sind mit einem Einspeisemanagement System für Photovoltaik in jedem Fall auf der sicheren Seite. Auch für den Fall, dass eine nachträgliche Pflicht beschlossen wird.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Solaranlagen-Portal.com
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